Mit dieser Arbeit habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Rhetorik von verschiedenen Perspektiven her zu betrachten. Zunächst möchte ich auf die historische Entwicklung des Begriffs eingehen, um anschließend den Zusammenhang zwischen der Geschichte des Rhetorikbegriffs und der Didaktik herauszuarbeiten. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir ebenso wichtig auf die Verbindung von Rhetorik und Philosophie einzugehen.
Im zweiten Hauptteil der Arbeit möchte ich mich mit der Anwendung von Rhetorik in der Schule beschäftigen und dabei sowohl den Unterricht im Allgemeinen, als auch den Ethikunterricht im Speziellen fokussieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken
2. Rhetorik – Begriff und Grundlagen
3. Die Geschichte des Rhetorikbegriffs und der daraus resultierende Zusammenhang von Didaktik und Rhetorik
4. Rhetorik und Philosophie
5. Rhetorik im Unterricht
5.1. Der Lehrer als Rhetoriker und der Rhetoriker als Lehrer
5.2. Die praktische Umsetzung von Rhetorik im Unterricht
5.3. Rhetorische Kommunikation in der Schule am Beispiel des Ethikunterrichts
6. Abschließende Betrachtungen
7. Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Rhetorik in der Schule und deren Schnittstellen zu Didaktik und Philosophie. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Grundlagen der Rhetorik mit ihrer praktischen Anwendung im Unterrichtsgeschehen zu verknüpfen, um die Notwendigkeit rhetorischer Kompetenzen für Lehrkräfte und Schüler aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung des Rhetorikbegriffs
- Interdependenz von Rhetorik und Didaktik
- Verhältnis von rhetorischer Bildung und Philosophie
- Der Lehrer als rhetorisches Vorbild im Unterricht
- Herausforderungen mündlicher Kommunikation am Beispiel des Ethikunterrichts
Auszug aus dem Buch
2. Rhetorik – Begriff und Grundlagen
Unter dem Begriff der Rhetorik versteht man seit der Antike die Fertigkeit des angemessenen und wirkungsvollen Redens. Als Teilgebiet der Stilistik hat die Rhetorik sowohl die Praxis des Redens selbst, als auch die Gestaltung von Texten beeinflusst.
Die klassische Rhetorik geht von einem fünfstufigen Textherstellungsmodell aus. Der erste Schritt wird als „inventio“ bezeichnet, wobei es die Aufgabe des Redners ist, argumentatives Material zu sammeln. Der Übergang vom Denken zum Sprechen wird somit eingeleitet. Der darauffolgende Schritt ist notwendig, um die gesammelten Argumente in der richtigen Reihenfolge anzuordnen. „Dispositio“ ist demzufolge die Stufe, welche die Lehre von den Redeteilen einschließt. Die Einleitung, der erste Teil der Rede, muss die Aufmerksamkeit des Zuhörers erwecken, erst dann folgt der Hauptteil, in welchem die Argumente untergebracht sind, und schließlich folgt der Schlussteil der Rede.
Der Hauptteil selbst besteht wiederum aus den einzelnen Teilen „propositio“, „narratio“ und „argumentatio“. „Propositio“ umfasst die Darlegung des Redeziels, während unter „narratio“ die Erzählung des Sachverhalts zu verstehen ist und „argumentatio“ die eigentliche Argumentation als auch die Erörterung der Argumente meint.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Die Autorin legt den Fokus der Arbeit auf die Verbindung von Rhetorik, Didaktik und Philosophie sowie deren praktische Relevanz im Schulalltag.
2. Rhetorik – Begriff und Grundlagen: Das Kapitel definiert den Rhetorikbegriff historisch und erläutert das klassische fünfstufige Modell der Textherstellung.
3. Die Geschichte des Rhetorikbegriffs und der daraus resultierende Zusammenhang von Didaktik und Rhetorik: Es wird die historische Verwobenheit beider Disziplinen untersucht und ihre Bedeutung für die demokratische Bildung im antiken Griechenland aufgezeigt.
4. Rhetorik und Philosophie: Das Kapitel beleuchtet die philosophische Fundierung der Redekunst und diskutiert unterschiedliche Formmodelle des Verhältnisses zwischen Rhetorik und Philosophie.
5. Rhetorik im Unterricht: Dieser Abschnitt analysiert die Rolle des Lehrers als Rhetoriker und die Schwierigkeiten, rhetorische Fertigkeiten in den Schulalltag zu integrieren.
6. Abschließende Betrachtungen: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die wachsende Bedeutung rhetorischer Kompetenzen in aktuellen Lehrplänen gewürdigt.
7. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
Schlüsselwörter
Rhetorik, Didaktik, Philosophie, Kommunikation, Unterrichtsgestaltung, Lehrerrolle, Argumentation, Ethikunterricht, Sprachkompetenz, antike Rhetorik, Gesprächsführung, Pädagogik, Textherstellungsmodell, Sachgespräch, Personengespräch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Rhetorik als Brücke zwischen didaktischer Theorie, philosophischer Bildung und der praktischen Umsetzung im schulischen Alltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie des Rhetorikbegriffs, der Verknüpfung mit der Didaktik sowie dem speziellen Einsatz rhetorischer Kompetenzen im Ethikunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den notwendigen Zusammenhang zwischen rhetorischer Ausbildung und pädagogischem Handeln aufzuzeigen und dabei insbesondere die Rolle des Lehrers als rhetorisches Vorbild zu betonen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse zentraler Theoretiker (wie Eberhard Ockel oder Hellmut Geißner) und den Vergleich bestehender Lehrmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird analysiert, wie Rhetorik und Philosophie zusammenwirken, wie Lehrer ihre rhetorische Modellfunktion wahrnehmen können und welche Herausforderungen bei der Umsetzung im Unterricht entstehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rhetorik, Didaktik, Philosophie, Kommunikation, Lehrerrolle und Argumentation geprägt.
Wie unterscheidet der Text zwischen Sachgesprächen und Personengesprächen?
Sachgespräche werden als formalisierbar und planbar beschrieben, während Personengespräche stark durch sozio-emotionale Beziehungen geprägt sind und sich einer einfachen Planung entziehen.
Warum ist das Argumentieren im Ethikunterricht eine besondere Herausforderung?
Da der Ethikunterricht oft sehr persönliche Themen wie Glück, Leid oder Tod behandelt, ist die Grenze zwischen sachlicher Kommunikation und persönlicher Betroffenheit schwer zu ziehen.
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- Tina Kretzschmar (Author), 2005, Rhetorik zwischen Didaktik, Philosophie und praktischer Umsetzung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41321