Anhand dieser Hausarbeit möchte ich versuchen zu klären, ob es sich bei der von mir aufgestellten These, nämlich dass sich die Rechte muslimischer Frauen nicht mit den Menschenrechten vereinbaren lassen, nur um ein Vorurteil handelt oder ob dies eine begründete Feststellung ist.
Um diese Frage beantworten zu können, werde ich zu Beginn dieser Arbeit eine knappe Einführung in den Islam geben. Es folgt die Darstellung der Stellung der Frau im Islam und die Grundzüge der Menschenrechte, um anschließend die Konflikte zwischen Menschenrechten und den Rechten der Frauen im Islam aufzeigen zu können. Abschließend werde ich mich in meinem Fazit der Beantwortung meiner oben genannten Frage widmen:
Vorurteil oder bittere Realität? - Die Rechte der Frauen im Islam lassen sich nicht mit den Menschenrechten vereinbaren!
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Islam - Eine Einführung
3. Die Stellung der Frau im Islam
3.1 Die Frauen zur Zeit Mohammeds
3.2 Die religiöse Stellung der Frau
3.3 Die Rechtliche Stellung der Frau
4. Grundzüge der Menschenrechte
5. Konflikte zwischen Menschenrechten und dem Islam
5.1 Konflikte zwischen Menschenrechten und den Rechten der Frau im Islam
5.2 Weitere Konflikte zwischen Menschenrechten und Scharia
6. Ausblick der Frauensituation im Islam
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Rechten muslimischer Frauen und den universellen Menschenrechten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die häufig medial wahrgenommenen Einschränkungen der Frauenrechte im Islam lediglich auf Vorurteilen basieren oder ob eine tatsächliche, begründete Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten vorliegt.
- Grundlagen des Islams und Rolle der Scharia
- Religiöse und rechtliche Stellung der Frau
- Definition und Anspruch der universellen Menschenrechte
- Rechtliche Benachteiligung bei Beweisführung und Ehe
- Konfliktfeld Religionsfreiheit
- Ansätze für gesellschaftlichen Wandel und Emanzipation
Auszug aus dem Buch
3.2 Die religiöse Stellung der Frau
„Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, gläubige Männer und gläubige Frauen, ergebene Männer und ergebene Frauen, wahrhaftige Männer und wahrhaftige Frauen, standhafte Männer und standhafte Frauen, demütige Männer und demütige Frauen, Almosen gebende Männer und Almosen gebende Frauen, fastende Männer und fastende Frauen, Männer, die ihre Scham hüten und Frauen, die (ihre Scham) hüten, und Allahs viel gedenkende Männer und gedenkende Frauen – für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet.“
In diesem Vers wird deutlich, dass für Gott nicht das Geschlecht, sondern der feste Glaube an Gott entscheidend ist.
Denn auch die Grundpflichten des Korans, also die fünf Säulen des Islams müssen von Frauen genauso eingehalten werden, wie von Männern. Allerdings kann die muslimische Frau „die Religion nicht in gleicher Intensität ausüben wie ein Mann“. Denn sie darf „zu Zeiten von Menstruation und Wochenbett weder einen Koran berühren noch – nach überwiegender Auffassung – eine Moschee betreten, weder das rituelle Gebet vollziehen noch fasten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die medial oft stereotypisierte Rolle der muslimischen Frau und stellt die These auf den Prüfstand, ob Frauenrechte im Islam prinzipiell mit Menschenrechten unvereinbar sind.
2. Der Islam - Eine Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Grundpfeiler des Islams, einschließlich Koran, Sunna und Scharia, sowie die religiösen Pflichten (fünf Säulen).
3. Die Stellung der Frau im Islam: Hier wird analysiert, wie historische, religiöse und kulturelle Faktoren die Rolle der Frau beeinflussen, wobei zwischen dem Ur-Islam und modernen Ausprägungen unterschieden wird.
4. Grundzüge der Menschenrechte: Das Kapitel definiert Menschenrechte als universelle Leitnormen, die allen nationalen Gesetzgebungen übergeordnet sein sollten.
5. Konflikte zwischen Menschenrechten und dem Islam: Es werden konkrete Rechtsbereiche aufgezeigt, in denen die Scharia mit universellen Menschenrechten kollidiert, insbesondere bei Ehe, Scheidung und Glaubensfreiheit.
6. Ausblick der Frauensituation im Islam: Dieser Abschnitt beleuchtet den Wandel durch säkulare Reformen und den wachsenden Stellenwert von Bildung für die Emanzipation der Frau.
7. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass im rechtlichen Bereich erhebliche Widersprüche bestehen, und fordert eine zeitgemäße Deutung der religiösen Texte.
Schlüsselwörter
Islam, Frauenrechte, Menschenrechte, Scharia, Koran, Gleichstellung, Rechtsprechung, Emanzipation, Religionsfreiheit, Tradition, Beweisführung, Ehe, Scheidung, Laizismus, Religion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Stellung der Frau im Islam im Vergleich zu den universellen Menschenrechten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der religiösen Auslegung des Korans, rechtlichen Praktiken unter der Scharia sowie den globalen Standards der Menschenrechte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob die medial oft kritisierte Situation der muslimischen Frau auf strukturelle Unvereinbarkeiten mit den Menschenrechten zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Analyse, die theologische Grundlagen mit aktuellen Menschenrechtskonventionen vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die religiöse Gleichwertigkeit als auch die rechtliche Benachteiligung der Frau, etwa bei der Beweisführung oder im Scheidungsrecht, detailliert dargelegt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Islam, Scharia, Frauenrechte, Menschenrechte und Säkularisierung charakterisiert.
Welche Rolle spielen die Reformen unter Atatürk für die Argumentation?
Atatürks laizistische Reformen in der Türkei werden als Modell für eine erfolgreiche Vereinbarkeit von staatlicher Ordnung und modernen Menschenrechten angeführt.
Warum wird die Religionsfreiheit als Konfliktpunkt genannt?
Der Abfall vom Islam wird laut Scharia als schweres Vergehen gewertet, was in direktem Widerspruch zum Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht.
- Quote paper
- Verena Steigelt (Author), 2013, Vorurteil oder Realität? Lassen sich die Frauenrechte im Islam mit den Menschenrechten vereinbaren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413270