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Das Boot-Camp. Eine Alternative zur Jugendstrafe in Deutschland?

Title: Das Boot-Camp. Eine Alternative zur Jugendstrafe in Deutschland?

Term Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
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Militärischer Drill, Disziplin, Gehorsam – dies sind nur einige der Schlagworte, die sich US-amerikanische Boot-Camps auf die Fahne schreiben. Durch strenge Regeln, harte Strafen und körperlich zermürbende Arbeit sollen schwer erziehbare oder straffällige Teenager wieder auf den rechten Weg gebracht werden – soweit die Theorie. In den USA stellen Boot-Camps einerseits eine Alternative zu einer Haftstrafe dar, andererseits fungieren sie als Erziehungslager für uneinsichtige Jugendliche, deren Eltern haltlos überfordert sind. In Deutschland ist man sich nicht einig, was man von dem Boot-Camp-Konzept halten soll. Durch mediale Verbreitung ist das Thema Jugendgewalt und Jugendkriminalität ein Dauerthema in Politik, Pädagogik und Justiz, wodurch teilweise auch der Ruf nach Erziehungslagern nach US-amerikanischen Vorbild laut wurde, um mit harter Hand endlich den gefährlichen Heranwachsenden Herr zu werden. Andererseits berichteten diverse Magazine und Zeitungen, beispielsweise der Spiegel, von Todesfällen in den Camps, Misshandlungen, Schikane und Erniedrigungen. Von sadistischen Betreuern ist die Rede, von Isolationshaft, Gewalt und Willkür.

In Deutschland gibt es bisher kein vergleichbares Konzept. In den 60er Jahren gab es die geschlossene Einrichtung „Jugendwerkhof Torgau“, die es sich, ähnlich wie bei den Boot-Camps, zur Aufgabe machte, den Willen delinquenter Jugendlicher zu brechen – hohe Selbstmordraten und Vorwürfe von Gewaltübergriffen, Missbrauch und menschenverachtende Erniedrigungen waren die Folge. Nachdem die Vorkommnisse an die Öffentlichkeit gelangten, wurde der Hof geschlossen.

Trotzdem bleibt die Frage offen, inwiefern das Konzept der Boot-Camps wirksam ist und eventuell auch eine Alternative für das deutsche Strafsystem darstellen. In dieser Hausarbeit wird dieser Frage nachgegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Jugendstrafrecht in Deutschland

2.1 Struktur und gesetzliche Grundlagen

2.2 Das pädagogische Konzept

2.3 Die Inhaftierten – Aktuelle Zahlen

3 Das Boot-Camp

3.1 Konzept

3.2 Historischer und gesellschaftlicher Hintergrund

4 Diskussion – Das Boot-Camp als Alternative?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Boot-Camps als mögliche Alternative zur Jugendstrafe in Deutschland. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die in den USA praktizierten Methoden der Verhaltensmodifikation durch Härte und Drill mit einem pädagogisch wertvollen Resozialisierungsansatz vereinbar sind und welche Alternativen existieren.

  • Analyse des deutschen Jugendstrafrechts und seiner erzieherischen Zielsetzungen.
  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte und der methodischen Struktur von US-amerikanischen Boot-Camps.
  • Kritische Diskussion der Wirksamkeit von Boot-Camps hinsichtlich der Rückfallprävention.
  • Gegenüberstellung von militärischem Drill und humanpädagogischen Erziehungsansätzen.
  • Evaluation alternativer Projekte zur Resozialisierung straffälliger Jugendlicher.

Auszug aus dem Buch

3.1 Konzept

Boot-Camps haben ihren Ursprung in den USA und sind in erste Linie Lager für junge, delinquente Menschen konzipiert.. Die Lager können je nach Träger und Sinnstiftungen unterschiedliche Ausprägungen haben. Alle Lager haben jedoch das gemeinsame Ziel, straffällige oder schwer erziehbare Menschen mithilfe von strengen, militärischen Mitteln zu besseren Gesellschaftsmitgliedern zu erziehen (vgl. Gescher 1998: 44). „Den Willen brechen, um ihn dann wieder aufzubauen“ ist nur einer der Leitsprüche des Boot-Camp Konzepts. Die Methoden sind angelehnt an die Praktiken der US-Marines und sehen ein Programm zur Verhaltensmodifikation vor, das auf einem strikten Belohnungs- und Bestrafungssystem beruht (vgl. Amos 2008: 132). Dazu gehören harte körperliche Arbeit und militärischer Drill auf der einen Seite, sowie rehabilitativen Programmelementen und Unterricht auf der anderen Seite, die je nach Camp eine unterschiedliche Gewichtung einnehmen (vgl. Gescher 1998: 56). Das Konzept des Boot-Camps beruht auf der Annahme, die Insassen auf Grund ihres jungen Alters beeinflussen zu können, sowie durch militärische Strukturen und Disziplin eine Korrektur von Defiziten herbeiführen zu können. Der Resozialisierungsgedanke ist demnach ebenfalls ein Element des Konzeptes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert das Boot-Camp-Phänomen aus den USA und stellt die Forschungsfrage, inwiefern dieses Konzept eine wirksame Alternative für das deutsche Strafsystem darstellen könnte.

2 Das Jugendstrafrecht in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen des deutschen Jugendstrafrechts sowie die Rolle der Jugendgerichtshilfe und die pädagogischen Ziele des Jugendstrafvollzugs.

3 Das Boot-Camp: Hier wird das spezifische Konzept der Boot-Camps definiert, ihre militärische Ausrichtung beschrieben und der gesellschaftliche sowie historische Kontext der US-amerikanischen Lager dargestellt.

4 Diskussion – Das Boot-Camp als Alternative?: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Übertragbarkeit von Boot-Camps nach Deutschland auseinander und hinterfragt die pädagogische Sinnhaftigkeit von Zwang und Drill gegenüber der Resozialisierung.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und lehnt das US-amerikanische Boot-Camp-Modell als pädagogisch nicht vertretbar ab, befürwortet jedoch individuell orientierte Ansätze wie alternative Betreuungsprojekte.

Schlüsselwörter

Jugendstrafrecht, Boot-Camp, Resozialisierung, Jugendkriminalität, Erziehungslager, Delinquenz, Strafvollzug, Disziplin, Pädagogik, Prävention, Verhaltensmodifikation, Jugendhilfe, Strafmaß, Drill, Rückfallquote.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht das US-amerikanische Konzept der Boot-Camps und bewertet kritisch, ob dieses Modell für den deutschen Jugendstrafvollzug als Alternative oder Ergänzung geeignet wäre.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich zwischen dem erziehungsorientierten deutschen Strafvollzug und den repressiven, militärisch geprägten Strukturen der US-Boot-Camps.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Boot-Camps tatsächlich zur Persönlichkeitsentwicklung und Resozialisierung beitragen können oder ob sie eher schädliche Folgen für straffällige Jugendliche haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Kriminologie, Pädagogik und des Strafrechts sowie empirische Erkenntnisse aus Studien zu Boot-Camps auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil analysiert neben den gesetzlichen Grundlagen des Jugendstrafrechts die Definition des Boot-Camp-Konzepts, deren historische Entwicklung sowie eine tiefgehende Diskussion über Sinn und Unsinn der "harten Hand" in der Erziehung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, pädagogisches Konzept, Delinquenzprävention und kritische Auseinandersetzung beschreiben den Kern der Arbeit.

Warum wird das Modell der Boot-Camps im Fazit so kritisch bewertet?

Aufgrund von Berichten über Menschenrechtsverletzungen, Missbrauch und der Tatsache, dass Drill eher Furcht statt echtes Verständnis und Sozialverantwortung fördert, wird das Modell für Deutschland abgelehnt.

Welche Rolle spielt das Projekt "Durchboxen im Leben e.V." in der Argumentation?

Das Projekt dient als positives Gegenbeispiel zu Boot-Camps, da es zeigt, wie man durch Sport und strukturierte Betreuung erfolgreich straffällige Jugendliche ohne Zwang und Erniedrigung resozialisieren kann.

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Details

Title
Das Boot-Camp. Eine Alternative zur Jugendstrafe in Deutschland?
College
University of Hildesheim
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V413285
ISBN (eBook)
9783668641587
ISBN (Book)
9783668641594
Language
German
Tags
Jugendhilfe Strafverfahren Boot-Camp Jugendstrafe Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2013, Das Boot-Camp. Eine Alternative zur Jugendstrafe in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413285
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