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Rhythmisches Sich-Bewegen zur Musik im Sportunterricht der Grundschule

Eine qualitative Analyse des rhythmischen Bewegungsverhaltens von Schülerinnen und Schülern einer vierten Klasse

Titel: Rhythmisches Sich-Bewegen zur Musik im Sportunterricht der Grundschule

Masterarbeit , 2017 , 67 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Matti Prüßner (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die ersten Lebensjahre unserer Kinder sind schon seit langer Zeit großen Veränderungen ausgesetzt. Neben den unterschiedlichsten Formen von Familienkonstellationen und einer bereits vorschulisch institutionalisierten Erziehung befindet sich besonders die Bewegungserziehung im Wandel. In dieser veränderten Kindheit stehen sich zwei Extreme gegenüber: auf der einen Seite verbringen Kinder ihre Freizeit vor oder mit digitalen Medien wie dem Computer, dem Fernseher, Handy oder Spielkonsolen; auf der anderen Seite wird Sport überwiegend in institutionalisierten Räumen betrieben. Diese Versportung beschreibt die Flucht in Sportvereine, in denen angeleitetes Sportmachen betrieben wird. Gerade die in Deutschland großen Sportarten wie Fußball oder Handball ziehen Kinder und besonders Jungen an. Für eine kreative und rhythmische Bewegungserziehung bleibt hier kaum Platz, Zeit oder Motivation. Sollte nicht aber gerade Kindern der Raum gegeben werden, sich kreativ mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen? Wie reagieren Kinder auf die Aufgabe sich rhythmisch zu bewegen? Sind sie in der Lage rhythmische Bewegungsabläufe zu reproduzieren, sie zu verändern oder gar auf einer kreativen Basis neue Bewegungen / Bewegungskombinationen zu erschaffen?

Die veränderten Lebensverhältnisse von Kindern bilden den Ansatzpunkt für den Sportunterricht. Gerade in der Grundschule kann Kreativität noch im frühen Kindesalter gefördert werden und ein Bewusstsein für kreative Bewegungsgestaltung geschaffen werden. In dieser Arbeit wird es um das rhythmische Bewegungsverhalten von Grundschülern einer vierten Klasse gehen. Wie äußert sich ihr Bewegungsverhalten und ihre Bewegungsqualität als Reaktion auf unterschiedliche Musikstile, auf spielerische Aufgaben oder auch auf unterschiedliche Materialien? Spielt die Aufgabenstellung der Lehrkraft eine Rolle bei der Umsetzung der Bewegungen durch die Schülerinnen und Schüler? In welche Kategorien lässt sich das Bewegungsverhalten einordnen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Rhythmisch-musikalische Bewegungserziehung

1.1 Aspekte der Verbindung von Bewegung und Musik

1.2 Rhythmische Bewegungsqualität und rhythmisches Bewegungsverhalten

1.3 Praktische Umsetzung

1.4 Körpersprachliches Bewegungsverhalten

2 Aktionsforschung

2.1 Motive

2.2 Ausgangspunkt für die Forschung

2.3 Videoaufzeichnung

2.4 Beobachtung

3 Falldarstellung

3.1 Beschreibung des Unterrichtsvorhabens

3.2 Fragestellung

3.3 Beobachtungsbogen

3.4 Eigene Vorgehensweise

4 Qualitative Analyse der Unterrichtsstunden

4.1 Stunde 1: Aufwärmspiel – Stopptanz

4.1.1 Beschreibung Szene 1

4.1.2 Analyse Szene 1

4.1.3 Beschreibung Szene 2

4.1.4 Analyse Szene 2

4.1.5 Beschreibung Szene 3

4.1.6 Analyse Szene 3

4.1.7 Ergebniszusammenstellung Stopp-Tanz

4.2 Stunde 1: Rhythmisches Ballprellen

4.2.1 Beschreibung Szene 1

4.2.2 Analyse Szene 1

4.2.3 Beschreibung Szene 2

4.2.4 Analyse Szene 2

4.2.5 Ergebniszusammenstellung Rhythmisches Ballprellen

4.3 Stunde 2: Aufwärmspiel und Gruppenarbeit

4.3.1 Beschreibung Szene 1

4.3.2 Analyse Szene 1

4.3.3 Beschreibung Szene 2

4.3.4 Analyse Szene 2

4.3.5 Beschreibung Szene 3

4.3.6 Analyse Szene 3

4.3.7 Ergebniszusammenstellung Gruppenarbeit und Präsentationsphase

4.4 Stunde 3: Klassentanz und Präsentationsphase

4.4.1 Beschreibung Szene 1

4.4.2 Analyse Szene 1

4.4.3 Beschreibung Szene 2

4.4.4 Analyse Szene 2

4.4.5 Ergebniszusammenstellung Klassentanz und Präsentationsphase

5 Kategorienbildung

5.1 Kategorie 1: Reproduktives Bewegen

5.2 Kategorie 2: Intuitiv-autonomes Bewegen

5.3 Kategorie 3: Emotional-deskriptives Bewegen

5.4 Kategorie 4: Bewegungsgeschichte

5.5 Kategorie 5: Vermeidung

5.6 Kategorie 6: Kreativ-reproduktives Bewegen

5.7 Kategorie 7: Darbietendes Bewegen

6 Evaluation der praktischen Umsetzung

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht das rhythmische Bewegungsverhalten von Grundschulkindern einer vierten Klasse im Sportunterricht. Das Hauptziel ist die qualitative Analyse, wie Schülerinnen und Schüler auf rhythmische Bewegungsaufgaben zur Musik reagieren, welches Bewegungsverhalten sie zeigen und wie sich ihre Bewegungsqualität in Abhängigkeit von Musik, Aufgabenstellungen und Materialien darstellt, wobei insbesondere auch die Rolle der Lehrkraft beleuchtet wird.

  • Rhythmisch-musikalische Bewegungserziehung im Grundschulsport
  • Qualitative Analyse mittels Aktionsforschung und Videografie
  • Untersuchung von Bewegungsqualität und Bewegungsverhalten
  • Kategorienbildung zur Einordnung des kindlichen Bewegungsverhaltens
  • Bedeutung von Aufgabenstellungen und Lehrkraft-Interventionen

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Analyse Szene 1

Die fünf SuS, die quer durch die Halle laufen, spielen offensichtlich „Fangen“. Da die Lehrkraft noch Zeit für die Vorbereitung des ersten Spiels benötigt, nutzen sie die Zeit, um sich noch etwas zu bewegen. Da es sich um Grundschülerinnen und Grundschüler handelt, sollte nicht davon ausgegangen werden, dass sie sich hier stark bewegen, weil sie befürchten, dass sie im nachfolgenden Spiel keine Möglichkeit mehr dazu haben, sondern weil sie einfach ihren Bewegungsdrang ausleben möchten.

Einige weitere SuS bewegen sich allerdings bereits tänzerisch. Das ist in sofern interessant, als dass sie sich noch nicht zwingend so verhalten müssten. Viele SuS demonstrieren hier bereits erlernte tänzerische Bewegungen, die sie ihren Mit-SuS zeigen möchten. Einige Bewegungen tauchen mehrfach auf, wie zum Beispiel der weit verbreitete Macarena-Tanz. Die Bereitschaft, sich tänzerisch zu bewegen, scheint bei einigen SuS also durchaus vorhanden, selbst, wenn es noch nicht gefordert ist. Des weiteren ist hier auffällig, dass sich kleine Gruppen von zwei bis drei SuS bilden, diese jedoch strikt nach Geschlecht getrennt sind. Sollte man von der Annahme ausgehen, dass das jeweilige Geschlecht sich womöglich schämt, sich tänzerisch vor dem anderen Geschlecht zu bewegen, kann man hier jedoch bereits festhalten, dass sich einige SuS jedenfalls nicht schämen, sich vor dem eigenen Geschlecht tänzerisch zu bewegen. Wie sich dieses Verhältnis der Geschlechter weiterhin verhält, wird interessant zu beobachten sein.

Es gibt allerdings auch SuS, die in dieser Phase etwas unbeteiligt in der Halle stehen, sich kaum bewegen, umherschauen und etwas ratlos wirken. Teilweise scheint es so, als würden sie sich hilflos fühlen. Eine Schülerin (graues T-Shirt, schwarze Hose) steht abseits von den anderen SuS und lässt die Arme nach unten hängen. Über diesen visuellen Kanal wird bereits deutlich, dass sie Probleme hat, sich auf die folgende Bewegungsaufgabe gänzlich einzulassen. Möglicherweise beschreibt ihre Position in der Halle in Verbindung mit ihrer Körpersprache allerdings auch ihre Position in der Klasse: abseits von den anderen SuS. Weitere SuS, die sich kaum bewegen und mehr oder weniger an einem Fleck verharren, greifen sich außerdem mit dem linken Arm an den rechten Arm. Dieses teilweise Verschränken der Arme vor dem Körper deutet auf eine Schutzhaltung hin, die auf Unbehagen deutet (s. Proxemik, 1.4).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Rhythmisch-musikalische Bewegungserziehung: Dieses Kapitel erläutert den ganzheitlichen Ansatz der rhythmisch-musikalischen Bewegungserziehung im Sportunterricht und definiert zentrale Lernziele sowie die Bedeutung der Verbindung von Bewegung und Musik.

2 Aktionsforschung: Hier werden die methodischen Grundlagen der Aktionsforschung dargelegt, wobei besonderes Augenmerk auf die Methoden der Videoaufzeichnung und Beobachtung zur Analyse von Unterrichtsprozessen gelegt wird.

3 Falldarstellung: Dieses Kapitel beschreibt das praktische Unterrichtsvorhaben mit einer vierten Klasse, stellt die Forschungsfragen auf und erläutert den verwendeten Beobachtungsbogen sowie die Vorgehensweise.

4 Qualitative Analyse der Unterrichtsstunden: Der Hauptteil der Arbeit analysiert drei ausgewählte Unterrichtsstunden durch detaillierte Szenenbeschreibungen und anschließende qualitative Auswertungen des rhythmischen Bewegungsverhaltens.

5 Kategorienbildung: Auf Basis der Analyse werden sieben Kategorien des Bewegungsverhaltens (z.B. reproduktives Bewegen, Vermeidung, darbietendes Bewegen) entwickelt und definiert, um die Reaktionen der Kinder systematisch zu erfassen.

6 Evaluation der praktischen Umsetzung: Das abschließende Kapitel vergleicht die theoretischen Ansätze mit der tatsächlichen Umsetzung im Unterricht und evaluiert die Wirksamkeit der gewählten Methoden und Aufgabenstellungen.

Schlüsselwörter

Sportunterricht, Grundschule, Rhythmik, Musik, Bewegungserziehung, Bewegungsqualität, Bewegungsverhalten, Aktionsforschung, Videografie, BallKoRobics, Bewegungsanalyse, Unterrichtsvorhaben, Körpersprache, Bewegungskopplung, Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem rhythmischen Bewegungsverhalten von Grundschülern einer vierten Klasse im Sportunterricht unter Einsatz von Musik und Bällen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der rhythmisch-musikalischen Bewegungserziehung, die praktische Erprobung von Bewegungsaufgaben sowie die qualitative Analyse der Schülerreaktionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder auf rhythmische Bewegungsaufgaben reagieren, in welche Kategorien sich ihr Verhalten einordnen lässt und welchen Einfluss die Aufgabenstellung der Lehrkraft darauf hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der Aktionsforschung angewandt, wobei die Datenerhebung primär durch Videoaufzeichnungen und die systematische Beobachtung anhand eines Kriterienkatalogs erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beinhaltet die Falldarstellung des Unterrichtsvorhabens sowie die detaillierte qualitative Analyse von drei spezifischen Unterrichtsstunden inklusive der anschließenden Kategorienbildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Rhythmik, Bewegungserziehung, Bewegungsqualität, Bewegungsverhalten, Aktionsforschung, Videografie und die Einordnung in verschiedene Bewegungskategorien.

Warum spielt das körpersprachliche Verhalten eine wichtige Rolle in der Analyse?

Das körpersprachliche Verhalten liefert wichtige Hinweise auf das Befinden der SuS, insbesondere bei Verweigerungsreaktionen oder bei der Beobachtung von Unsicherheit, wenn die Kinder sich nicht verbal äußern.

Welche Bedeutung hat die Aufgabenstellung für das Bewegungsverhalten?

Die Aufgabenstellung ist hochrelevant; klare, handlungsleitende Vorgaben (z.B. "wie ein Clown bewegen") helfen SuS, die sich zuvor schwer taten, ihre Hemmungen zu überwinden und sich kreativer auf die Musik einzulassen.

Wie beeinflusst die Präsentationsphase das Bewegungsverhalten der SuS?

In Präsentationsphasen steigt die Konzentration der Kinder deutlich an; sie zeigen ein standardisierteres Bewegungsverhalten und achten verstärkt auf Synchronität, oft unterstützt durch Zählhilfen oder Hilfsmittel.

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Details

Titel
Rhythmisches Sich-Bewegen zur Musik im Sportunterricht der Grundschule
Untertitel
Eine qualitative Analyse des rhythmischen Bewegungsverhaltens von Schülerinnen und Schülern einer vierten Klasse
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,8
Autor
Matti Prüßner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
67
Katalognummer
V413305
ISBN (eBook)
9783668642836
ISBN (Buch)
9783668642843
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewegung Musik Stopptanz Rhythmik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matti Prüßner (Autor:in), 2017, Rhythmisches Sich-Bewegen zur Musik im Sportunterricht der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413305
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Leseprobe aus  67  Seiten
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