Sinn, Bedeutung und Wahrheitswert sprachlicher Ausdrücke


Hausarbeit, 2003
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung und Problemstellung

2. Gottlob Frege als Begründer der modernen Sprachphilosophie

3. Sinn, Bedeutung und Vorstellung
3.1. Die Begriffsunterscheidung zwischen Sinn, Bedeutung und Vorstellung
3.2. Freges Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung

4. Sinn und Bedeutung von Sätzen
4.1. Sprachliche Zeichen und Satzkonstruktionen
4.2. Der Wahrheitswert von sprachlichen Ausdrücken
4.2.1. Scheinbehauptungen und deren Wahrheitswert
4.2.2. Der Satz und sein Wahrheitswert
4.2.3. Der Wahrheitswert und die daraus folgende Unterscheidung von Gegenstand und Begriff

5. Sinn und Bedeutung von Eigennamen

6. Sinn und Bedeutung mathematischer Zeichen

7. Zusammenfassende Feststellungen

8. Bibliographie

Sinn, Bedeutung und Wahrheitswert sprachlicher Ausdrücke

1. Zielsetzung und Problemstellung

Mit der vorliegenden Arbeit habe ich mir vorgenommen die Fregeschen Begriffe von Sinn und Bedeutung so darzustellen, dass vor allem der Unterschied der beiden Ausdrücke deutlich wird und darauf folgend Freges Anliegen, welches ihn zu solch einer Differenzierung brachte.

Im ersten Teil der Arbeit möchte ich in Umrissen das wissenschaftliche Leben Gottlob Freges behandeln, da es immer noch so ist, dass Frege zu den im Allgemeinen eher unbekannten Mathematikern und Philosophen zu rechnen ist. In diesem Abschnitt möchte ich jedoch gleichzeitig auf seine bedeutenden Schriften und Erkenntnisse auf dem Gebiet der Sprachphilosophie und -wissenschaft eingehen.

Frege vor allem als Sprachwissenschaftler zu betrachten ist für mich auch aufgrund meines Germanistikstudiums von Interesse. Bei sprachwissenschaftlichen Satzbetrachtungen spielte der Name Gottlob Freges des öfteren, wenn auch nur am Rande, eine Rolle.

Diese Arbeit wendet sich also vor allem der bereits erwähnten Begriffsunterscheidung von Sinn und Bedeutung zu. Bevor ich jedoch ausschließlich den Sinn und die Bedeutung in die weiteren Ausführungen einbeziehe, möchte ich Sinn und Bedeutung, sowie deren Verbindung zur Vorstellung näher erklären.

Nachdem die Begriffsklärung abgeschlossen ist möchte ich die anschließenden Teile der Arbeit Beispielen und näheren Erklärungen widmen. Wichtig ist es mir Sinn und Bedeutung von Sätzen sowie von sprachlichen Zeichen ausführlich darzustellen, um so anschließend zum Wahrheitswert sprachlicher Ausdrücke überleiten zu können.

Auch auf Sinn und Bedeutung von Eigennamen, als auch auf arithmetische Zeichen möchte ich im Folgenden näher eingehen.

Die Arbeit stützt sich dabei vor allem auf den Fregeschen Aufsatz „Über Sinn und Bedeutung“ sowie auf die Ausführungen in „Funktion und Begriff“.

Freges philosophischen Werke werden in heutiger Zeit erneut aufgelegt, was für deren Bedeutung spricht. Dem muss man jedoch gegenüberstellen, dass diese Werke im Allgemeinen nur recht wenig Beachtung finden.

2. Gottlob Frege als Begründer der modernen Sprachphilosophie

Der deutsche Mathematiker, Philosoph und Logiker Gottlob Frege wurde am 8. November 1848 in Wismar geboren. 1869 ging Frege an die Universität Jena und 1871 nach Göttingen. Er studierte Mathematik, Physik, Chemie und Philosophie.

Im mathematischen Bereich orientiert sich Frege vor allem an den grundlegenden Fragestellungen. Er wollte dabei vor allem den mathematischen Grundbegriffen eine klare und eindeutige Definition zuschreiben. 1873 promovierte Gottlob Frege in Mathematik an der Universität Göttingen. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse führten unter anderem zu Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenzforschung, als auch auf dem Gebiet der modernen Linguistik und der Sprachphilosophie.1

Freges vordergründiges Anliegen war es, eine Wissenschaftssprache zu entwickeln, bei welcher die Missverständnisse, die bei natürlicher, sprachlicher Verständigung häufig auftreten, durch Eindeutigkeit und Klarheit zu vermieden werden können.

Natürliche Sprache verstand Frege nämlich als „mangelhafte Werkzeuge des Gedankenausdrucks“.2 Natürliche Sprache sei sowohl zweideutig und uneinsichtig.3

Basierend auf der Tatsache, dass natürlichen Sprachen kein vollständiger, systematischer Aufbau im Gebrauch zugrunde liegt, kann für diese Sprachen kein durchsichtiges Regelmodell geschaffen werden.4

Frege hat in seinen philosophischen Betrachtungen das Hauptaugenmerk auf den Gedanken und nicht auf den reinen sprachlichen Ausdruck gelegt.5

Im Gegensatz zu seinen philosophischen Vordenkern bezog sich Frege in seinen Ausführungen nicht auf den Gedanken als Inhalt seiner sprachlichen Umkleidung, sondern er ging von der Tatsache aus, dass unsere Gesamtheit an Gedanken in irgendeiner Form, entweder für andere oder für uns selbst, eine Ausdrucksgestalt annehmen.6

Um die Ungenauigkeit der Alltagssprache zu umgehen, versucht Frege diese in sprachliche aber eindeutige Ausdrücke umzuformen.7 Aus diesem Grund wird Frege immer wieder als „Großvater der analytischen Philosophie“ oder als Begründer der analytischen Sprachwissenschaft bezeichnet.8

3. Sinn, Bedeutung und Vorstellung

3.1. Die Begriffsunterscheidung zwischen Sinn, Bedeutung und Vorstellung

Die grundlegende Betrachtung, welche der Fregeschen Philosophie zugrunde liegt ist die, dass jeder sprachliche Ausdruck aus drei verschiedenen, jedoch eng miteinander verbundenen Komponenten besteht. Nach Frege nämlich besteht jede sprachliche Einheit hauptsächlich aus ihrem Sinn und auf der anderen Seite aus der zugehörigen Bedeutung.9 Thomas Wilhelm erklärt in seiner Forschungsschrift „Name und Gegenstand“, dass sich Freges Begriffe im Sprachgebrauch der gegenwärtigen Philosophie gewandelt haben. Was Frege noch als „Bedeutung“ bezeichnet, wird heute durch die Begriffe „Extension“ oder „Denotation“ ersetzt.10 Was er ursprünglich „Sinn“ nannte, wird im heutigen philosophischen Sprachgebrauch als „Bedeutung“ bezeichnet.11

[...]


1 Vgl. W. Stelzner (Vorwort Philosophie und Logik) 1993, S.V-VII.

2 Vgl. M. Dummet 1975, S.47.

3 Vgl. M. Sukale 1988, S.175.

4 Vgl. M. Dummet 1975, S.47.

5 Vgl. K. Wuttich 1993, S.46.

6 Vgl. M. Dummet 1975, S.47.

7 Ebd., S.48.

8 Vgl. K. Wuttich 1993, S.45.

9 Vgl. T. Wilhelm 1997, S.25.

10 Ebd.

11 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sinn, Bedeutung und Wahrheitswert sprachlicher Ausdrücke
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Frege und Russell über Bedeutung und Referenz
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V41332
ISBN (eBook)
9783638396165
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinn, Bedeutung, Wahrheitswert, Ausdrücke, Frege, Russell, Referenz
Arbeit zitieren
Tina Kretzschmar (Autor), 2003, Sinn, Bedeutung und Wahrheitswert sprachlicher Ausdrücke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41332

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