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Anwerbungsstrategien, Auswanderungsvereine und Schifffahrtgesellschaften

Title: Anwerbungsstrategien, Auswanderungsvereine und Schifffahrtgesellschaften

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Barbara Ostermaier (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Bereits im 17. Jahrhundert gab es Kolonistenwerber für überseeische Besitzungen anderer europäischer Staaten, wie z.B. der Niederlande, Spanien oder Frankreich. Das erste bekannte Beispiel für Deutschland ist die im Jahr 1683 stattgefundene Werbung von 13 Krefelder Mennonitenfamilien durch William Penn, der Siedler für seine amerikanischen Besitzungen benötigte.
Im 18. Jahrhundert ging es vor allem darum, bestimmte Länder wie beispielsweise Amerika überhaupt als Zielgebiet für potentielle Auswanderer ins Bewusstsein zu bringen. Schon aus dem Jahr 1708 ist die Tätigkeit zweier Nordamerika-Agenten überliefert: Die Schweizer Graffenried und Michel warben für Grundbesitzer aus North-Carolina Siedler an. Es gab auch englische Grundbesitzer, die persönlich Siedler für ihre Besitzungen suchten. Der Engländer Samuel Waldo reiste zweimal nach Deutschland: einmal 1740 und später 1753 in Begleitung seines Sohnes. Durch öffentliche Anschläge und Flugblätter machten sie ihr Anliegen bekannt. Später setzten sie in der Pfalz und in Württemberg einen schweizerisch-amerikanischen Agenten, Sebastian Zuberbühler, ein.
Für das Jahr 1749 ist auch der erste offizielle Agent eines amerikanischen Staates bekannt: Joseph Crellius hatte als offizieller Agent des Gouverneurs von Massachusetts ein Büro in Frankfurt am Main und Unteragenten in verschiedenen deutschen Städten.
Ein anderer Aspekt war die Handelsförderung für Schiffseigner. Vor allem in holländischen Hafenstädten wurden von den Schiffseignern Agenten angestellt, die Auswanderungswillige zu Passageverträgen überreden sollten. Diese Agenten waren bevorzugt Rückwanderer, die Amerika besonders gut schildern konnten, sog. „Neuländer“ oder „Newlander“, später wurden sie auch in anderen Städten tätig. Die für den Auswanderertransport bis zum Überseehafen verantwortlichen Rheinschiffer nutzten ihre Dienste ebenfalls.
In der Mitte des 18.Jahrhunderts gab es schon ein dichtes Netz von Werbern in Deutschland. Den Agenten wurden pro Kopf eines jeden angeworbenen Auswanderers eine Provision gezahlt, deswegen und wegen ihrer Skrupellosigkeit nannte man sie auch „Seelenverkäufer“. Da Briefe von bereits Ausgewanderten oft die größte Werbewirkung zeigten, wurden von Neuländern auch Briefe gefälscht, bzw. Briefe unterdrückt, die sie aus Amerika mit in die alte Welt sollten, wenn ihr Inhalt das Land zu negativ darstellte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Werber und Agenten

1.1. Werber und Agenten im 17. und 18. Jahrhundert

1.2. Werber und Agenten im 19. Jahrhundert

1.3. Werber und Agenten im späten 19. und im 20. Jahrhundert

2. Formen der Werbung

3. Amerikanische Einwandererbewegung

3.1. Staatliche Werbung

3.2. Werbung der Eisenbahngesellschaften

4. Schifffahrtgesellschaften

5. Auswanderungsvereine

5.1. Gründe für die Entstehung der Ve reine

5.2. Chronologie der Auswanderungsvereine

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwerbungsstrategien, Auswanderungsvereine und Schifffahrtsgesellschaften im Kontext der deutschen Auswanderung nach Nordamerika vom 17. bis zum 20. Jahrhundert, um die Entwicklung der Vermittlung von Auswanderern nachzuvollziehen.

  • Historische Entwicklung der Werber- und Agententätigkeit
  • Methoden und Instrumente der gezielten Auswandererwerbung
  • Die Rolle staatlicher Einwanderungsförderung in den USA
  • Einfluss der Schifffahrtsgesellschaften auf den Auswanderertransport
  • Organisation und Zielsetzung privater Auswanderungsvereine

Auszug aus dem Buch

1.1. Werber und Agenten im 17./18. Jahrhundert

Bereits im 17. Jahrhundert gab es Kolonistenwerber für überseeische Besitzungen anderer europäischer Staaten, wie z.B. der Niederlande, Spanien oder Frankreich. Das erste bekannte Beispiel für Deutschland ist die im Jahr 1683 stattgefundene Werbung von 13 Krefelder Mennonitenfamilien durch William Penn, der Siedler für seine amerikanischen Besitzungen benötigte.

Im 18. Jahrhundert ging es vor allem darum, bestimmte Länder wie beispielsweise Amerika überhaupt als Zielgebiet für potentielle Auswanderer ins Bewusstsein zu bringen. Schon aus dem Jahr 1708 ist die Tätigkeit zweier Nordamerika-Agenten überliefert: Die Schweizer Graffenried und Michel warben für Grundbesitzer aus North-Carolina Siedler an. Es gab auch englische Grundbesitzer, die persönlich Siedler für ihre Besitzungen suchten. Der Engländer Samuel Waldo reiste zweimal nach Deutschland: einmal 1740 und später 1753 in Begleitung seines Sohnes. Durch öffentliche Anschläge und Flugblätter machten sie ihr Anliegen bekannt. Später setzten sie in der Pfalz und in Württemberg einen schweizerisch-amerikanischen Agenten, Sebastian Zuberbühler, ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Werber und Agenten: Dieses Kapitel skizziert den zeitlichen Wandel von individuellen Werbern im 17. Jahrhundert hin zum strukturierten Agentensystem des 19. Jahrhunderts.

2. Formen der Werbung: Hier werden die verschiedenen Medien und Instrumente wie Zeitungsanzeigen, Broschüren und Auswanderer-Ratgeber beleuchtet, die zur Anwerbung genutzt wurden.

3. Amerikanische Einwandererbewegung: Der Fokus liegt auf der aktiven staatlichen Anwerbung durch US-Einzelstaaten sowie der flankierenden Werbung durch Eisenbahngesellschaften.

4. Schifffahrtgesellschaften: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung der Schifffahrtslinien für die Organisation und den Transport der Auswanderer bis hin zu deren marktbeherrschender Rolle.

5. Auswanderungsvereine: Es werden die Entstehungsgründe und die Chronologie privater und philanthropischer Vereine zur Unterstützung oder Steuerung von Auswanderern untersucht.

6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Entwicklungen der Anwerbung und die Rollenverteilung zwischen Agenten, Gesellschaften und staatlichen Akteuren prägnant zusammen.

Schlüsselwörter

Auswanderung, Nordamerika, Werber, Agenten, Schifffahrtsgesellschaften, Auswanderungsvereine, Kolonistenwerbung, Emigration, Migration, Anwerbungsstrategien, Eisenbahngesellschaften, Passagierwesen, Siedler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historischen Strukturen und Akteure, die die deutsche Auswanderung nach Nordamerika über einen Zeitraum von drei Jahrhunderten aktiv beeinflussten und organisierten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Tätigkeit von Werbern und Agenten, die verschiedenen Werbeformen, staatliche Förderungsmaßnahmen der USA, die Rolle der Schifffahrtsindustrie sowie die Arbeit von Auswanderungsvereinen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die historische Rekonstruktion und Analyse der Anwerbungsstrategien sowie der organisatorischen Strukturen des Auswanderungsprozesses von Deutschland nach Übersee.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur und Quellen basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Werbeagenturen, die Analyse der Werbemethoden, staatliche Anwerbungsprogramme, die ökonomische Entwicklung der Schifffahrtsgesellschaften und die Typologie der Auswanderungsvereine.

Wie lässt sich die Arbeit inhaltlich charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich als volkskundliche und historische Analyse der Anwerbungsmechanismen und der Institutionalisierung der Auswanderung einordnen.

Was waren sogenannte "Neuländer"?

Neuländer waren oft Rückwanderer, die als Agenten gegen Provision Auswanderer zur Abreise überredeten und hierfür häufig mit unseriösen oder überzogenen Versprechungen arbeiteten.

Warum änderte sich die Rolle der Auswanderungsvereine ab 1880?

Ab 1880 verschob sich der Schwerpunkt dieser Vereine zunehmend von der sozialen Fürsorge hin zu Kolonisationsinteressen und der aktiven Förderung des überseeischen Handels.

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Details

Title
Anwerbungsstrategien, Auswanderungsvereine und Schifffahrtgesellschaften
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Volkskunde)
Course
Emigration und Assimilation. Am Beispiel deutscher Auswanderer nach Nordamerika
Grade
1,3
Author
Barbara Ostermaier (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V41343
ISBN (eBook)
9783638396264
Language
German
Tags
Anwerbungsstrategien Auswanderungsvereine Schifffahrtgesellschaften Emigration Assimilation Beispiel Auswanderer Nordamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Ostermaier (Author), 2003, Anwerbungsstrategien, Auswanderungsvereine und Schifffahrtgesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41343
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