Coaching. Definition, Varianten und Abgrenzung zu anderen Dienstleistungsangeboten


Hausarbeit, 2017
21 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Coaching

3. Varianten von Coaching
3.1 Präsenz-Coaching
3.2 E-Coaching

4. Lässt sich von professionellen Coaches sprechen?

5. Coaching in Abgrenzung zu anderen Dienstleistungsangeboten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Coaching ist in aller Munde und man wird im Alltag häufig mit diesem Begriff konfrontiert. Gerade auf Social Media Plattformen trifft man immer wieder darauf. Hierbei geht es oftmals um Lifestyle-, Fitness- und Ernährungs-/Abnahme-Coaching. Man findet viele Bilder mit Texten wie ‚Bis zum Tag X erhaltet ihr mit dem Code xxx 20 % Rabatt auf das Coaching von XY‘. Oder man wird durch Sprüche mit Lebensweisheiten angeregt, sich mit privaten Themen auseinander zu setzen und sich für das Themenfeld des Coaching zu interessieren oder sogar zu beschließen, an den angebotenen Vorträgen und Veranstaltungen teilzunehmen. Solche und ähnliche Slogans und Profile von Coaches auf den Social Media Plattformen sollen dazu beitragen, mehr Personen als Klienten zu gewinnen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff ‚Coaching‘? Und ist das, was dort angeboten wird auch professionell?

Diese Fragen habe ich zum Anlass genommen, mich in dieser Arbeit mit dem Ursprung von Coaching zu beschäftigen und zu erläutern, was Coaching im klassischen Sinne bedeutet. In einem weiteren Abschnitt werden die verschiedenen Varianten von Coaching unterschieden. Außerdem wird in der Debatte um Coaching als Dienstleistungsangebot immer wieder über die Professionalität des Coaches diskutiert. Diesem möchte ich im weiteren Verlauf dieser Arbeit nachgehen und herausarbeiten, welche Auffassungen es von einem professionellen Coach gibt und ob es überhaupt notwendig ist, diese Art von ‚Professionalität‘ vorweisen zu können. Da Coaching häufig mit anderen Beratungsmaßnahmen verwechselt wird, soll im letzten Teil ein Überblick und Vergleich mit den verschiedenen Disziplinen geschaffen werden und die Besonderheit von Coaching nochmals verdeutlicht werden.

2. Definition von Coaching

Der Begriff ‚Coach‘ stammt aus dem Englischen und wurde erstmalig 1556 nachgewiesen und mit dem Wort ‚Kutsche‘ übersetzt. Eine Kutsche stellt ein Fortbewegungsmittel dar, welches Personen von einem Ausgangspunkt zu einem Zielpunkt bringt. „Ein Bild, das gerne zur Erläuterung von Coaching herangezogen wird, legt es doch das Erreichen des Zieles auf eine so angenehme Art und Weise wie eine Spazierfahrt nahe, dass es schon alleine dadurch besticht - gleich, ob der Coach darin als Kutsche, Kutscher oder auch als Mitreisender gesehen wird.“1 Ab 1848 wurde der Begriff analog von Tutoren an der Universität in England zur Beschreibung ihrer Tätigkeit zit. http://www.pedocs.de/volltexte/2014/9526/pdf/PaedBlick_2007_1_Manz_Coach.pdf [Zugriff: 20.02.2017] verwendet. Wenige Jahre später erhielt der Ausdruck auch Einzug im Sport.2 Hier wurde ‚Coaching‘ von dem englischen Verb ‚to coach somebody‘ abgeleitet, was sinngemäß als ‚jemanden trainieren‘ übersetzt werden kann.3 Im Leistungssport leitet ein Coach den Trainierenden bei Übungen an und motiviert diesen zusätzlich. Es findet also nicht nur eine Beaufsichtigung während des Sportes statt, um die Bewegungen richtig auszuführen, sondern der Sportler wird zusätzlich mental unterstützt, seine Ziele zu erreichen. (vgl. Birgmeier 2010: 16) Diese Bedeutung lässt sich in seinen Ansätzen daher gut als Grundlage für eine Begriffsdefinition von ‚Coaching‘ übernehmen.

Die Entwicklung von Coaching lässt sich in sechs Phasen unterteilen: (vgl. Rauen 2000/2002: 25)

1. Phase: Der Ursprung von Coaching als Beratungsmethode liegt in den 1970er bis Mitte der 1980er Jahre in den USA als ein entwicklungsorientiertes Führen durch einen Vorgesetzten.
2. Phase: Das Coaching wurde zu einer karrierebezogenen Betreuung erweitert.
3. Phase: Mitte der 1980er Jahre lässt sich diese Beratungsvariante auch in Deutschland finden. Hauptsächlich wurden in dieser dritten Phase die Top-Manager von externen Coaches einzeln betreut.
4. Phase: Mit dem Ende der 1980er Jahre wurden neben den ranghohen
Persönlichkeiten auch mittlere und untere Führungskräfte gecoacht.
5. Phase: Anfang der 1990er Jahre wurde der Coaching-Begriff in mehrere Bereiche differenziert. Neben dem bestehenden Einzel-Coaching kamen das Gruppen-, Team-, Projekt- und EDV-Coaching hinzu, sowie Coaching im Führungskräfte-Training und als Selbsterfahrungstraining.
6. Phase: Der Begriff wurde im Laufe der 1990er immer populärer und wurde für die verschiedensten Beratungsangebote verwendet, die allerdings nicht die spezifischen Eigenschaften eines Coachings aufwiesen. So betitelten sich beispielsweise Unternehmensberater als Coach.

Heute wird innerhalb des Personalmanagements Coaching als „gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit eines Prozessberaters mit einem Klienten“ (zit. Migge 2007: 22) definiert. Der Klient wird von dem Coach in seiner alltäglichen Arbeitswelt abgeholt und ihm soll ein neuer Zugang zu den eigenen Ressourcen und Wahlmöglichkeiten eröffnet werden. Zielt das Coaching auf den Beruf, die Karriere oder im allgemeinen auf Führungspersonen ab, so wird von einem Business-Coaching gesprochen. Befinden sich die Themen eher im Bereich des Privatlebens, der Familie und dem sozialen Umfeld, sind Personal- oder Life-Coachings eine passende Variante. (vgl. ebd.) vgl. ebd. vgl. http://www.dict.cc/englisch-deutsch/to+coach+sb.html [Zugriff: 20.02.2017] Birgmeier definiert Coaching als eine Form der Begleitung und Beratung, die sich neben bewährten Beratungsmaßnahmen als professionelle Dienstleistung, vor allem in der Personalentwicklung, etabliert hat. (vgl. Birgmeier 2010: 15 f.) Das ‚klassische‘ Coaching umfasst die grundlegenden Funktionen, Ziele und Themen und gibt die Anforderungen an den Coach und eine allgemein verbindliche Form vor. Astrid Schreyögg ist eine der Hauptvertreterinnen des klassischen Coachings. Sie definiert dieses als eine innovative Variante zur Personalentwicklung, die im Vergleich zu anderen Beratungsformen, wie Seminar oder Training, aktuelle Probleme oder Anliegen bearbeitet.4 Schreyögg sieht das Coaching außerdem als Möglichkeit zum Dialog über positive sowie negative Erfahrungen im Beruf. Jedem Thema wird innerhalb des Beratungsprozess genügend Raum geboten. „So dient Coaching auf der einen Seite zur Bewältigung von Krisen und Konflikten. Andererseits dient es zur Fortentwicklung von Einzelnen und von Kollektiven.“5

Christopher Rauen hat für das klassische Coaching eine umfassende Definition verfasst. Er beschreibt dieses als einen interaktiven, personenzentrierten Beratungsprozess, wobei die Anliegen des Klienten im Vordergrund stehen. (vgl. Rauen 2003, vgl. in Birgmeier 2010: 17) Die individuelle Beratung gibt keine direkten Lösungen, sondern leistet dem Gecoachten Hilfe zur Selbsthilfe. Dies gelingt mit einer Förderung der Selbstwahrnehmung und -reflexion, des Bewusstseins und der Verantwortung. Eine Beratungsbeziehung baut auf gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen auf und die Freiwilligkeit des Gecoachten ist Grundvoraussetzung für einen gelingenden Prozess. Ein professionelles Coaching arbeitet auf Basis eines ausgearbeiteten Konzepts, welches die Methoden, Prozesse, Verfahren und Ziele bestimmt und dem Klienten erklärt. Die Verwendung eines Konzepts, sowie die Klärung des Vorgehens, schafft eine Transparenz und verhindert ein mögliches manipulatives Verhalten. Der Coach hält die mit dem Gecoachten vereinbarten Regeln ein und stellt seine eigene Meinung zurück, indem er eine unabhängige Position innerhalb des Prozessverlaufes einnimmt. Kennzeichnend für ein Coaching ist die Dauer, denn ein solches findet über mehrere Sitzungen hinweg statt und ist mit einem festgelegten Ende zeitlich begrenzt. Dem gegenüber kann zum Beispiel eine Beratung nur einmalig in Anspruch genommen werden. Das klassische Coaching richtet sich hauptsächlich an Personen mit Führungsverantwortung oder Managementaufgaben, weshalb der Coach über psychologische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen verfügen und praktische Erfahrungen gesammelt haben sollte. Ein Coach müsse so gut beraten, dass er sich am Ende überflüssig macht und das Hauptziel, nämlich die Optimierung der Selbstmanagementfähigkeiten des Klienten, erreicht hat. (vgl. Rauen 2000/2002: 69) Aus vgl. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017] zit. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017] dieser klassischen Form des Coachings entwickelten sich die heutigen zahlreichen Varianten.

3. Varianten von Coaching

Grundsätzlich lässt sich bei den meisten Coaching Varianten zwischen einem Einzelund/oder einem Gruppen-Coaching unterscheiden.

Im klassischen Sinne findet Coaching als Verhandlung von Führungskräften unter vier Augen statt und demnach ‚einzeln‘, wobei aktuelle Fragestellungen mit dem Coach bearbeitet werden.6 Durch eine Zweierinteraktion zwischen dem Gecoachten und dem Coach wird eine intensive Beratung möglich. Hierbei können die Anliegen und Themen umfassend gestaltet werden und der Coach kann berufliche sowie private Aspekte bearbeiten. (vgl. Rauen 2000/2002: 82) Die individuelle Arbeit innerhalb des Einzel- Coachings ermöglicht eine vertrauliche Atmosphäre, in derer verschiedene Konzepte Anwendung finden können. In Fällen einer intensiven Zusammenarbeit wird häufig ein externer Coach bevorzugt, da dieser im Gegensatz zu einem unternehmensinternen Coach unvoreingenommen und neutral ist. So kann sich der Klient auf das Geschehen einlassen und muss keine Konsequenzen befürchten, wenn er etwas ‚falsches‘ sagt. „Inhaltlich agiert der Coach hauptsächlich als Prozessberater; seine Aufgaben bestehen dabei im Geben von Feedback und im Erkennen und Bearbeiten von Verhalten und Wahrnehmungseinschränkungen“ (zit. Rauen 2000/2002: 82). Für die Bewältigung der ihm zugewiesenen Arbeit sollte der Coach umfassende Methodenkenntnisse als auch Erfahrungen im Bereich des Themenschwerpunktes vorweisen. Damit das Coaching zu einem wirksamen Ergebnis gelangen kann, ist die Gleichstellung und gegenseitige Akzeptanz der beiden Akteure wichtig. Früher waren Top-Manager die einzige Zielgruppe des Einzel-Coachings, wohingegen heute weitaus mehr Personen angesprochen werden. Führungskräfte der mittleren oder unteren Unternehmensebene oder auch Freiberufler nutzen das Angebot zur persönlichen Weiterentwicklung. Somit beschränkt sich Einzel-Coaching nicht mehr auf eine einzige Zielgruppe und richtet sich daher an alle, die sich mit Managementaufgaben befassen. (vgl. ebd.: 83)

Ein Gruppen-Coaching richtet sich an mehrere Personen, die gleichzeitig gecoacht werden. Abhängig von der Zielsetzung und Zusammensetzung lassen sich andere Begrifflichkeiten verwenden. Innerhalb eines Team-Coachings stehen die Teilnehmer in einem direkten Funktionszusammenhang, ein Projekt-Coaching ist ausschließlich für eine bestimmte Dauer eines Projektes angelegt.7 Man spricht von Gruppen-Coaching, „wenn sich der Coaching-Prozess auf eine Gruppe von Personen bezieht, die sich in vgl. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017] vgl. https://www.coaching-report.de/definition-coaching/coaching-varianten/gruppen- coaching.html [Zugriff: 21.02.2017] keinem bestimmten Funktionszusammenhang befinden, aber in der gleichen beruflichen Rolle sind und auf gleicher Hierarchieebene stehen.“8 Um eine Gruppe erfolgreich coachen zu können, sollten es nicht mehr als 15 Teilnehmer sein. Im Falle einer größeren Anzahl an Personen ist es empfehlenswert, dass diese aufgeteilt werden und zwei Coaches zur Verfügung stehen. Wird der Coach mit einer zu großen Gruppe konfrontiert, so kann dies schnell zur Überforderung führen und den Entwicklungsfortschritt hemmen. (vgl. Rauen 2000/2002: 84) Im Gegensatz zum Einzel- Coaching sollen hier keine privaten Themen zur Ansprache kommen, da durch die Anwesenheit der anderen Personen eine gewisse Beklemmung zur eigenen Offenbarung besteht. Zusätzlich ist die Beziehung zwischen den Gecoachten und dem Coach weniger intensiv und es stehen nicht so viele Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung. Vorteilhaft an einem Coaching in einer Gruppe ist, dass unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen der Teilnehmer in den Prozess einfließen und eine gute Grundlage zur Problemlösung geschaffen werden kann. (vgl. ebd.) Der Coach sollte für eine offene und ehrliche Mitarbeit der Gruppe eine angenehme Arbeitsatmosphäre ermöglichen. Themen die in einem Gruppen-Coaching bearbeitet werden sind zahlreich. Sie umfassen die Erarbeitung einer Kompetenzerweiterung der einzelnen Teilnehmer, die Entwicklung einer grundlegenden Auffassung von Führung und Führungssprache und die Erreichung der Wirksamkeit als Führungskraft.9 Außerdem zielt der Prozess auf eine Verbesserung der Selbstreflexion und Wahrnehmungs- und Beurteilungsfähigkeit ab, sowie auf die Bearbeitung von Motivationsproblemen und Vertiefung der Personalentwicklungsmaßnahmen.10

3.1 Präsenz-Coaching

Das Präsenz-Coaching beschreibt einen Prozess, bei dem der Coach und der Klient an einem Ort gemeinsamen miteinander arbeiten und auf den Einsatz von modernen Medien verzichten. Hierbei kann zwischen zwei Modalitäten unterschieden werden. (vgl. Geißler 2008: 7)

Ein ‚Vor-Ort-Coaching‘ wird in der Umgebung durchgeführt, in derer der Gecoachte den Bedarf hat. Benötigt der Klient zum Beispiel eine Unterstützung in seinem Beruf, so ist ein Coaching am Arbeitsplatz sinnvoll. Für das Coaching kann ein externer Coach eingesetzt werden, der den Klienten beobachtet und diesem anschließend ein Feedback gibt. Ebenso ist es denkbar, dass ein Coaching durch den Vorgesetzten stattfindet. zit. http://www.munderloh-consulting.de/leistungen/business-coaching/team-und- gruppencoaching/ [Zugriff: 21.02.2017] vgl. https://www.usp-d.com/whitepapers/gruppen-coaching-versus-team-coaching/ [Zugriff: 21.02.2017] vgl. https://www.coaching-report.de/definition-coaching/coaching-varianten/gruppen- coaching.html [Zugriff: 21.02.2017] Hierfür eignet sich dieser, zusätzlich zu seinem Führungsverhalten, einige notwendige Coaching-Methoden an.

Innerhalb eines ‚Face-to-Face-Coaching‘ kann die Zusammenarbeit zwischen Coach und Gecoachtem an jedem beliebigen Ort stattfinden. „Der Coach [erhält] keine unmittelbaren Zusagen zu den Problemfeldern des Klienten […], sondern [macht] sich von ihnen ein — sozusagen virtuelles — Bild […], indem er sich vom Klienten informieren lässt“ (zit. Geißler 2008: 7). Die Erfassung der Schwierigkeiten durch den Coach beschränken sich allerdings nur auf die subjektiven Wahrnehmungen des Gecoachten und erlauben kein umfassendes Bild auf die Situation.

3.2 E-Coaching

E-Coaching meint eine Methode, bei der die modernen Medien zum Einsatz kommen und Coach und Klient sich nicht am selben Ort befinden müssen. Geißler unterscheidet hier zwischen zwei Bereichen. Zum einen das didaktisch offene E-Coaching, welches sich in einen synchronen und asynchronen Zweig unterteilen lässt. Auf der anderen Seite steht dem Coach das virtuelle Coaching zur Verfügung. Beide können getrennt voneinander genutzt werden, aber auch in Kombination zusammenwirken.

- synchrones didaktisch offenes E-Coaching:

Das synchrone E-Coaching erlaubt eine Nachbildung des Präsenz-Coachings, da durch den Einsatz von bestimmten Medien eine zeitgleiche Kommunikation an verschiedenen Orten ermöglicht wird. (vgl. Geißler 2008: 8f.) Jedoch müssen die handelnden Personen auf gewisse Aspekte verzichten und Coaching wird hiermit virtualisiert. Diese Arbeitsweise lässt sich in vier Virtualisierungsgrade differenzieren. Die höchste Virtualisierung wird erreicht, indem der Coach und Gecoachte rein schriftlich über beispielsweise einen Chatroom oder E-Mail miteinander in Verbindung stehen. Ein weniger virtualisiertes Coaching findet statt, wenn eine akustische Kommunikation möglich ist. Dies geschieht über Telefon oder Internet. Die dritte bestehende Möglichkeit weißt einen noch geringeren Virtualisierungsgrad vor, da hier ein Einsatz von zum Beispiel einer Webcam erlaubt ist. Der Coach und der Klient können sich akustisch und visuell Wahrnehmen und auch Gestik und Mimik des anderen beobachten. Ein weiterer Einsatz von Hilfsmitteln ist in dieser Variante allerdings untersagt. In der niedrigsten Virtualisierungsstufe werden neben der Nutzung einer Webcam auch visuelle Hilfsmittel wie zum Beispiel Flipcharts oder Poster in den Coaching-Prozess mit eingebaut. (vgl. ebd.: 9)

- asynchrones didaktisch offenes E-Coaching:

Diese Art von Coaching basiert auf einer ortsunabhängigen und zeitversetzten Arbeitsweise mit dem Einsatz von modernen Medien. Bedeutet, der Coach und sein Klient befinden sich an unterschiedlichen Orten und stehen zu verschiedenen Zeiten miteinander in Kontakt. Die Kommunikation findet hauptsächlich schriftlich statt, wobei Coach und Gecoachter sich wechselseitig Dokumente zusenden können, die aus Texten und/oder Abbildungen bestehen. (vgl. Geißler 2008: 9) Plattformen wie Internet-Foren oder E-Mails werden hierbei als Medium verwendet. Diese Coaching-Variante ähnelt stark dem E-Learning, da Aufgaben rein schriftlich bearbeitet werden und keine akustische/visuelle und zeitgleiche Verbindung vorhanden ist. Coach oder Klient können zusätzlich zur schriftlichen Kommunikation Sprachaufnahmen oder Videos versenden, wenn es zu dem Anlass des Coachings passt.

- virtuelles Coaching:

Das virtuelle Coaching wird auch als didaktisch vorstrukturiertes Coaching bezeichnet, da „die modernen Medien hier (Fremd-)Steuerungsfunktionen übernehmen, die im Präsenzcoaching der Coach wahrnimmt“ (zit. Geißler 2008: 10). Geißler unterscheidet hierbei drei Varianten. Zum einen kann das virtuelle Coaching ohne Coach stattfinden, sodass der Klient alleine mit einem didaktisch strukturierten Medium arbeitet und der Coach keine Unterstützungsleistung bietet. Als weitere Möglichkeit findet ein Coaching mit Hilfe von modernen Medien statt, wobei Klient und Coach schriftlich, visuell oder akustisch synchron kommunizieren. Die dritte Variante des virtuellen Coachings umfasst eine asynchrone Kommunikation mit dem Coach, wobei der Klient die gestellten Aufgaben schriftlich bearbeitet und der Coach dieses zeitversetzt beobachtet. Bedarf der Gecoachte weitere Unterstützung, so erhält er weitere Anregungen und erfährt fortlaufend ein Feedback durch seinen Coach. (vgl. Geißler 2008: 10)

Werden E-Coaching und Präsenz-Coaching ergänzend zueinander eingesetzt, so lässt sich von ‚Blended Coaching‘ sprechen. So wird zum Beispiel ein Präsenz-Coaching bei Bedarf mit einem E-Mail Kontakt zwischen Coach und Klient zusätzlich unterstützt, um in Phasen, in denen kein persönliches Treffen stattfinden kann, den Coachingprozess aufrecht zu erhalten oder dem Klienten weitere Anregungen zu vermitteln. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit bietet eine Kombination der Coaching-Varianten eine geeignete Form für diejenigen, denen nicht genügend Freiraum zur Verfügung steht, die sich aber gerne mit einer solchen Dienstleistung beruflich sowie privat weiterbilden möchten.

4. Lässt sich von professionellen Coaches sprechen?

In der Beschäftigung mit dem Thema kommt immer wieder zur Sprache, wie wichtig es für den Coaching-Erfolg sei, einen professionellen Coach an seiner Seite zu haben.

[...]


1 zit. http://www.pedocs.de/volltexte/2014/9526/pdf/PaedBlick_2007_1_Manz_Coach.pdf [Zugriff: 20.02.2017]

2 vgl. ebd.

3 vgl. http://www.dict.cc/englisch-deutsch/to+coach+sb.html [Zugriff: 20.02.2017]

4 vgl. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017]

5 zit. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017]

6 vgl. http://www.schreyoegg.de/content/view/21/33/ [Zugriff: 20.02.2017]

7 vgl. https://www.coaching-report.de/definition-coaching/coaching-varianten/gruppencoaching. html [Zugriff: 21.02.2017]

8 zff: 21.02.2017]

9 vgl. https://www.usp-d.com/whitepapers/gruppen-coaching-versus-team-coaching/ [Zugriff: 21.02.2017]

10 vgl. https://www.coaching-report.de/definition-coaching/coaching-varianten/gruppencoaching. html [Zugriff: 21.02.2017]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Coaching. Definition, Varianten und Abgrenzung zu anderen Dienstleistungsangeboten
Hochschule
Universität Trier
Note
2,3
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V413604
ISBN (eBook)
9783668676718
ISBN (Buch)
9783668676725
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
coaching, definition, varianten, abgrenzung, dienstleistungsangeboten
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Coaching. Definition, Varianten und Abgrenzung zu anderen Dienstleistungsangeboten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413604

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