Der Römische Jupiter - Mythologie und Ikonographie


Hausarbeit, 2003

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitu.

2. Herkunft und Namensgebu.

3. Jupiters Wesen und seine Bedeutu.

4. Ikonograph.

5. Verehrung
5.1 Heiligtümer
5.2 Priester
5.3 Festta.

6.Mytholog.

7.Quell.

8.Anha.

1.Einleitung

Schon sehr früh hingen die Römer einer mächtigen Religion an, die alle Lebensbereiche durchdrang. Diese gründete sich auf gegenseitiges Vertrauen zwischen Göttern und den Menschen. Das Vertrauen in das Wohlwollen der Götter fand seinen Ausdruck im Glauben an den Götterfrieden. Dies war ein natürliches Gleichgewicht, an dessen Aufrechterhaltung die himmlischen Mächte und die Menschen harmonisch zusammenwirkten. Dieser Frieden ließ sich vor allem durch den gewissenhaften Vollzug des Rituals erreichen und nicht so sehr durch moralisches Verhalten, wie es heut in der christlichen Religion der Fall ist. Die Idee vom Gottesfrieden übte jedoch indirekt einen moralischen Einfluss aus, den die erforderte Einhaltung der den Göttern geleisteten Gelübde dehnte sich im Laufe der Zeit auch auf die Verpflichtungen gegenüber den Menschen au.

Einer der wohl wichtigsten Götter in der römischen Religion war Jupiter, auf den ich in meiner folgenden Seminararbeit eingehe. Diese Arbeit behandelt die Herkunft, das Wesen und die Ikonographie von Jupiter. Außerdem werden die Kultausübungen, die dem Jupiter galten näher erläuter.

2. Herkunft und Namensgebung

Zwei indogermanische Sprachfamilien, die Hellenen und Italiker, besaßen einen Himmelsgott in ihrer Religion. Dieser Himmelsgott gelang in die Ägäis und auf die Apenninenhalbinsel durch diese indogermanischen Stämme. Im Uritalienischen steckte die Vorsilbe di - als Bezeichnung für den lichten Himmel in allen Dialekten, so auch im Namen des Jupiters. Die Verwandlung in Jupiter für die Römer beziehungsweise Iupater für die Umbrier trat nur in diesen beiden Völkern auf. In Rom wurden viele männliche Götter zusätzlich mit „Vater“, weibliche Gottheiten mit „Mutter“ angerufen. Allerdings gab es bei den Römern keine Ehen und Kinder unter den Gottheiten, so entstammte dieser Begriff der pietas erga deos (religiöse Pietät)1. Bei Jupiter verschmolz die Bezeichnung „Vater“ im Vokativ und später auch im Nominativ mit seinem Namen2. Dieu-pater bedeutet also „leuchtender, göttlich verehrter Himmel und leuchtender Tag“3. So kann man also davon ausgehen, dass der römische Gott Jupiter oder Diespiter nicht, wie der griechische Gott Zeus, der Göttervater im Sinne eines leiblichen Erzeugers von anderen Göttern oder Halbgöttern war4

Allerdings wurde der Name Jupiter auch ganz anders erklärt. So soll der Name aus Iuvo (ich helfe) und Pater (Vater) zusammengesetzt sein und soviel wie „helfender Vater“ bedeuten. Jedoch meinten die alten Römer einen Vater des Lichtes und des Himmels, wenn sie zu Jupiter beteten und keinesfalls einen abstrakten Vater der Hilf.

3. Jupiters Wesen und seine Bedeutung

Für die Bauern in Rom ist Jupiter der Gott,der das Wetter schickt, als Wettergott nicht nur in Rom, sondern in ganz Italien5

Die Funktionen des Wetters sind auf den jeweiligen Jupitergott abgespalte.

JupiterVeiovis ist zum Beispiel der Gott, der nicht das Wetter erfüllt, was man sich erhofft hat, wofür man dem Jupiter angerufen hat6. Jupiter Fulgur ist für die Blitze verantwortlich, Jupiter Tonans für den Donner. Jupiter Serenus war der Gott, der den Himmel auflichtet und Sonnenschein schickt, Jupiter Pluvalis allerdings der Gott, der es regnen lässt7. Es gab auch noch einen Gott des nächtlichen Gewitters, welcher Jupiter Summanus hieß, wobei sich dieser später zu einer eigenen Gottheit entwickelt hat8. Jupiter Dapalis wurde von den Bauern angerufen, die ihm im Frühjahr Fleisch und Wein opferten9

Neben dem Wettergott, hat Jupiter noch eine ganz andere Bedeutung, nämlich die des Schutzgottes. So hieß er Jupiter Latiaris, als Schutzgott des Latinerbundes10

Jupiter war dafür verantwortlich, darauf zu achten, dass Schwüre eingehalten wurden und wenn ein Eid gebrochen wurde, bestrafte Jupiter, als Wettergott, den Eidbrecher mit einem Blit.

Jupiter Conservator war „der Bewahrer des Imperiums und Beschützer der Kaiser und deren Politik“11. Der römische Traue-und Schwurgott war der Jupiter Dius Fidius, er war der Schützer der Wahrheit und der Rächer der Untreue. Ein Schutzgott der Ehe war Jupiter Farreus12

Unter den Eigenschaften, welchen Jupiter mit den Menschen und dem Nationalleben verband, sei auch an seine kriegerischen zu denken. Jupiter wurde durch ganz Italien neben Mars als eigentlicher Entscheider der Schlachten und Gott des Sieges verehrt. Die wichtigsten Kulte dieses kriegerischen Jupiter sind die des Jupiter Stator, Jupiter Feretrius und des Jupiter Victo.

Jupiter Victor war der Gott, der dem Herr den Sieg verlieh13. Jupiter Stator derjenige, der dem kämpfenden Heer Widerstand verlieh14. Jupiter Feretrius hingegen war der Gott, dem die Trophäen der siegreichen Schlachten dargelegt wurde15

Ein ganz besondere Stellung nahm aber Jupiter Optimus Maximus ein, denn dieser war der Haupt-und Staatsgott in der geschichtlichen Zeit. Optimus Maximus bedeutet „der Beste und Größte“ und er wurde so genannt, weil er unter etruskischem Einfluss Mars als obersten Gott der Römer abgelöst hat16

4. Ikonographie

Zunächst wurde Jupiter nicht als menschliche Statur dargestellt. Erst gegen 923 v.Chr., mit der Etruskerherrschaftin Rom , begann man menschliche Götterbilder zu errichten17. Zuvor wurde Jupiter mit Steinen angebetet. Der lapis manalis war ein großer Stein, der südlich von Rom lag. Wenn es lange nicht regnete, zog man diesen Stein mittels einer Prozession durch die Stadt. So flehte man Jupiter um Regen an18. Den silex, ein Feuerstein, konnte man im Tempel des Jupiter Feretrius finden. Dieser stammte aus der Juraperiode und wurde zu einem Messer geschliffen. Es war üblich per Iovem lapidem (bei Jupiter dem Stein) zu schwören. Ein Opfer für den Eid wurde mit dem Steinmesser getötet und bei Bruch des Eides war man der Strafe Jupiters ausgeliefert. Jupiter tat dies dann mit einem Blitz. Neben dem silex gab es auf dem Kapitol noch einen zweiten Stein, der mit Jupiter verbunden wurde, der Terminus (Grenzstein.

Eine etruskische Legende sagt aus, dass Jupiter dem Menschen Land zuteilt und demnach ist er derjenige, der in Rom die Grenzen überwacht19. So übernahm Jupiter auch hier die Rolle des Hüters von rechtlichen Vereinbarunge.

Wie schon erwähnt gab es bis etwa 170 Jahren nach Gründung Roms keine menschlichen Abbildungen von Jupiter. Vulca von Veji schuf das erste Kultbild von Jupiter20. Der sitzende Jupiter war halbnackt, der Oberkörper frei und der Mantel bedeckte den Unterkörper. Seine gewöhnlichen Kennzeichen sind der Zepter in der rechten Hand und in der linken Hand Donnerpfeil oder Blitzbündel. Meist wird Jupiter durch einen Adler gekennzeichnet (Abb.1 und Abb.2). Wenn Jupiter stehend dargestellt wird, dann ist er nackt und trägt meist einen drapierten Mantel. Jupiter wird sehr würdevoll und mit Bart wiedergegeben (Abb.3.

Während der Kaiserzeit wurde Jupiter oft mit der Siegesgöttin Victoria verbunden. Teils wurde Jupiter umkränzt oder er hält ein Abbild von Victoria in der Hand21. Tin beziehungsweise Tinia hieß der etruskische Obergott, der dem Jupiter entsprach. In der Regel wurde er mit Bart und Blitz dargestellt (Abb.4), jedoch gab es auch eine bartlose Version der spätetruskischen Kunst, die nur durch seine Blitze identifiziert wurden konnte (Abb.5 und Abb.6). Die Etrusker stellten sehr ungewöhnliche Blitzformen her, zum Beispiel keil-oder pfeilförmig22

Der Baal von Doliche, oberste Gottheit der Stadt in Kammagene, erlangte als Jupiter Dolichenus beim römischen Heer, und dies vor allem während der Epoche der Severerkaiser, große Beliebtheit und erfreute sich besonderer Verehrung im Bereich des gesamten Imperiums. Dieser Jupiter wurde meist auf einem Stier, stehend dargestellt. Außerdem trägt er auf dem Kopf eine Tiara, eine Hörnerkrone. Der Jupiter Dolichenus wird mit Schwert, Blitzbündel und Doppelaxt bewaffnet wiedergegeben, außerdem trägt er einen Brustpanzer und eine phygische Münze23 (Abb.7.

[...]


1 Erika Simon, Die Götter der Römer, (München: Hirmer Verlag, 1990) 10.

2 Der Kleine Pauly, Hrsg. Konrat Ziegler & Walther Sontheimer, Band 3, (Stuttgart: Alfred Druckenmüller Verlag, 1969) Block 1.

3 Der Neue Pauly, Hrsg. Hubert Cancik & Helmuth Schneider, Band 6, (Stuttgart, Weimar, Verlag J.B. Metzler, 1999) Block .

4 Simon, Die Götter der Römer, 10.

5 Robert Muth, Einführung in die griechische und römische Religion, (München: Hirmer Verlag, 1972) 24.

6 Kurt Latte, „ Römische Religionsgeschichte“, Handbuch der Altertumswissenschaft, Hrsg. Iwan Müller, Vierter Teil, 2.Auflage (München: C.H.Beck'sche Verlagsbuchhandlung, 1960) 8.

7 Muth, Einführung in die griech. und röm. Religion, 24.

8 Der Kleine Pauly, lock.

9 Muth, Einführung in die griech. und röm. Religion, 24.

10 Lexikon der alten Welt, Band 2, (München, Zürich: Artemis Verlag, 1990), Block 1450.

11 Der Neue Pauly, Block .

12 Georg Wissowa, „ Religion und Kultur der Römer “, Handbuch der Altertumswissenschaft, Vierter Teil, 2.Auflage, (München: C.H.Beck'sche Verlagsbuchhandlung, 1912), 11.

13 Der Kleine Pauly, Block .

14 Der Kleine Pauly, Block .

15 Lexikon der alten Welt, Block 145.

16 Der Kleine Pauly, Block .

17 Simon, Die Götter der Römer, 10.

18 Simon, Die Götter der Römer, 108.

19 Simon, Die Götter der Römer, 10.

20 Simon, Die Götter der Römer, 10.

21 Der Neue Pauly, Band 6, Hrsg. Hubert Cancik & Helmuth Schneider, (Stuttgart, Weimar: Verlag J.B. Metzler, 1999) Block 8.

22 Simon, Die Götter der Römer, 111 .

23 Der Neue Pauly, Block 83.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Römische Jupiter - Mythologie und Ikonographie
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V41367
ISBN (eBook)
9783638396424
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Römische, Jupiter, Mythologie, Ikonographie
Arbeit zitieren
Linda Dittmann (Autor), 2003, Der Römische Jupiter - Mythologie und Ikonographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41367

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