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Der Gesamtunterricht Berthold Ottos und seine reformpädagogische Begründung

Title: Der Gesamtunterricht Berthold Ottos und seine reformpädagogische Begründung

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: gut

Autor:in: Markus Andreas Mayer (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit Berthold Otto, einem der herausragenden Vertreter der Reformpädagogik. Nach der Vorstellung der wichtigsten biographischen Daten Ottos sollen wichtige Merkmale und Neuerungen seiner Pädagogik, speziell der Gesamtunterricht, betrachtet werden. Danach erfolgt eine Analyse der Ziele des Gesamtunterrichts und die Frage soll beantwortet werden, was das Reformpädagogische an diesen Zielen ist, bzw. ob überhaupt Gemeinsamkeiten mit den verschiedenen Vertretern der Reformpädagogik festgestellt werden können. Dabei soll auch auf die philosophischen Voraussetzungen des Gesamtunterrichts Ottos eingegangen werden und sein Verhältnis zur Moderne geklärt werden. Dies kann zum einen unter dem Gesichtspunkt des Verhältnisses der Reformpädagogik, hier speziell Ottos, zum Nationalsozialismus geschehen und zum anderen zur Analyse der Brauchbarkeit reformpädagogischer Vorschläge für die heute gewünschten Reformen im gesamten Bildungsbereich (nicht nur veranlasst durch die Veröffentlichung der „Pisa-Ergebnisse“ bzw. das schlechte Abschneiden deutscher Schüler) verwendet werden.

Die Untersuchung ist dabei wie folgt gegliedert: Dieser Einleitung schließt sich ein Abschnitt über Berthold Otto als Person an (Ziffer 2). Danach werden die wichtigen Elemente und Merkmale der Ottoschen Pädagogik angeführt. Dies geschieht in Ziffer 3 mit einer Untersuchung des Gesamtunterrichts. Dabei wird in den Unterpunkten eine allgemeine Vorstellung des Gesamtunterrichts gegeben, und genauer auf die Rolle des Erziehers im Gesamtunterricht, das Spannungsfeld zwischen der Förderung Intelligenz oder Charakter und die Ausbildung und Bezahlung der Lehrer eingegangen. Da die Mutter- und Jugendsprache einen besonderen Stellenwert bei der Schulreform Ottos einnimmt, werden diese Punkte in einem gesonderten Abschnitt genauer behandelt (Ziffer 4). Danach wird der Versuch unternommen, Elemente von Ottos Pädagogik der Reformpädagogik zuzuordnen und sein Verhältnis zur Moderne zu klären (Ziffer 5). Das volksorganische Denken Ottos wird aus methodischen Gründen erst dort näher beleuchtet. Die Frage, inwieweit Ottos Pädagogik für Reformen unseres aktuellen Bildungssystems zu gebrauchen ist, bzw. welche Elemente schon von Otto übernommen wurden, wird, wie sein Verhältnis zum Nationalsozialismus, hier nur prinzipiell mit Blick auf ihre geisteswissenschaftlichen Grundlagen diskutiert. In einem Ausblick werden daraus Schlussfolgerungen gezogen und Ottos Werk kritisch gewürdigt.

Excerpt


Gliederung des Textes

1 Einleitung: Zweck und Anlage der Arbeit

2 Biographische Daten zu Berthold Otto

3 Der Gesamtunterricht

3.1 Allgemeine Merkmale des Gesamtunterrichts

3.2 Besondere Merkmale des Gesamtunterrichts

3.2.1 Die Rolle des Erziehers im Gesamtunterricht

3.2.2 Das Spannungsfeld von Wissensvermittlung und Charakterbildung

3.2.3 Ausbildung und Bezahlung der (Gymnasial-)Lehrer

3.2.4 Weitere Merkmale des Gesamtunterrichts

3.2.4.1 Ottos Position zu Autorität und Disziplin

3.4.2.2 Der Toleranzgedanke im Gesamtunterricht

3.4.2.3 Demokratische Selbstverwaltung der Schüler

4 Die Reform der Schule und die Rolle der Sprache als konstitutive Elemente der Ottoschen Pädagogik

4.1 Die Notwendigkeit einer Reform der Schule und der Anschauungsunterricht

4.2 Die Rolle der Sprache bei Otto

4.2.1 Die Rolle der Muttersprache

4.2.2 Die Rolle der Jugendsprache

5 Die reformpädagogische Begründung des Gesamtunterrichts

5.1 Die Einordnung Ottos in die Reformpädagogik

5.2 Ottos „volksorganisches Denken“

5.3 Ottos Verhältnis zur Moderne

5.4 Das Pädagogisch-Eigentliche bei Otto

6 Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert das reformpädagogische Konzept des Gesamtunterrichts nach Berthold Otto. Ziel ist es, die pädagogischen Ziele und philosophischen Voraussetzungen dieses Ansatzes zu untersuchen, sein Verhältnis zur Moderne zu klären und die Relevanz sowie Brauchbarkeit seiner Methoden für heutige Bildungsreformen kritisch zu prüfen.

  • Biographische Einordnung Berthold Ottos und seine pädagogische Entwicklung.
  • Strukturelle Analyse des Gesamtunterrichts im Gegensatz zum Fachunterricht.
  • Untersuchung der Lehrerrolle, Autorität und demokratischer Schülerselbstverwaltung.
  • Bedeutung der Sprache (Mutter- und Jugendsprache) als konstitutives Element der Reform.
  • Kritische Einordnung in den Kontext der Reformpädagogik und Auseinandersetzung mit der Moderne.

Auszug aus dem Buch

3.1 Allgemeine Merkmale des Gesamtunterrichts

„Gesamtunterricht“ ist als Gegensatz zum gefächerten Unterricht zu sehen und stellt einen Ansatz dar, der die damals vorherrschende Unterrichtsform reformieren sollte (besonders die des Gymnasiums). Otto legt die Merkmale und Vorzüge des Gesamtunterrichts in einem Aufsatz mit dem Titel „Gesamtunterricht“ dar. Dieser Aufsatz wurde 1913 geschrieben. Otto hatte also schon über 8 Jahre lang praktische Erfahrung mit dem Gesamtunterricht gemacht (an seiner Schule, der Berthold Otto-Schule in Berlin). Der Aufsatz wurde von Otto ursprünglich im selben Jahr als Vortrag in seiner Schule gehalten. Otto stellt den Gesamtunterricht als nur dem Anschein nach etwas absolut Neues dar. Eigentlich sei er etwas Bekanntes, nämlich „etwas, was jeder von uns von seiner ersten Lebenszeit an erlebt hat.“ Er sei nichts anderes als die Art und Weise, wie Kinder mit Erwachsenen „natürlich“ verkehren. Dieses natürliche Verhältnis bestehe darin, dass:

„die Kinder sich in der Welt zurecht zu finden suchen und daß sie das zunächst mit Hilfe der eigenen Sinne tun, daß sie durch ihren eigenen Forschertrieb [kursiv von mir, M. M., hierauf wird später noch einzugehen sein] sich überall hinführen und hinleiten lassen und kombinieren, was vor ihnen liegt, daß sie aber überall dann, wenn ihre eigene Kombinationsfähigkeit sie im Stich läßt, wenn ihnen etwas in die Sinne kommt, was sie sich nicht erklären können, sich fragend an die Eltern wenden, und dann von Eltern oder älteren Geschwistern oder von anderen Verwandten bereitwillig Auskunft erhalten. […] Das ist die natürlich Art und Weise, wie das geistige Wachstum der Kinder sich entwickelt und kommt immer wieder, soviel man es auch theoretisch bei Seite schieben mag.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Zweck und Anlage der Arbeit: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, Berthold Ottos Gesamtunterricht zu analysieren und dessen Bedeutung für die Reformpädagogik zu klären.

2 Biographische Daten zu Berthold Otto: Dieses Kapitel beschreibt den Lebensweg Berthold Ottos, seine prägenden Erfahrungen und die Gründung seiner eigenen Schule in Berlin.

3 Der Gesamtunterricht: Hier wird der Kernbegriff des Gesamtunterrichts definiert, seine Abgrenzung zum Fachunterricht vorgenommen und dessen Rolle innerhalb des schulischen Lernens erläutert.

3.1 Allgemeine Merkmale des Gesamtunterrichts: Dieser Abschnitt erläutert die Grundidee Ottos, dass Unterricht an das natürliche Lernverhalten und den Forscherdrang von Kindern anknüpfen sollte.

3.2 Besondere Merkmale des Gesamtunterrichts: Das Kapitel vertieft spezifische Aspekte wie die Rolle des Erziehers, das Verhältnis von Wissensvermittlung zu Charakterbildung sowie die Anforderungen an die Lehrerausbildung.

3.2.1 Die Rolle des Erziehers im Gesamtunterricht: Es wird die Auffassung thematisiert, dass der Lehrer primär als Persönlichkeit wirken und ein Vorbild sein muss, statt nur Stoff zu vermitteln.

3.2.2 Das Spannungsfeld von Wissensvermittlung und Charakterbildung: Hier wird Ottos Kritik an der Überbetonung intellektueller Leistungen gegenüber der Charakterentwicklung dargelegt.

3.2.3 Ausbildung und Bezahlung der (Gymnasial-)Lehrer: Dieses Kapitel beschreibt Ottos Forderungen nach einer stärker psychologisch ausgerichteten Lehrerausbildung und einer besseren finanziellen Ausstattung für Lehrer.

3.2.4 Weitere Merkmale des Gesamtunterrichts: Dieser Teil behandelt die Aspekte der Autorität, Disziplin und die Einführung demokratischer Mitbestimmung durch Schülerselbstverwaltung.

3.2.4.1 Ottos Position zu Autorität und Disziplin: Es wird diskutiert, warum Otto verlässliche Autoritäten im Unterricht für notwendig erachtete, während er gleichzeitig den Zwang ablehnte.

3.4.2.2 Der Toleranzgedanke im Gesamtunterricht: Dieser Abschnitt thematisiert das Ziel der Erziehung zu toleranten Staatsbürgern, die verschiedene Standpunkte akzeptieren können.

3.4.2.3 Demokratische Selbstverwaltung der Schüler: Es wird das Beispiel des Schülergerichts angeführt, um Ottos frühe demokratische Ansätze im Unterricht zu belegen.

4 Die Reform der Schule und die Rolle der Sprache als konstitutive Elemente der Ottoschen Pädagogik: Dieses Kapitel untersucht die Verbindung zwischen der allgemeinen Schulreform und der spezifischen Bedeutung der Sprache bei Otto.

4.1 Die Notwendigkeit einer Reform der Schule und der Anschauungsunterricht: Der Abschnitt beleuchtet Ottos Kritik am traditionellen Drill und sein Plädoyer für einen an der Anschauung orientierten Unterricht.

4.2 Die Rolle der Sprache bei Otto: Hier wird die zentrale Funktion der Sprache als Werkzeug für einen angemesseneren Unterrichtsverlauf analysiert.

4.2.1 Die Rolle der Muttersprache: Das Kapitel erklärt, warum Otto der Muttersprache eine bildende Funktion zuschreibt, die weit über das Erlernen von Fremdsprachen hinausgeht.

4.2.2 Die Rolle der Jugendsprache: Es wird diskutiert, wie Otto die Jugendsprache bewusst als Mittel einsetzte, um das Verständnis bei den Schülern zu fördern.

5 Die reformpädagogische Begründung des Gesamtunterrichts: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Ottos Pädagogik in die Strömung der Reformpädagogik.

5.1 Die Einordnung Ottos in die Reformpädagogik: Das Kapitel verortet Ottos Ideen im zeitlichen und inhaltlichen Kontext der deutschen Reformpädagogik zwischen 1900 und 1933.

5.2 Ottos „volksorganisches Denken“: Dieser Teil beschreibt Ottos nicht-systematischen Ansatz der „Einrichtungen“ als Organe eines Gesamtwillens.

5.3 Ottos Verhältnis zur Moderne: Hier wird Ottos ambivalente Einstellung zur Moderne und seine Kritik am Idealismus der Aufklärung untersucht.

5.4 Das Pädagogisch-Eigentliche bei Otto: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, den pädagogischen Kern von Ottos Lehre aufgrund seiner ganzheitlichen, politischen Verknüpfungen abzugrenzen.

6 Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz systematischer Mängel in Ottos Werk wertvolle Anregungen für einen zeitgemäßen Unterricht bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Berthold Otto, Reformpädagogik, Gesamtunterricht, Pädagogik vom Kinde aus, Lehrerrolle, Charakterbildung, Anschauungsunterricht, Muttersprache, Jugendsprache, volksorganisches Denken, demokratische Selbstverwaltung, Zukunftsschule, Bildungsreform, Erziehung, Schulpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Pädagogik Berthold Ottos, insbesondere mit seinem Konzept des Gesamtunterrichts und dessen Einordnung in die deutsche Reformpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Reform des Unterrichts, das Verhältnis von Lehrer und Schüler, die Bedeutung der Sprache im Bildungsprozess sowie die kritische Auseinandersetzung mit philosophischen und politischen Aspekten von Ottos Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, Ottos pädagogische Ziele und Merkmale seines Gesamtunterrichts detailliert darzustellen, sein Verhältnis zur Moderne zu klären und zu bewerten, inwieweit seine Ansätze heute noch relevant sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf einer fundierten Auseinandersetzung mit Primärschriften von Berthold Otto sowie einschlägiger reformpädagogischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Gesamtunterrichts, die Rolle der Sprache, die Einordnung in die Reformpädagogik sowie eine kritische Prüfung des sogenannten Pädagogisch-Eigentlichen bei Otto.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Berthold Otto, Gesamtunterricht, Reformpädagogik, Charakterbildung, Anschauungsunterricht und volksorganisches Denken.

Welche Rolle spielt die Sprache nach Auffassung von Berthold Otto?

Für Otto ist die Sprache ein zentrales Instrument für den Unterricht. Dabei betont er die Bedeutung der Muttersprache für die Bildung und nutzt sogar die Jugendsprache als Mittel, um das Verstehen und die aktive Teilhabe der Schüler zu fördern.

Warum wird Otto im Kontext der Moderne als ambivalent bezeichnet?

Otto kritisierte einerseits die überzogene Anwendung idealistischer Philosophie der Aufklärung, während er andererseits durch seine Konzepte des volksorganischen Denkens eine Gegenbewegung zu modernistischen, rationalistischen Tendenzen initiierte, was ihm auch historische Kritik einbrachte.

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Details

Title
Der Gesamtunterricht Berthold Ottos und seine reformpädagogische Begründung
College
University of Hagen  (Institut für Bildungswissenschaft)
Grade
gut
Author
Markus Andreas Mayer (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V41398
ISBN (eBook)
9783638396684
ISBN (Book)
9783638649537
Language
German
Tags
Gesamtunterricht Berthold Ottos Begründung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Andreas Mayer (Author), 2004, Der Gesamtunterricht Berthold Ottos und seine reformpädagogische Begründung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41398
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