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Hilft die systematische Familientherapie den Kindern?

Zu den Grenzen und der (sozial-)pädagogischen Alternative

Titel: Hilft die systematische Familientherapie den Kindern?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 26 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Kirsty Wegener (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird zuerst den Begriff der Familie näher beleuchtet, um dann den Wandel dieser über die Jahrzehnte zu begutachten. Anschließend wird auf den Trend der Ein-Eltern-Familien eingegangen, um sich dann den Folgen einer Scheidung/Trennung für die Kinder zu widmen. Überleitend werden dann die Ansätze der Familientherapie erläutert und aufgedeckt, warum eben diese Art der Therapieform in Bezug auf Kinder ihre Grenzen aufweist. Darauf aufbauend wird eine andere (sozial-)pädagogische Alternative als die der systemischen Familientherapie für die Kinder dargelegt. Abschließen wird diese Ausarbeitung mit einem Fazit, in der der Fragestellung zu den Grenzen für die Kinder in Hinblick auf die systemische Familientherapie im Trennungs-/Scheidungsfall Rechnung getragen wird.

Knapp 50 Prozent aller geschlossenen Ehen mit Kindern werden heute wieder geschieden. Und wo die Eltern schon monatelang einen Prozess der Trennung durch Streitereien und wohlmöglich versuchter Schlichtungsgespräche hinter sich haben, ihrer verletzten Eitelkeit schon auf unterschiedlichster Art und Weise Ausdruck verliehen haben, stürzt in vielen Fällen der Moment der Trennung und die damit oftmals einhergehende Offenbarung des Auszugs eines Elternteils für die Kinder von jetzt auf gleich auf sie ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wer ist eigentlich eine Familie?

3. Familie im Wandel

3.1 Generelle Tendenzen und mögliche Gründe

3.2 Ein-Eltern Familie im Fokus

4. Folgen für die Kinder im Trennungs-/Scheidungsfall

4.1 Primär- und Sekundärfolgen einer Trennung/Scheidung für die Kinder

4.2 Entlastende Funktionen für Kinder im Trennungs-/Scheidungsfall

5. Das Verständnis von „systemischer Familientherapie“

5.1 Die Bedeutung des Begriffs System

5.2 Die Familientherapie – ihre Entstehung und heutige Notwendigkeit

6. Kinder in der Beratung

6.1 Warum benötigen Kinder im Fall von Trennung/Scheidung eine andere Form der Beratung als die systemische Familientherapie?

6.2 Gruppenarbeit mit Kindern

7. Drei unterschiedliche Modelle von Kindergruppenarbeit im Trennungs-/Scheidungsfall

7.1 Das offene Modell, vorgestellt anhand des Projekts “FITUS (Familien in Trennung und Scheidung)“

7.2 Das strukturierte Modell, vorgestellt am „Freiburger Gruppeninterventionsprogramm für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien“

7.3 Die analytisch-prozessorientierte Kindergruppe – vorgestellt am „Augsburger Modell der Trennungs- und Scheidungsberatung“

8. Diskussion

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Belastungen von Kindern durch die Trennung oder Scheidung ihrer Eltern und hinterfragt die Grenzen der systemischen Familientherapie in diesem Kontext. Es wird erörtert, weshalb Kinder im Trennungsprozess spezifische Beratungsansätze benötigen und welche Modelle der Kindergruppenarbeit als wirksame (sozial-)pädagogische Alternativen zur Unterstützung dienen können.

  • Wandel der Familienstrukturen und Zunahme von Ein-Eltern-Familien
  • Psychosoziale Folgen von Trennung und Scheidung für Kinder
  • Grenzen der systemischen Familientherapie bei kindlichen Trennungsbelastungen
  • Vergleichende Analyse verschiedener Modelle der Kindergruppenarbeit
  • Bedeutung von Peer-Groups zur Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kindern

Auszug aus dem Buch

7.1 Das offene Modell, vorgestellt anhand des Projekts “FITUS (Familien in Trennung und Scheidung)“

Ausschlaggebend für die Einführung der Kindergruppen unter dem nachfolgenden Namen FITUS war eine, aus der Situation heraus geborene „situative Gruppe“ von Kindern, die sich – während ihre alleinerziehenden Mütter im Familienzentrum sich zum gemeinsamen Austausch trafen – betreut worden sind (vgl. Rudeck 1993, S. 153). Während dieses Zeitraumes fühlten sich diese betreuten Kinder immer mehr als Gruppe zusammengehörig und die Betreuer vor Ort wurden im Laufe der Zeit aufmerksam auf die durch die Trennung der Eltern entstandene „spürbare Not und Verstörtheit“ (ebd., S. 154) der Kinder. So nahm sich das Team um Rudeck diesen Kindern an und gründeten die von den Kindern genannte FITUS – Gruppe (vgl. ebd., S. 154). Ziele der Arbeit mit den Kindern war der offenen Umgang und damit die Enttabuisierung der Trennung/Scheidung, sowie die damit einhergehende maßgebliche Bewältigung der derzeitigen Situation, wie auch im weiteren Verlauf der Gruppensitzungen die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder (z.B. Wiederherstellung des Selbstwert und Selbstbewusstseins, Entlastung von Verantwortung) (vgl. ebd., S. 156f). Innerhalb ihrer Gruppe wurde den Kindern Schutz und Akzeptanz für ihre entstandenen Gefühle entgegen gebracht, Mut zur Konfliktstellung gemacht und ihnen individuelle Konfliktformen beigebracht (vgl. ebd., S. 157). Hierbei bedienten sich die Betreuer und Betreuerinnen unterschiedlichster Methoden aus den pädagogischen und therapeutischen Bereichen, wie z.B. Phantasiereisen und Identitätsbilder (vgl. ebd., S. 160). Um den Kindern Schutz und Ermutigung für die Arbeit in ihrer Gruppe zu geben, führten die Pädagogen Gruppenregeln und ihre Einhaltung ein, die den Kindern „achtungsvollen und rücksichtnehmenden Umgangsformen“ (ebd., S. 160) miteinander boten. Rudeck (vgl. ebd., S. 164) erklärt abschließend zu diesem Projekt, dass gerade durch die Gruppenarbeit die Solidarität unter den Kinder sichtbar gemacht werden konnte, dass sie eben nicht allein mit ihrem Schicksal dastehen und alleine mit ihrem Trennungsschmerz leben müssen. Durch diese Erkenntnis konnten die Kinder „ ihre oftmals selbstgewählte Isolation“ (ebd., S. 164) verlassen und ihre neue Lebenslage besser annehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Scheidungshäufigkeit und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Notwendigkeit alternativer Beratungsangebote für betroffene Kinder.

2. Wer ist eigentlich eine Familie?: Das Kapitel differenziert zwischen dem alltagssprachlichen und dem juristischen Familienbegriff sowie den zentralen Kennzeichen von Familien.

3. Familie im Wandel: Es wird die Pluralisierung von Lebensformen und der Trend zur Ein-Eltern-Familie analysiert, wobei gesellschaftliche und ökonomische Faktoren als Ursachen identifiziert werden.

4. Folgen für die Kinder im Trennungs-/Scheidungsfall: Das Kapitel analysiert die psychosozialen Primär- und Sekundärfolgen für Kinder sowie schützende Faktoren, die den Trennungsprozess weniger traumatisch gestalten können.

5. Das Verständnis von „systemischer Familientherapie“: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die Entstehung der systemischen Therapie erläutert, wobei das System als ganzheitliches Konstrukt hervorgehoben wird.

6. Kinder in der Beratung: Das Kapitel begründet, warum systemische Familientherapie für Kinder oft nicht ausreicht und betont die Notwendigkeit kindgerechter Beratungsansätze.

7. Drei unterschiedliche Modelle von Kindergruppenarbeit im Trennungs-/Scheidungsfall: Es werden drei spezifische Gruppenkonzepte – das offene, das strukturierte und das analytisch-prozessorientierte Modell – detailliert vorgestellt und verglichen.

8. Diskussion: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die Wichtigkeit von Peer-Groups und die Anforderungen an qualifizierte Gruppenleiter im Vordergrund stehen.

9. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Kindergruppen in akuten Trennungsphasen einen unverzichtbaren Halt bieten, auch wenn sie kein Allheilmittel darstellen.

Schlüsselwörter

Systemische Familientherapie, Trennung, Scheidung, Kindergruppenarbeit, Familienwandel, Ein-Eltern-Familie, psychosoziale Folgen, Resilienz, Beratung, Gruppenpädagogik, Bewältigungsstrategien, Peer-Group, Kindeswohl, Scheidungsberatung, Selbstwertgefühl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer elterlichen Trennung oder Scheidung auf Kinder und analysiert, warum klassische systemische Familientherapie in diesem Kontext an ihre Grenzen stößt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Wandel der Familienstrukturen, die psychischen Belastungen von Kindern im Scheidungskontext sowie die Konzepte und Wirkungsweisen verschiedener Kindergruppenmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Kinder spezielle (sozial-)pädagogische Hilfen benötigen, die über das Angebot einer klassischen Familientherapie hinausgehen, um den Trennungsprozess besser bewältigen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze, Dissertationen und Fachbeiträge zur Scheidungsberatung und Familienpsychologie kritisch zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Folgen der Trennung für Kinder erörtert, anschließend die systemische Familientherapie definiert und kritisch hinterfragt, bevor verschiedene Modelle der Gruppenarbeit für Kinder detailliert vorgestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Trennung, Scheidung, Kindergruppenarbeit, Systemische Familientherapie, Ein-Eltern-Familie und psychosoziale Bewältigung.

Wie unterscheidet sich das „FITUS“-Projekt von anderen Modellen?

Es zeichnet sich durch einen besonders offenen, situativen Ansatz aus, der aus der direkten Beobachtung der Kinder entstand und primär auf Enttabuisierung und Solidarität innerhalb der Gruppe setzt.

Warum ist laut der Autorin eine andere Form der Beratung als die Familientherapie notwendig?

Kinder befinden sich in einer anderen Lebenssituation als ihre Eltern; während Eltern oft eine Klärung von Konflikten anstreben, benötigen Kinder Unterstützung bei der emotionalen Verarbeitung und dem Heraustreten aus der Isolation.

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Details

Titel
Hilft die systematische Familientherapie den Kindern?
Untertitel
Zu den Grenzen und der (sozial-)pädagogischen Alternative
Hochschule
Universität Hamburg  (Erziehungswissenschaft)
Note
1,8
Autor
Kirsty Wegener (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V414064
ISBN (eBook)
9783668649118
ISBN (Buch)
9783668649125
Sprache
Deutsch
Schlagworte
systematische; Familientherapie; Kinder;Scheidung;Beratung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsty Wegener (Autor:in), 2015, Hilft die systematische Familientherapie den Kindern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414064
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Leseprobe aus  26  Seiten
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