Das Thema dieser Arbeit ist die ökonomische Analyse der Wertschaffung der auf dezentrale Konsensmechanismen (DZKM) basierten Businessmodelle am Beispiel von Bitcoin (N), Ethereum und Backfeed. Die Leitfrage dieser Arbeit ist: Welche mikroökonomischen Effekte entstehen durch Businessmodelle, die auf dezentralen Konsensmechanismen basieren?
Zunächst werden die zur Beantwortung dieser Frage notwendige Begrifflichkeiten definiert. Anschließend wird in dieser Arbeit näher auf die Distributed Ledger Technologies und DZKM eingegangen. Es folgt eine Erläuterung der relevanten Businessmodelle und schließlich die Analyse der Wertschaffung.
Zur Analyse der Wertschaffung werden die erläuterten Businessmodelle quantifiziert, d.h. mit Zahlen unterlegt, und in einem neu herausgearbeiteten Modell bewertet. Dafür werden zwei vorhandene Modelle zu einem neuen zusammengeführt: Das neue Modell soll zum einen aus einem Modell zur Quelle der Wertschöpfung von Amit und Zott (2001) und zum anderen aus einem Bewertungsmodell für auf dezentralen Konsensmechanismen basierenden Geschäftsmodellen von Brenig et al. (2016) entstehen.
Nach der Analyse wird ein Einblick in zukünftiges Potential von DLT basierten Businessmodellen gegeben und ein abschließendes Fazit dieser Arbeit formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Distributed Ledger Technologies und dezentrale Konsensmechanismen
4. Vorstellung der Businessmodelle Bitcoin, Ethereum und Backfeed
4.1 Bitcoin
4.2 Ethereum
4.3 Backfeed
5. Analyse der Wertschaffung
5.1 Quantifizierbarkeit der Wertschaffung
5.2 Quellen der Wertschaffung
5.3 Einordnung der Wertschöpfung zu betroffenen Schichten
5.4 Zukünftiges Potential von Distributed Ledger Technologies
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine ökonomische Analyse der Wertschaffung von Businessmodellen zu erstellen, die auf dezentralen Konsensmechanismen (DZKM) basieren. Dabei wird untersucht, welche mikroökonomischen Effekte durch diese dezentralen Strukturen entstehen, wobei insbesondere der Nutzen für verschiedene Akteure sowie das transformative Potential dieser Technologien beleuchtet werden.
- Wirtschaftliche Bedeutung dezentraler Konsensmechanismen (DZKM)
- Vergleichende Analyse der Businessmodelle Bitcoin, Ethereum und Backfeed
- Anwendung des "NICE"-Frameworks zur Untersuchung der Wertschöpfungsquellen
- Rolle von Disintermediation und Effizienzsteigerung in der digitalen Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
4.1 Bitcoin
Mit der Veröffentlichung des Bitcoin White Papers „Bitcoin: A Peer-to-Peer electronic cash system“ wurde erstmals ein Anwendungsmodell für DLT vorgestellt (Nakamoto 2008).
Bitcoin(N) wurde ohne bekannten Einfluss von großen Firmen oder Regierungen entworfen. Über ein Netzwerk von den teilnehmenden Individuen wird das Transaktionsprotokoll, die Blockchain, aufgebaut. Dieses Netzwerk ist dezentral, das einen großen Unterschied zu zentralen Servern von einzelnen Finanzfirmen darstellt. Bitcoin(N) ist ein komplexes System, dessen Umsetzung durch eine Kombination von Kryptographie, verteilten Algorithmen und anreizschaffenden Effekten zur Partizipation erfolgt. Der Aufbau von Bitcoin(N) ermöglicht irreversible Transaktionen, eine öffentliche Transaktionshistorie und eine determinierte Geldschöpfung im Laufe der Zeit (Badev und Chen 2014; Böhme et al. 2015).
Bitcoin(N) ist das weltweit erste, praktisch anwendbare digitale und dezentrale kryptographische Transaktionssystem (Nair und Chachanosky 2016; Ainsworth und Shact 2016). Nach Swan (2015) wird das System in die „Blockchain 1.0 Technologie“ eingestuft (Swan 2015). Der Konsensmechanismus, der zur Ermöglichung der Vision genutzt wird, ist Proof-of-Work (Nakamoto 2008). Durch Bitcoin(N) ist es erstmals möglich, Geld ohne die Abhängigkeit einer Bank zu transferieren. Das ermöglicht Geschäftsdurchführungen zwischen sich völlig fremden Individuen ohne die Finanzintermediäre als vertrauensschaffende Basis. Die zentralen Funktionen der Finanzinstitute werden bei Bitcoin(N) durch die Blockchain und das Proof-of-Work-Protokoll ersetzt (Back et al. 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Grundlagen der Distributed Ledger Technology (DLT) ein und formuliert die Forschungsfrage zur ökonomischen Analyse der Wertschaffung von Businessmodellen auf Basis dezentraler Konsensmechanismen.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Fachbegriffe wie Intermediär, Peer-to-Peer-Netzwerk, Ledger, Distributed Ledger, Blockchain und Smart Contracts erläutert.
3. Distributed Ledger Technologies und dezentrale Konsensmechanismen: Das Kapitel erklärt die Funktionsweise von DLT und die Rolle von Konsensmechanismen (Proof-of-Work, Proof-of-Value) als Ersatz für zentrale Autoritäten.
4. Vorstellung der Businessmodelle Bitcoin, Ethereum und Backfeed: Es werden die drei Kernbeispiele Bitcoin, Ethereum und Backfeed in ihren technologischen und ökonomischen Besonderheiten detailliert vorgestellt.
5. Analyse der Wertschaffung: Dieser Teil analysiert die Quellen und die Quantifizierbarkeit der Wertschöpfung mittels eines kombinierten Bewertungsmodells und diskutiert die Einordnung in verschiedene wirtschaftliche Schichten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont, dass der größte Mehrwert dieser Technologien beim Endnutzer liegt, während gleichzeitig zukünftige Herausforderungen für die Rentabilität von Anbietern bestehen.
Schlüsselwörter
Distributed Ledger Technology, DLT, Bitcoin, Ethereum, Backfeed, Dezentrale Konsensmechanismen, DZKM, Blockchain, Wertschaffung, Smart Contracts, Peer-to-Peer, Disintermediation, Mikroökonomie, Proof-of-Work, Proof-of-Value
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen und die Wertschöpfung von Geschäftsmodellen, die auf dezentralen Konsensmechanismen basieren, am Beispiel von Bitcoin, Ethereum und Backfeed.
Welche Businessmodelle stehen im Zentrum der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf Bitcoin als Währungssystem, Ethereum als Plattform für Smart Contracts und das Start-up Backfeed, das dezentrale Organisationsformen ermöglicht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, mikroökonomische Effekte wie Transaktionskostenreduktion und Disintermediation durch dezentrale Technologien zu identifizieren und die Wertschaffung in verschiedenen wirtschaftlichen Schichten zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin führt eine theoretische Analyse durch, bei der zwei existierende Modelle (von Amit und Zott sowie von Brenig et al.) zu einem neuen Bewertungsrahmen für dezentrale Geschäftsmodelle zusammengeführt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technologische Fundierung der DLT, eine detaillierte Beschreibung der drei ausgewählten Geschäftsmodelle und eine anschließende strukturierte Wertschöpfungsanalyse anhand des sogenannten NICE-Frameworks.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Distributed Ledger Technology (DLT), Blockchain, dezentrale Konsensmechanismen, Wertschöpfung und Disintermediation.
Wie unterscheidet sich der Proof-of-Value Mechanismus von Proof-of-Work?
Während Proof-of-Work auf maschinell gelösten Rechenrätseln basiert, stützt sich der Proof-of-Value Mechanismus bei Backfeed auf subjektive, menschliche Bewertungen und Reputationssysteme innerhalb eines Netzwerks.
Welche Bedeutung haben Smart Contracts für die Wertschöpfung bei Ethereum?
Smart Contracts ermöglichen die automatisierte und vertrauenswürdige Abwicklung von Verträgen ohne Intermediäre, was Transaktionskosten signifikant senkt und administrative Aufwände reduziert.
- Arbeit zitieren
- Max Ah (Autor:in), 2017, Geschäftsmodelle basierend auf dezentralen Konsensmechanismen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414114