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Das Tabu in J.G.Frazers Werk 'Der goldene Zweig'

Title: Das Tabu in J.G.Frazers Werk 'Der goldene Zweig'

Term Paper , 2005 , 17 Pages

Autor:in: Thorsten Doß (Author)

Sociology - Religion
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Von einem Tabu spricht und hört man in vielen Regionen der Erde. Viele Sprachen nahmen das Wort in ihren Wortschatz auf und benutzen es auch im täglichen Gebrauch. Doch woher stammt dieses Wort und was ist mit ihm verbunden?
Der in dieser Arbeit behandelte Tabubegriff ist ein Bestandteil des umfangreichen Werkes „Der goldene Zweig“ von James George Frazer. Darin wird, durch eine unüberschaubare Menge an ethnologischen Beispielen aus zweiter Hand, da Frazer selber nie Feldforschung betrieb, gezeigt, was der Begriff Tabu beinhaltet, in welchen Sphären des gesellschaftlich – kulturellen Lebens er sich bewegt und wie damit in verschiedenen Kulturen umgegangen werden muß.
In dieser Hausarbeit möchte ich aus der Fülle des Werkes den wirklichen Begriff herausfiltern und ihm verschiedene Beispiele aus Frazers Werk zuordnen, um den Umfang des mit dem einzelnen Begriff konnotierten gesellschaftlichen Verhaltens, wiederzugeben. Dabei muß auf Frazers Magiebegriff zurückgegriffen, bzw. dieser erläutert werden, von dem sich das Tabu als ein Teil der Magie abspaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff im Allgemeinen

3. James George Frazer´s „Der goldene Zweig“

4. Frazer´s System der sympathetischen Magie

5. Frazers Tabubegriff

6. Beispiele von Tabus

6.1 Verbotene Handlungen

6.2. Tabuierte Personen

6.3. Tabuierte Gegenstände

6.4. Tabuierte Wörter

7. Schlußbetrachtungen

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Hausarbeit besteht darin, den Tabubegriff innerhalb von James George Frazers Werk „Der goldene Zweig“ zu analysieren, indem die theoretischen Grundlagen der sympathetischen Magie erläutert und durch ethnologische Anwendungsbeispiele illustriert werden.

  • Evolutionistisches Modell der Magie, Religion und Wissenschaft bei Frazer
  • Die theoretische Einbettung des Tabus als „negative Magie“
  • Analyse verbotener Handlungen, Personen und Gegenstände
  • Bedeutung von Namen als potenzielle Quellen magischer Gefahr
  • Tabus als soziale Regulatoren zum Schutz der Gemeinschaft

Auszug aus dem Buch

6.2. Tabuierte Personen

Die in diesem Kapitel behandelten Personen werden aus unterschiedlichen Gründen tabuiert. Dabei geht es nicht nur um die Gefahr, die von ihnen ausgehen kann, wenn sie sich nicht rituellen Regeln unterwerfen. Frazer unterstellt den primitiven Völkern nicht zwischen dem Status einer Unreinen und eines Heiligen unterscheiden zu können – allein deren Gefahr für den Einzelnen und die Gesellschaft zählt bei ihm. ( Frazer, 1989: 324-325 )

An dieser Stelle muß vorab der Begriff eines Gottmenschen geklärt werden. Dieser Person – Priester oder Herrscher – kommt eine rein religiöse Bedeutung durch Inkarnation, Abstammung, Beauftragung usw., zu. Frazer bezeichnet diese Personen als Quelle sowohl der Gefahr als auch des Segens, welche gehütet werden und vor der man sich hüten muß. Sie besitzen starke magische und geistige Kräfte, die sich durch verhängnisvolle Weise entladen, wenn man mit ihnen in Berührung kommt und leben deshalb in der Isolation. ( Frazer, 1989: 297 ) Bei einem Bruch mit diesem Tabu – wenn das Profane das Sakrale berührt – kann dies den Tod zur Folge haben.

„In Tonga herrschte der Glaube, wenn jemand mit der Hand Speisen zum Mund führte, nachdem er die geheiligte Person eines vorgesetzten Häuptlings oder irgend etwas, das zu ihm gehörte, berührt habe, würde er anschwellen und sterben. Die Heiligkeit des Häuptlings steckte wie ein bösartiges Gift die Hände seines Untergebenen an und erwies sich, da sie dem Speisenden durch das Essen mitgeteilt wurde, für diesen als tödlich." ( Frazer, 1989: 298 )

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Frazer in seinem Werk „Der goldene Zweig“ den Begriff des Tabus im Kontext seines Magieverständnisses ethnologisch einordnet.

2. Der Begriff im Allgemeinen: Dieses Kapitel definiert Tabu als ein rituelles Meidungsgebot, das den Schutz der Gemeinschaft bezweckt und etymologisch im polynesischen „tapu“ verwurzelt ist.

3. James George Frazer´s „Der goldene Zweig“: Hier wird Frazers evolutionistisches Stufenmodell der Menschheitsentwicklung von der Magie über die Religion zur Wissenschaft kurz skizziert.

4. Frazer´s System der sympathetischen Magie: Die Erläuterung der Gesetze der Ähnlichkeit und der Berührung bildet die Basis für das Verständnis, warum Frazer Magie als pseudo-wissenschaftliches System begreift.

5. Frazers Tabubegriff: Dieses Kapitel definiert Tabu als die „negative Seite“ der praktischen Magie, die darauf abzielt, durch Kontaktvermeidung zwischen Profanem und Sakralem Schaden abzuwenden.

6. Beispiele von Tabus: Ein umfassender Überblick über die Anwendung von Tabus im Alltag, unterteilt in die Kategorien Handlungen, Personen, Gegenstände und Wörter.

7. Schlußbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Tabus als unterbewusste soziale Regulatoren dienen, die durch das Prinzip von Ursache und Wirkung das gesellschaftliche Zusammenleben ordnen.

Schlüsselwörter

Tabu, James George Frazer, Der goldene Zweig, sympathetische Magie, Magie, Religion, Evolutionismus, Meidungsgebot, Isolation, Ritual, Reinheit, Unreinheit, Kontaktvermeidung, Gottmensch, Name

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept des Tabus, wie es der Religionswissenschaftler James George Frazer in seinem bedeutenden Werk „Der goldene Zweig“ darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das System der sympathetischen Magie, die Definition von Tabus als negative Magie sowie deren Ausprägung in Bezug auf Personen, Handlungen, Gegenstände und Eigennamen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Tabubegriff bei Frazer herauszuarbeiten und zu zeigen, wie dieser durch spezifische gesellschaftliche Verhaltensregeln die Ordnung und Sicherheit in verschiedenen Kulturen aufrechterhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Literaturanalyse von Frazers Werk, um dessen theoretisches Modell der „negativen Magie“ anhand von zahlreichen ethnologischen Beispielen zu explizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Tabus als „elektrische Isolatoren“ wirken, um das Profane vor dem Sakralen zu schützen, und kategorisiert diverse Verhaltensverbote.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tabu, sympathetische Magie, rituelles Meidungsgebot, sakral, profan und den Namensschutz definiert.

Wie unterscheidet Frazer zwischen theoretischer und praktischer Magie?

Die theoretische Magie definiert für Frazer allgemeine Regeln für Ereignisse, während die praktische Magie konkrete Vorschriften – wie das Tabu – beinhaltet, die der Mensch befolgen muss, um bestimmte Ziele zu erreichen oder Gefahren abzuwehren.

Warum spielt der Name einer Person in der tabuistischen Betrachtung eine solch große Rolle?

Aufgrund der magischen Gleichsetzung von Name und Identität fürchtet man, dass der Besitz des Namens durch einen Feind zur Ausübung schädlicher Magie genutzt werden kann, was wiederum strenge Namens-Tabus nach sich zieht.

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Details

Title
Das Tabu in J.G.Frazers Werk 'Der goldene Zweig'
College
University of Leipzig  (Religionswissenschaftliches Institut)
Course
Frazers "Der goldene Zweig"
Author
Thorsten Doß (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V41411
ISBN (eBook)
9783638396776
Language
German
Tags
Tabu Frazers Werk Zweig Frazers Zweig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Doß (Author), 2005, Das Tabu in J.G.Frazers Werk 'Der goldene Zweig', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41411
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