Von der "Dritten Welt" zur "Einen Welt". Entwicklungs- und Schwellenländer in den Lehrplänen verschiedener Schularten im Wandel der Zeit. Die Geographie-Lehrpläne des bayerischen Gymnasiums werden ebenso erörtert, wie z.B. der Stellenwert von Entwicklungs- und Schwellenländern im National Curriculum des Vereinigten Königreichs.
Inhaltsverzeichnis
I. Entwicklung des Entwicklungsländerunterrichts
II. Vorstellung der ausgewählten Lehrpläne
III. Entwicklungs- und Schwellenländer in den Lehrplänen ausgewählter Schularten
1. Der Lehrplan für Realschulen in Hessen
2. Der Lehrplan für das achtjährige Gymnasium in Hessen
3. Der Lehrplan für das neue achtjährige Gymnasium in Bayern
4. Der Lehrplan für das neunjährige Gymnasium in Bayern von 1990
5. Der Lehrplan für Geographie im Vereinigten Königreich
IV. Vergleich der gewählten Lehrpläne
1. Tabellarische Übersicht
2. Zusammenfassender Vergleich der bayerischen Gymnasiallehrpläne
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die didaktische Einbettung von Entwicklungs- und Schwellenländern in geographischen Lehrplänen verschiedener Schularten und Bundesländer. Ziel ist es, die Entwicklung der Unterrichtsinhalte vom klassischen Länderkundeansatz hin zu einem modernen, globalen Eine-Welt-Konzept aufzuzeigen und die methodische Umsetzung in den Lehrplänen zu vergleichen.
- Wandel des Entwicklungsländerunterrichts
- Lehrplananalyse Deutschland (Hessen, Bayern) vs. Großbritannien
- Einordnung in das Konzept des globalen Lernens
- Vergleich von Lehrplan-Strukturen und Inhalten
- Reflexion über methodische Umsetzungsformen
Auszug aus dem Buch
I. Entwicklung des Entwicklungsländerunterrichts
Während wir uns in Deutschland über preiswerte Importprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern freuen, ist es oftmals so, dass diese Produkte ihre Erzeuger in den Produktionsgebieten nicht mehr ernähren können. So zeigt sich bereits an dieser Aussage die Verwandlung des Entwicklungsländerunterrichts von einem Fern- zu einem Nahthema, die sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Die Rahmenbedingungen für den Entwicklungsländerunterricht haben sich z.B. durch Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, neue pädagogische Konzepte und neue didaktische Anregungen verändert. Verschiedene Theorien wie die Modernisierungstheorie oder die Dependenztheorie wurden begründet und verblassten wieder.
Nachdem die Entwicklungsländer weiter in Schwellenländer, „normale“ Entwicklungsländer und die ärmsten Entwicklungsländer unterschieden wurden, sowie die Konkurrenz in der Triade Europa – USA – Japan größer wurde, sank das Interesse an den Entwicklungsländern. Seit den 1970er Jahren wird eine „Alternative Entwicklung“ mit den Prioritäten der Befriedigung von Grundbedürfnissen, Hilfe zur Selbsthilfe und der Umweltverträglichkeit verfolgt. Im Brundtland-Bericht von 1987 wurde der neue qualitative und global gültige Begriff der „dauerhaften Entwicklung“ eingeführt. Er besagt, dass heutige Bedürfnisse befriedigt werden sollen, ohne die Handlungsmöglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken. Die untige Tabelle veranschaulicht die Entwicklung der Weltbilder, die den Weg vom klassischen Entwicklungsländerunterricht zum Eine-Welt-Unterricht begründen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Entwicklung des Entwicklungsländerunterrichts: Das Kapitel beschreibt den historischen Wandel von einem rein länderkundlichen Ansatz hin zu einem globalen Eine-Welt-Verständnis im Unterricht.
II. Vorstellung der ausgewählten Lehrpläne: Hier wird das methodische Vorgehen bei der Auswahl und Analyse der verschiedenen Lehrpläne aus Hessen, Bayern und dem Vereinigten Königreich erläutert.
III. Entwicklungs- und Schwellenländer in den Lehrplänen ausgewählter Schularten: Dieses Kapitel untersucht detailliert die konkreten Lehrpläne für verschiedene Schulformen und beschreibt deren Schwerpunkte bei der Behandlung des Themas.
IV. Vergleich der gewählten Lehrpläne: Der Schlussteil vergleicht die analysierten Lehrpläne anhand einer Übersicht und diskutiert insbesondere die Entwicklung der bayerischen Gymnasiallehrpläne.
Schlüsselwörter
Entwicklungsländer, Schwellenländer, Geographieunterricht, Lehrplananalyse, Eine-Welt-Unterricht, globale Bildung, Didaktik, Nachhaltigkeit, Nord-Süd-Konflikt, Globalisierung, Entwicklungspädagogik, Weltinnenpolitik, Raumbeispiele, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Behandlung von Entwicklungs- und Schwellenländern im Geographieunterricht verschiedener Schulformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung didaktischer Ansätze, der Vergleich länderspezifischer Lehrpläne sowie moderne Konzepte wie das Eine-Welt-Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Stellenwert und die inhaltliche Ausgestaltung des Themas Entwicklungs- und Schwellenländer in aktuellen Lehrplänen im Vergleich zu älteren Modellen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine vergleichende Lehrplananalyse, bei der aktuelle Lehrpläne aus Bayern und Hessen sowie ein Beispiel aus dem Vereinigten Königreich untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung der Lehrpläne für Realschulen und Gymnasien und stellt diese in einem zusammenfassenden Vergleich gegenüber.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Lehrplananalyse, Eine-Welt-Unterricht, globale Verflechtungen und didaktische Transformationen.
Warum wird der Vergleich zwischen dem neunjährigen und dem achtjährigen Gymnasium in Bayern gezogen?
Dies dient dazu, den Wandel der didaktischen Schwerpunkte und die Entwicklung hin zu einer stärkeren Ausdifferenzierung und Ganzheitlichkeit der Thematik aufzuzeigen.
Welche Besonderheit weist der britische Lehrplan im Vergleich zu den deutschen Lehrplänen auf?
Der britische Lehrplan ist in vier „Key Stages“ unterteilt und integriert das Thema Entwicklungsländer bereits in frühen Jahrgangsstufen durch spezifische „Units“.
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- Matthias Lehner (Author), 2005, Entwicklungs- und Schwellenländer in den Lehrplänen verschiedener Schularten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41412