Diese Arbeit handelt einem Referatskonzept mit dem Thema "Die Rezeption des Wiederstandes gegen Hitler nach 1945". Dabei betrachtet man späten vierziger Jahre bis heute.
Inhaltsverzeichnis
1. Die späten vierziger Jahre
2. In der Frühphase der DDR
3. Die fünfziger Jahre
4. Die sechziger Jahre
5. Die siebziger Jahre
6. Die achtziger Jahre
7. Die neunziger Jahre
8. Im 21. Jahrhundert
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die wechselhafte Rezeption und Instrumentalisierung des deutschen Widerstandes gegen das NS-Regime in der öffentlichen Erinnerungskultur der Bundesrepublik sowie der DDR seit 1945. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie der Widerstandsbegriff je nach politischem Kontext geformt, gedeutet und für staatspolitische Legitimationszwecke genutzt wurde.
- Wandlung des Widerstandsbildes über verschiedene Jahrzehnte
- Politischer Instrumentalisierung des Widerstandsgedenkens
- Spannungsfeld zwischen legitimem Widerstand und staatlicher Souveränität
- Ausschluss oder Fokus auf spezifische Widerstandsgruppen (kommunistisch vs. bürgerlich)
- Bedeutung der Erinnerung für die nationale Identität und europäische Wertegemeinschaft
Auszug aus dem Buch
Die fünfziger Jahre
Schweigen über Nationalsozialismus, jedoch: Erinnerung an Widerstand (zu bestimmten Zwecken)
Erste Bücher zum Thema Widerstand, darunter „Die weiße Rose“ von Inge Aicher-Scholl (Schwester von Hans und Sophie)
Ab Mitte der 50er: Kollektives Erinnern bei Gedenkveranstaltungen
Ehrung der Widerstandskämpfer aus außenpolitischen Überlegungen, z.B. Theodor Heuss Brief an Ehefrau von Major Remer (Zuwendung zum Westen glaubwürdig machen, Deutschlands Stellung in der Welt durch Hinweise auf Widerstand aufwerten, Remer ließ Aufstandsversuch vom 20. Juli 1944 scheitern)
Major Hans Otto Remer auf Kundgebung der Sozialistischen Reichspartei im Mai 1951: Attentäter des 20. Juli vom Ausland bezahlte Hoch- und Landesverräter, Strafanzeige (u.a. von Bundesinnenminister Robert Lehr wegen übler Nachrede und Beschimpfung des Andenkens Verstorbener) und Prozess (vor dem Landgericht Braunschweig), Verurteilung Remers zu Freiheitsstrafe, Feststellung: Attentat kein Landesverrat (aber: Landgericht folgte Forderung von Oberstaatsanwalt Bauer nicht, dass Widerstand gegen ein Regime, das Menschenrechte aufhebt, generell legitim ist)
Zusammenfassung der Kapitel
Die späten vierziger Jahre: Es wird untersucht, wie der Hinweis auf Widerstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit dazu diente, die alliierte Kollektivschuldthese zu widerlegen und die politische Akzeptanz des neuen Staates zu fördern.
In der Frühphase der DDR: Das Kapitel beleuchtet die Fokussierung der DDR-Führung auf den kommunistischen Widerstand, um sich selbst als legitime Erben des Sieges über den Nationalsozialismus zu inszenieren.
Die fünfziger Jahre: Hier wird der Prozess der zunehmenden staatlichen Vereinnahmung des Widerstandsgedenkens, insbesondere des 20. Juli, sowie die rechtliche Auseinandersetzung um dessen Legitimität dargestellt.
Die sechziger Jahre: Der Fokus liegt auf der langsamen Erweiterung des Widerstandsbildes und der zunehmenden Nutzung des Themas durch sozialdemokratische Akteure zur Stützung ihrer Reformpolitik.
Die siebziger Jahre: Es wird die inflationäre Verwendung des Widerstandsbegriffs durch linksextreme Gruppen sowie die entgegengesetzte Instrumentalisierung zur Mahnung gegen aktuelle Gefahren thematisiert.
Die achtziger Jahre: Dieses Kapitel zeigt die Bemühungen, das Widerstandsverständnis im Bildungswesen zu differenzieren und über den 20. Juli hinaus auszuweiten.
Die neunziger Jahre: Die Debatten um die Einordnung von Widerstandsgruppen in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand unterstreichen die Schwierigkeiten bei der Definition und Dokumentation des Widerstands.
Im 21. Jahrhundert: Es wird dargelegt, wie die Erinnerung an den Widerstand heute zur Legitimation europäischer Werte und Normen herangezogen wird.
Schlüsselwörter
Widerstand, 20. Juli 1944, Erinnerungskultur, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Geschichtspolitik, Nationalsozialismus, Widerstandsdefinition, Politische Legitimation, Souveränität, Europäische Union, NS-Vergangenheit, Gedenkveranstaltungen, Antitotalitarismus, Kollektives Erinnern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der öffentlichen Erinnerung an den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime in Deutschland von 1945 bis heute.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die staatliche Instrumentalisierung von Geschichte, der Wandel des Widerstandsbildes, die Abgrenzung von kommunistischem und bürgerlichem Widerstand sowie die Nutzung der Erinnerung zur Identitätsstiftung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum das Gedenken an den Widerstand in verschiedenen politischen Phasen für die Legitimation des jeweils herrschenden Systems oder zur Abgrenzung gegenüber politischen Gegnern genutzt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine strukturierte historische Analyse der öffentlichen Diskurse, Gedenkpraktiken und rechtlichen Rahmensetzungen in der Bundesrepublik und der DDR.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert chronologisch von den späten vierziger Jahren bis ins 21. Jahrhundert, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Widerstandsbegriff verändert hat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Geschichtspolitik, Widerstand, Erinnerungskultur, Legitimation, 20. Juli und staatliche Identität.
Wie unterschied sich die Sichtweise der DDR von der der Bundesrepublik auf den Widerstand?
Die DDR-Führung reduzierte das Widerstandsbild primär auf kommunistische Akteure, um sich als legitime Sieger über den Nationalsozialismus zu positionieren, während die Bundesrepublik den 20. Juli und bürgerliche Kreise stärker in den Fokus rückte.
Warum war der Umgang mit dem 20. Juli in den fünfziger Jahren so umstritten?
Der 20. Juli war umstritten, da große Teile der Bevölkerung den Widerstand zunächst als Landesverrat betrachteten und die politische Führung vorsichtig agieren musste, um die Akzeptanz des neuen Staates nicht zu gefährden.
Welche Rolle spielte der Widerstandsbegriff bei linksextremen Gruppen in den siebziger Jahren?
Der Begriff wurde in den siebziger Jahren inflationär gebraucht, wobei linksextreme Terroristen ihn zur Rechtfertigung ihres Kampfes gegen die bestehende Verfassungsordnung umdeuteten.
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- Verena Binder (Author), 2017, Rezeption des Widerstands gegen Hitler nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414144