Rezeption des Widerstands gegen Hitler nach 1945


Referat (Ausarbeitung), 2017
6 Seiten, Note: 1,7
Verena Binder (Autor)

Leseprobe

Die Rezeption des Widerstandes gegen Hitler nach 1945

Referatskonzept von Verena Binder (Pseudonym)

Die späten vierziger Jahre

Hinweis auf Widerstand zur Widerlegung der alliierten These einer Kollektivschuld der Deutschen (Ansätze für politische Umkehr und Demokratie schon während der NS-Zeit nachweisen, Signalcharakter der Erinnerung an Widerstand)

Dilemma der Politik: Missbilligung des Verhaltens der Mehrheit durch starke Würdigung der Widerstandskämpfer zur Gründungszeit der Bundesrepublik problematisch (Last der Vergangenheit musste in den Hintergrund treten, Akzeptanz der neuen politischen Verhältnisse war wichtig, Wehrmacht: sowohl führertreue als auch eidbrüchige Soldaten benötigt)

Sicht auf Widerstand als feigen Landesverrat (bis in die Fünfziger), Beispiel 20. Juli: Umfrage unter Westdeutschen 1951 30% Ablehnung, 30% ohne Meinung, 40% Zustimmung (entsprechend vorsichtig war politische Führung im Umgang mit dem Thema)

Selbstkritik der Deutschen bei Beschäftigung mit Widerstand erforderlich

Angst der Regierung vor 20. Juli als neuer „Dolchstoßlegende“

Unvoreingenommene und umfassende Wahrnehmung des Widerstandes wegen fehlender Distanz unmöglich

Erste Erinnerung an Widerstand vor allem von Angehörigen und engen Freunden der Widerstandskämpfer

In der Frühphase der DDR

Ebenfalls mehrere Bücher zum Thema Widerstand (erreichen allerdings kein Massenpublikum), darunter „Die letzten Stunden“ von Harald Poelchau (Gefängnispfarrer sprach mit vielen bekannten Widerstandskämpfern kurz vor ihrer Hinrichtung, Buch behandelt gesamtes Spektrum des Widerstandes aus Sicht der Menschen, die dahinter stehen und wissen, dass ihr Tod bevorsteht)

Hinweis der DDR-Führung auf Engagement im kommunistischen Widerstand (DDR sah sich in der Tradition des Widerstandes, nicht als Opfer des Nationalsozialismus, sondern auf Seiten der Sieger, DDR kein Nachfolgestaat der Täter)

Reduktion des Widerstandsbildes in der DDR auf kommunistischen Widerstand (zunehmend auf Widerstand der Gruppe des Moskauer Exils), Machtabsicherung der DDR-Führung (um Ulbricht) als alleinige Vertreter des Widerstandes ➔ alleiniges Recht auf Wiederaufbau des Landes

Die fünfziger Jahre

Schweigen über Nationalsozialismus, jedoch: Erinnerung an Widerstand (zu bestimmten Zwecken)

Erste Bücher zum Thema Widerstand, darunter „Die weiße Rose“ von Inge Aicher-Scholl (Schwester von Hans und Sophie)

Ab Mitte der 50er: Kollektives Erinnern bei Gedenkveranstaltungen

Ehrung der Widerstandskämpfer aus außenpolitischen Überlegungen, z.B. Theodor Heuss Brief an Ehefrau von Major Remer (Zuwendung zum Westen glaubwürdig machen, Deutschlands Stellung in der Welt durch Hinweise auf Widerstand aufwerten, Remer ließ Aufstandsversuch vom 20. Juli 1944 scheitern)

Major Hans Otto Remer auf Kundgebung der Sozialistischen Reichspartei im Mai 1951: Attentäter des 20. Juli vom Ausland bezahlte Hoch- und Landesverräter, Strafanzeige (u.a. von Bundesinnenminister Robert Lehr wegen übler Nachrede und Beschimpfung des Andenkens Verstorbener) und Prozess (vor dem Landgericht Braunschweig), Verurteilung Remers zu Freiheitsstrafe, Feststellung: Attentat kein Landesverrat (aber: Landgericht folgte Forderung von Oberstaatsanwalt Bauer nicht, dass Widerstand gegen ein Regime, das Menschenrechte aufhebt, generell legitim ist)

Tendenziell keine Anerkennung der Legitimität des Widerstands vor Gericht

Kabinettsbeschluss von 1951: Bewahrung der Erinnerung an Widerstand, Schutz vor Verunglimpfung (bezog sich besonders auf 20. Juli 1944, erstaunlich, weil Meinungen in der Bevölkerung geteilt, auch Alliierte hatten Zweifel an Ehrenhaftigkeit des Widerstandes)

1953: Einweihung des Widerstandsdenkmals in Berlin

Auswahl von Bundeswehroffizieren 1954: Einstellung zum Widerstand als Auswahlkriterium

1955: Zwei Filme über 20. Juli („Der 20. Juli“ und „Es geschah am 20. Juli“), Kritik von Angehörigen und Überlebenden wegen falscher Darstellung der Ziele (Ende des totalitären Staates, nicht verlorenen Krieg beenden)

Bundesentschädigungsgesetz 1956: Ausschluss von Kommunisten (von allen, die gegen freiheitlich, demokratische Grundordnung gekämpft haben), Entschädigung von tatsächlichem oder wahrscheinlichem Erfolg des Widerstands abhängig

Gedenktag 20. Juli: Demonstrative Distanzierung vom Nationalsozialismus, Nutzung zu politischen Zwecken (besonders von konservativen Parteien, ca. 1945-60)

Staatspolitische Bedeutung: Attentat als Wegweiser für die Deutschen, Vereinigung (aller gesellschaftlichen Schichten, Parteien, Glaubensbekenntnisse) im Widerstand, Legitimation des deutschen Staates (durch Hinweis auf Widerstand, zur Wiedererlangung der Souveränität, immer neues vor dem Pranger stehen verhindern)

Deutschlandpolitische Bedeutung: Vergleich mit Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953 (beide Male Recht und Freiheit gegen diktatorisches Regime verteidigt, Auszeichnung des NS-Widerstandes erschien Bundesregierung angesichts der Ereignisse in der DDR gerechtfertigt)

Gesellschaftspolitische Bedeutung: Widerstand gegen Hitler als Qualifikation für Zukunftsgestaltung (konservative Parteien, Legitimation konservativer Regierung), Betonung eines antitotalitären Konsens

Europa- und Außenpolitische Bedeutung: Wiedererlangung der staatlichen Souveränität (zeigen, dass würdig), Wiederaufrüstung, Aufnahme in NATO

Ausklammerung des kommunistischen (und überhaupt nicht-bürgerlichen) Widerstandes

Die sechziger Jahre

Legitimität staatlicher Herrschaft nur bei Einhaltung von Recht und Moral ➔ Widerstand gegen NS-Staat legitim (Würdigung des Gewissens der Widerstandskämpfer)

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Rezeption des Widerstands gegen Hitler nach 1945
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
6
Katalognummer
V414144
ISBN (eBook)
9783668656833
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rezeption, widerstands, hitler
Arbeit zitieren
Verena Binder (Autor), 2017, Rezeption des Widerstands gegen Hitler nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414144

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