Den Begriff Musical verbinden die meisten Menschen in erster Linie mit den USA. Die Ursprünge dieses inzwischen eigenständigen Genres liegen aber woanders: es ist entstanden aus dem englischen Vaudeville und wurde in Amerika radikal weiterentwickelt.
Eines der ersten deutschen Erfolgsmusicals lässt sich bereits in den 20er Jahren ausfindig machen; die Dreigroschenoper von Bertold Brecht mit der Musik von Kurt Weill . Auch bereits in der Weimarer Republik finden sich Werke des amerikanischen Musiktheaters. Die eigentliche Erfolgsgeschichte des Musicals im deutschsprachigen Raum beginnt aber nach 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Musical in den Jahren 1945 -1960
2. Das Musical in den 60er Jahren
3. Das Musical in den 70er Jahren
4. Das Musical in den 80er Jahren
5. Das Musical in den 90er Jahren
6. Das Musical nach 2000
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der historischen Entwicklung und Etablierung des Musicals im deutschsprachigen Raum nach 1945. Sie untersucht, wie das ursprünglich aus den USA stammende Genre durch kulturelle Adaptionen, technische Innovationen und die zunehmende Professionalisierung der Darstellerausbildung einen festen Platz in der deutschsprachigen Theaterlandschaft finden konnte.
- Historische Phasenentwicklung des Musicals von 1945 bis heute
- Einfluss amerikanischer Importe und deren Rezeption in Deutschland
- Professionalisierung der Ausbildung und Entstehung von Musical-Ensembles
- Wirtschaftliche Herausforderungen und Krisenmanagement der Theaterbetriebe
- Wandel von dramaturgischen Konzepten und inhaltlichen Schwerpunkten
Auszug aus dem Buch
1. DAS MUSICAL IN DEN JAHREN 1945 -1960
Nach Jansen beginnt die Geschichte des Musicals im deutschsprachigen Raum „im Sommer 1945, nur wenige Wochen nach der deutschen Kapitulation und Einstellung der Kämpfe in Europa“11. Mit der Aufführung von Porgy and Bess, einer amerikanischen Oper über das Leben von Afroamerikanern in Catfish Row, Charleston von George Gershwin, ist in Zürich der Grundstein für eine bis heute andauernde Bewegung gelegt. Die Schwierigkeiten die die Nachkriegszeit mit sich bringt („die weitgehende Zerstörung der Kommunikationsmittel […] und die Sorgen der Überlebenden, zunächst einmal die notwendigsten Grundlagen eines zivilen Lebens zu sichern“12), sorgen dafür, dass die Aufführung keine große Außenwirkung erreicht und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Hinzu kommt, dass die durch die Nationalsozialisten eingeführte öffentliche Förderung der Spielbetriebe das Entwickeln des unterhaltenden Musiktheaters stark bremst und die privaten Spielstätten aus selbigen Gründen kaum noch existieren 13. Jansen fasst es wie folgt zusammen: „Der Mangel an großen, privaten Bühnen, der Verlust einer zentralen Theatermetropole sowie die Abwesenheit der vertriebenen Künstler ließen sich nicht ausgleichen“14.
Neben Porgy and Bess schafften es weitere Stücke auf die deutsche Bühne: „drei Werke von Kurt Weill (KNICKERBOCKER HOLIDAY 1948 in Essen, DOWN IN THE VALLEY 1949 in Zürich und LADY IN THE DARK 1951 in Kassel) sowie ein kurzes Gastspiel von Richard Rodgers Meisterwerk OKLAHOMA! 1951 in Berlin“15. Sie alle sind deutsche Erstaufführungen amerikanischer Musiktheaterstücke, die trotz der „Schwierigkeiten der Informationsbeschaffung“16 nach Deutschland gelangten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Musical in den Jahren 1945 -1960: Das Kapitel beschreibt die schwierigen Anfänge des Genres in der unmittelbaren Nachkriegszeit, geprägt von infrastrukturellen Mängeln und dem Einfluss amerikanischer Importe.
2. Das Musical in den 60er Jahren: Hier wird der Prozess der Akzeptanz des Musicals als ernsthafte Gattung behandelt, der durch Erfolge wie West Side Story und institutionelle Gründungen gestützt wurde.
3. Das Musical in den 70er Jahren: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der Rockszene auf das Musical, die Entstehung von Rockmusicals sowie die zunehmende Notwendigkeit technischer Aufrüstung.
4. Das Musical in den 80er Jahren: Der Fokus liegt auf der Etablierung des „Megamusicals“, der professionalisierten Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel sowie der Bedeutung der Tonverstärkung.
5. Das Musical in den 90er Jahren: Hier werden die Auswirkungen der Wiedervereinigung, die Expansion neuer Spielstätten und die darauffolgenden wirtschaftlichen Krisen der Branche analysiert.
6. Das Musical nach 2000: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der Stabilisierung des Marktes, dem Wandel hin zu heiteren Stoffen und der zunehmenden wissenschaftlichen Aufarbeitung des Genres.
Schlüsselwörter
Musical, Musiktheater, Kulturgeschichte, Rezeption, Theaterlandschaft, Musicaldarsteller, Ausbildung, Rockmusical, Megamusical, Stella AG, Stage Holding, Bühnentechnik, Broadway, Deutschland, Inszenierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Musicals im deutschsprachigen Raum von 1945 bis in die Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung umfasst die kulturelle Rezeption, die institutionelle Etablierung, die Professionalisierung der Darsteller sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Theaterbetriebe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Weg des Musicals von einer „fremden“ Importware zu einer fest verankerten Säule der deutschsprachigen Theaterlandschaft nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Quellenanalyse, die auf historischen Fachwerken und zeitgenössischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Entwicklung des Musicals in Jahrzehnte-Schritten, inklusive der technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Musical, Musiktheater, Theaterlandschaft, Rezeption, Musicaldarsteller und kulturelle Adaption bilden die Kernaspekte.
Welche Rolle spielte die Tonverstärkung für das Genre?
Die Tonverstärkung wurde in den 70er und 80er Jahren zu einem essenziellen Merkmal, um dem Aufkommen des Rockmusicals und der zunehmenden Komplexität der Inszenierungen gerecht zu werden.
Was unterscheidet das Musical nach 2000 von den 90er Jahren?
Während die 90er Jahre stark von düsteren Themen geprägt waren, zeichnet sich die Ära nach 2000 durch eine Hinwendung zu heiteren Stoffen, Komödien und einer stärkeren Förderung der Autoren aus.
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- Anonym (Author), 2016, Die Entwicklung des Musicals im deutschsprachigen Land. Ein historischer Abriss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414289