Kreative Bildung von Kindern in Kindertagesstätten. Gesetzliche Grundlagen in Nordrhein-Westfalen


Term Paper, 2017
15 Pages, Grade: 1,0

Excerpt

Inhalt

1. Einleitung

2. Geschichtliche Entwicklung der ästhetischen Bildung und Kreativität

3. Kreative und Ästhetische Bildung
3.1 Kreative Bildung
3.2 Ästhetische Bildung
3.3 Kreative und Ästhetische Bildung in Kindertagestätten Umsetzen

4. Rechtlich Grundlagen

5. Bildungsgrundsätze Nordrhein-Westfalen

6. Weitere Einflussnehmende Faktoren

7. Fazit

Quellenverzeichnis

Onlineverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 : Kreativitätsprozess Seite 3

Abbildung 2: Gestaltung einer kreativen Lern- und Bildungskultur Seite 4

Abbildung 3: Fördernde Faktoren für kreative und Seite 6 ästhetische Bildung in Kindertagesstätte

1. Einleitung

״Was hat Kreativität mit Bildung zu tun?“ (Braun 2010,s. 7) fragt die Autorin und Kindheitswissenschaftlerin Dr. Braun. Hört man den Begriff Kreativität und ästhetische Bildung, so liegt es zunächst nahe, an Künstler, Musiker und Theaterstücke zu denken. Auch die Vermittlung von speziellen Fähigkeiten, wie dem Erlernen von Musikinstrumenten oder den Theaterbesuch, werden oft damit verknüpft. Ist ein Instrument lernen also kreativ? stößt es den Bildungsprozess eines Kindes an?

Die Vielzahl der Bücher zu diesem Thema deutet bereits darauf hin, dass es ein breitgefächertes und nicht eindimensional zu sehendes Gebiet ist. Der Begriff der kulturellen und kreativen Bildung bedeutet wesentlich mehr und beinhaltet in der Landschaft der Kinderbetreuung viele Aspekte.

Hierzu gehört die rechtliche Lage, der wissenschaftliche Aspekt, der bildungspolitische Aspekt hinsichtlich Finanzierung und Ausbildung, der Einfluss von Trägern, aber letztendlich auch der persönliche Aspekt eines jeden Erwachsenen, der in Kontakt mit Kindern tritt. Hierbei ist insbesondere das pädagogische Fachpersonalm it seinem professionellen Blick aber auch ganz persönlichen Einstellungen einflussnehmend.

In dieser Hausarbeit sollen der Begriff der ästhetischen und kulturellen Bildung sowie die damit verbundenen Effekte für Kinder definiert und erläutert werden.

Im Anschluss wird der Blick auf die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere denen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen gerichtet und geprüft, inwiefern dieser dem aktu- eilen wissenschaftlichen Stand entspricht.

Es stellt sich die Forschungsfrage ״Inwiefern entsprechen die Richtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen der besten Fachpraxis und inwieweit erreichen sie das Ziel der kreativen und ästhetischen Bildung für Kinder“.

2. Geschichtliche Entwicklung der ästhetischen Bildung und Kreativität

Schaut man in die geschichtliche Entwicklung des Begriffes Kreativität stellt man fest, dass dieser erstmals wesentliche Bedeutung nach dem zweiten Weltkrieg erlangte. Der ästhetischen Bildung kam auch zuvor eine größere Bedeutung zu, da diese als Grundlage rationaler Erkenntnisse angesehen wurde, (vgl. Braun 2011, s. 12) Als auschlaggebendes Ereignis zur Erkenntnis der Bedeutung von Kreativität gilt unter anderem der Sputnik-Schock, in dem die Sowjetunion der USA, durch die Entsendung des Erdsatteliten Sputnik ins All demonstrierte, dass sie technologisch mindestens gleichgestellt waren. Der Versuch dies zu erklären, ließ den Schluss zu, dass neue Formen der Begabung entdeckt und gefördert werden müssen. Hierbei wurde die Kreativität des Menschen erforscht, insbesondere wie man diese in Bildungsplänen so erbringen könne, dass sie kreative und somit innovative Persönlichkeiten hervorbringt, (vgl. ebenda 12f) Man hoffte also durch gezielte Bildungspläne besonders innovative Menschen hervorzubringen, die durch Wissen aber auch Kreativität den entscheidenden wissenschaftlichen Vorsprung erreichen. Hierbei ist vor allem der Aspekt der Problemlösungsfähigkeit als essentieller Bestandteil der Kreativität bedeutsam. Ein zunächst rein politisches und wirtschaftliches Interesse also, was in den Folgejahren zunehmend in die Pädagogik einfloss und sich mit dem schon zuvor anerkannten Bereich der ästhetischen Bildung vereinte.

3. Kreative und Ästhetische Bildung

3.1 Kreative Bildung

Folgend soll näher erläutert werden, was ästhetische und kreative Bildung bedeutet. Das Wort Kreativität bedeutet nach seiner lateinischen Wurzel ״creare“ schaffen, erschaffen, hervorbringen, erzeugen, gebären. Diese Wörter implizieren eine NeuerSchaffung, somit ist das Schaffen von etwas Neuem ein scheinbar wesentliches Merkmal von Kreativität (vgl. Braun 2011, S.12).

Im Kreativitätsprozess werden die in Abbildung 1 aufgezeigten 4 Phasen durchlaufen. Zunächst wird ein Problem erkannt. Das Individuum erkennt also eine für ihn neue Situation. Im Anschluss sammelt es notwendige Informationen, um das Problem zu beheben. Als dritten Schritt entwickelt das Individuum mögliche Lösungen und probiert diese aus. Im letzten Schritt werden die Lösungen bewertet, (vgl. Maier et al. 12.02.2017, www.wirtschaftslexikon.gabler.de)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kreativitätsprozess, eigene Darstellung nach Maier (Maier et al. 12.02.2017, www.wirt- schaftslexikon.gabler.de)

Dieses Findungsverfahren ist systematisch und inspirativ, unterliegt aber unter Umständen auch Zufällen, (vgl. Braun 2011, s. 17) Erst wenn der Mensch vor Probleme oder Aufgaben gestellt wird, beginnt der Kreativitätsprozess und somit können neue, innovative Lösungen entstehen. Hierin unterscheiden sich auch Fantasie und Kreativität, denn Kreativität endet in Handlung und Umsetzung, während die Fantasie lediglieh einen gedanklichen Akt darstellt (ebenda s. 16). Diese Schlüsselkompetenz der menschlichen Persönlichkeit ist ein wichtiges Element der Methoden- und Sachkom- petenz. Denn kreative Menschen gehen mit Krisen und unvorhergesehenen Problemen in der Regel leichter um. (ebenda s. 18) Kreativität hat also eine individuelle, aber auch eine gesellschaftliche Bedeutung. Je kreativer unsere Gesellschaft, umso mehr ist sie resilient gegenüber Schwierigkeiten und Problemen.

Kreative Bildung in Kindertagesstätten

Somit liegt es im Bildungsauftrag von Kindertagesstätten, die Kreativität der Kinder zu fördern, um ihre Problemlösungsfähigkeit damit zu stärken. Diese Problemlösungsfähigkeit stärkt zudem auch das Selbstvertrauen von Kindern. Durchlaufen sie eigenständig, ohne Störungen von außen den Kreativitätsprozess (siehe Abb. 1), erlangen sie Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Somit gelingt es Kindern leichter, sich auf neue Situationen einzustellen und ihnen zu entgegnen, (vgl. Braun 2010, s. 8f)

Kindliches Spielen fördert Fantasie und Emotionen, im Spiel können Kinder Situationen erleben und durchleben und in verschiedenen Facetten durchspielen. Aus eigener Kraft können sie kreativ sein und ihren Schöpfergeist ausleben.

Kreativität ist also bedeutsam, gerade für Kinder. Jedoch können Erzieher nicht einfach dafür sorgen, dass ein Kind kreativ ist. Dieser Zustand lässt sich nicht herstellen, sondern geschieht intrinsisch. Jedoch gibt es hemmende und fördernde Faktoren für Kreativität (vgl. Brodbeck2007, s.22f) Gerade im Bereich der Kindertagesstätten kann ein kreativitätsförderndes Umfeld geschaffen werden. Braun benennt hierbei sieben pädagogische Grundsätze zur Entwicklung und Gestaltung einer kreativen Lern- und Bildungskultur (siehe Abbildung 2). Hierbei spielt der Erzieher als Unterstützer der kindlichen Neugier, mit einer positiven Einstellung zu kreativen Lösungen, eine bedeutsame Rolle. Aber auch die Strukturqualität einer Einrichtung muss eine entsprechende Personaldecke sowie anregende Materialien und räumliche Kapazitäten ermöglichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gestaltung einer kreativen Lern- und Bildungskultur. Eigene Darstellung nach Braun 2010, s. 13- 15.

3.2 Ästhetische Bildung

Die ästhetische Bildung ist äußerst facettenreich und umfasst alles, was einer ästhetisehen Betrachtungsweise unterliegt. Hierbei können alle Gegenstände, somit auch Alltagsgegenstände, als ästhetisch wahr- und aufgenommen werden. Dies geschieht wenn ein Gegenstand aufmerksam betrachtet und dabei sowohl auf die eigenen Empfindungen als auch auf den kulturellen Kontext hin untersucht wird. Auch eine abschließende Reflexion, beispielsweise durch Sprache, hilft bei einer Einordnung der Gefühlsweit. (vgl. Reinwand 2012, s. 110) Dies bedeutet, Kunst und Ästhetik wird erlebt und erfahren durch sinnliche Wahrnehmung und Erfahrungsprozesse.

Ästhetische Bildung in Kindertagestätten

Das ästhetische Erleben ist wie bereits genannt ein vielschichtiger Prozess aus Wahrnehmung und Handlung. Dies geschieht nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch szenisch situativ. Dies bedeutet, Kinder benötigen Gestaltungsfreiraum für die Wahrnehmung von künstlerischen Erfahrungsprozessen. Laut Windelich setzt ästhetisehe Bildung eine Offenheit für Unerwartetes voraus, (vgl. Winderlich 2010, s. 15) Hierbei muss ein Gegenstand oder eine Person als überraschend und unerwartet wahrgenommen werden, um diesen Moment der Überraschung zu erzeugen. Diese Irritation wird dann von dem Individuum als Freude, Genuss oder auch Verunsicherung erlebt. Die Komponenten für ein ästhetisches Erleben sind somit das Wahrnehmen von etwas Bekannten sowie Fantasie und der Moment des Neuen, überraschenden. Hierbei kann der Erzieher durch aufmerksames beobachten des Kindes, aber auch durch Gespräche, seine Vorlieben herausfinden um seine Selbstbildung zu unterstützen. (ebenda s. 15f)

3.3 Kreative und Ästhetische Bildung in Kindertagestätten Umsetzen

Deutlich zeigt sich, dass kreative und ästhetische Bildung nicht zu erzeugen sind. Vielmehr müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Kindern ermöglichen, kreative Momente zu erleben und zu reflektieren. Hierbei muss zum einen die entsprechende Strukturqualität gegeben sein. Beispielsweise durch Personal, Raumgestaltung, Bereithalten von Materialien sowie zeitlichen Ressourcen. Zum anderen muss auch die Prozessqualität stimmig sein. Kann sich das pädagogische Fachpersonal auf die Bedürfnisse der Kinder einstellen und diese beobachten, um ihnen die nötigen Materialien und Angebote bereit zu stellen? Können Erzieher Stimmrohr für künstlerische Prozesse sein? In Abbildung 3 werden die von Braun und Winderlich genannten för- demden Faktoren für kreative und ästhetische Bildung in Kindertagestätten zusammenfassend dargestellt.

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Details

Title
Kreative Bildung von Kindern in Kindertagesstätten. Gesetzliche Grundlagen in Nordrhein-Westfalen
College
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Grade
1,0
Author
Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V414389
ISBN (eBook)
9783668659391
ISBN (Book)
9783668659407
File size
623 KB
Language
German
Tags
Kulturelle Bildung, Bildungspläne NRW
Quote paper
Angela Hellmig (Author), 2017, Kreative Bildung von Kindern in Kindertagesstätten. Gesetzliche Grundlagen in Nordrhein-Westfalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414389

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