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Die Mondsee-Gruppe

Title: Die Mondsee-Gruppe

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Magister Artium Christian E. Schulz (Author)

Archaeology
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Der Begriff der Mondsee-Kultur, oder richtiger Mondsee-Gruppe, ist eng verknüpft mit der Erforschung der neolithischen Pfahlbauten in den Seen des oberösterreichischen Salzkammergutes. Namensgebend für diese allgemein als jungneolithisch angesprochene Bevölkerung ist der gleichnamige Mondsee, in dem im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erstmals Spuren von Feuchtbodensiedlungen in Oberösterreich gefunden wurden. Obwohl die Untersuchung dieser Erscheinungsform neolithischen Lebens seither kontinuierlich vorangeschritten ist und viele Bereiche, wie z. B. die Kupferartefakte, die verzierte Keramik und Teile des organischen Materials aus den Pfahlbausiedlungen sehr gut aufgearbeitet wurden, sind dennoch eine Reihe von Fragen bisher offen geblieben. So ist vor allem das Problem der Entstehung der Mondsee-Gruppe und ihre relativchronologische Einordnung lange Zeit nicht befriedigend gelöst worden.
Wir wollen uns nun zunächst einmal die Zeitstellung und Verbreitung der Mondsee-Gruppe anschauen, um uns dann der Quellenlage und der Forschungsgeschichte zuzuwenden. In den nächsten Kapiteln werden Landschaft und Klima, die Wirtschaftsweise sowie das Siedlungswesen behandelt. Materielle Kultur und Formenkunde stehen im Fokus des darauf folgenden Abschnittes. Zuletzt sollen gesellschaftliche Aspekte der Mondsee-Gruppe wie Religion und Totenversorgung, Anthropologie und Sozialstruktur untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zeitstellung und Verbreitung

a) Genese der Mondsee-Gruppe und relative Chronologie

b) Absolute Chronologie

c) Verbreitung

III. Quellenlage

IV. Forschungsgeschichte

V. Landschaft/Klima

VI. Wirtschaftsweise

a) Subsistenzwirtschaft und Ernährung

b) Rohstoffwirtschaft

VII. Siedlungswesen

a) Feuchtbodensiedlungen (Pfahlbauten)

b) Hinterlandsiedlungen

VIII. Materielle Kultur/Formenkunde

a) Keramik

b) Steingeräte (Felsgestein und Silex)

c) Knochen- und Geweihgeräte

d) Kupferartefakte

e) Schmuck

IX. Gesellschaft

X. Schlußbetrachtung

XI. Literatur- und Abbildungsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Mondsee-Gruppe als jungneolithische Erscheinung im oberösterreichischen Salzkammergut zu geben. Dabei stehen die Klärung ihrer chronologischen Einordnung, die Analyse der Wirtschaftsweise sowie die Untersuchung der materiellen Kultur im Vordergrund, um die Lebensverhältnisse dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe zu rekonstruieren.

  • Zeitliche Einordnung und Genese der Mondsee-Gruppe
  • Rekonstruktion der Wirtschaftsweise und Ernährungsgrundlagen
  • Siedlungsformen und Architektur unter Berücksichtigung der Feuchtbodenbedingungen
  • Materielle Kultur mit Fokus auf Keramik, Steingeräten und Kupferartefakten
  • Gesellschaftliche Aspekte und Möglichkeiten der Interpretation archäologischer Befunde

Auszug aus dem Buch

d) Kupferartefakte

Äußerst reichhaltig ist auch das Inventar der Kupferartefakte. Es liegen hier trapezförmige und rechteckige Beilklingen (Typ Altheim), langgestreckt - trapezförmige Griffplattendolche (Typ Mondsee) mit drei bis fünf Nieten, Messerklingen mit konvexer Schneide (möglicherweise Rasiermesser), sowie Pfrieme mit viereckigem Querschnitt vor.

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es Vergleichsstücke für viele dieser Funde auch im Pfyner Kulturkreis. Bei den Dolchen ist ein Exemplar aus Weyeregg am Attersee (C-14 Datum ca. 3400 v. Chr.) hervorzuheben, das zwar formal eine typische trapezförmige Waffe der Mondsee-Gruppe ist, aber anders als es sonst der Fall ist, eine Mittelrippe aufweist. Parallelstücke von äneolithischen Dolchen mit Mittelrippe sind vor allem im Karpatenbecken und östlich bzw. südöstlich davon verbreitet, so daß die Übernahme dieses Merkmal bei einem Mondseedolch auf einen Einfluß aus dieser Richtung hindeutet.

Es sind außerdem Flachbeile nach Art der Mondsee-Gruppe, die sogar aus Mondsee-Kupfer bestehen, bis in den Bereich der Nordgruppe der Trichterbecherkultur gelangt. Hierauf jedenfalls weisen typologische Vergleiche und Metallanalysen hin. Der Mondsee-Gruppe scheint somit eine wichtige Rolle in der Distribution des Werkstoffes „Kupfer“ zuzukommen. Ob allerdings Kupfer auf direktem oder indirektem Wege mit anderen Kulturgruppen verhandelt wurde, muß zunächst offen bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Erforschung der Mondsee-Gruppe und Erläuterung der offenen Forschungsfragen bezüglich ihrer Entstehung.

II. Zeitstellung und Verbreitung: Erörterung der relativen und absoluten Chronologie sowie der geographischen Verbreitung im Salzkammergut.

III. Quellenlage: Darstellung der Fundbedingungen in den Feuchtbodensiedlungen und der daraus resultierenden Materialbasis.

IV. Forschungsgeschichte: Überblick über die archäologische Erforschung der Mondsee-Gruppe von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur systematischen Aufarbeitung.

V. Landschaft/Klima: Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten und des klimatischen Kontextes zur Zeit der Besiedlung.

VI. Wirtschaftsweise: Analyse der Ernährungsgrundlagen, der Viehzucht sowie der Rohstoffbeschaffung und -verarbeitung.

VII. Siedlungswesen: Untersuchung der Bauweise von Feuchtbodensiedlungen sowie der spärlichen Erkenntnisse zu Hinterlandsiedlungen.

VIII. Materielle Kultur/Formenkunde: Detaillierte Betrachtung der Keramik, Stein-, Knochen- und Kupfergeräte sowie der Schmuckfunde.

IX. Gesellschaft: Diskussion der schwierigen Rekonstruierbarkeit gesellschaftlicher Strukturen aufgrund fehlender Bestattungsbefunde.

X. Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Synthese der gewonnenen Erkenntnisse über die Mondsee-Gruppe.

XI. Literatur- und Abbildungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Mondsee-Gruppe, Pfahlbauten, Jungneolithikum, Salzkammergut, Keramik, Kupferartefakte, Feuchtbodensiedlungen, Chronologie, Subsistenzwirtschaft, Rohstoffwirtschaft, Trichterbecherkultur, Pfyner Kultur, Archäologie, Siedlungswesen, Materielle Kultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Mondsee-Gruppe, eine bedeutende jungneolithische Kultur im oberösterreichischen Salzkammergut, und analysiert deren Lebensweise, materielle Kultur und zeitliche Einordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Chronologie, die Wirtschaftsweise (einschließlich Landwirtschaft und Kupferverarbeitung), das Siedlungswesen und die materielle Hinterlassenschaft der Kultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, ein systematisches Bild der Mondsee-Gruppe zu erstellen, die Forschungsgeschichte aufzuarbeiten und die kulturellen Beziehungen zu anderen zeitgenössischen Gruppen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine archäologische Fundanalyse sowie die Auswertung publizierter Monographien, archäologischer Berichte und C-14-Datierungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel zu Zeitstellung, Quellenlage, Forschungsgeschichte, Landschaft und Klima, Wirtschaftsweise, Siedlungswesen sowie detaillierte Beschreibungen der materiellen Kultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Mondsee-Gruppe, Pfahlbauten, Kupferartefakte, Feuchtbodensiedlungen, Keramik, Neolithikum und Salzkammergut.

Warum ist die Kupferverarbeitung für die Mondsee-Gruppe so bedeutsam?

Die Kupferfunde, insbesondere die metallurgische Zusammensetzung (Arsenkupfer), deuten auf eine lokale oder regionale Gewinnung hin und zeigen, dass die Mondsee-Gruppe eine aktive Rolle in der Distribution dieses Rohstoffes spielte.

Warum ist die Rekonstruktion gesellschaftlicher Strukturen so schwierig?

Die gesellschaftliche Analyse scheitert weitgehend am Mangel an gesicherten Bestattungsplätzen, da ohne Grabbefunde Aussagen zu sozialen Hierarchien oder anthropologischen Daten kaum möglich sind.

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Details

Title
Die Mondsee-Gruppe
College
University of Münster  (Seminar für Ur- und Frühgeschichte)
Course
Der 'Ötzi' und seine Zeit. Spätneolithikum im zirkumalpinen Bereich
Grade
1,5
Author
Magister Artium Christian E. Schulz (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V41440
ISBN (eBook)
9783638397025
Language
German
Tags
Mondsee-Gruppe Zeit Spätneolithikum Bereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Christian E. Schulz (Author), 2003, Die Mondsee-Gruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41440
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