Das Eingreifen der Franken unter König Pippin in Italien zugunsten des Papsttums führte zu einem entscheidenden Wandel des fränkisch-langobardischen Verhältnisses, welches schließlich in der Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen im Jahr 774 endete. Dieses führte jedoch nicht nur zum Ende der Selbständigkeit des Langobardenreiches, sondern schuf darüber hinaus wichtige Voraussetzungen zur Errichtung des fränkischen Kaisertums.
Diese Hausarbeit hat deshalb das Ziel, die fränkische Italienpolitik und ihre Ergebnisse von König Pippin bis zu Karl den Großen hinsichtlich dieser Voraussetzungen zu untersuchen. Es sollen daher die wichtigsten Etappen im fränkisch-langobardischen Verhältnis in Bezug auf diese Fragestellung analysiert werden. Zum besseren Verständnis wird vor dem Beginn der eigentlichen Untersuchung ein Überblick über die Beziehungen der Franken zu den Langobarden vom langobardischen Einfall in Italien 568 bis zur fränkischen Kirchenreform 744 gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thematik
1.2 Forschungsstand
1.3 Quellenlage
2 Grundzüge des fränkisch-langobardischen Verhältnisses 568-744
3 Die Wende der Fränkischen Italienpolitik
3.1 Kirchenreform, karolingisches Königtum und die langobardische Offensive
3.2 Das Fränkisch-päpstliche Bündnis
3.3 Die fränkischen Interventionen 754/56
3.4 Resultate und Schlussfolgerungen
4 Das Wiedererstarken des Langobardenreiches
4.1 Die Politik des Königs Desiderius bis zum Tod Pippins
4.2 Bertradas Bündnispolitik
4.3 Resultate und Schlussfolgerungen
5 Die Errichtung der fränkischen Herrschaft in Italien
5.1 Karls Alleinherrschaft und Bruch mit Desiderius
5.2 Das Ende des Langobardenreiches
5.3 Ordnung der italienischen Verhältnisse
5.4 Resultate und Schlussfolgerungen
6 Resümee
7 Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Darstellungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die fränkische Italienpolitik von der Zeit König Pippins bis zu Karl dem Großen, mit einem besonderen Fokus auf die Voraussetzungen, die zur späteren Errichtung des fränkischen Kaisertums führten, und analysiert die Entwicklung des fränkisch-langobardischen Verhältnisses.
- Entwicklung des fränkisch-päpstlichen Bündnisses als Schutzmachtverhältnis
- Einfluss der Kirchenreform und der karolingischen Legitimation auf die Italienpolitik
- Bedeutung des patricius Romanorum-Titels für die fränkische Machtanspruchsformulierung
- Die Eroberung des Langobardenreiches unter Karl dem Großen
- Wandel der Rolle des fränkischen Herrschers von der bloßen Unterstützung zur Schutzherrschaft
Auszug aus dem Buch
3.2 Das fränkisch-päpstliche Bündnis
Nachdem er vergeblich mit Aistulf verhandelt hatte, begab sich Stephan II. Ende 753 auf die Reise ins Frankenreich. Am 6. Januar 754 wurde er von Pippin in der Pfalz Ponthion empfangen, wo der Papst den Frankenkönig eindringlich mahnte die Verhältnisse in Italien zu ordnen. Pippin sollte den Schutz der römischen Kirche und der Stadt Rom übernehmen, eine Aufgabe die vorher der Exarch von Ravenna innehatte. Da aber der byzantinische Kaiser nicht helfen konnte und der Exarchart seit der Eroberung durch die Langobarden nicht mehr existierte, wurde dem Frankenkönig dessen Aufgabe übertragen. Eidlich erklärte Pippin sich dazu bereit und ging außerdem noch ein persönliches Treueverhältnis mit dem Papst ein.
Damit stellte sich Pippin offen auf die Seite des Papstes. Das bedeutete aber, dass die Beziehungen zu den Langobarden nicht mehr wie bisher fortgesetzt werden konnte, denn als Beschützer der Kirche und Roms musste er diese gegen die bisherigen Freunde der Franken verteidigen. Die Dimension Pippins Entscheidung für den Papst und gegen die Langobarden zeigt sich an dem Widerstand in den eigenen Reihen gegen eine Unterstützung des Papstes. Erst bei einer zweiten Heeresversammlung gaben die fränkischen Großen ihre Zustimmung zum Feldzug gegen die Langobarden. Der Widerstand lässt erkennen wie tief die Freundschaft zu den Langobarden in der fränkischen Politik verwurzelt war. Aistulf versuchte diese Situation zu nutzen und schickte Pippins Bruder Karlmann aus dem Kloster Montecassino ins Frankenreich, um gegen Pippins Pläne zu opponieren. Karlmann wurde jedoch vom Papst und Frankenkönig in ein Kloster eingewiesen und konnte nichts erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Thematik der fränkischen Italienpolitik, den Forschungsstand sowie die Quellenlage der Untersuchung.
2 Grundzüge des fränkisch-langobardischen Verhältnisses 568-744: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Beziehungen zwischen Franken und Langobarden von der Landnahme bis zur Ära Karl Martells.
3 Die Wende der Fränkischen Italienpolitik: Hier wird die Abkehr von der bisherigen Langobardenfreundschaft hin zum Bündnis mit dem Papsttum unter Pippin analysiert.
4 Das Wiedererstarken des Langobardenreiches: Das Kapitel beleuchtet die Phase unter Desiderius, in der das Langobardenreich seine Macht wieder festigen konnte, begünstigt durch die Teilung des Frankenreichs.
5 Die Errichtung der fränkischen Herrschaft in Italien: Hier wird der Bruch zwischen Karl und Desiderius sowie die letztliche Eroberung des Langobardenreiches und die ordnende Italienpolitik Karls behandelt.
6 Resümee: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die Voraussetzungen für das Kaisertum Karls des Großen zusammen.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen.
Schlüsselwörter
Fränkisches Reich, Langobarden, Pippin, Karl der Große, Papsttum, Italienpolitik, Kaiserkrönung, patricius Romanorum, Bündnispolitik, Kirchenreform, Aistulf, Desiderius, Schutzherrschaft, Machtgewinn, Mittelalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die fränkische Italienpolitik von der Zeit des Königs Pippin bis zur Eroberung des Langobardenreichs durch Karl den Großen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Wandel der fränkisch-langobardischen Beziehungen, das Bündnis zwischen den Franken und dem Papsttum sowie die Entstehung der Voraussetzungen für das fränkische Kaisertum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der fränkischen Italienpolitik und ihre Ergebnisse im Hinblick auf die Voraussetzungen für die Errichtung des fränkischen Kaisertums zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der zeitgenössischen fränkischen und römischen Quellen sowie eine Auswertung der relevanten historischen Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen: von der Wende der Italienpolitik unter Pippin über das Wiedererstarken der Langobarden unter Desiderius bis zur endgültigen Errichtung der fränkischen Herrschaft in Italien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere fränkisch-päpstliches Bündnis, patricius Romanorum, Italienpolitik und der Wandel der Machtverhältnisse im 8. Jahrhundert.
Warum war der patricius-Titel für Karl den Großen so bedeutsam?
Der Titel übertrug ihm kaiserliche Pflichten und Rechte in Rom, die Karl dazu nutzte, seine Machtstellung als Schutzherr über die Stadt und das Papsttum zu legitimieren.
Welche Rolle spielte der Tod Pippins für das Verhältnis zu den Langobarden?
Der Tod Pippins führte zu einer Schwächung des Frankenreiches durch die Reichsteilung, was Desiderius die Möglichkeit gab, seine Macht auszubauen und das Bündnis zu untergraben.
- Quote paper
- Philipp Schneider (Author), 2001, Die Eroberung des Langobardenreiches. Das fränkisch-langobardische Verhältnis von König Pippin bis zu Karl dem Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414416