Kritik der modernen Medien unserer Gesellschaft

Medien und Macht. Wer formt unsere Wirklichkeit wirklich?


Essay, 2018

5 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Argwohn und eine offene Verteufelung war zu jeder Zeit ein gängiger Umgang mit den

Medien. Manche gehen sogar soweit ihnen eine krankheitsverursachende Wirkungen nachzusagen. Wie damals noch zu Blütezeiten der Zeitungen, sind es nun die digitalen Medien

- häufig das Internet aber auch Spielekonsolen - denen solche negativen Auswirkungen auf den Körper und das Gesellschaftsleben des Menschen vorgeworfen wird. Die Diskussion um die Macht der Medien ist allgegenwärtig: Besitzen sie die Macht, unsere Wirklichkeit zu beeinflussen oder sie gar zu gestalten? Wann ist dieses eventuell bereits geschehen? Wie äußert sich die Macht der Medien? Wer genau übt sie aus? Diesen Fragen möchte ich innerhalb dieses Essays nachgehen und einen kurzen Ausblick schaffen in das Einflusspotenzial der Medien auf das Leben.

Wissen ist Macht - wenn man dies bedenkt, wird schnell klar, warum der Kirche im Mittelalter eine derart große Macht zukam, dass sie über alles und jeden zu bestimmen vermochte. Zu Zeiten der Feudalsysteme war der Zugang zur Literatur - und damit zur Macht - beschränkt, alleine den Gläubigen und Gelehrten möglich, vor allem deshalb da alleine dieser Klasse das Privileg des Lesens zuteilwurde. Sie allein hatten also Zugang zum Wissen der Menschheit, während sich die große Bevölkerung in Unwissenheit befand. Einen globalen Nachrichtenaustausch nach heutigen Maßstäben gab es damals nicht. Sie wurden nur spärlich ausgetauscht, etwa über fahrende Spielmänner, die von Hof zu Hof zogen. Die Kirche besaß also eine Art Wissensmonopol und war damit auch in der Lage über Moral, Recht und Unrecht zu bestimmen. Durch die Entwicklung der Druckerpresse, gewann die Verbreitung von Wissen und Informationen immer mehr Einfluss auf die Menschen. Seit dem 18. Jahrhundert dann waren mehr und mehr Petitionen, Stellungnahmen, Formulierungen von Bedenken etc. von politischen Instanzen dem Druck übergeben worden, obwohl sie im Monarchen oder im Parlament einen direkten Adressaten hatten. Das hatte den Sinn, der jeweils geäußerten Meinung Nachdruck zu verleihen und die Entscheidungsfreiheit der politischen Autoritäten einzuschränken, die sich klar beobachtet wissen sollten (vgl. Niklas Luhmann: Öffentliche Meinung und Demokratie.1999). Die Kirche verschwand und mit ihr die pastorale Macht als eine gesellschaftlich relevante Institution. Es entstand eine Art Wissens- und Machtvakuum, das bald durch die aufkommenden Wissenschaften gefüllt werden sollte. Deren Aufklärungsversuche gingen häufig Hand in Hand mit den neu verbreiteten Medien.

Im Lauf der Zeit erfolgte der Wandel von einer produktionsorientierten Industriegesellschaft zu einer dienstleistungsorientierten Informationsgesellschaft, die zudem im Bereich der

Massenkommunikation eine starke Ausprägung erfahren hat. Es entstand ein Wandel der

Basis einer neuen gesellschaftlichen Entwicklung, weg von der Arbeit, hin zu Wissen und Information. Fest steht, dass durch die Auflösung traditioneller Träger kultureller Werte, wie der Kirche und später auch dem Bürgertum als gesellschaftliche Klasse, eine kulturelle Leerstelle entstand, welche durch die Massenmedien gefüllt wurde (Vgl. Niklas Luhmann: Öffentliche Meinung und Demokratie. 1999). Doch diese Medien sind nicht frei von Missbrauch. Gut veranschaulichen, kann man dies am Beispiel des 2. Weltkriegs. Bereits damals gab es Bedenken, dass gerade das Medium Film „[...] bei einer realistischen Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse zu einem Artikulationsmedium der klassenbewussten Arbeitermassen werden könnte. Nicht zuletzt deshalb sollte die deutsche Filmindustrie in den Anfängen der Weimarer Republik verstaatlicht werden.“ (Florian Dohmen: Medien & Macht. Ökonomische, politische und kulturelle Dimensionen multimedialer Entwicklung. Hamburg 1998, S. 33). Doch die Nationalsozialisten entdeckten auch ein anderes Medium für ihre propagandistischen Zwecke. Das Radio wurde zum Transportmittel nationalsozialistischer Ideologie. Dies Machte die Medien Rundfunk, Film und Fernsehrundfunk zu den Hauptinstrumenten der internen und externen Machtverbreitung des 3. Reichs. Die Medien gaben den Menschen vor, was sie zu glauben hatten, was Recht und was Unrecht war - sie übten somit eine große Macht aus und konstruierten eine allgemeingültige Wirklichkeit (Vgl. ebd. S. 36). Dies als eine kurze Skizze der medialen Machtausübung der vergangenen Zeiten. Doch wie sieht es heutzutage aus?

Niklas Luhmann sagte einst, dass das, was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt in der wir leben, wissen, wir allein durch die Massenmedien wissen. Wenn man über diese Aussage nachdenkt, stellt man recht schnell fest was Luhmann meint. Denn es ist in der Tat so, dass unser Wissen aus Informationen besteht die wir gelesen haben, von denen wir gehört haben und die uns erzählt wurden. Dessen Wahrheitsgehalt gestützt wird, durch unser Vertrauen in Instanzen, Autoritäten, Zeugen und Experten - ja, in die Medien - die unsere Aufmerksamkeit fokussieren? „Immer weniger können wir durch eigenen Augenschein in einer arbeitsteiligen Welt erfahren, die Dank der Medien global wurde, weshalb wir wiederum die Medien benötigen, um uns über sie zu informieren.“ (Florian Rötzer: Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit. Frankfurt, 1999).

Durch Massenmedien wird eine sozial relevante Umwelt erzeugt, eine Reichweite die weit über die Kommunikationsbereiche Nachrichten, Unterhaltung und Werbung hinausreicht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Kritik der modernen Medien unserer Gesellschaft
Untertitel
Medien und Macht. Wer formt unsere Wirklichkeit wirklich?
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
5
Katalognummer
V414430
ISBN (eBook)
9783668651296
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Macht, Wirklichkeit, Kritik, Menschen, Nachrichten, Argwohn, Auswirkungen, Krankheit
Arbeit zitieren
Maria Korosteljow (Autor:in), 2018, Kritik der modernen Medien unserer Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414430

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