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Christus medicus? Jesu Therapiemaßnahmen in den Heilungswundern des Markusevangeliums

Title: Christus medicus? Jesu Therapiemaßnahmen in den Heilungswundern des Markusevangeliums

Term Paper , 2017 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anke Herten (Author)

Theology - Biblical Theology
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Christus medicus – ein gängiger Hoheitstitel, der die heilende Wirkung Jesu in den Vordergrund rückt. Die Bezeichnung ist lateinisch und bedeutet übersetzt so viel wie "Christus, der Arzt". Wie kommt Jesus zu diesem Titel? Im Neuen Testament werden viele Erzählungen überliefert, in denen Jesus Wunder vollbringt. Die Gattung der Wundergeschichten lässt sich, nach G. Theissen, in verschiedene Untergattungen kategorisieren. Eine dieser Untergattungen ist die der Heilungswunder, denen Jesus seinen medizinischen Zusatztitel zu verdanken hat.

Wie aber vollbringt Jesus seine Heilstaten? Warum strömen die Menschen mit ihren Problemen von weit her zu Jesus und begnügen sich nicht mit den ansässigen praktizierenden Ärzten? In dieser Arbeit soll anhand ausgewählter, repräsentativer Heilungserzählungen des Markusevangeliums in exegetischer Weise untersucht werden, welche "Therapiemaßnahmen" Jesus zur Heilung der Menschen anwendete und inwieweit diese die Charakterisierung und Titulierung Jesu als Arzt rechtfertigen. Im Zuge dieses Vorhabens soll zunächst der Hoheitstitel "Christus medicus" näher definiert werden.

Im nächsten Schritt sollen die markinischen Heilungserzählungen formal und gattungstechnisch betrachtet werden. Zur möglichst textnahen Analyse der Heilungsvorgänge wird aufgrund fehlender Griechischkenntnisse Lüdemann und Schleritts "Arbeitsübersetzung des Neuen Testaments" als Grundlage genutzt.

Zum Schluss soll die Krankheitsauffassung und das Medizinwesen in der Umwelt Jesu dargestellt werden, um Jesu Heilstätigkeiten vergleichen und kontextualisieren zu können. In einem Fazit soll anhand der Ergebnisse Jesu Bezeichnung als "Arzt" kritisch hinterfragt und beurteilt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Christus Medicus – Eine Definition

3. Jesu Heilstaten im Markusevangelium

3.1 Formaler Aufbau

3.2 Analyse der Therapiemaßnahmen

3.2.1 Die Heilung der Schwiegermutter des Simon (Mk 1, 29-31)

3.2.2 Die Heilung eines Aussätzigen (Mk 1, 40-45)

3.2.3 Die Heilung eines Gelähmten in Kapernaum (Mk 2, 1-12)

3.2.4 Die Heilung einer abgestorbenen Hand am Sabbat (Mk 3, 1-6)

3.2.5 Die Heilung einer an Blutungen leidenden Frau und die Auferweckung der Tochter eines Synagogenvorstehers (Mk 5, 21-43)

3.2.6 Der Taubstumme (Mk 7, 31-37)

3.2.7 Der Blinde (Mk 8, 22-26)

3.2.8 Der blinde Bartimäus (Mk 10, 46-52)

3.3 Art der Krankheiten

3.4 Jesu Therapiemaßnahmen

4. Heilungen in der Umwelt des Neuen Testaments

4.1 Die frühchristliche Krankheitsauffassung

4.2 Das Berufsbild des Arztes in der antiken Umwelt

4.3 Wunderheilung und Magie

4.4 Heilung und Religion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter Heilungserzählungen des Markusevangeliums, welche Therapiemaßnahmen Jesus anwendete und inwiefern diese die Titulierung Jesu als „Christus medicus“ (Arzt) rechtfertigen. Dabei wird insbesondere der Kontrast zu den medizinischen Praktiken und dem sozialen Umfeld der antiken Umwelt Jesu analysiert.

  • Analyse der markinischen Heilungswunder und Therapiemaßnahmen
  • Definition und exegetische Betrachtung des Titels „Christus medicus“
  • Vergleich von Jesu Heilungstätigkeit mit dem antiken Berufsbild des Arztes
  • Untersuchung der Rolle von Glauben und Religion im Heilungsprozess
  • Abgrenzung der jesuanischen Wunder von magischen Praktiken und dem Asklepios-Kult

Auszug aus dem Buch

3.2.4 Die Heilung einer abgestorbenen Hand am Sabbat (Mk 3, 1-6)

Bis zum nächsten Heilungswunder geschieht kein offensichtlicher Ortswechsel. Zeitlich ist es der Sabbattag und Jesus geht erneut in die Synagoge, um das Reich Gottes zu verkündigen. In der Synagoge ist ein Mensch, dessen Hand abgestorben war. Markus berichtet davon, dass „sie“ belauern, ob Jesus den Mann am Sabbat heilen werde, um ihn daraufhin anklagen zu können (Mk 3, 1). Mit „sie“ sind vermutlich wieder die Schriftgelehrten gemeint. Jesus fordert den Kranken auf, in die Mitte zu treten (Vorbereitung, Mk 3, 3). Erneut kommt es zu einem Disput zwischen Jesus und den Schriftgelehrten. Das Streitgespräch mündet in einem apophthegmatischen Ausspruch Jesu: „Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten?“. Mit diesem Ausspruch möchte Jesus den Schriftgelehrten ihre Engstirnigkeit bei der wörtlichen Auslegung der Toragesetze vorhalten. Jesus kritisiert die „Verstockung ihrer Herzen“ (Mk 3, 5) und blickt die Pharisäer zornig an, während er die Maßnahmen zur Heilung einleitet:

Und nachdem er sie ringsum mit Zorn angeblickt hatte, betrübt über die Verstockung ihrer Herzen, sagt er dem Menschen: Streck die Hand aus“ Und er streckte sie aus, und seine Hand war wiederhergestellt. (Durchführung, Mk 3, 4-5)

Hier passiert Jesu Heilung wiederum zusätzlich zur Demonstration seines Status. Er sorgt sich nicht um die Verurteilung durch die Pharisäer, sondern handelt nach seinen Idealen. Die Heilung erfolgt diesmal ohne vorherige Sündenvergebung allein durch den wörtlichen Befehl Jesu. Da der Kranke sich in der Synagoge aufhält, könnte eine Sündenvergebung durch seinen Glauben bereits vorausgegangen sein. Eine Demonstration des Wunders geschieht nur durch den Bericht über die Wiederherstellung der Hand durch den Evangelisten. In diesem Fall folgt aber eine Reaktion der Pharisäer auf das Wunder, welches im vorangegangenen Fall ausblieb:

„Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten mit den Herodianern sogleich Rat gegen ihn, damit sie ihn vernichteten.“ (Reaktion, Mk 3, 6).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Jesus zum Titel "Christus medicus" kommt und welche Rolle Wunderheilungen im Markusevangelium spielen.

2. Christus Medicus – Eine Definition: Hier wird die historische und theologische Entwicklung des Hoheitstitels "Arzt" für Jesus vom Alten bis ins frühe Christentum hergeleitet.

3. Jesu Heilstaten im Markusevangelium: Dieses Kapitel bildet den Kern, in dem einzelne Heilungserzählungen formal analysiert und die Therapiemaßnahmen Jesu untersucht werden.

4. Heilungen in der Umwelt des Neuen Testaments: Hier wird der Kontext beleuchtet, indem Krankheitsauffassungen, das ärztliche Berufsbild, der Asklepios-Kult und religiöse Einflüsse in der Antike verglichen werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Titulierung als "Arzt" nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern die christologische Bedeutung der Heilungen im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

Christus medicus, Markusevangelium, Wunderheilungen, Jesus, Therapiemaßnahmen, Antike, Krankheitsauffassung, Glaube, Asklepios, Exegese, Sündenvergebung, Sabbat, Gottessohnschaft, Religion, Heilungswunder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Heilungswunder im Markusevangelium, um zu hinterfragen, wie die Titulierung Jesu als "Arzt" (Christus medicus) exegetisch und historisch zu bewerten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die formalen Abläufe der Heilungsgeschichten, die angewandten "Therapiemaßnahmen" Jesu sowie der Vergleich mit dem antiken ärztlichen Berufsbild und zeitgenössischen religiösen Heilskulten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche spezifischen Maßnahmen Jesus bei den Heilungen einsetzte und inwieweit diese die Charakterisierung Jesu als "Arzt" innerhalb des markinischen Textes rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein exegetischer Ansatz gewählt, der die Heilungserzählungen textnah analysiert und in ihren historischen sowie sozialgeschichtlichen Kontext der antiken Umwelt Jesu einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden acht ausgewählte Heilungswunder einzeln untersucht, die Art der vorkommenden Krankheiten kategorisiert und die Therapiemaßnahmen Jesu systematisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Christus medicus, Markusevangelium, Wunderheilungen, Heilungswunder, antike Krankheitsauffassung, Glaube und christologische Bedeutung.

In welchem Verhältnis steht der Glaube zu den Heilungstätigkeiten Jesu?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Jesus Heilungen vor allem dann vollzieht, wenn ein starker Glaube bei den Betroffenen oder deren Angehörigen vorhanden ist. Bei fehlendem Glauben fallen die Therapiemaßnahmen oft umfangreicher aus.

Wie unterscheidet sich Jesus von den Wanderärzten der damaligen Zeit?

Im Gegensatz zu vielen profitorientierten Wanderärzten oder Scharlatanen agiert Jesus völlig selbstlos, unentgeltlich und heilt oft solche Leiden, bei denen die damalige Schulmedizin versagte.

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Details

Title
Christus medicus? Jesu Therapiemaßnahmen in den Heilungswundern des Markusevangeliums
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,7
Author
Anke Herten (Author)
Publication Year
2017
Pages
24
Catalog Number
V414479
ISBN (eBook)
9783668658165
ISBN (Book)
9783668658172
Language
German
Tags
christus jesu therapiemaßnahmen heilungswundern markusevangeliums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Herten (Author), 2017, Christus medicus? Jesu Therapiemaßnahmen in den Heilungswundern des Markusevangeliums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414479
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