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Die Reform der Arbeitslosenversicherung in Frankreich unter dem Aspekt der "Aktivierung" - neue Qualität oder Schönheitskorrektur des alten Systems?

Title: Die Reform der Arbeitslosenversicherung in Frankreich unter dem Aspekt der "Aktivierung" - neue Qualität oder Schönheitskorrektur des alten Systems?

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Madeleine Koalick (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Summary Excerpt Details

Im Zuge der Globalisierung und des zunehmenden Anpassungsdrucks, dem die Systeme der Sozialen Sicherung im Prozess der Europäischen Integration ausgesetzt sind, wendet sich die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung verstärkt Fragen der Konvergenz und Divergenz innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft zu. In diesem Zusammenhang wird zunehmend eine „Aktivierung“ der Systeme der sozialen Sicherung bemerkt. Besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung dominieren normativ aufgeladene Schlagwörter, wie Eigenverantwortung, „Employability“, „workfare“ oder Slogans wie „make work pay“ den internationalen Diskurs. Im Mittelpunkt dieser Aktivierungsdiskussion steht oft die Suche nach einer neuen Balance zwischen Rechten und Pflichten der arbeitslosen Leistungsempfänger. In vielen Ländern fanden oder finden Reformen statt, bei denen die Verschärfung der Zumutbarkeitsregeln und Sanktionen, die Absenkung der Leistungen, verstärkte Fördermaßnahmen oder eine verstärkte Konditionalität zwischen Leistungsempfang und Eingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund stehen. Zunehmend schwinden die Grenzen zwischen Beschäftigungs-, Sozial- und Steuerpolitik. Vielfach werden Wege fern der traditionellen Systemlogik betreten. So sind Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik oft zu einem Substitut oder wenigstens einer Bedingung für passive Leistungen geworden.
Diese Reformprozesse unterliegen einer im internationalen Vergleich gemeinsamen Dynamik, aber einer von Land zu Land variierenden Logik (Barbier 2002, 308). Dänemark und Großbritannien werden immer wieder als erfolgreiche Vorbilder divergierender Strategien im Bereich der Aktivierung präsentiert (Vgl. Tietz 2005, 32). Doch auch in unserem Nachbarland Frankreich fanden in den letzten Jahren Reformprozesse in der Arbeitslosenversicherung statt, die sich unter dem Gesichtspunkt der „Aktivierung“ betrachten lassen. Frankreich, welches vielfach als reformunfähig und als der unbeweglichste unter den Wohlfahrtsstaaten eingestuft wird (Palier 2001, 52), wird von der vergleichenden Forschung aufgrund der Komplexität seines Systems als schwerzugänglicher Sonderfall oft vernachlässigt. Daher ist es besonders interessant, die dortigen Reformprozesse anhand analytischer Konzepte vergleichend einzuordnen. Hierbei stellt sich die Frage, wie einschneidend die Veränderungen der letzten Jahre sind und in welchem Ausmaß, im europäischen Vergleich, „Aktivierung“ eine Rolle spielte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept des Paradigmenwechsels nach Peter Hall

3. Zwischen Liberalismus und Universalismus – Dänemark und Großbritannien als Modelle divergierender Aktivierungsstrategien

4. Die Reformprozesse der Arbeitslosenversicherung in Frankreich – Schönheitskorrektur oder Paradigmenwechsel?

4.1 Kontinuität und Wandel – die Arbeitslosenversicherung bis 1997

4.2. Neue Wege in der Aktivierung – Reformprozesse unter der Regierung Jospin

4.3. Intensivierung der neuen Logik – aktuelle Maßnahmen unter der Regierung Raffarin

4.4 Frankreich Arbeitslosensicherung zwischen Kontinuität und Wandel – Paradigmenwechsel durch verstärkte Aktivierung?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Reformprozesse der französischen Arbeitslosenversicherung seit 1997 mit dem Ziel, festzustellen, ob diese Veränderungen als radikaler Paradigmenwechsel oder lediglich als geringfügige Schönheitskorrekturen einzustufen sind. Dabei wird analysiert, inwieweit das französische System eine Entwicklung hin zur "Aktivierung" vollzogen hat, wie sie in anderen europäischen Wohlfahrtsstaaten zu beobachten ist.

  • Analyse von Politikwandel anhand des Konzepts nach Peter Hall
  • Vergleich der Aktivierungsregime in Dänemark und Großbritannien
  • Untersuchung der französischen Reformmaßnahmen unter den Regierungen Jospin und Raffarin
  • Diskussion über die Transformation der Sozialpolitik zwischen Kontinuität und Wandel

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Zuge der Globalisierung und des zunehmenden Anpassungsdrucks, dem die Systeme der Sozialen Sicherung im Prozess der Europäischen Integration ausgesetzt sind, wendet sich die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung verstärkt Fragen der Konvergenz und Divergenz innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft zu. In diesem Zusammenhang wird zunehmend eine „Aktivierung“ der Systeme der sozialen Sicherung bemerkt. Besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung dominieren normativ aufgeladene Schlagwörter, wie Eigenverantwortung, „Employability“, „workfare“ oder Slogans wie „make work pay“ den internationalen Diskurs. Im Mittelpunkt dieser Aktivierungsdiskussion steht oft die Suche nach einer neuen Balance zwischen Rechten und Pflichten der arbeitslosen Leistungsempfänger.

Diese Reformprozesse unterliegen einer im internationalen Vergleich gemeinsamen Dynamik, aber einer von Land zu Land variierenden Logik. Dänemark und Großbritannien werden immer wieder als erfolgreiche Vorbilder divergierender Strategien im Bereich der Aktivierung präsentiert. Doch auch in unserem Nachbarland Frankreich fanden in den letzten Jahren Reformprozesse in der Arbeitslosenversicherung statt, die sich unter dem Gesichtspunkt der „Aktivierung“ betrachten lassen. Frankreich, welches vielfach als reformunfähig und als der unbeweglichste unter den Wohlfahrtsstaaten eingestuft wird, wird von der vergleichenden Forschung aufgrund der Komplexität seines Systems als schwerzugänglicher Sonderfall oft vernachlässigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den zunehmenden Anpassungsdruck auf Sozialsysteme durch die Globalisierung und stellt die Forschungsfrage nach dem Ausmaß des Paradigmenwechsels in der französischen Arbeitslosenversicherung.

2. Das Konzept des Paradigmenwechsels nach Peter Hall: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien von Peter Hall zur Bewertung von Politikwandel, um eine theoretische Grundlage für die Analyse der französischen Reformen zu schaffen.

3. Zwischen Liberalismus und Universalismus – Dänemark und Großbritannien als Modelle divergierender Aktivierungsstrategien: Hier werden die von Barbier identifizierten Idealtypen des liberalen und universalistischen Aktivierungsregimes anhand der Beispiele Großbritannien und Dänemark gegenübergestellt.

4. Die Reformprozesse der Arbeitslosenversicherung in Frankreich – Schönheitskorrektur oder Paradigmenwechsel?: Das Hauptkapitel analysiert die Entwicklung der französischen Arbeitslosenversicherung von 1997 bis zur Regierung Raffarin und prüft, ob die eingeführten Reformen eine systematische Transformation darstellen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich in Frankreich ein schrittweiser Wandel vollzieht, der das Land in eine hybride Position zwischen den verschiedenen Aktivierungsmodellen bringt.

Schlüsselwörter

Aktivierung, Arbeitslosenversicherung, Frankreich, Paradigmenwechsel, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Arbeitsmarktpolitik, Reformprozesse, Arbeitsintegration, Beschäftigungsstrategie, soziale Exklusion, individuelle Verantwortung, Leistungsbezug, Peter Hall, Jean-Claude Barbier.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Reformen der französischen Arbeitslosenversicherung seit 1997 und untersucht deren Ausrichtung im europäischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Aktivierungspolitik, dem Vergleich mit liberalen und universalistischen Modellen sowie dem theoretischen Rahmen des Politikwandels.

Welches ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die französischen Reformen einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel darstellen oder lediglich oberflächliche Korrekturen sind.

Welche theoretische Methode wird zur Bewertung verwendet?

Die Arbeit nutzt das von Peter Hall entwickelte Konzept der "Policy Paradigms", um den Grad des Politikwandels (erster bis dritter Ordnung) zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der chronologischen Entwicklung der Reformen unter den Regierungen Jospin und Raffarin und deren Wirkung auf das System.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aktivierung, Paradigmenwechsel, Arbeitsmarktintegration, soziale Kohäsion und das französische Modell der Sozialversicherungsreform.

Inwieweit unterscheidet sich Frankreich von dem britischen Modell?

Im Gegensatz zum liberalen britischen Modell behält Frankreich eine stärkere kollektive Verantwortung und lehnt eine rein sanktionierende Logik bisher ab.

Was ist das zentrale Ergebnis der Untersuchung zur Regierung Raffarin?

Die Regierung Raffarin setzte den eingeschlagenen Weg der Arbeitsmarktintegration fort, wobei der Fokus verstärkt auf die Aktivierung sozialer Minima wie dem RMI gelegt wurde.

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Details

Title
Die Reform der Arbeitslosenversicherung in Frankreich unter dem Aspekt der "Aktivierung" - neue Qualität oder Schönheitskorrektur des alten Systems?
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Madeleine Koalick (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V41449
ISBN (eBook)
9783638397070
Language
German
Tags
Reform Arbeitslosenversicherung Frankreich Aspekt Aktivierung Qualität Schönheitskorrektur Systems
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Madeleine Koalick (Author), 2005, Die Reform der Arbeitslosenversicherung in Frankreich unter dem Aspekt der "Aktivierung" - neue Qualität oder Schönheitskorrektur des alten Systems?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41449
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