Diese Arbeit betrachtet den Autor des Markusevangeliums und sein Werk. Zunächst werden die vom Autor genutzten Quellen beleuchtet, danach das politische und soziale Umfeld, in dem er als Jugendlicher und Erwachsener lebte.
Der zweite Teil dieser Arbeit untersucht das von ihm verfasste Evangelium. Ein Schwerpunkt ist die Frage, wann und wo Markus es niederschrieb und welche theologischen Absichten er verfolgte. Kurz umrissen werden Stil, Charakter und schriftstellerische Eigenarten seines Werkes. Zum Schluss wird der heutige Rang des Markusevangeliums als Quelle zur Lebensgeschichte und Theologie Jesu analysiert.
Die Forschungsergebnisse zum Verfasser und Werk des Markusevangeliums sind in sich uneins. Vielfach haftet dem Autor der Ruf eines einfachen Mannes mit schlechtem Griechisch an, der mit unelegantem Stil nur schlichte Menschen erreichte. Andere loben sein schriftstellerisches Können, umfassendes Wissen und seine Unerschrockenheit.
Inhaltsangabe
1 Einleitung
2 Der Verfasser Markus
2.1 Die Quellenlage
2.2 Zur Frage der Autorschaft
2.2.1 Nicht biblische Quellen
2.2.2 Biblische Quellen
2.3 Biografie
2.4 Politische und soziale Verhältnisse erster christlicher Gemeinden
2.4.1 Brüdergemeinden nach Jesu Tod
2.4.2 Die zweite Generation
3 Markus Werk
3.1 Politische Situation
3.2 Entstehungszeit und -ort
3.3 Theologische Absichten
3.4 Stil, Charakter und schriftstellerische Eigenarten
4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Facharbeit verfolgt das Ziel, den Evangelisten Markus sowie sein Werk, das Markusevangelium, zu würdigen und in den historischen sowie theologischen Kontext der frühen Christenheit einzuordnen. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei insbesondere auf die Identität des Verfassers, die Entstehungsbedingungen des Evangeliums sowie dessen theologischen Kerngehalt und Bedeutung für die damalige Gemeinde.
- Historische und exegetische Untersuchung der Autorschaft und Quellen des Markusevangeliums.
- Analyse des sozialen und politischen Umfelds der ersten christlichen Gemeinden.
- Bestimmung von Entstehungszeit und -ort des Werkes unter Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Situation.
- Erarbeitung der zentralen theologischen Absichten und der literarischen Eigenarten des Evangeliums.
- Einordnung des Markusevangeliums als Quelle für die Lebensgeschichte und Theologie Jesu.
Auszug aus dem Buch
3.3 Theologische Absichten
Markus schreibt sein Evangelium in einer für seine Gemeinde gefährlichen Zeit nieder. Jesus und die meisten Apostel waren gestorben. Viele Christen hatten bereits Verfolgungen durch römische Besatzer und materielle Not erduldet. Einschüchterungen und Falschaussagen - auch vom etablierten Judentum - erzeugen ein Klima der Angst und Verzweiflung. Viele ergeben sich in ihr Schicksal und versuchen den Besatzern zu gefallen. Thomas Söding spricht in diesem Zusammenhang von Resignation und Anpassungstendenzen bei Teilen christlicher Gemeinden (vgl. Söding 1996: 5). Andere finden ihr Heil in einer radikalen Weltflucht und warten nur noch auf das Weltgericht.
Diesen Tendenzen will Markus entschieden entgegenwirken. Die zuerst noch kleine christliche Minderheit muss überleben, in ihren Drangsalen getröstet und ermutigt und der christliche Glaube in die Welt getragen werden. So hat es Jesus gewollt. Auch einer Legendenbildung um Jesus mit unwahren „Evangelien“ möchte Markus vorbeugen. Und es gibt noch einen wichtigen Grund: Das Christentum wächst, ohne dass es noch lebende Zeitzeugen Jesu gibt. Jesu Leben und Botschaft soll auch kommenden Generationen - ja der ganzen Welt - überliefert werden. Nichts darf verloren gehen oder verfälscht werden.
Markus begreift wie kein anderer Evangelist, dass das Leben des Menschen Jesu und seine Taten bereits Theologie sind. Als gehorsamer Diener und Sohn Gottes befolgt Jesus Gottes Befehle bis zum Tod am Kreuz. Der Evangelist benutzt sein hohes Ansehen in der Gemeinde um seinen Lesern Jesus als Lebensbegleiter und Beispiel vorzuschlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die widersprüchliche Forschungslage zum Verfasser dar und umreißt den Aufbau der Arbeit, die sich den Quellen, der Biografie, dem Umfeld sowie dem theologischen Werk widmet.
2 Der Verfasser Markus: In diesem Kapitel werden die Quellenlage zur Person Markus, die Autorschaftsfrage unter Einbeziehung biblischer und nicht-biblischer Zeugnisse sowie seine Biografie und das soziale Umfeld der Urgemeinden analysiert.
3 Markus Werk: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Entstehung des Evangeliums, der politischen Lage, den theologischen Absichten des Autors sowie den spezifischen literarischen Eigenarten des Werkes.
4 Ausblick: Der Ausblick resümiert die hohe Bedeutung des Markusevangeliums als erste erzählerische Theologie und betont seinen bleibenden Wert für die moderne historische Forschung.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Markus, Petrus, Urgemeinde, Theologie, Jesus, Christentum, Evangelist, Exegese, biblische Quellen, Passionsgeschichte, Römisches Reich, Messias, Diener, Glaube.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen und historischen Würdigung des Evangelisten Markus und seines Werkes, dem Markusevangelium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Autorschaft, der Biografie des Markus, dem soziopolitischen Umfeld der frühen Christenheit sowie der theologischen und literarischen Analyse des Evangeliums.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Markusevangelium als eigenständiges Werk theologisch einzuordnen und zu begründen, warum es trotz der schwierigen Entstehungszeit eine essenzielle Quelle für die christliche Botschaft darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die exegetische Methode, wertet biblische sowie historische Quellen aus und bezieht aktuelle wissenschaftliche Fachliteratur zur Neutestamentlichen Forschung ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verfassers, seiner Lebensgeschichte und seiner Quellen sowie eine detaillierte Analyse der Theologie und des schriftstellerischen Stils des Markusevangeliums.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das Markusevangelium, christologische Probleme, der historische Jesus, der Gehorsam Jesu und die Bedeutung der Urgemeinde.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Leiden des Markus"?
Markus schreibt laut der Arbeit in einer Zeit der Angst und Verfolgung. Sein Evangelium dient als Trost und Ermutigung für die Gemeinde, um Resignation entgegenzuwirken und das Zeugnis Jesu trotz des Fehlens von Zeitzeugen zu bewahren.
Welche Sichtweise nimmt die Arbeit zum Entstehungsort ein?
Die Arbeit reflektiert die Expertenmeinungen, die entweder Syrien oder Rom als Abfassungsort diskutieren, wobei auch die Bedeutung der sogenannten „Latinismen“ im Markustext kritisch beleuchtet wird.
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- Monika Wobbe (Author), 2017, Im Auftrag des Herrn. Leben und Werk des Evangelisten Markus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414506