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Textanalyse zur Theodor Storms "Immensee". Erinnerungsdiskurs und dessen poetologischer Funktion im Literatursystem des Realismus

Titel: Textanalyse zur Theodor Storms "Immensee". Erinnerungsdiskurs und dessen poetologischer Funktion im Literatursystem des Realismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maximilian Tresp (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit behandelt der Verfasser das Werk Theodor Storms „Immensee“ unter dem Aspekt des in ihm angestellten Erinnerungsdiskurses und dessen poetologischer Funktion im Literatursystem des Realismus. Um eine Abhandlung des Werks unter diesem Gesichtspunkt möglich zu machen, müssen zu allererst einige Begrifflichkeiten geklärt werden, bevor der Text dementsprechend analysiert werden kann.

So beginnt der Verfasser damit, den Begriff Erinnerungsdiskurs zu definieren, um daraufhin die Rahmenbedingungen zu beleuchten, unter welchen „Immensee“ entstand. Hierzu zählen Informationen über den Autor, Theodor Storm, über die Literaturgattung Novelle und die historischen Umstände, welche nicht unmaßgeblich zur Formung des behandelten Textes beigetragen haben sowie die Definition des literarischen Realismus. Ebenfalls werden die Figuren des Werkes, deren Beziehung zueinander und die literarischen Eigenschaften behandelt. Das bedeutet, die Kategorisierung der Erzählzeit sowie der erzählten Zeit und die Ausarbeitung der sich gegenüberstehenden semantischen Räume, auf deren Grundlage sich die Ereignisbildung gründet.

Durch die vorangestellte Aufführung des „Handwerkszeuges“, nach deren Richtlinien diese Textanalyse erarbeitet wurde, verzichtet der Verfasser darauf, während des Analyseteils erneut eben jene einzugehen, da er diese durch die vorangehende Nennung als bekannt voraussetzt. Diesem System liegt die Idee zu Grunde, nicht wegen ständiger Unterbrechungen durch eingeschobene Erklärungen den Lesefluss negativ zu beeinflussen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definitionen und Textanalyse

1. Historische Umstände

2. Der Realismus

3. Erinnerungsdiskurs

4. Semantische Räume

4.1 Definition

4.2 Natur

4.3 Kultur

4.4 Oben

4.5 Unten

4.6 Extremräume

5. Textanalyse

5.1 Elisabeth und Reinhardt – Grenzfiguren und ihre Konflikttilgung

5.2 So ist das Heute, so war das damals - Der Erinnerungsdiskurs und die Bedeutung der Vergangenheit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Theodor Storms Novelle „Immensee“ unter dem Fokus des Erinnerungsdiskurses und dessen poetologischer Funktion innerhalb des Literatursystems des Realismus, um die Charakterentwicklung und die räumlich-semantische Konfliktstruktur des Protagonisten zu deuten.

  • Analyse des Erinnerungsdiskurses in „Immensee“
  • Untersuchung der raumtheoretischen Konstruktionen (Natur vs. Kultur)
  • Erforschung der Identitätsbildung und Adoleszenz des Protagonisten
  • Interpretation von Symbolik und Normabweichung im Realismus

Auszug aus dem Buch

5.1 Elisabeth und Reinhardt – Grenzfiguren und ihre Konflikttilgung

Wie schon in der Erklärung zum Realismus erwähnt, hat die Literatur sich zum Ziel gesetzt Normalität zu vermitteln. Wenn man eine Norm festlegt, muss es auch immer eine Abweichung geben. Erst durch Abnormalitäten, lässt sich normales Verhalten definieren. In diesem Kapitel wird die Binnenhandlung und die Transformation des Charakters Reinhardt Werner genauer untersucht. Dies geschieht unter der Leitfrage, ob der Protagonist von der Norm abweicht und somit in dem vorliegenden Literatursystem als „krankes Subjekt“ gilt.

Im Realismus ist das arbeitende Bürger- und Bauerntum als „gesunde“ und „normale“ Gesellschaft angesehen. Neben der künstlerischen und verträumten Lebensweise, stellt auch die dionysische eine Abweichung von der Norm da, ist somit nicht erstrebenswert, nicht gut, gar krank. Reinhardt steht nicht nur im „Konflikt zwischen Künstler und Bürgertum“ (Lee, S. 51) sondern läuft auch immer wieder Gefahr, in das mystische, das dionysische abzudriften. Dies zeigt sich einmal zu Beginn der Erinnerung, als er als Kind von Indien, dessen Götzenpriestern und den wilden Tieren dort schwärmt (vgl. Eversberg 2006, S. 15). Ein zweites Mal läuft er im Keller Gefahr, sich dem Leidenschaftlich-dionysischem hinzugeben und wird nur in letzter Sekunde aus dem Rausch von Alkohol und Lust durch die Nachricht über die eingetroffene Postsendung aus der Heimat gerettet (vgl., ebd., S. 26).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Hinführung zum Thema des Erinnerungsdiskurses in „Immensee“ und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der Zielsetzung der Analyse.

II. Definitionen und Textanalyse: Theoretische Fundierung durch die Definition relevanter Begriffe wie historische Umstände, Realismus, Erinnerungsdiskurs und semantische Räume.

1. Historische Umstände: Kontextualisierung des Textes als zeitgebundenes Dokument unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und politischer Einflüsse.

2. Der Realismus: Erörterung der literarhistorischen Strömung und der prägenden Faktoren wie Industrialisierung, Positivismus und Historizismus.

3. Erinnerungsdiskurs: Analyse der narrativen Struktur von Rahmen- und Binnenhandlung und der Funktionsweise des Erinnerungsprozesses im Werk.

4. Semantische Räume: Theoretische Abhandlung der Raumkonzepte und deren Bedeutung für die Vermittlung von Normen und Werten.

4.1 Definition: Erläuterung, wie semantische Räume durch oppositionelle Merkmale konstruiert werden.

4.2 Natur: Untersuchung des bürgerlichen versus des mystischen Naturraums in Bezug auf das Wertesystem des Realismus.

4.3 Kultur: Analyse des Kulturraums und dessen Zuordnung zum Künstlertum sowie dessen Stellung gegenüber der Natur.

4.4 Oben: Deutung der vertikalen Grenzziehung als Strukturmerkmal zur Verortung von Kultur und Natur.

4.5 Unten: Analyse der semantischen Verortung des Naturraums und dessen Bezug zur Handlungsebene.

4.6 Extremräume: Identifikation der Extrempunkte in den semantischen Räumen (Reinhardts Arbeitszimmer und der See/Immensee).

5. Textanalyse: Zusammenführung der theoretischen Grundlagen mit einer konkreten Interpretation des Werks.

5.1 Elisabeth und Reinhardt – Grenzfiguren und ihre Konflikttilgung: Untersuchung der Charaktere als Grenzfiguren im Spannungsfeld zwischen den semantischen Räumen.

5.2 So ist das Heute, so war das damals - Der Erinnerungsdiskurs und die Bedeutung der Vergangenheit: Vertiefende Analyse der biographischen Konstruktion von Wirklichkeit im Rahmen der Rahmenhandlung.

Schlüsselwörter

Theodor Storm, Immensee, Erinnerungsdiskurs, Literarischer Realismus, Semantische Räume, Grenzfigur, Identitätsbildung, Adoleszenz, Normabweichung, Binnenhandlung, Rahmenhandlung, Raumtheorie, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Theodor Storms Novelle „Immensee“ unter dem besonderen Fokus des Erinnerungsdiskurses und dessen poetologischer Funktion innerhalb des literarischen Realismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konflikte zwischen Natur- und Kulturraum, die Identitätsentwicklung des Protagonisten Reinhardt Werner sowie die Bedeutung von Erinnerungsfiktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die raumtheoretische Strukturierung und den Erinnerungsprozess die gescheiterte Liebesbeziehung und die Sanktionierung des Protagonisten erzähltechnisch begründet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich primär auf die Theorie der semantischen Räume und erzähltheoretische Ansätze (Rahmen-/Binnenhandlung) stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Realismus und der Raumsemantik sowie eine detaillierte Textanalyse der Interaktion zwischen Reinhardt und Elisabeth.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erinnerungsdiskurs, semantische Räume, Grenzfigur, Realismus, Adoleszenz und Normabweichung.

Warum spielt die Natur-Kultur-Gegensätzlichkeit eine so große Rolle in der Analyse?

Diese Räume sind Träger von Wertvorstellungen und Normen; die Unfähigkeit des Protagonisten, sich eindeutig einem dieser Räume zuzuordnen, führt laut Autor zu seinem Scheitern.

Wie interpretiert der Verfasser die „Erdbeeren“-Episode im Wald?

Die Episode wird als zentrales Symbol für die erotische Unerreichbarkeit und das Scheitern der bürgerlichen Erfüllung interpretiert, da Reinhardt nicht in der Lage ist, die „Früchte“ der Natur zu sichern.

Was bedeutet die „Extrempunktregel“ für das Verständnis der Handlung?

Sie besagt, dass eine Figur, die eine Grenze überschreitet, zwangsläufig an einen Endpunkt ihrer Entwicklung gelangen muss, was in „Immensee“ zur notwendigen Sanktionierung des Protagonisten führt.

Warum wird der Erinnerungsprozess im Fazit als „Erinnerungsfiktion“ bezeichnet?

Da der gealterte Protagonist seine eigene Vergangenheit durch Gedichte und Auswahlprozesse subjektiv konstruiert, kann die Erzählung nicht als objektive Wahrheit, sondern als fiktionaler Prozess verstanden werden.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Textanalyse zur Theodor Storms "Immensee". Erinnerungsdiskurs und dessen poetologischer Funktion im Literatursystem des Realismus
Hochschule
Universität Passau
Note
2,0
Autor
Maximilian Tresp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V414554
ISBN (eBook)
9783668657656
ISBN (Buch)
9783668657663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Immensee Theodor Storm Erinnerungsdiskurs Realismus Textanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Tresp (Autor:in), 2014, Textanalyse zur Theodor Storms "Immensee". Erinnerungsdiskurs und dessen poetologischer Funktion im Literatursystem des Realismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414554
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Leseprobe aus  21  Seiten
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