Angesichts der sich stark verändernden und stetig dynamisierenden Arbeitswelt und Arbeitsmärkte, sowohl in Deutschland als auch weltweit, sind Mitarbeiter für Unternehmen nicht mehr ausschließlich ein Kostenfaktor, sondern als Humankapital eine der heute wichtigsten Ressourcen. Durch den Fachkräftemangel und der demographischen Entwicklung, rechnen die Unternehmen damit, dass es bald schwierig wird, freie Stellen zu besetzen. Ja, bei manchen Stellen wird gar kein geeignetes Personal auf dem Arbeitsmarkt gesehen. Die potenziellen Mitarbeiter eines Unternehmens werden somit immer weniger. Wegen diesen Schwierigkeiten auf dem Personalbeschaffungsmarkt wird es immer wichtiger, die Fluktuationsrate im Unternehmen zu reduzieren und die qualifizierten und motivierten Mitarbeiter langfristig zu halten. In der Studie „Recruiting Trends 2014“ gaben die Top-1000-Unternehmen aus Deutschland an, dass für sie die Mitarbeiterbindung und das Entwickeln von Mitarbeiterbindungsstrategien die größten internen Herausforderungen für die Personalbeschaffung seien.
Durch diese dynamischen Veränderungen, stehen die Unternehmen unter enormen Druck und müssen entsprechend reagieren. Die Menschen haben mittlerweile ganz besondere Vorstellungen und Erwartungen an ihren Arbeitgeber. Ein Mitarbeiter will nicht mehr nur als Produktionsfaktor gesehen werden, sondern möchte als Mensch geschätzt und geachtet werden. Eine gute Work-Life-Balance steht hier im Vordergrund. Unternehmen haben bereits erkannt, dass diese Work-Life-Balance unumgänglich ist, trotz oder gerade wegen der enorm schnelllebigen Arbeitswelt. Aber weshalb sollten Work-Life-Balance-Maßnahmen eingeführt werden?
Nach einer repräsentativen Unternehmensbefragung gaben drei Viertel der befragten Unternehmen die Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und den damit verbundenen Gewinn beziehungsweise Erhalt der Mitarbeiter als relevante Motive für konkrete Maßnahmenbildung an. Weitere zwei Drittel versprechen sich durch einen verringerten Krankenstand und eine geringere Fluktuation Kosten zu sparen. Die Einführung spezifischer Maßnahmen wird somit als Wettbewerbsfaktor gesehen, der letztendlich zu einer höheren Produktivität beiträgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema
2. Sozio-kulturelle Veränderungen
2.1. Demographischer Wandel
2.2. Wertewandel
2.3. Veränderung des Rollenverständnisses von Mann und Frau
3. Grundverständnis der Work-Life-Balance
4. Mögliche Maßnahmen zur Umsetzung der Work-Life-Balance
4.1. Arbeitszeitflexibilisierung
4.2. Arbeitsortflexibilisierung
4.3. Kinderbetreuungsangebote
4.4. Betriebliche Gesundheitsförderung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aus der Perspektive von Unternehmen, wie durch die Implementierung von Work-Life-Balance-Konzepten die Attraktivität des Arbeitgebers gesteigert und Mitarbeiter langfristig an den Betrieb gebunden werden können. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse sozio-kultureller Wandlungsprozesse als Auslöser für veränderte Mitarbeitererwartungen sowie auf der Evaluierung konkreter personalpolitischer Maßnahmen.
- Sozio-kulturelle Veränderungen (Demographischer Wandel, Wertewandel)
- Grundlagen und Definition der Work-Life-Balance
- Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilisierung als Kernmaßnahmen
- Bedeutung von Kinderbetreuung und betrieblicher Gesundheitsförderung
- Mitarbeiterbindung als strategischer Wettbewerbsvorteil
Auszug aus dem Buch
3. Grundverständnis der Work-Life-Balance
Die zuvor beschriebenen sozio-kulturellen Veränderungen setzten die Unternehmen unter enormen Druck und machten ein Umdenken unumgänglich. Es wurde zwar spät, aber dennoch erkannt, dass private Lebensverhältnisse des Mitarbeiters im Interesse des Unternehmens stärker berücksichtigt werden müssen. Trotz oder gerade wegen der äußerst schnelllebigen Arbeitswelt, wurde klar, dass die Work-Life-Balance künftig in die Personalpolitik integriert werden muss. Doch was ist diese Work-Life-Balance und wieso ist sie so wichtig?
„Work-Life-Balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben, vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt“.15
Der Begriff findet in vielen Forschungsfeldern Verwendung. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist die Work-Life-Balance weit entfernt von einer einheitlichen Begriffsbestimmung, da sich die Bezeichnung allenfalls als Kennzeichnung eines Themengebietes verstehen lässt.16 Somit hängt die Definition immer vom jeweiligen Betrachtungsfeld ab. Trotz fehlender einheitlicher Definition, hat sich der Begriff etabliert. Betrachtet man die einzelnen Worte, ist mit Work-Life-Balance grundsätzlich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gemeint, ausgehend von einem Interrollenkonflikt der beiden Bereiche.17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema: Es wird erläutert, warum Mitarbeiterbindung im Kontext einer sich dynamisierenden Arbeitswelt und des Fachkräftemangels zu einer zentralen unternehmerischen Herausforderung geworden ist.
2. Sozio-kulturelle Veränderungen: Dieses Kapitel analysiert den demographischen Wandel, den Wertewandel sowie das veränderte Rollenverständnis von Mann und Frau als Ursachen für neue personalpolitische Anforderungen.
3. Grundverständnis der Work-Life-Balance: Der Begriff wird definiert und in den Kontext des Interrollenkonflikts zwischen privatem Lebensbereich und beruflicher Tätigkeit eingeordnet.
4. Mögliche Maßnahmen zur Umsetzung der Work-Life-Balance: Es werden konkrete Instrumente wie Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilisierung sowie Angebote zur Kinderbetreuung und Gesundheitsförderung vorgestellt.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Work-Life-Balance ein integraler Bestandteil einer zukunftsorientierten Unternehmenspolitik sein muss, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Mitarbeiterbindung, Demographischer Wandel, Wertewandel, Arbeitszeitflexibilisierung, Arbeitsortflexibilisierung, Burnout-Syndrom, Personalpolitik, Humankapital, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Betriebliche Gesundheitsförderung, Unternehmenskultur, Fachkräftemangel, Familienfreundlichkeit, Produktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Relevanz einer ausgewogenen Work-Life-Balance als Instrument der Mitarbeiterbindung und als strategischen Wettbewerbsfaktor für moderne Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen sozio-kulturelle Veränderungen, das Grundverständnis der Work-Life-Balance sowie konkrete Maßnahmen wie Arbeitszeitflexibilisierung und betriebliche Gesundheitsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch die bewusste Gestaltung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ihre Attraktivität steigern und wertvolle Mitarbeiter langfristig binden können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, aktuellen Studien und gesellschaftlichen Trends, um die Notwendigkeit von Work-Life-Balance-Maßnahmen theoretisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die gesellschaftlichen Ursachen (Wandel der Altersstruktur und Werte) beleuchtet und anschließend konkrete operative Maßnahmenpakete für Unternehmen erarbeitet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Kernbegriffe sind Mitarbeiterbindung, Work-Life-Balance, demographischer Wandel und personalpolitische Flexibilisierung.
Warum wird die Präsenzkultur in deutschen Unternehmen als problematisch angesehen?
Die Arbeit führt aus, dass eine reine Präsenzkultur oft das tatsächliche Engagement ignoriert und die Flexibilität einschränkt, die Mitarbeiter für die Bewältigung privater Verpflichtungen benötigen.
Inwiefern hat das Burnout-Syndrom Einfluss auf die Thematik?
Das Burnout-Syndrom dient als Beispiel für die negativen Auswirkungen einer mangelnden Work-Life-Balance und unterstreicht die Dringlichkeit von Präventionsmaßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement.
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- Sabrina Zott (Author), 2015, Work-Life-Balance. Mitarbeiterbindung durch ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414561