Die Metaphrik in Anthills of the Savannah


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die unterschiedlichen Quellen der Metaphern in Anthills of the Savannah
1.1 Metaphern aus der Igbo-Kultur
1.2 Metaphern aus der Bibel
1.3 Gründe der Benutzung dieser Metapher

2 Der Aspekt des „storytelling“
2.1 Das „storytelling“ und seine Beziehung zu den Metaphern
2.2 Der „storyteller“ und seine Aufgaben in der Entwicklung der Nation

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Idemili oder Esther? The Almighty oder Jesus Christus? Diese Fragen stellen sich dem Leser von Anthills of the Savannah, der sich auf die Metaphern des Romans konzentriert. Zum Teil war ich dadurch verwirrt und erkannte keine eindeutige Zuordnung des Romans in eine Kultur. Deshalb stellte sich die Frage, welches Ziel Achebe mit der Benutzung von sowohl typisch christlich-westlichen als auch typisch afrikanischen Metaphern verfolgte. Wollte er damit einen Beitrag zur Suche nach einer afrikanischen Identität leisten? Ist Anthills of the Savannah in dieselbe Kategorie wie A Man of the People und Things Fall Apart einzuordnen?

Diese Hausarbeit ist im Rahmen des Hauptseminars „Chinua Achebe, Anthills of the Savannah“ entstanden und befasst sich mit den Metaphern im Roman. Mir war aufgefallen, dass die Metaphern im Roman eng mit dem Aspekt des „storytelling“ in Verbindung stehen, da der „storyteller“ diese Metaphern mit einem bestimmten Zweck benutzt, weshalb die Arbeit in zwei Teile gegliedert ist. Im ersten Kapitel werden die Quellen der Metaphern anhand einiger Beispiele untersucht. Dabei wird das Ziel Achebes mit dem Einsatz dieser Metapher hinterfragt. Im zweiten Kapitel wird auf den Aspekt des „storytelling“ eingegangen, wobei auf die Frage Antwort gesucht wird, welche Verantwortung auf den „storyteller“ bei der Benutzung von Metaphern zukommt. Die Hauptliteraturquellen für diese Arbeit waren als Primärliteratur Chinua Achebes Anthills of the Savannah (Heinemann Ausgabe), wobei in der Arbeit auf den Roman mit Anthills verweist wird. Als Sekundärliteratur diente hauptsächlich Critical Approaches to Anthills of the Savannah, herausgegeben von Holger G. Ehling, das verschiedene Essays über den Roman enthält. Ferner benutzte ich Postcolonial Literatures, herausgegeben von Parker und Starkey, das einen Einblick in die postkoloniale Literatur bietet und auch zum Verständnis der Metaphern und ihren Aufgaben einen Beitrag leistet. Weiterhin benutzte ich Hopes and Impediments von Chinua Achebe, das eine Sammlung einiger Essays von ihm ist, die zum größten Teil vor Anthills of the Savannah geschrieben wurden und den Wandel in Achebes Absichten als Autor zeigen.

1. Die Quellen der Metapher

In Anthills benutzt Achebe hauptsächlich Metaphern aus der Igbo-Kultur und aus dem Christentum. Dabei ist zu bemerken, dass die Benutzung der Metaphern nicht nach der Stellung der Figuren im Roman verteilt wird, d.h. die Figuren haben keine kulturellen Abstände zueinander. Vielmehr sind sie homogen auf die Hauptfiguren des Romans verteilt, die eine englische Ausbildung genossen haben. Wir befinden uns also in der post-kolonialen Zeit, d.h. die englische Sprache hat ihre wichtige Stellung in den afrikanischen Ländern eingenommen. Es geht jetzt um die Frage, wie damit umgegangen wird.

Zwei Aspekte sind der Schwerpunkt des Interesses in dieser Hausarbeit. Der erste ist der politisch-gesellschaftliche Aspekt, d.h. die Frage, wie Achebe die Bilder aus der christlichen und der afrikanischen Kultur instrumentalisiert und im Roman einstellt, um seine politischen und gesellschaftlichen Einstellungen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um die Frage der Korruption in den afrikanischen Ländern, insbesondere Nigeria, mit dem höchstwahrscheinlich das fiktive Land des Romans Kangan gemeint ist, sondern auch die Frage der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Eng damit verbunden ist der zweite Aspekt, nämlich der narrative, und zwar die Frage, wie Achebe das „storytelling“ als Teil der Kultur und somit Teil der Politik des Landes darstellt.

1.1 Metaphern aus der Igbo-Kultur:

In diesem Kapitel werde ich mich bei der Untersuchung der Metaphern hauptsächlich mit Beatrice beschäftigen, da ihre Figur von zwei Leitmotiven geprägt ist. Was die

Igbo-Kultur angeht, so wird Beatrice mit Idemili – dem „Pillar of Water“ - gleichgesetzt, der Göttin, die vom „Almighty“ auf die Erde gesandt wurde. Idemili stammt aus der afrikanischen Mythologie, ihre Figur spielt in der afrikanischen Kultur eine große Rolle. Sie wurde vom „Almighty“ gesandt, um „Power“ zu bedecken. In diesem Roman wird Beatrice mit ihr gleichgesetzt, und zwar von Christopher. Die Doppeldeutigkeit dieser Metapher besteht darin, dass mit „Power“ nicht nur auf die Macht der korrupten Herrscher in den afrikanischen Ländern hingewiesen wird, sondern gleichzeitig auch auf den Chauvinismus. Durch die Erzählung der Geschichte der Idemili in Kapitel 8 wird klar, dass Achebe in der Mythologie auch das Ende der reellen Geschichten, wie es z.B. das Schicksal des Priesters zeigt, das dem Schicksal von Christopher entspricht (Stoll S.71).

Dieses Kapitel könnte auch „Einführung in die afrikanische Mythologie“ benannt werden, denn es bietet abgesehen von seiner erzählerischen Funktion eine kulturelle Bereicherung für englischsprachige Leser an, die bisher keine eigene Kultur der afrikanischen Völker sahen[1]. Achebe verfolgt also mehrere Ziele mit dem Einsatz von Igbo-Metaphern. Diese Ziele werden in Kapitel 1.3 untersucht. Abgesehen von den mythologischen Metaphern benutzt Achebe viele Gleichnisse aus der afrikanischen Natur, die auch eine bestimmte Funktion haben. In seinem „Hymn to the Sun“, das dem „Pillar of Fire“ gewidmet ist, benutzt Achebe eine Metapher aus der Natur, die im Gegensatz zum „Pillar of Water“ steht. Achebe sucht und findet demnach in der afrikanischen Natur und Mythologie sogleich den Tod und das Weiterleben, das Problem und die Lösung dazu. Eine wichtige Metapher, die sich erst am Ende des Romans erklären lässt, ist der Termitenhügel, also die „anthills“ selbst. Am Ende des Romans stellt sich heraus, dass der Tod von Chris und Ikem nicht sinnlos war, sondern dass erst dadurch die Hoffnung für die Zukunft geboren wurde. Amaechina,

„May-the-path-never-close“, die ihren männlichen Namen von Beatrice erhält, ist dieses Symbol der Hoffnung, Beatrice ist in dieser Szene selber das „anthill“, das die Trockenperiode überlebte, um die Geschichte weiter zu erzählen (s.Stoll S.74-75). Insofern enthält das Wort „anthills“ im Titel des Romans sogleich den metaphorischen Charakter, verweist aber auch gleichzeitig auf die Wichtigkeit des „storytelling“. Den metaphorischen Charakter enthält das Wort in dem Sinne, da es der afrikanischen Kultur

entspringt und für die Überlebenden nach der Zerstörung des Landes steht, die die Geschichten ihres Landes erzählen.

1.2 Metaphern aus der Bibel

Es kann davon ausgegangen werden, dass die biblischen Metaphern aus der westlichen Kultur stammen. Der Zeitraum, in dem der Roman spielt, ist die postkoloniale Phase, d.h. die meisten Menschen sind eigentlich unter britischem Vor bild aufgewachsen und kennen sich in der afrikanischen Tradition nicht aus, wie in dem Falle Beatrice. Dennoch benutzt Achebe die westlichen Metaphern nicht in einem kritischen Kontext, sondern in einem Zusammenspiel mit den Igbo-Metaphern.

[...]


[1] vgl. Achebes Antwort auf Conrads Heart of Darkness in Hopes and Impediments, S.1-20. In Anthills geht es zwar nicht mehr um die Beschreibung der afrikanischen Identität, vielmehr wird sie vorausgesetzt und in ihr die Lösungen für die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Missstände gesucht. Durch mehrere Methoden geht Achebe über die Phase der Suche der afrikanischen Identität hinaus. Siehe dazu Kapitel 1.3

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Metaphrik in Anthills of the Savannah
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Chinua Achebe
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V41528
ISBN (eBook)
9783638397704
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metaphrik, Anthills, Savannah, Hauptseminar, Chinua, Achebe
Arbeit zitieren
Marianne Wagdy (Autor), 2005, Die Metaphrik in Anthills of the Savannah, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41528

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