Durch das Spielen im Freien werden Kinder in ihrer Entwicklung bestärkt. Kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Sprach- und Handlungsfähigkeit werden ebenso gefördert, wie Entscheidungskompetenzen, der angemessene Umgang mit anderen Menschen und die Entwicklung zu einem selbstbestimmten Individuum. Gerade unsere moderne Gesellschaft ist durch rasante Veränderungen und hohe Anforderungen an den Einzelnen gekennzeichnet, weshalb es umso wichtiger erscheint, dass Kinder „lernen, eine stabile Persönlichkeit aufzubauen, die ihre Grenzen aus-loten kann, sich realistisch an neue Gegebenheiten anpassen kann und darauf kreativ reagieren kann“.
Problematisch ist, dass durch eben jene moderne Gesellschaft und die Industrialisierung die Gestaltung der Außenräume in den Städten häufig unter wirtschaftlichen Aspekten vorgenommen wird. Kinder werden in diesem Zusammenhang als Verkehrshindernisse betrachtet und auch Kinderlärm wird außerhalb von Spielplätzen immer häufiger beklagt. Hinzukommt, dass sich Eltern der Gefahren, die das Leben in einer Stadt mit sich bringt, zunehmend bewusst werden und die Nutzung von geschützten Spielbereichen im öffentlichen Raum stark an Bedeutung gewinnt. Eben jene spezialisierten Areale, die sogenannten Kinderinseln, sollen einerseits Spielräume im Kulturraum der Erwachsenen bereitstellen und pädagogisch anregend sein, andererseits stellen sie eine Art Ghetto für Kinder dar und sind Ausdruck von Ausgrenzung und Isolation der Kinder in unserer Gesellschaft.
Hinzukommt, dass Spielplätze immer noch häufig mit einem Standardrepertoire von Spielgeräten ausgestattet werden, die in der Regel von Erwachsenen nach spielpädagogischen Gesichtspunkten geplant, aber den Interessen und Wünschen der Kinder im Sinne eines lebensweltorientierten Ansatzes nicht gerecht werden. Kinder dürfen unter diesen Umständen nicht als eine homogene soziale Gruppe gesehen werden, da eine Vielzahl unterschiedlicher Kindheiten je nach Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft existiert, die es zu berücksichtigen gilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Spielraum
2.2 der Spielraum des Kindes in der Stadt
2.2.1 Allgemeine Gesichtspunkte des Lebens in der Stadt und deren Auswirkungen auf Kinder
2.2.2 Spielplätze und deren Bedeutung für Kinder
3. Strukturierte Stadtteilbegehung in Eisenberg
3.1 die Methode
3.2 Umsetzung
3.2.1 Strukturdaten
3.2.2 Planung und Zielsetzung
3.2.3 Persönliche Eindrücke
3.3 Schlussfolgerungen für die Gemeinwesenarbeit in Eisenberg
4. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von öffentlichen Spielplätzen als Ersatzräume für Kinder in einer modernen, urbanen Gesellschaft. Ziel ist es, ein theoretisches Grundverständnis zu vermitteln und mittels einer strukturierten Stadtteilbegehung in der Stadt Eisenberg die Qualität vorhandener Spielplätze zu analysieren, um daraus Handlungsempfehlungen für die städtische Gemeinwesenarbeit abzuleiten.
- Bedeutung des kindlichen Spielraums in der Stadt
- Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf das Spielverhalten
- Qualitative Analyse öffentlicher Spielplätze mittels Stadtteilbegehung
- Zusammenhang zwischen Raumqualität und Nutzerakzeptanz
- Strategien zur Förderung der Kinderfreundlichkeit in Kommunen
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Persönliche Eindrücke
Während der Beobachtungen am 15.10.2017, 17.10.2017 und 23.10.2017 konnten insgesamt 44 Kinder und 20 Erwachsene während ihres Aufenthaltes auf den Spielplätzen erfasst werden. 7 Kinder auf dem Spielplatz in den Zeilbäumen (15.10.2017: 3 Kinder, 17.10.2017: 1 Kind und 23.10.2017: 3 Kinder) und 38 Kinder auf dem Spielplatz am Scheithof (15.10.2017: 9 Kinder, 17.10.2017: 16 Kinder und 23.10.2017: 13 Kinder). Im Folgenden sollen nun die Eindrücke der Spielplatzbeobachtungen geschildert werden. Der Versuch einer grafischen Darstellung dient dabei zunächst der besseren Vorstellung über die räumlichen Gegebenheiten der jeweiligen Spielplätze.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Spiels für die kindliche Entwicklung ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen urbaner Lebenswelt und den Bedürfnissen von Kindern.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Spielraum und analysiert die Auswirkungen der zunehmenden Verinselung und Verhäuslichung auf den kindlichen Lebensraum.
3. Strukturierte Stadtteilbegehung in Eisenberg: Hier wird die Methode der Stadtteilbegehung erläutert und zur Untersuchung der Qualität zweier spezifischer Spielplätze in Eisenberg angewendet.
4. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kindzentrierten Stadtplanung zur Förderung der Lebensraumqualität.
Schlüsselwörter
Spielplätze, Stadtteilbegehung, Eisenberg, Kindheit, Sozialraum, Verhäuslichung, Verinselung, Stadtentwicklung, Gemeinwesenarbeit, Spielraum, pädagogische Ansätze, urbane Lebenswelt, Kinderfreundlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Spielplätzen für Kinder in der Stadt und analysiert deren Zustand sowie deren Rolle als soziale Ersatzräume im städtischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Spielraum, die Auswirkungen moderner Stadtplanung auf Kinder sowie die praxisorientierte Beobachtung von Spielplatzsituationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Stadtteilbegehung in Eisenberg Erkenntnisse über die sozialräumliche Qualität von Spielplätzen zu gewinnen und daraus Empfehlungen für die kommunale Praxis zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der strukturierten Stadtteilbegehung genutzt, die qualitative Beobachtungen und eine Dokumentation von Spielplatzstandorten umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt und anschließend die konkrete Umsetzung und Ergebnisse der Stadtteilbegehung an zwei Spielplätzen in Eisenberg beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialraum, Verhäuslichung, kindliche Lebenswelt und kommunale Spielleitplanung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der Spielplatz am Scheithof von dem in den Zeilbäumen?
Der Spielplatz am Scheithof wird als gepflegt, modern und gut frequentiert beschrieben, während der Spielplatz in den Zeilbäumen als ungepflegt, beschädigt und unattraktiv für Kinder wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielen Eltern bei der Nutzung der Spielplätze?
Eltern fungieren als entscheidende Begleitpersonen, deren Sicherheitsbedürfnis und Zeitbudget das Spielverhalten und die Aufenthaltsdauer der Kinder maßgeblich bestimmen.
Warum ist die Identifikation der Nutzer mit dem Spielplatz wichtig?
Eine hohe Identifikation, etwa durch Patenschaften oder Partizipation an der Gestaltung, führt zu einem respektvolleren Umgang mit der Anlage und langfristig zu einer höheren Akzeptanz und Nutzung.
- Quote paper
- Lisa-Marie Matthes (Author), 2017, Spielplätze als Spielraum für Kinder. Eine strukturierte Stadtteilbegehung in Eisenberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415413