In dem Seminar „Gegenwartskunst: Das Verhältnis zum Tier“ haben wir uns mit verschiedenen Künstlern beschäftigt, bei denen das Tier Mittelpunkt ihrer Arbeit ist. Dabei war das Tier aus unterschiedlichem Material dargestellt, z.B. aus Holz (Pinguine), aus „Draht“ (Riesenspinne) oder ausgestopft (Eisbären). Die Werke waren jeweils so konstruiert, dass sich der Betrachter mit der Entstehung und der Wirklichkeitserscheinung auseinandersetzte. Dabei spielten unter anderem die Anordnung und Menge der Objekte eine Rolle.
Dies war ein Anreiz für mich, mich mit einem Künstler zu beschäftigen, der mit Hilfe seiner Darste llung die Betrachter provoziert - Damien Hirst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lebenslauf
3 Methodik
3.1 Spot Painting
3.2 Der Tierkörper als Ready-Made
4 Werke
4.1 A Thousand Years
4.2 Shirley Shark
4.3 Away from the Flock
4.4 Mother and Child Divided
5 Film und Werbung
6 Damien Hirst: der 11. September
7 Schlussbetrachtung
8 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Schaffen von Damien Hirst vor dem Hintergrund des Themas "Gegenwartskunst: Das Verhältnis zum Tier". Dabei wird analysiert, wie Hirst durch die Verwendung von toten Tierkörpern und medizinischen Versuchsaufbauten die Wahrnehmung des Betrachters provoziert und gesellschaftliche Verdrängungsmechanismen gegenüber dem Tod offenlegt.
- Biografischer Werdegang und Aufstieg von Damien Hirst
- Künstlerische Methodik: "Spot Paintings" und der Einsatz von Tieren als Ready-Made
- Analyse ausgewählter Schlüsselwerke wie "A Thousand Years" und "Mother and Child Divided"
- Verflechtung von Kunst mit Film, Werbung und Pop-Kultur
- Politische Kontroversen um die Äußerungen des Künstlers zu den Anschlägen vom 11. September
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Tierkörper als Ready-Made
Doch nicht seine innovative studentische Kuratorenschaft machte Damien Hirst zum „enfant terrible“ der britischen Gegenwartskunst. Seine Methode, die aus einem quasinaturwissenschaftlichen Versuchsaufbau besteht, baute er immer weiter aus. Seine Thematik bezieht sich nach wie vor auf Medizin (Laborsituationen) und deren Umfeld: Tierversuche, medizinische Modelle und der verglaste Container werden zu seinem Markenzeichen. Lebende und tote Tiere setzt er als künstlerisches Material ein: In Formaldehyd eingelegte Tierkörper oder eingesperrte Fliegen. Damit erregt er nicht nur in der Kunstwelt allgemeines Aufsehen (Vgl.: http://www.kunstwissen.de/fach/f-kunst/o_pm/hirst00.html).
Hirst versucht, das abstrakte Phänomen „Tod“ für den Betrachter real darzustellen, wobei nicht die Tierart im Mittelpunkt steht. Die von ihm eingesetzten Tierarten bezeichnet er als „banal“, d.h. den Betrachtern in einer oberflächlichen, alltäglichen Weise vertraut. Die Reichhaltigkeit der Tiere an kulturgeschichtlichen, religiösen und naturwissenschaftlichen Deutungsmustern interessiert Hirst dabei nicht (Vgl.: Prof. Romain, Lothar; Dr. Bluemler, Detlef (2001): Künstler, Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 53, Heft 2).
Hirst geht es bei seiner Arbeit vorrangig um das Offenlegen von Verdrängungsmechanismen, denn die meisten Betrachter empfinden den von ihm dargestellten herbeigeführten Tiertod oder das Zerteilen und Präparieren von Tierkadavern als schockierend und empörend.
Seine toten Tiere als Kunstwerk machen für ihn deutlich, dass das Kunstmuseum ein vergleichbares Konzept zum Naturkundemuseum aufweist: Beide sind als Orte der Konservierung auch Orte der Todesleugnung, in denen die Hoffnung auf ewiges Leben und Unvergängliches zelebriert und aufrechterhalten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Seminarthema und Vorstellung von Damien Hirst als provokativen Künstler.
2 Lebenslauf: Überblick über die biografische Entwicklung Hirsts, von seinem Studium am Goldsmith College bis zu seinem Erfolg in der internationalen Kunstszene.
3 Methodik: Erläuterung der "Spot Paintings" und der bewussten Verwendung von Tieren und medizinischen Settings als künstlerische Methode.
4 Werke: Detaillierte Betrachtung einzelner Formaldehyd-Installationen und der damit verbundenen gesellschaftlichen Kontroversen.
5 Film und Werbung: Untersuchung der Einflüsse von Werbung und Pop-Kultur auf das künstlerische Schaffen von Hirst.
6 Damien Hirst: der 11. September: Analyse der gesellschaftlichen Reaktionen auf Hirsts kontroverse politische Äußerungen zu den Anschlägen vom 11. September.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung des künstlerischen Erfolgs und der provokativen Wirkung von Hirsts Arbeiten.
8 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Damien Hirst, Gegenwartskunst, Tierkörper, Formaldehyd, Provokation, Tod, Medizin, Ready-Made, Young British Artists, Konservierung, Pop-Art, Wahrnehmung, Turner Preis, Kunstmarkt, Installationskunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die künstlerische Position von Damien Hirst und setzt sich kritisch mit seinem Umgang mit dem Tier als künstlerischem Objekt in der Gegenwartskunst auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Tod als künstlerisches Phänomen, die Ästhetik der Medizin und des Labors sowie die Provokation des Betrachters durch die Verwendung toter Kadaver.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hirst durch seine bewussten Provokationen gesellschaftliche Verdrängungsmechanismen in Bezug auf den Tod und das menschliche Verhältnis zum Tier demaskiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische und biografische Analyse, gestützt durch Fachliteratur und Berichte über die Ausstellungen und Reaktionen des Publikums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen (Medizin-Thematik, Ready-Made), die Analyse spezifischer Werke und die Untersuchung der Erweiterung seines Wirkens auf Film, Werbung und politische Kommentierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Damien Hirst, Formaldehyd, Tod, Provokation, Konservierung und Gegenwartskunst.
Welche Rolle spielen die "Spot Paintings" in Hirsts Werk?
Die "Spot Paintings" werden als früher Ausdruck der Medizinthematik betrachtet, die durch ihre biochemische Benennung eine Brücke zur pharmazeutischen Industrie schlagen.
Wie begründete Hirst seine kontroversen Aussagen zum 11. September?
Hirst bezeichnete die Anschläge als "visuell konstruiert" und als ein "Kunstwerk" hinsichtlich der erzielten Wirkung, was heftige öffentliche Proteste nach sich zog.
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- Wiebke Engler (Author), 2005, Leben uns Kunst des Damien Hirst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41548