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Konstantinopel als Residenzstadt. Die Gründe Konstantins des Großen

Title: Konstantinopel als Residenzstadt. Die Gründe Konstantins des Großen

Seminar Paper , 2014 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Pascal Böß (Author)

World History - Early and Ancient History
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Der erste christliche Kaiser der Geschichte, Konstantin der Große, gründete 324 n. Chr. Konstantinopel auf dem Boden des ehemaligen Byzantion. In der aktuellen Forschung wird diese Jahreszahl vorwiegend angegeben, wobei es nicht eindeutig zu belegen ist. Sicher ist, dass Konstantin in dem genannten Jahr Licinius, seinen letzten Konkurrenten um die Alleinherrschaft im Römischen Reich, besiegt hatte. In der Forschung existieren zu der entscheidenden Schlacht zwei unterschiedliche Ansichten. Zum einen soll, nach Alföldi, Licinius in einer Seeschlacht vor Chrysopolis im Bosporus, in Sichtweite zu Byzantion besiegt worden sein. Piepenbruck schreibt dagegen in ihrem Aufsatz, dass Licinius sich in der Stadt verschanzt haben soll. Wesentlich ist, dass dagegen Einigkeit darin herrscht, dass er im Anschluss an der Stelle seines entscheidenden Sieges der Stadt seinen eigenen Namen gab, ganz nach der Tradition griechisch-römischer Herrscher. In unterschiedlichen Quellen wird aufgeführt, dass Konstantinopel nicht die allererste Wahl Konstantins war. Vielmehr zog er mehrere Stellen im oströmischen Teil des Reiches in Erwägung, beispielsweise Thessalonike, Chalkedon oder auch die Gegend in der Nähe vonTroja. Seine erste Entscheidung fiel auf die letztgenannte Möglichkeit, die er vermutlich auch aufgrund der ideologischen Bedeutung auserwählte. Denn Aeneas, der mythische Urahne aller Römer, stammte aus Troja. Sowohl in christlichen als auch in heidnischen Quellen wird geschrieben, dass er dort schon begonnen hatte zu bauen, bis er seine Meinung änderte und sich gen Byzantion, der Stadt am Goldenen Horn, wandte. Die Gründe für diesen Entschluss gehen in den christlichen und heidnischen Quellen auseinander. In manchen christlichen Quellen soll Konstantin durch Gott geführt worden sein. Während beispielsweise der heidnische Autor Zosimus in seinem Werk einen geo-strategischen Grund anführt, der die Lage des ehemaligen Byzantion hervorhob. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Gründen auseinander, die zu Konstantins Entscheidung beigetragen haben und ob diese tatsächlich so einfältig dargestellt werden

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zosimus

III. Gründe für Konstantin

III.1 Mögliche religiöse Gründe

III.2 Repräsentation Konstantins

III.3 Geographische Gegebenheiten

III.4 Politisch-Strategische Vorteile

III.5 Wirtschaftliche Interessen

IV. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Beweggründe, die Kaiser Konstantin den Großen dazu veranlassten, Konstantinopel auf dem Gebiet des ehemaligen Byzantion zu gründen, und hinterfragt dabei kritisch die einseitigen Deutungen spätantiker Quellen.

  • Analyse und Charakterisierung des Historikers Zosimus und seines Werkes
  • Kritische Auseinandersetzung mit religiösen Deutungsansätzen der Stadtgründung
  • Untersuchung der Repräsentationsbedürfnisse Konstantins
  • Bewertung der geographischen Lage und der topographischen Vorteile
  • Darstellung der politisch-strategischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Standorts

Auszug aus dem Buch

III. Geographische Gegebenheiten

Im Folgenden schreibt Zosimus über die Suche nach einer geeigneten Stelle, der getroffenen Entscheidung nahe Troja und dem Beginn der dortigen Bauarbeiten. Dieser Teil des Berichtes deckt sich mit etlichen Quellen. Schließlich entschied sich Konstantin nochmals um. Folgender Teil der Quelle thematisiert diese Wende und rückt somit in den Mittelpunkt dieser Arbeit: „[…] und wandte sich Byzanz zu. Voll Bewunderung für die Lage der Stadt entschloß er sich, die Stellung möglichst zu erweitern ihr die Ausdehnung zu geben, wie sie einer kaiserlichen Residenz entsprach. Liegt doch die Stadt auf einer Anhöhe und bedeckt einen Teil der Landzunge, die durch das sogenannte (Goldene) Horn und die Propontis gebildet wird.“ Hieraus lassen sich die wesentlichen Gründe zur Gründung Konstantinopels ziehen. Der topographischen Lage kommt die höchste Priorität zu, von der sich weitere wichtige Motive ableiten lassen. Hierunter fallen zum einen politische und strategische Beweggründe und zum anderen wirtschaftliche Interessen. Unter die topographischen Gesichtspunkte fallen das kontinentale, beständig angenehm warme Klima, die Hügellage der Stadt und vor allem, dass es die kürzeste Verbindung zwischen dem europäischen und dem asiatischen Kontinent südlich des Schwarzen Meeres und somit auch im gesamten Römischen Imperium war. Sozusagen war Konstantinopel - davor auch schon Byzantion - der Mittelpunkt in der Europa-Asien Verbindung und auch als der Schlüssel zur Balkanhalbinsel und zu Kleinasien zu bezeichnen. Die Lage am Bosporus beinhaltete die Kreuzung des Seeweges vom Marmarameer zum Schwarzen Meer und des Landweges von Europa nach Asien, denn alle Straßen und Wege auf der europäischen Seite liefen in Konstantinopel zusammen, beispielsweise die Via Egnatia und auf der asiatischen Seite von diesem Punkt auseinander, wie die Via Publica. Weiterhin war Konstantinopel von drei Seiten mit Meer umgeben und das Gelände fiel zum Wasser hin steil ab.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Gründung Konstantinopels im Jahr 324 n. Chr. und skizziert die wissenschaftliche Problematik hinsichtlich der unterschiedlichen Quellenbewertungen.

II. Zosimus: Dieses Kapitel charakterisiert den spätantiken Historiker Zosimus und ordnet sein Werk, die „Historia Nea“, in den historischen Kontext der Spätantike ein.

III. Gründe für Konstantin: Dieser Abschnitt analysiert die vielfältigen Beweggründe für die Standortwahl Konstantins, von religiösen Motiven über Repräsentationsdrang bis hin zu strategischen und ökonomischen Faktoren.

III.1 Mögliche religiöse Gründe: Hier wird die kontroverse Debatte zwischen heidnischen und christlichen Quellen bezüglich einer rein christlichen Intention der Stadtgründung kritisch beleuchtet.

III.2 Repräsentation Konstantins: Das Kapitel erläutert den Wunsch Konstantins, eine eigene, unberührte Residenzstadt als Pendant zu Rom zu schaffen, um seine Macht und Familie zu repräsentieren.

III.3 Geographische Gegebenheiten: Dieser Teil beschreibt die topographischen Vorzüge Konstantinopels, insbesondere dessen Lage als Kreuzungspunkt zwischen Europa und Asien.

III.4 Politisch-Strategische Vorteile: Hier wird untersucht, wie die geschützte Lage und die Erreichbarkeit der Reichsgrenzen eine zentrale Rolle bei der strategischen Entscheidung spielten.

III.5 Wirtschaftliche Interessen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die Kontrolle über Handelsrouten und der Zugang zu Ressourcen den wirtschaftlichen Aufstieg der neuen Residenz begünstigten.

IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Stadtgründung durch ein komplexes Zusammenspiel aus Repräsentation, politischer Notwendigkeit und wirtschaftlichem Kalkül begründet war.

Schlüsselwörter

Konstantinopel, Konstantin der Große, Zosimus, Byzantion, Stadtgründung, Spätantike, Residenzstadt, Repräsentation, Geographie, Bosporus, Handelsrouten, Politische Strategie, Römisches Reich, Christentum, Heidentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historischen Gründe, die Kaiser Konstantin den Großen im Jahr 324 n. Chr. dazu bewogen, Konstantinopel als neue kaiserliche Residenz zu begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse antiker Quellen, der Bewertung der geographischen Lage sowie der politischen, strategischen und wirtschaftlichen Standortvorteile.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Stadtgründung primär religiös motiviert war oder ob geo-strategische und ökonomische Überlegungen, wie sie bei Zosimus angedeutet werden, eine entscheidendere Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es erfolgt eine quellenkritische Analyse der „Neuen Geschichte“ des Zosimus, ergänzt durch Vergleiche mit christlichen Quellen und aktuelle wissenschaftliche Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Quelle Zosimus und eine detaillierte Untersuchung der fünf Hauptkategorien: religiöse Motive, Repräsentation, Geographie, Strategie und Wirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Konstantinopel, Spätantike, Geostrategie, Handelskreuzpunkt, Zosimus und kaiserliche Repräsentation.

Warum wird die Darstellung des Sozomenos im Text hinterfragt?

Die Darstellung des Sozomenos wird hinterfragt, da sie eine rein christliche Gründung postuliert, was durch andere zeitgenössische Quellen sowie Konstantins Verehrung des Sol Invictus als unwahrscheinlich gilt.

Welche Rolle spielt die Lage am Bosporus für die Entwicklung der Stadt?

Die Lage am Bosporus war essenziell, da sie als Verbindung zwischen Europa und Asien fungierte und gleichzeitig die Kontrolle über wichtige Handelswege zu Wasser und zu Land ermöglichte.

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Details

Title
Konstantinopel als Residenzstadt. Die Gründe Konstantins des Großen
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,3
Author
Pascal Böß (Author)
Publication Year
2014
Pages
13
Catalog Number
V415647
ISBN (eBook)
9783668654709
ISBN (Book)
9783668654716
Language
German
Tags
Konstantin Konstantinopel Rom Byzanz Istanbul Römisches Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pascal Böß (Author), 2014, Konstantinopel als Residenzstadt. Die Gründe Konstantins des Großen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415647
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