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Die Mafia unter dem Blickwinkel des Männerbundes

Title: Die Mafia unter dem Blickwinkel des Männerbundes

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: gut

Autor:in: Mag.phil. Verena Brunner (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Der männliche Ehrkodex, das Streben nach Macht und als letzte Konsequenz die Gewalt stellen jene Komponenten dar, die das Phänomen Mafia zu einem Männerbund par Excellence machen. Gerade in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft wie im Sizilien des 19. Jahrhunderts hatte der Männerbund Mafia seine Existenzberechtigung gefunden. Durch die Analyse der gesellschaftlichen Gegebenheiten dieser Zeit können die Strukturmerkmale dieses Männerbundes erklärt werden. Was sind die Charakteristika dieser Gemeinschaft, durch welche Wertvorstellungen und Rituale wird sie hergestellt und bewahrt?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Patriarchale Gesellschaftsstrukturen als Entstehungskontext

3. Der mediterrane Ehrkodex

4. Männliche und weibliche Ehre

5. Gewalt als konstituierendes Element der männlichen Vergemeinschaftung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die sizilianische Mafia als eine spezifische Form der männlichen Vergemeinschaftung. Dabei wird analysiert, wie patriarchale Strukturen, mediterrane Ehrvorstellungen und die Anwendung von Gewalt das soziale Gefüge und die Handlungslogik dieses Netzwerks maßgeblich konstituieren und stabilisieren.

  • Die Entstehung der Mafia im soziokulturellen Kontext des Siziliens des 19. Jahrhunderts.
  • Die Bedeutung von Ehre als symbolisches Kapital und sozialer Platzanweiser.
  • Der geschlechtsspezifische Kontrast zwischen männlicher Ehre und weiblicher Keuschheit.
  • Die Funktion von Gewalt als Instrument zur Machtausübung und zur Sicherung des Zusammenhalts im Männerbund.

Auszug aus dem Buch

3. Der mediterrane Ehrkodex

Mediterrane Gesellschaften lassen sich als „honour and shame societies“ (zit. nach Giordano 1992: 114) definieren. Das heißt, dass in ihnen Wertvorstellungen und Verhaltensnormen existieren, in deren Zentrum der Begriff der Ehre steht.

Ehre kann als ein Gefühl verstanden werden, das bestimmte Idealvorstellungen über die eigene Person und die anderen beinhaltet und somit das Verhalten des Individuums bestimmt.

Der oder die einzelne hat in bezug auf sich selbst und gegenüber den anderen die Überzeugung, „daß man sich nichts vorwerfen muß und daß man demzufolge den Anspruch, ja sogar das Recht besitzt, stolz zu sein“ (Giordano 1992: 115).

Die Ehre als Moralvorstellung hat innerhalb einer Gruppe oder Gemeinschaft eine sozialisierende Bedeutung, da sie das Verhalten der Individuen zueinander determiniert. In gewissen Situationen werden entsprechende Verhaltensweisen erwartet und von den Gruppenmitgliedern gegenseitig eingefordert. Der oder die einzelne fühlt sich gleichzeitig sich selbst als auch den anderen gegenüber dem gemeinsamen Normenkodex verpflichtet und unterwirft sich auch gegebenenfalls den Sanktionen bei Nichtachtung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das organisierte Verbrechen der Mafia als Phänomen männlicher Vergemeinschaftung und skizziert die methodische Untersuchung der Mafia als Männerbund.

2. Patriarchale Gesellschaftsstrukturen als Entstehungskontext: Dieses Kapitel erläutert die Genese der Mafia als Ergebnis der sozioökonomischen Umbrüche im Sizilien des 19. Jahrhunderts und die Entstehung klientelhafter Netzwerke.

3. Der mediterrane Ehrkodex: Hier wird die Rolle des Ehrbegriffs als sozialer Platzanweiser und moralisches Regelwerk innerhalb von "honour and shame societies" analysiert.

4. Männliche und weibliche Ehre: Das Kapitel beleuchtet die geschlechtsspezifische Dimension von Ehre und wie die Kontrolle über weibliche Keuschheit die männliche Machtstellung legitimiert.

5. Gewalt als konstituierendes Element der männlichen Vergemeinschaftung: Hier wird Gewalt als notwendiges Qualifikationsmerkmal und Instrument zur Erzeugung von Furcht und Respekt für den Machterhalt dargestellt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Mafia als extreme patriarchale Ausformung zusammen, die durch ein komplexes Zusammenspiel von Ehre, Gewalt und geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen funktioniert.

Schlüsselwörter

Mafia, Männerbund, Ehre, patriarchale Gesellschaft, Sizilien, Gewalt, Vergemeinschaftung, Ehrkodex, Klientelwesen, Macht, Maskulinität, Uomo d’onore, soziale Kontrolle, geschlechtsspezifische Rollen, Kriminalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sizilianische Mafia nicht nur als kriminelle Organisation, sondern primär als eine spezifische, historisch gewachsene Form der männlichen Vergemeinschaftung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind patriarchale Gesellschaftsstrukturen, mediterrane Vorstellungen von Ehre und Schande sowie die Funktion von physischer und psychischer Gewalt innerhalb dieses Netzwerks.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Strukturmerkmale der Mafia durch eine Analyse der gesellschaftlichen Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts zu erklären und das Konzept der Mafia als Männerbund zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialwissenschaftliche Analyse, die sich auf Literaturrecherchen zu soziologischen und historischen Phänomenen der Mafia stützt und diese mit Fallbeispielen, etwa von Antonino Calderone, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Entstehungskontexts, die Dekonstruktion des mediterranen Ehrkodex sowie den Vergleich von männlicher und weiblicher Ehre und die konstituierende Rolle von Gewalt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe "Männerbund", "Ehre" (als symbolisches Kapital), "Patriarchat", "Klientelbeziehung" und "Gewalt als Mittel zur Machtwahrung".

Warum spielt der Begriff des „Uomo d’onore“ eine so zentrale Rolle?

Der Uomo d’onore ist für die Mafia das prototypische Ideal des Mannes, dessen Handeln aktiv die Ehre der Gruppe mehrt und somit den sozialen Status und die Macht innerhalb des Netzwerks definiert.

Welche Bedeutung hat das Beispiel von Calderones Onkel Luigi Saitta?

Dieses Fallbeispiel illustriert eindrücklich, wie der Verstoß gegen das Gebot der Gewaltanwendung zur Wiederherstellung der Familienehre gegenüber einer untreuen Ehefrau zum sozialen Ausschluss innerhalb der Mafia führen konnte.

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Details

Title
Die Mafia unter dem Blickwinkel des Männerbundes
College
University of Vienna
Course
SpezVO Mafia, Staat und Männlichkeit
Grade
gut
Author
Mag.phil. Verena Brunner (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V41566
ISBN (eBook)
9783638398053
ISBN (Book)
9783638749831
Language
German
Tags
Mafia Blickwinkel Männerbundes SpezVO Mafia Staat Männlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag.phil. Verena Brunner (Author), 2003, Die Mafia unter dem Blickwinkel des Männerbundes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41566
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