Der Name Albrecht Dürer wird wohl fast jedem bekannt sein. Er hat die Kunst seiner Zeit so geprägt, dass man schon lange nicht mehr von einer „deutschen Renaissance“, sondern von der „Kunst der Dürerzeit“ spricht. Er ist in seiner Kunst so reich und vielfältig angelegt und dem Leben zugewandt. Er blieb durch alle Jahrhunderte im Gedächtnis der Menschen, und seine Wirkung auf die Künstler und auf die gesamte geistige Welt des Abendlandes hat keinen Augenblick ausgesetzt. Dies sind einige Gedanken, mit denen Franz Winzinger sein Buch über Dürer einleitet. Mit diesen Gedanken spielt er schon auf die die Bedeutung dieses großen Künstlers an. In seiner Schaffenszeit steht er um 1500 mitten in der Renaissance, hat allerdings noch die Lehre der Spätgotik inne. Namensgebend für diese Zeit ist der von Wilhelm Pindar geprägte Name „Dürerzeit“. In ihr würde vor allem Malerei, Grafik, Bildschnitzerei und Steinplastik mit Vorliebe als künstlerisches Mittel benutzt. Neben Dürer wirken in dieser Zeit Künstler, wie Mathias Grünewald, Lucas Cranach und Albrecht Altdorfer. Neben seinen Zeitgenossen gehört Dürer zu denjenigen, die man nicht zuerst mit Malerei verbindet. Im Bereich der Grafik und Druckgrafik hat er sich bis an die Spitze gebracht, denkt man an Werke wie „Die Apokalypse“ 1497 oder „Melancolia I“ 1514. Nach Lorenz Dittmann soll er sogar Probleme mit der Farbgestaltung gehabt haben, trotz seiner bedeutenden Werke in der Malerei. Im Rahmen des Seminars zur Farbe in der Malerei habe ich mich vor allem auf Dittmann gestützt und seine Ausführung wie Dürer versucht diese Probleme in der Farbigkeit zu beheben. In der Hausarbeit möchte ich mich allerdings, nach allgemeinen Aussagen über die Ikonografie, Technik und Material in seiner Malerei, eher auf ausgewählte Werke beschränken und dessen Farbigkeit, sowie den Aufbau des Bildes und die Beziehungen der Farben zu den Figuren beschäftigen. Desweiteren soll aufgezeigt werden, in wie weit sich Dürers Malerei im Laufe seiner Schaffensjahre verändert, ausgelöst durch Reisen, Bekanntschaften oder eigene Ambitionen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biografie Albrecht Dürer
3. Themen und Ikonografie in Werken Dürers
4. Technik, Material, Farbe
5. Ausgewählte Werke Dürers und ihre Farbigkeit
5.1. Die vier Apostel, 1526
5.2. Das Allerheiligenbild, 1511
5.3. Die Anbetung der Könige, 1504
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Farbgestaltung in Albrecht Dürers malerischem Werk. Ziel ist es, anhand von drei ausgewählten, repräsentativen Gemälden zu analysieren, wie der Künstler Farbe als Ausdrucksmittel einsetzte, welche technischen Prinzipien (wie Schichtmalerei) er verfolgte und inwiefern sich seine Farbigkeit sowie der Bildaufbau im Laufe seiner Schaffensjahre unter dem Einfluss von Reisen und neuen künstlerischen Ambitionen veränderten.
- Grundlagen der Maltechnik und Materialwahl bei Dürer
- Ikonografie und thematische Schwerpunkte in der Dürerzeit
- Analyse der Farbkomposition und chromatischen Abstufungen
- Untersuchung von Lichtführung und plastischer Modellierung durch Farbe
- Vergleich der künstlerischen Entwicklung anhand von drei Hauptwerken
Auszug aus dem Buch
5.1. Die vier Apostel, 1526
Zur Bestimmung der Farbigkeit ist es notwendig, sich einmal einige Werke Dürers genauer anzusehen. Als erstes Beispiel soll hier das Diptychon „Die vier Apostel“ (Abb.7) aufgeführt werden. Geschaffen wurde das Werk 1526 als letztes großes Werk Dürers. Mit den Maßen 212,8 x 76,2 bzw. 212,4 x 76,3 cm befindet es sich heute als Eigentum der Wittelsbacher Landesstiftung in der Alten Pinakothek in München.14 Dargestellt sind die vier Apostel auf Lindenholz, wobei die beiden Teile eine Einheit bilden. Unter den Heiligen sind Bibelzitate angebracht, mit welchen sie das Stadtregiment ermahnen. Links im Bild ist der jugendliche Johannes mit einem aufgeschlagenen Buch dargestellt. Dominant das Bild einnehmend zeigt er sich in einem weiten Mantel mit Blick in sein Buch. Dahinter ist, nur teilweise zu erkennen, der ältere Paulus mit seinem Schlüssel. Den Kopf hat er nach vorn geneigt. Dazu steht im rechten Bild Apostel Paulus mit Schwert und Buch, ebenfalls den größten Teil der Fläche einnehmend, in weitem Gewand. Er scheint Johannes gegenüber zu stehen. Dahinter erscheint der Evangelist Markus mit der Schriftrolle. Der Hintergrund ist ungewiss in dunkler Farbe, fast schwarz gehalten. Der Fußboden zeigt sich durch eine graue Fläche. Durch die Größe der Figuren richtet sich der Fokus auf die vier Apostel. Durch die neutralen, unbunten Farben des Hintergrundes, wird der Blick auf die farbige Gewänder gelenkt, welche durch ihre Weite von Kraft und Festigkeit zeugen. Die Farbskala zeigt sich von den Primärfarben Rot und Gelb, in dem Umhang des Johannes, zu der Mischfarbe Grün in seinem Gewand, bis hin zu dem strahlend weißen Umhang des Paulus. Die beiden Apostel im Hintergrund sind durch weniger auffällige Farbnuancen gezeichnet. Das Grün- Blau und Schwarz- Grau hebt sich kaum vom Hintergrund ab. Somit ist der farbliche Fokus auf die Personen im Vordergrund gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Dürers als prägende Figur der deutschen Renaissance ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Farbanalyse in Dürers Malerei konzentriert.
2. Biografie Albrecht Dürer: Das Kapitel bietet einen biografischen Abriss, der Dürers Ausbildung, seine Reisen nach Italien und in die Niederlande sowie seine künstlerische Vielseitigkeit beleuchtet.
3. Themen und Ikonografie in Werken Dürers: Hier werden die inhaltlichen Schwerpunkte von Dürers Schaffen, von der sakralen Malerei bis zur Bildnismalerei, sowie ikonografische Neuerungen besprochen.
4. Technik, Material, Farbe: Dieses Kapitel widmet sich den technischen Grundprinzipien Dürers, insbesondere der Schichtmalerei, der Vorbereitung von Bildträgern und dem Umgang mit Pigmenten.
5. Ausgewählte Werke Dürers und ihre Farbigkeit: Dieses Kernkapitel untersucht die farbliche Gestaltung und den Bildaufbau anhand der drei Werke „Die vier Apostel“, „Das Allerheiligenbild“ und „Die Anbetung der Könige“.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung von Dürers Malstil zusammen und betont seine Beständigkeit gegenüber selbst auferlegten künstlerischen Regeln in einer Zeit gesellschaftlichen Wandels.
Schlüsselwörter
Albrecht Dürer, deutsche Renaissance, Dürerzeit, Malerei, Farbgestaltung, Schichtmalerei, Ikonografie, Die vier Apostel, Allerheiligenbild, Anbetung der Könige, Farbtriade, Bildaufbau, Kunstgeschichte, Temperatechnik, Inkarnat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Farbgestaltung in der Malerei von Albrecht Dürer und untersucht dessen künstlerische Entwicklung zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Maltechnik, die Ikonografie sowie die spezifische Farbanwendung und den kompositorischen Aufbau in Dürers Tafelbildern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dürer Farbe als Mittel zur Bildgestaltung einsetzte und wie sich seine Arbeitsweise durch Reisen und persönlichen Fortschritt im Laufe der Zeit wandelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf kunsthistorische Fachliteratur, insbesondere auf die Theorien von Lorenz Dittmann, und führt eine werkgeschichtliche sowie visuelle Analyse an drei ausgewählten Gemälden durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einführung zu Technik und Ikonografie sowie eine detaillierte Analyse der drei ausgewählten Werke „Die vier Apostel“, „Das Allerheiligenbild“ und „Die Anbetung der Könige“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dürerzeit, Farbtriade, Schichtmalerei, Sakrale Malerei und die explizit analysierten Werke.
Wie unterscheidet sich Dürers Farbanwendung in „Die vier Apostel“ von anderen Werken?
Das Werk zeichnet sich durch ein „halbbuntes Dual“ aus Grau und Braun aus, wobei die leuchtenden Primärfarben gezielt eingesetzt werden, um die Apostel im Vordergrund als monumentale Figuren hervorzuheben.
Welche Bedeutung hat die „Anbetung der Könige“ für die deutsche Malerei?
Das Werk wird aufgrund seines Detailreichtums und seiner klaren Formgebung als die erste klassische Komposition der deutschen Malerei gewürdigt.
- Arbeit zitieren
- Monique Feistel (Autor:in), 2017, Die Farbe in Dürers Malerei. Drei Werke zu Beginn des 16. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415677