Modena. Stadtgeschichte und Entwicklung


Referat (Handout), 2016

5 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

- Modena - Stadtgeschichte und Entwicklung -

Allqemeines:

- Lage: Emilia-Romagna, zwischen dem sudlichen Rande der Po-Ebene und dem FuR>e des Apennin
- ca. 185.000 Einwohner (zweitgroftte Stadt der Emilia-Romagna)
- Universitatsstadt seit 1182
- Dorn mit Glockenturm ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe
- Wirtschaft: Autoindustrie (Ferrari, Pagani, Maserati, Lamborghini), Balsamico-Essig, Parmesankase, Keramik, Lambrusco, Textil

→ Wirtschaftsstandorte nie in Modena selbst, sondern in umliegenden Klein-stadten!

Geschichte und Entwicklung:

- Antike:
- Etruskische Zeit (Siedlung „Muoina“),
- Etruskische Kultur von 800-100 v. Chr. in Italien nachweisbar
- von Kelten im 4. Jh. v. Chr. erobert
- Romer Zeit (222 v. Chr. - ~4./6. Jh. „Mutina“)
- In Zeiten der romischen Expansion in Italien 222 v. Chr. wahrend der Keltenkriege in Besitz der Romer gefallen ->„Mutina“ Kolonie mit romischen Burgerrecht
- „Via Aemilia" (grofte Handelsstrafte) 187 v. Chr. in unmittelbarer Nahe Modenas angelegt (verlauft durch den historischen Stadtkern) → parallel zu dem Apenninengebirgszug von Piacenza und Rimini (heutige Stadtenamen); Schauplatz fur viele Konflikte zwischen Romern und Kelten
- Ende unklar (v.a. zwei Aspekte nennenswert):
- A) 4. Jh. n. Chr.: Plunderung Attilas (Hunnenkonig) und standige Konflikte mit Langobarden iieR Modena verfallen analog zum Sturz des Westromischen Reichs
- B) haufige Uberschwemmungen in dieserZeit
→ deshalb besitzt Modena nicht das typisch romische Straftenmuster wie viele andere Stadte der Emilia Romagna

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1:

Modena heute

1: Dom zu Modena

2: Torre Ghirlandina

3: Palazzo Arcivescovado

4: Palazzo Comunale

5: Palazzo Ducale

6: Staatsarchiv

7: San Domenico

8: Palazzo die Musei

9: Sant'Agostiono

10: San Francesco

11: San Pietro

12: Universitat

13: Santa Maria Pomposa

Quelle: Goez, W.: Emilia-Romagna, S. 123.

- in der Zeit zwischen 6. und 9. Jh. kaum etwas bekannt keine Uberreste von Regentschaft der Langobarden oder der Byzantiner von Ravenna

1. Phase der Stadtentwicklung: 9 - 17. Jh.

- eigentlicher Start der heutigen Stadtentwicklung seit Wiederaufbau im 10. Jh.
- Bischofe ausschlaggebend fur den Wiederaufbau der verodeten Stadt (Tebaldus war Heer uber weites Gebiet um Modena)
- Markgrafin Mathilde erbte Staat von Vater und trat ihre Privatbesitze nach ihrem Tod an den Papstab (Modena eingeschlossen) 1099
- im 1. Abschnitt dieser Phase war die Burgerschaft Modenas sehr stark → kein grower Herrschereinfluss → dennoch Parteibezug (Krieg zwischen Friedrich II. und Gregor IX. Kaiser gg. Papst) zu Friedrich
- mittelalterlicher Stadtkern Piazza Grande → zentraler Platz Modenas, an zwei Seiten eingerahmt von:
- romanischer Dom zu Modena (1) „San Geminiano"
- 1099 Beginn des Baus (1184 Weihe),
- Grab des Schutzpatrons Sankt Geminianus
- Die wichtigste Sehenswurdigkeit von Modena + Denkmal fur ehemalige kommunale Grofte → Burger spielten
- Torre Ghirlandina (2):
- Glockenturm des Doms (88m hoch)
- War fur die Burger das Wahrzeichen der Stadt ° In Turmhalle hangt „Loscheimer“ als Siegbeute gegen Bologna
- Palazzo Comunale (4) (Stadthaus 12. Jh., aber im 16. Jh. runderneuert)
- Universitat (12): 1182 gegrundet
- Kirche Sant' Agostino (9): 1245 errichtet (1662 erneuert → majestatischer Bau)
- Ab dem 13./14. Jh.: endgultig in der Hand von der d'Este Familie
- 1288 Ubernahme durch Obizzo d'Este → nicht gefestigt
- 1336 endgultig in der Hand der d'Este → Nebenresidenz (Hauptresidenz: Ferrara)
- Palazzo Arcivescovado (3): erzbischoflicher Palast aus dem 15. Jh. (17. Jh. erneuert)
- im Stadtviertel zwischen Dom (1) und Palazzo Arcivescovado (3) sind viele Hauser und Palaste aus dem 15. und 16. Jh. erhalten
- Borso d'Este 1450/1452 Erhebung der Regierungsform von Signoria zum Herzogtum (sprich: er wurde zum Herzog ernannt) fur Herzogtum Modena entscheidend (ab 1597 Hzm. Modena)

2. Phase der Stadtentwicklung: 17. - 19. Jh.

- Wandel im 16. Jh. eingelautet → Modena wurde 1597 Hauptsitz der d'Este (Francesco I.)
- wichtige Funktion als Pufferstaat (zwischen dem Herzogtum Mailand, der Republik Venedig und dem Kirchenstaat) ab 1600
- Palazzo Ducale (5): 1634 Baubeginn des barocken Herzogspalast unter Francesco I. im Norden des mittelalterlichen Stadtkerns (wurde erst im 19. Jh. vollendet)
- einerdergroftten Palazzi Italiens, das groftte Gebaude in Modena
- Bauleitung: Bartolomeo Avanzini (aus Rom)
- Wahrend 2. WK stark beschadigt → Originalkonzept verandert
- heute: traditionsreichste Militarschule Italiens → Modenas groftter Tag im Jahr ist die offentliche Vereidigung
- vor dem Palazzo Ducale befindet sich der Piazza Roma
- ab 1796 Cisalpinishce Republik unter Napoleon
- zuvor Name Cispadanische Republik 1796, ab 97 dann Cisalpinische Rep
- 1803 fiel das Groftherzogtum nach Sturz Napoleons im Erbgang an die Habsburger
→ Herrschaft der osterreichischen d'Este bis zur Freiheitserlangung nach etlichen Revolten 1859

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: 1850

Quelle: Baumgat, F.: Oberitalien, S. 101.

Industrialisierung:

- Voraussetzung: Einigung Italiens (I860)
- erst sehr spat (1880-1900) → Norden Italiens fruher als Suden ° Allgemein: stadtische Bevolkerung nahm zu (vermehrte Arbeitsplatze in den Stadten)
- in Modena: spate Suburbanisierung; Produktionsindustrie in umliegenden Kleinstadten, nicht in Modena selbst
- lediglich der Handel (Marktfunktion) und die Universitat in der Innenstadt → fuhrt zur Segregation der Bevolkerungsschichten
- Funktion der Stadte anderte sich
- bauliche Struktur der Stadte anderte sich (Dichte, Vorstadte, Industriegebaude)
- Stadterweiterungen: geplantes Straftennetz als Grundlage des neuen Bauens
- Umbau der Innenstadte: Sanierungsprojekte (geringere Dichte, bessere Durchluftung, Kanalsysteme) → Steigerung der Lebensqualitat (z.B. durch bessere Hygiene)
- 1873 Bau einer Synagogein Modena

ZweiterWeltkrieg und Mussolini:

- 1921 grundete Mussolini die National-Faschistische Partei PNF, ab 1922 Mussolini Ministerprasident
- in Gesetzen von 1923-1926 wurden allmahlich alle Oppositionsparteien verboten → faschistische Diktatur
- Nahe Modena das Lager „Fossoli“ (unter dt. Verwaltung) fur 7.500 Juden
- Modena auch Widerstandshochburg („Resistenzia“) → „goldene Tapferkeitsmedaille" erhalten
- Italienische Stadte wurden wahrend des Krieges kaum zerstort ° 1.1.1948 Inkrafttreten der neuen republikanischen Verfassung Italiens

heute:

- ursprungliche Funktionen der alten Gebaude gelten zum Groftteil auch heute noch
- Innenstadt: alte verkommene Bausubstanz → niedrige Mieten → Segregation: Wohnsitz armlicher Bevolkerung (z.B. Migranten und Studenten) → Entwicklung einer alternativen Szene
- Modena ist Universitatsstadt → kreatives Studentenmilieu ° Modena ist italienische/europaische Hochburg der „Beat-Bewegung“
- grofte ansassige Rock- und Metal-Szene

Quellen:

Goez, W. (1989): Emilia-Romagna: oberitalienische Kunststadte zwischen Po, Apennin und Adria. Koln.

Head Department "City Promotion and Tourism" (o. J.): Visitmodena. Internet: http://www.visitmodena.it/english/discover- modena/discover-modena#null (Aufruf am 23.01.2016).

Ludwig, H. (1953): Reisefuhrer Italien. Genf.

Orange Smile Tours B.V. (o.J.): Modena Stadtplan: Detaillierte Karte von Modena. Internet: http://www.orangesmile.com/reiseinfos/modena/ausfuhrliche-karten.htm (Aufruf am 27.01.2016).

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Modena. Stadtgeschichte und Entwicklung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
5
Katalognummer
V415678
ISBN (eBook)
9783668666412
Dateigröße
1192 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Modena, Emilia Romagna, Stadtentwicklung, Stadtgeschichte, Piazza Grande, Dom zu Modena, Torre Ghirlandina, Sant ́ Agostino, Palazzo Ducale
Arbeit zitieren
Pascal Böß (Autor), 2016, Modena. Stadtgeschichte und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415678

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