Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland


Projektarbeit, 2016

28 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Trendentwicklung im Zuge der Digitalisierung

B Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland
1. Systematisierung des Vorhabens
1.1 Grundsätzliche Veränderungen im Zahlungsverkehr als Kernfrage
1.2 Innovationen als Grundlage für eine Trendentwicklung
1.3 Bedeutende Zahlungsmethoden in Deutschland
2. Differenzierte Untersuchung ausgewählter Zahlungssysteme bezüglich ihrer Funktionsweise, Erfolgsfaktoren und Zukunftsperspektiven
2.1 Kartengebundene Zahlungssysteme
2.2. Mobile Payment
2.3 Trends im Online-Handel
3. Kritische Würdigung
3.1. Elementare Entwicklungen im Zahlungsverhalten
3.2 Bewertung der Ergebnisse
3.3 Kontinuierlicher Forschungsbedarf

C Trends als Bestandteil der Zukunftsforschung

A Trendentwicklung im Zuge der Digitalisierung

Die Digitalisierung ist omnipräsent. Die sog. Generation Y, zwischen 1980 und 2000 geboren, wächst bereits im intuitiven Umgang mit digitalen Medien auf.1

Nachfolgende Generationen sind den Umgang mit neuen Technologien ebenfalls seit der Kindheit gewohnt, dadurch wird sich ein Wandel in der Demografie ergeben, hin zu einem hohen Anteil der Technikaffinität in der Bevölkerung.

Eine so gravierende Änderung in einer Gesellschaft wird sich in allen Lebensbereichen bemerkbar machen. Unternehmen müssen hohen An- forderungen und kurzen Innovationszyklen gerecht werden. Dennoch ist die genaue Richtung, in die es für die Zukunft geht, nicht vorherzusagen. Ein Mittel, um sich einen Überblick über die vorgehenden Prozesse der Änderung zu verschaffen, ist die Beobachtung von Trends. Anhand dieser Trends sollen Entwicklungen im Zahlungsverhalten der Deutschen erkannt werden.

Dadurch kann die Ungewissheit gegenüber der Situation in der Zukunft verringert werden, und eine grundsätzliche Richtung der Entwicklung nachvollzogen werden.

B Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland

1. Systematisierung des Vorhabens

1.1 Grundsätzliche Veränderungen im Zahlungsverkehr als Kernfrage

Ein Trend beschreibt eine statistisch erfassbare Entwicklung, die bereits über einen gewissen Zeitraum zu beobachten ist.2

Anhand von empirischen Erhebungen sollen grundsätzliche Entwicklungen im Zahlungsverhalten erkannt werden. Die untersuchten Gebiete werden ausschließlich auf die Zahlung am Point-of-Sale und im Online-Handel eingegrenzt. „Der Begriff Point-of-Sale bezeichnet die Stelle, an der im Handel und im Dienstleistungsgewerbe bezahlt wird.“3 Ebenfalls werden mithilfe von Statistiken und Literaturquellen die bedeutenden Ursachen für die Entstehung eines Trends herausgearbeitet.

Für eine langfristige Etablierung eines Trends spielen die Motive vieler Vertragsparteien eine Rolle. Alle relevanten Vertragsparteien werden zusammen mit Ihren Zielen und Interessen charakterisiert. Dies geschieht durch historische Erkenntnisse vergangener Trends und Umfragen aus repräsentativen Stichproben.

Trendrelevante Zahlungssysteme werden in Ihren Funktionen und technischen Hintergründen umrissen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, diese Systeme hinsichtlich der vorab erarbeiteten Gründe für eine Trendentwicklung zu prüfen. Argumente für oder gegen die Nutzung eines Zahlungssystems werden für alle relevanten Vertragsparteien und deren Interessen dargelegt. Abschließend wird mit Blick auf die Zukunft eine Abwägung der Vor- und Nachteile der behandelten Zahlungssysteme erfolgen.

Im Wesentlichen soll eine Frage geklärt werden: Welche grundsätzlichen Entwicklungen sind im Zahlungsverkehr am Point-of-Sale und im Online-Handel zu beobachten und wie sind diese bezüglich Ihrer Nachhaltigkeit und Etablierbarkeit zu bewerten?

1.2 Innovationen als Grundlage für eine Trendentwicklung

Am Anfang eines Trends steht in der Regel eine Innovation. Innovationen sind definiert als Ideen, Prozesse oder Objekte, welche von einem Individuum als neu empfunden werden.4 Innovationen ergeben sich zum einen daraus, „dass es nicht oder nicht optimal erfüllte Kundenbedürfnisse gibt und daher von dort ein Druck kommt. Zum anderen ergeben sich Innovationen durch Verbesserungen bei der Produkterstellung.“5

Zur vollständigen Verbreitung in einem sozialen System muss die Innovation verschiedene Phasen durchlaufen, die im Allgemeinen genauer beleuchtet werden. Die Verbreitung einer Innovation ist definiert als Prozess, durch den eine Änderung in der Struktur und Funktion eines sozialen Systems auftritt. Dies ist in der Regel ein langsam fortschreitender Prozess.6

Everett Rogers hat in seinem Werk Diffusion of Innovations die Verbreitung einer Innovation in einer Gesellschaft beschrieben. Folgende Darstellung bezieht sich auf sein Schaffen.

Die Gruppe, die sich als erstes eine Innovation aneignet, wird Innovators genannt. Diese sind durch ein waghalsiges, kühnes Wesen ausgezeichnet und testen begierig neue Ideen. Voraussetzungen für Innovatoren sind ausreichende finanzielle Mittel um eventuelle unprofitable Innovationen tragen zu können, sowie die Fähigkeit und Bereitschaft komplexe Technologien zu verstehen und zu nutzen. Innovatoren sind die ersten, die eine Innovation in ein soziales System einbringen. Allerdings generieren Innovatoren durch ihr weltbürgerliches Wesen keine weitere Verbreitung.

Dies geschieht durch die sog. Early Adopters. Diese sind integrierter in lokale Sozialsysteme, genießen Respekt und sind Träger von Vorbildfunktionen. Durch frühes Aneignen einer Innovation können diese Menschen die Ungewissheit der breiten Masse gegenüber der Innovation reduzieren. Sie öffnen den Weg für die Early Majority. Diese ist ausgezeichnet durch ihr überlegtes Handeln und benötigt mehr Zeit, um von einer Innovation überzeugt zu werden.

Die Late Majority steht Innovationen skeptisch und zurückhaltend gegenüber. Sie eignet sich eine Innovation aufgrund einer wirtschaftlichen Notwendigkeit oder zunehmendem Druck aus dem sozialen Umfeld an.

Die letzte der Gruppen sind die Nachzügler. Diese haben traditionelle Werte und treffen Entscheidungen aufgrund vorheriger Generationen. Bei Annahme der Innovation müssen sie sich sicher sein, dass die Innovation nicht scheitert. Durch Ihre begrenzten finanziellen Mittel können Sie dieses Risiko vorher nicht eingehen. 7

Jede Innovation durchläuft diese Phasen in einem gewissen Maß und einer gewissen Schnelligkeit. Durch die langsam fortschreitende Einführung einer Innovation in eine Gesellschaft ergeben sich statistisch erfassbare Veränderungen, welche wir als Trends wahrnehmen.

1.3 Bedeutende Zahlungsmethoden in Deutschland

Im nachfolgenden Abschnitt werden die für diese Arbeit wesentlichen Zahlungsmittel erläutert und deren Entwicklung über die letzten Jahre aufgezeigt. Die Deutsche Bundesbank hat in Ihrer Studie Zahlungsverhalten in Deutschland

20 1 4 eine repräsentative Teilmenge von 2.019 Personen zu Ihrem Zahlungsverhalten befragt. Mithilfe eines Tagebuchs wurden die getätigten Transaktionen festgehalten und schließlich ausgewertet.8

In der folgenden Tabelle ist die Verteilung des Umsatzes auf die verschiedenen Zahlungsinstrumente zu erkennen. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2014 werden mit den vorherigen Ergebnissen aus den Jahren 2011 und 2008 verglichen. Da Datenmaterial über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren vorhanden ist,

ist es möglich Trendentwicklungen zu erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*Quelle: eigene Darstellung basierend auf9

Es wird im Besonderen darauf geachtet, ob grundsätzlich ein Rückgang oder ein Anstieg des Anteils am Gesamtumsatz zu beobachten ist.

Das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel ist Bargeld. Hier sind verschiedene Entwicklungen zu beobachten. Einerseits sind im Transaktionsvolumen Veränderungen zu erkennen. Bargeld ist mit einem Umsatzanteil von 53,2 % das am häufigsten genutzte Zahlungsinstrument am Point-of-Sale. Allerdings ist der

Tabelle weiterhin zu entnehmen, dass ebendieser Anteil im Jahr 2008 noch bei 57,9 % lag. Insgesamt verzeichnet das Bargeld somit einen Rückgang von 4,7 Prozentpunkten.

Zusätzlich geht aus der Studie hervor, dass der durchschnittliche Bargeldbestand im Portemonnaie im Zeitraum von 2008 bis 2014 um 12,71 % abgenommen hat10. Während der deutsche Bürger 2008 im Durchschnitt 118 € Bargeld bei sich hatte, sind es im Jahr 2014 noch 103 €. Das entspricht einer jährlichen Reduzierung des Bargeldbestandes von 2,1 %. Aufgrund dieser Tatsachen ist zu vermuten, dass eine grundsätzliche Veränderung im Barzahlungsverhalten im Gange ist.

Weiterhin relevant sind kartengebundene Zahlungssysteme. Hier ist zwischen der Kreditkarte und der sog. Debitkarte zu unterscheiden. Unter einer Kreditkarte versteht man eine „Zahlungskarte, die zur Bargeldbeschaffung an Geldausgabeautomaten und zur bargeldlosen Zahlung eingesetzt wird.“11

Weiterhin sind verschiedene Serviceleistungen, wie z. B. Versicherungspakete und ein temporärer zinsloser Kredit Bestandteil der Kreditkarte.12 Hier ist in den Ergebnissen der Deutschen Bundesbank kein klarer Trend zu erkennen. Während sich der Umsatzanteil von Kreditkartenzahlungen von 2008 bis 2011 mehr als verdoppelt hat, ist in den Folgejahren bis 2014 ein Rückgang zum Ausgangsniveau zu beobachten. Dies lässt darauf schließen, dass die Bedeutung der Kreditkarte für die Zahlung am Point-of-Sale einen relativ geringen Stellenwert bezieht.

Anders verhält es sich bei der Debitkarte, in der Tabelle als girocard aufgeführt. Die Debitkarte ist eine Zahlungskarte, die primär von Kreditinstituten ausgegeben wird und v. a. für bargeldlose Point-of-Sale-Zahlungen genutzt wird.13

Der Anteil am Umsatz wies eine konstante Steigerung auf. Im Jahr 2008 lag er bei 25,5 % des Gesamtumsatzes und konnte sich bis zum Jahr 2014 auf 29,4 % steigern. Das entspricht einem Zuwachs von 3,9 Prozentpunkten. In diesem Schlussendlich ist noch ein weiteres Zahlungssystem am Point-of-Sale für diese Arbeit von Relevanz, das sog. Mobile Payment, also das Bezahlen mit einem mobilen Endgerät. Allerdings ist der Marktanteil dieser Zahlungsvariante noch extrem gering und für die Betrachtung der momentanen Zahlungssituation zu vernachlässigen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei der Barzahlung grundsätzlich ein Rückgang zu beobachten ist, während sich weitere Bürger für die Nutzung bargeldloser Zahlungssysteme entschieden haben. Hier sticht die häufige Nutzung der Debitkarte heraus. Die Kreditkarte hat einen gewissen Marktanteil, jedoch ist hier bezüglich der Veränderung keine eindeutige Richtung zu erkennen.

Es ist festzuhalten, dass die Barzahlung und die Zahlung per Karte momentan für den Großteil an Point-of-Sale-Umsätzen verantwortlich sind.

Im folgenden Abschnitt werden die Gründe für diesen Zustand erläutert. Es wird aufgezeigt, welche Kriterien relevant für die Nutzung eines Zahlungsinstruments sind und wie diese aus Sicht der Kunden bewertet werden. Es wird ein genauer Blick auf die Motive und Interessen der Kunden geworfen, um ein Verständnis für die momentan vorherrschende Situation im Zahlungsverkehr zu erzeugen.

2. Differenzierte Untersuchung ausgewählter Zahlungssysteme bezüglich ihrer Funktionsweise, Erfolgsfaktoren und Zukunftsperspektiven

2.1 Kartengebundene Zahlungssysteme

Nachfolgend wird die Einführung der Kartenzahlung aus dem Blickpunkt der 1950er bzw. 1980er Jahre betrachtet. Die Motive der einzelnen Handlungsträger sollen zum Stand der damaligen Zeit herausgearbeitet werden, ohne durch Erkenntnisse aus dem Nachhinein eine Verfälschung zu erfahren. Dadurch soll im späteren Verlauf der Arbeit ein Vergleich zu den gegenwärtigen Trendentwicklungen möglich werden.

[...]


1 Vgl. Hellenkamp, 2016, S. 383.

2 Vgl. Duden, 2016.

3 Dorner, Elektronisches Zahlen, 1992 S. 11.

4 Vgl. Rogers, 1983, S. 9.

5 Judt, 2006, S. 19.

6 Vgl. Rogers, 1983, S. 6 f.

7 Vgl. Rogers, 1983, S. 248 – 250.

8 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2015, S. 12 f.

9 Deutsche Bundesbank, 2015, S. 27.

10 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2015, S. 16.

11 Springer, 2016b.

12 Vgl. Dorner, Kreditkartengeschäft, 1991, S. 23 – 25.

13 Vgl. Springer, 2016a.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland
Hochschule
Duale Hochschule Baden Württemberg Mosbach  (VR-Bank Mittelfranken West)
Note
1,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V415704
ISBN (eBook)
9783668688483
ISBN (Buch)
9783668688490
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zahlungsverkehr, QR, Mobile Payment, EC-Karte, Smartphone, Point of Sale, PoS
Arbeit zitieren
Patrick Rank (Autor), 2016, Trends im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415704

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