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Wunder und Illuminierung in Hesses "Steppenwolf"

Titel: Wunder und Illuminierung in Hesses "Steppenwolf"

Bachelorarbeit , 2016 , 37 Seiten

Autor:in: Istvan Mako (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Anliegen meiner Abschlussarbeit besteht darin, die literarische Darstellung literarischer Trans- und Surrealität in dem Steppenwolfroman von Hermann Hesse in seinen literatur- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen herauszuarbeiten. Dabei berücksichtige ich fernöstli¬che Einflüsse sowie die Einwirkungen der analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung. Da der Rezeptionserfolg des Romans in den USA der 1960er Jahre einsetzte, beabsichtige ich in dieser Arbeit auch die inneren Gründe für diesen verspäteten, aber überwältigenden Erfolg auf-zudecken. Zur besseren Fundierung meiner Analyse rekapituliere ich in aller Kürze auch das narratologische Konzept von Gérard Genette.

Es wird dabei auch zu bedenken sein, warum gerade nach dem Ersten Weltkrieg Fragen des Wirklichkeitsbezugs so prägnant in den Vordergrund treten und zu einem leitenden Thema der deutschen, darunter der hesseschen Epik werden. In diesem Zusammenhang von Realität und Surrealität soll indessen auch auf das Verhältnis zwischen dem hesseschen Roman und der jungischen Psychoanalyse eingegangen werden. Dabei drängt sich uns vor allem die Frage auf, an welchen Punkten und aus welchem Grund das literarische Erlebnis der narrativ vorgetragenen Ereignisse des Romans das ursprünglich psychologische Grundkonzept der Psychoanalyse überschreibt und die neuromantische Weltbetrachtung mit einer nahezu surrealistischen Sicht kombiniert. Die vorliegende Abhandlung hat zudem die Absicht, auch die Parallelen zwischen der Komplexität der für Hesse vor dem Zweiten Weltkrieg so charakteristischen neuromantischen Wirklichkeitsbetrachtung einerseits und der Vielfältigkeit sowie Abgründigkeit der menschlichen Persönlichkeit andererseits herauszuarbeiten. Dabei soll auch thematisiert werden, wie und aus welchen Gründen die prä- und frühmoderne Illusion der menschlichen Fähigkeit, über die als absolut gesetzte Wirklichkeit und das als konstant identische gedachte eigene Ich verfügen zu können, im Verlauf der Romanerzählung aufgegeben werden muss. Es werden in diesem Zusammenhang vor allem spieltheoretische und psychoanalytische Gesichtspunkte überwiegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Konzept und die leitenden Fragen der vorliegenden Abschlussarbeit

2. Klärung der wichtigsten Wirklichkeitsbegriffe in der Literaturwissenschaft

3. Narratologische Kurzanalyse des Romans

4. Die sozialen Wirklichkeiten von Harry

4.1 Soziale Wirklichkeiten – Harry und Hermine

4.2 Soziale Wirklichkeiten – Pablo und Harry

5. Hilfsmittel bei der Überwindung der Realität

6. Einflüsse fernöstlicher Religionen

7. Bezüge zwischen der Jungschen Psychoanalyse und dem Steppenwolfroman

8. Kurze Ausschau auf die Rezeptionsgeschichte des Romans

Resümee

Resumé

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptanliegen der Arbeit besteht darin, die literarische Darstellung von Wirklichkeit und Surrealität in Hermann Hesses Roman „Der Steppenwolf“ zu untersuchen und die Gründe für dessen verzögerten, aber massiven Erfolg bei der US-amerikanischen Hippiegeneration der 1960er Jahre zu ergründen.

  • Analyse narratologischer Konzepte nach Gérard Genette
  • Untersuchung sozialer Wirklichkeiten durch die Interaktion der Romanfiguren
  • Beleuchtung der Rolle von Rauschmitteln als Mittel zur Realitätsüberwindung
  • Einordnung der Einflüsse fernöstlicher Religionen auf das Weltbild des Protagonisten
  • Interpretation der psychologischen Entwicklung Hally Hallers anhand der Jungschen Psychoanalyse

Auszug aus dem Buch

Die sozialen Wirklichkeiten von Harry

In dem Roman zeigen sich verschiedene soziale Wirklichkeiten, ungleiche soziale Ebenen wie die einfache bürgerliche Welt, bzw. die Welt der Vergeisterten und Unsterblichen. Gleich am Anfang der Roman wird es vor Augen geführt, wenn Harry an der Tür des gutbürgerlichen Herausgebers klopft, um ein Zimmer zu mieten. Das Haus ist von dem Hausgeber von Harrys späteren Aufzeichnungen und seiner Tante bewohnt. Das Haus ist ein klassisches Bürgerhaus von erhabener Schlichtheit. Die beiden sind beim Mittagessen, als der unbekannte Fremde erscheint und nach dem Zimmer fragt. Für den Herausgeber ist der Unbekannte, wie sich Harry nennt, recht merkwürdig vor: „denn gesellig war dieser Mann nicht, er war in einem hohen, von mir bisher bei niemandem beobachteten Grade ungesellig, er war wirklich, wie er sich zuweilen nannte, ein Steppenwolf, ein fremdes, wildes und auch scheues, sogar sehr scheues Wesen aus einer anderen Welt als der meinigen.“ (S. 8) Er bemerkt gleich, dass Harry nicht aus einer Welt kommt, wo sich eine ordentliche bürgerliche Leben führen ließe. Die Tante ist für ihn allerdings gleich eingenommen. Der mütterliche Instinkt könnte ihr über jede Anstößigkeit von Harry hinweghelfen. Sie spürt gleich, dass dieser unbekannte Mann ein großer Wanderer ist, der einen ruhigen, ordentlichen Ort sucht, wo alles seinen rechten Platz hat: „das weiß ich ganz genau. Es riecht hier bei uns nach Sauberkeit und Ordnung und nach einem freundlichen und anständigen Leben, und das hat ihm gefallen. Er sieht aus, wie wenn er daran nicht mehr gewöhnt wäre und es entbehrt hätte.“ (S. 12) Harry vermisst „das freundliche und anständige Leben“ in gutbürgerlich geregelten Verhältnissen trotz inneren Dranges, der Mittelmäßigkeit der bürgerlichen Welt zu entfliehen. Er bleibt in diesem Milieu beheimatet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Konzept und die leitenden Fragen der vorliegenden Abschlussarbeit: Einleitung in die Forschungsfrage zum Verhältnis von Realität und Surrealität bei Hesse sowie die Motivation hinter der Analyse.

2. Klärung der wichtigsten Wirklichkeitsbegriffe in der Literaturwissenschaft: Definition und Abgrenzung zentraler Begriffe wie Realität, Wirklichkeit und Wahrheit in einem philosophisch-literarischen Kontext.

3. Narratologische Kurzanalyse des Romans: Anwendung der Terminologie von Gérard Genette, um die Erzählstruktur und die narrative Ebene des Romans zu erschließen.

4. Die sozialen Wirklichkeiten von Harry: Untersuchung der Interaktion Harrys mit verschiedenen Charakteren wie Hermine, Pablo und Maria, die als Spiegelbilder oder Seelenführer fungieren.

4.1 Soziale Wirklichkeiten – Harry und Hermine: Analyse der komplexen Beziehung zwischen Harry und Hermine sowie deren gegenseitiger Beeinflussung.

4.2 Soziale Wirklichkeiten – Pablo und Harry: Betrachtung der Rolle Pablos als Musiker und Seelenführer, der Harry neue Perspektiven eröffnet.

5. Hilfsmittel bei der Überwindung der Realität: Diskussion des Gebrauchs von Rauschmitteln und deren Funktion bei der Grenzüberschreitung des Bewusstseins.

6. Einflüsse fernöstlicher Religionen: Analyse der buddhistischen Motive wie Samsara und Bodhi im Kontext der persönlichen Entwicklung des Protagonisten.

7. Bezüge zwischen der Jungschen Psychoanalyse und dem Steppenwolfroman: Anwendung der Begriffe Anima, Animus und Individuation auf Harrys seelische Zerrissenheit.

8. Kurze Ausschau auf die Rezeptionsgeschichte des Romans: Zusammenfassender Blick auf die Bedeutung des Romans für die Hippiebewegung und seine weltweite Wirkung.

Schlüsselwörter

Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Wirklichkeit, Surrealität, Narratologie, Gérard Genette, Carl Gustav Jung, Psychoanalyse, Buddhismus, Individuation, Rezeptionsgeschichte, Hippiebewegung, Harry Haller, Hermine, Magisches Theater.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Realität und Surrealität im Roman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse unter Berücksichtigung literarischer und psychologischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse umfasst narratologische Strukturen, die Bedeutung sozialer Kontakte, den Einfluss fernöstlicher Spiritualität sowie die Anwendung der Jungschen Psychoanalyse auf den Protagonisten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie Hesse Wirklichkeit darstellt und welche Gründe für den großen Erfolg des Romans bei der US-amerikanischen Hippiegeneration der 1960er Jahre verantwortlich waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die narratologische Ansätze von Gérard Genette mit psychoanalytischen Theorien von C.G. Jung kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Wirklichkeitsbegriffen, die soziale Dynamik der Romanfiguren, die Rolle von Rauschmitteln, religiöse Einflüsse und die psychologische Entwicklung des Romanhelden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Realität, Surrealität, Jungsche Psychoanalyse, Buddhismus, Individuation und die spezifische Rezeption des Romans in den 1960er Jahren.

Welche Funktion hat die Figur der Hermine für den Protagonisten?

Hermine fungiert als „Seelenführerin“, die Harry hilft, seine einseitige bürgerliche Sichtweise zu überwinden und seine Persönlichkeit im Sinne der Individuation zu erweitern.

Warum spielt das „Magische Theater“ eine so zentrale Rolle im Werk?

Es dient als metaphorischer Raum, in dem Harry seine unterbewussten Anteile konfrontieren und lernen kann, die Realität jenseits konventioneller Grenzen wahrzunehmen.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wunder und Illuminierung in Hesses "Steppenwolf"
Autor
Istvan Mako (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
37
Katalognummer
V415707
ISBN (eBook)
9783668654600
ISBN (Buch)
9783668654617
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hermann Hesse Realität Steppenwolf Wunder Illuminierung Hippiegeneration Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Istvan Mako (Autor:in), 2016, Wunder und Illuminierung in Hesses "Steppenwolf", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415707
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Leseprobe aus  37  Seiten
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