Inklusion und Exklusion zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes

Der Prozess der Inklusion bzw. Exklusion anhand der Aktion T4


Hausarbeit, 2017

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kapitel I
2.1 Zur Systemtheorie von Niklas Luhmann
2.2 Inklusion/Exklusion in einer funktional differenzierten Gesellschaft
2.3 Inklusion
2.4 Exklusion
2.5 Die Systemtheorie als Instrument

3 Kapitel II
3.1 Aktion T4

4 Kapitel III
4.1 Exklusionsmechanismen der Aktion T4

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Am 30 Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. In den folgenden Monaten und Jahren wird sich Deutschland gänzlich verändert haben. Die Republikfeindschaft der alten Eliten, kombiniert mit einem geringen Enthusiasmus der Republikaner, schließlich auch die fehlende Kompromissbereitschaft der republikanischen Parteien untereinander, sowie die Erfahrungen von Inflation und Weltwirtschaftskrise, die der Republik zugerechnet wurden: Diese Faktoren gelten als ursächlich für die Schwäche der Weimarer Republik.1 Eine hohe Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste resultierten demnach aus diesen Umständen. Im Zuge seiner Machterlangung durch Reichspräsident Paul von Hindenburg, lässt Adolf Hitler die Altlasten der Weimarer Republik hinter sich. Politische Erwartungen werden als mentale Strukturen verstanden, die sich nur über die Zeit nachhaltig verändern. Allerdings können Brucherfahrungen wie Kriege, Revolutionen und Systemwechsel solche Erwartungsstrukturen grundlegend verändern, meist jedoch in der Hinsicht, dass schon vorher gewachsene, latent vorhandene Erwartungen mit einem Mal Bedeutung erlangen. Die Erfahrung des ersten Weltkriegs, der Revolution, der Inflation und der Weltwirtschaftskrise hatten diese Funktion des »kritischen Ereignisses« im Sinne Bourdieus.2 Hitler nutzt dieses Ereignis um Deutschland zu revolutionieren. Die nationalsozialistische Herrschaft hat Deutschland bis 1934 nahezu revolutionär verändert. Sozialpolitische Maßnahmen und Einrichtungen brachten dem NS-Regime in den folgenden Jahren ebenso nachhaltig Sympathien, wie außenpolitische Erfolge ein, mit denen Hitler die als Schmach empfundenen "Ketten von Versailles" sprengte und Deutschland sukzessive auf Augenhöhe mit anderen Großmächten hievte.3 Die NS-Ideologie, die sich größtenteils von Hitlers Wahn nach der perfekten Herrenrasse nährte, war ein wichtiger Bestandteil des Nationalsozialismus. Um das Überleben der Herrenrasse zu garantieren griff das NS-Regime zu Menschenunwürdigen und meist tödlichen Mitteln. Tödlich für die, die nicht in das Leitbild des „ Arischen Deutschen “ passten. Konzentrationslager waren nur eines der vielen Programme des NS-Regimes. Juden, Sinti und Roma standen der NS- Ideologie im Weg und wurden einfach ausradiert. Nicht ausschließlich ethnische Gruppen fielen dem Regime zum Opfer. Alte, behinderte und schwache Menschen sowie Menschen die optisch nicht den Vorstellungen des Leitbilds entsprachen, wurden liquidiert. Diese Menschen wurden dem System des Nationalsozialismus vorenthalten. Sie wurden bewusst aus dem System exkludiert.4 An diese Überlegungen knüpft die vorliegende Hausarbeit an, in deren Verlauf die "Aktion T4"5 des Euthanasieprogramms6 der NS-regierung als Exklusion aus der NS Volksgemeinschaft behandelt wird. Es soll untersucht werden, ob eine Exklusion vorliegt und wie sich dies begründen lässt. Besonders eingegangen wird auf den Prozess der Exklusion und Voraussetzungen die gegeben sein müssen, um diesen Prozess aus der systemtheoretischen Perspektive nach Niklas Luhmann zu beurteilen.

2 Kapitel I

2.1 Zur Systemtheorie von Niklas Luhmann

Um verstehen zu können, wie sich die Begrifflichkeiten von Exklusion und Inklusion in das Theorieverständnis Luhmanns einfügen, bedarf es eines Einblicks in die Grundzüge der Systemtheorie von Niklas Luhmann.

Niklas Luhmann geht davon aus, dass sich die Gesellschaft als Ganzes in verschiedene Systeme einteilen lässt. Sie werden Subsysteme genannt. In dieser Gesellschaft leben Individuen, die - indem sie miteinander Leben - gewisse Strukturen herausbilden. Ein ganz verständliches Beispiel für Systeme wären Wissenschaft und Recht. Beides sind Systeme, die so in der Realität als System in einer modernen Gesellschaft existieren. Die Systeme sind in sich nicht zeitlich und räumlich voneinander getrennt. Dies impliziert unmittelbar, dass sie sich als Teilsysteme gegenseitig beeinflussen. Luhmann verwendet für diese gegenseitige Beeinflussung der Systeme untereinander den speziellen Begriff der „kontinuierlichen Irritation und Störung“.7 Ferner lässt sich sagen, dass jedes Teilsystem eine eigene Kommunikation8 beherrscht, die für sich eigen ist. Die Kommunikation innerhalb eines Systems wird als Code bezeichnet. Dieser spezielle Code kann auch als binärer Code verstanden werden. Wie bei einem Computer wo der Binäre Code aus Eins und Null besteht, so verfügt jedes Teilsystem über seinen eigenen binären Code. Das Teilsystem Recht kommuniziert beispielsweise über den binären Code von Recht und Unrecht. Ebenso sieht der Binäre Code des Teilsystems Wissenschaft eine Kommunikation nach wahr und falsch vor. Grundsätzlich existieren die Systeme parallel und beeinflussen sich daher gegenseitig, wie vorhin angedeutet irritieren sie sich daher und stören sich ebenso. An einigen Stellen im Gesamtsystem ist eine Vermischung jedoch gewollt.9 Wenn - als einfaches Beispiel - ein Sachverständiger im Subsystem Wissenschaft, in dem er mit dem binären Code von wahr und falsch codiert, eine Entscheidung darüber treffen soll ob, ein Auto kaputt oder nicht kaputt ist, was wiederum vor Gericht über Recht und Unrecht entscheidet, so ist es von großem Interesse, dass sich die Subsysteme gegenseitig ergänzen. Diese Art von Berührung zwischen den Systemen bezeichnet Luhmann als „Strukturelle Kopplung“. Darüber hinaus existieren Bereiche innerhalb des Systems, die nicht mit dem binären Code beantwortet werden. Als Beispiel wie die Gefühle eines Individuums im Subsystem Recht bewertet werden, so greift der binäre Code von Recht und Unrecht an dieser Stelle nicht. Diese stark soziologisch geprägte Frage bleibt an dieser Stelle somit offen.

Über die Verwendung der Begriffe von System und Code hinaus, bedarf es zur Ergänzung der Systemtheorie, die Erklärung der Begriffe von Medium, Programm und Funktion. Diese fügen sich nahtlos in das Konzept von System und Umwelt ein. Betrachten wir das System Wirtschaft, so codiert es sich über „haben“ oder „nicht haben“. Das dabei vorliegende Programm wird durch Knappheit beschrieben. Als Medium dient Geld sowie Eigentum und das Programm lautet materielle Reproduktion.10

In der Systemtheorie von Luhmann geht es im Wesentlichen um die Differenz von System und Umwelt.11 Jedes System differenziert sich von anderen Systemen. Diese Differenz kann als die „Differenz von System und Umwelt“ verstanden werden. Jedes System verhält sich zu allen übrigen Systemen als ihre Umwelt, ebenso sind alle anderen Systeme die Umwelt des Systems, welches wir gerade als System betrachten.

Die Frage die sich aus diesen Überlegungen ableiten lässt ist jene von der Reaktion des Systems auf andere Subsysteme welche die Umwelt des betrachteten Systems bilden. Um zwischen System und Umwelt differenzieren zu können, bedarf es der Bildung von Grenzen. Die Frage die sich daraus impliziert ist, wo diese Grenzen zu finden sind. Um Luhmann zu zitieren: „Mann hat also immer die ganze Welt im Blick, jedoch gespalten durch die Differenz von System und Umwelt.“12 Wenn man diese Überlegungen weiterführt, so kommt man an einen Punkt wo man sich fragen muss, wo diese Grenzen speziell bei einer Gesellschaft liegen. Dies wiederrum impliziert die Frage, wonach sich die Gesellschaft abgrenzt. Von essentieller Bedeutung erscheint Niklas Luhmann an dieser Stelle die Überlegung anzustreben, die Gesellschaft nicht mehr auf die physischen oder psychischen Bestandteile zu reduzieren, - Die Menschen in der Gesellschaft - sondern die Gesellschaft als reine Kommunikation zu betrachten. Somit gilt auch, dass wenn sich die Kommunikation fortsetzt, sich ebenso die Gesellschaft fortsetzt.

Von diesem Standpunkt aus lässt sich erwähnen, wie es durch Differenzierung in der Gesellschaft zu einer Bildung immer neuer autonomer kommunikativer Einheiten kommt. Das Subsystem Wirtschaft beispielsweise kommuniziert mit Geld. Alles was an Geld gekoppelt ist, steht unweigerlich in Verbindung mit der Wirtschaft. Die Gesellschaft muss daher in Erfahrung bringen, dass man mit Geld zum Beispiel keine Ämter kaufen kann. Dies impliziert, dass Geld als Kommunikationsmedium spezifisch für das Subsystem Wirtschaft isoliert wird.

Arbeiten von Luhmann folgen spätestens seit seinem Hauptwerk "Soziale Systeme" (1984) dem autopoietischen Paradigma, welches die Differenz zwischen dem Ganzen und seiner Teile13 durch die Differenz von System und Umwelt abgelöst hat.14 Danach besteht ein differenziertes System nicht mehr einfach aus einer gewissen Zahl von Teilen und Beziehungen zwischen Teilen; es besteht vielmehr aus einer mehr oder weniger großen Zahl von operativ verwendbaren System/Umwelt-Differenzen, die jeweils an verschiedenen Schnittlinien das Gesamtsystem als Einheit von Teilsystem und Umwelt rekonstruieren" (Luhmann 1984, 22).15

2.2 Inklusion/Exklusion in einer funktional differenzierten Gesellschaft

Anknüpfend an die vorherigen Ausführungen über die Systemtheorie nach Luhmann, gehe ich nun genau auf die Begrifflichkeiten der Exklusion/Inklusion in einer funktional differenzierten Gesellschaft ein.16 Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es bei der Inklusions- /Exklusionsdifferenz im Rahmen dieses theoretischen Gerüsts ausschließlich um die „Anbindung [...] an Kommunikationszusammenhänge[n]“17 und nicht etwa um eine „Integration von Menschen durch geteilte Normen und Werte“ geht.18 Der Exklusionsbegriff beschreibt also eine Form fehlender sozialer Berücksichtigung.19

Um verständlich zu machen, weshalb die Begriffe Exklusion und Inklusion bevorzugt als Begriffspaar verwendet werden, so ist zu sagen, dass sie untrennbar miteinander verbunden sind. Exklusion und Inklusion setzen einander voraus und umgekehrt.20 In weiteren Überlegungen - die an diese anknüpfen - wird diese Besonderheit aufgezeigt.

2.3 Inklusion

Inklusion erfolgt immer dann, wenn Personen21 in themenspezifischer Kommunikation berücksichtigt werden.22 Luhmann beschreibt die Inklusion als Chance der sozialen Berücksichtigung von Personen. Der Inklusionsmechanismus welcher bei einer Inklusion erfolgt, ist in seiner

Gestaltung offen. Als Inklusionsmechanismus wird beschrieben, wie der

Zugang eines Individuums zu einer sozialen Kommunikation erfolgt. Niklas Luhmann beschreibt die Gesellschaft als funktional differenziert. Eine vollständige Inklusion in die Gesellschaft ist aus diesem Standpunkt nicht möglich.

Eine Vollinklusion ist nicht möglich, da die Menschen nicht in die Subsysteme integriert werden können, da sie nicht Teile davon werden dürfen, weil sie gleichzeitig an mehreren dieser Systeme partizipieren müssen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Um diese Überlegung zu komprimieren, geht man von einem Individuum aus, welches sich einem Subsystem vollständig vereinnahmt hat. So kann es aus systemtheoretischer Sicht nicht mehr an anderen Subsystemen teilhaben, da Systeme voneinander abgegrenzt werden. Das Individuum wird aber an vielen Systemen gleichzeitig partizipieren, daher bleibt die Vollinklusion in die Gesellschaft verwehrt.

[...]


1 Wolfgang Hardtwig, Politische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit 1918 - 1939, in: Geschichte und Gesellschaft Sonderheft 21, Göttingen 2005, S. 91/92

2 Wolfgang Hardtwig, Politische Kulturgeschichte der Zwischenkriegszeit 1918 - 1939, in: Geschichte und Gesellschaft Sonderheft 21, Göttingen 2005, S. 92/93, aus: P. Bourdieu, Homo academicus, Frankfurt/M. 1988, bes., S. 254ff.

3 Arnulf Scriba, 30. Januar 1933: Hitler wird Reichskanzler, in: Lebendiges Museum online, 2013

4 Im Sinne Luhmanns

5 Der Name „Aktion T4“ wird ab 1945 als Synonym für die Ermordung von mehr als 70.000 körperlich und geistig eingeschränkten Menschen verwendet.

6 Euthanasie bedeutet Sterbehilfe

7 Stefan Nehrkorn, 122. Veranstaltung der Humboldt-Gesellschaft - Colloquium zum Thema „Systemtheorie: Niklas Luhmann“, Bad Nauheim 19.08.2001

8 Kommunikation stellt als Operation sozialer Systeme das Letztelement von Luhmanns Theorie dar (vgl. Luhmann 1984: 192 f.). Der Begriff bezeichnet den Prozess der »Synthese dreier Selektionen« (Luhmann 1984: 203) - nämlich Information, Mitteilung und Verstehen - gemeint, wobei die ersten beiden Selektionsschritte dem System zufallen, das den Ausgangspunkt der Kommunikation darstellt. Dieses selektiert innerhalb der ihm zur Verfügung stehenden Operationen eine Information und wählt anschließend die Mitteilungsform aus, mithilfe welcher die Information mitgeteilt wird. In einem dritten Schritt findet das Verstehen in dem die Kommunikation annehmenden System statt, welches darin besteht, die zuvor getroffenen Selektionen und ihre Differenz als Selektionen und somit als kontingent zu erkennen. Verstehen bedeutet deshalb auch nicht ein inhaltliches Verstehen, erst recht keine inhaltliche Affirmation im Sinne der Herstellung von Konsens, es bedeutet lediglich, dass die vorausgegangenen Selektionen als Selektionen, d.h. als bewusst ausgewählt und bewusst geäußert wurde - d. h. die Differenz von Information und Mitteilung erkannt wurde. Diese Begriffsdefinition von „Kommunikation“ im soziologischen Sinne wurde entnommen aus: Meyer, André; Universität Bielefeld, Fak. für Soziologie, Institut für Weltgesellschaft (Ed.): Der Exklusionsbegriff in der Systemtheorie Niklas Luhmanns - eine Überprüfung seiner Erklärungsleistung am Beispiel der Favelas Rio de Janeiros. Bielefeld, 2012 (SocialWorld - Working Paper 18). URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168- ssoar-383024, S.9

9 Stefan Nehrkorn, 122. Veranstaltung der Humboldt-Gesellschaft - Colloquium zum Thema „Systemtheorie: Niklas Luhmann“, Bad Nauheim 19.08.2001

10 Stefan Nehrkorn, 122. Veranstaltung der Humboldt-Gesellschaft - Colloquium zum Thema „Systemtheorie: Niklas Luhmann“, Bad Nauheim 19.08.2001, Beispiel einiger Funktionssysteme aus „Schautafel der Funktionssysteme (nach Reese-Schäfer, politische Theorie, München 2000)

11 Gudrun Wansing, Teilhabe an der Gesellschaft, Wiesbaden 2005, S. 22ff

12 Stefan Nehrkorn, 122. Veranstaltung der Humboldt-Gesellschaft - Colloquium zum Thema „Systemtheorie: Niklas Luhmann“, Bad Nauheim 19.08.2001

13 Ganzheit meint die Einheit eines Systems, in der die einzelnen Teile als integrierte Komponenten gedacht werden und sich für den Erhalt des Ganzen wechselseitig einschränken. Aus: Gudrun Wansing, Teilhabe an der Gesellschaft, 1.1 Allgemeine Systemtheorie und das Konzept der Autopoiesis, „Konzept der Autopoiesis“, Wiesbaden 2005, S. 24

14 Gudrun Wansing, Teilhabe an der Gesellschaft, 1.1 Allgemeine Systemtheorie und das Konzept der Autopoiesis, Wiesbaden 2005, S. 24

15 Aus: Gudrun Wansing, Teilhabe an der Gesellschaft, 1.1 Allgemeine Systemtheorie und das Konzept der Autopoiesis, Wiesbaden 2005, S. 24

16 Vgl. S.4-7

17 Meyer, André; Universität Bielefeld, Fak. für Soziologie, Institut für Weltgesellschaft (Ed.): Der Exklusionsbegriff in der Systemtheorie Niklas Luhmanns - eine Überprüfung seiner Erklärungsleistung am Beispiel der Favelas Rio de Janeiros. Bielefeld, 2012 (SocialWorld - Working Paper 18). URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168- ssoar-383024, S.9 Aus: (Nassehi/Nollmann: 1997: 394)

18 Meyer, André; Universität Bielefeld, Fak. für Soziologie, Institut für Weltgesellschaft (Ed.): Der Exklusionsbegriff in der Systemtheorie Niklas Luhmanns - eine Überprüfung seiner Erklärungsleistung am Beispiel der Favelas Rio de Janeiros. Bielefeld, 2012 (SocialWorld - Working Paper 18). URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168- ssoar-383024, S.9 Aus: (Nassehi/Nollmann: 1997: 393f.)

19 vgl. Luhmann 1997: 620

20 vgl. S. 10

21 Im systemtheoretischen Verständnis stellt die Person ein soziales Konstrukt aus der Kombination von psychischem System und Körper dar, welches die Möglichkeit bietet, »Verhaltenserwartungen ordnen zu können« (Luhmann 1984: 429). Sie kann hiermit sowohl »als Autor, als auch als Adresse, als auch als Thema in Kommunikationssystemen« dienen (Luhmann 2006: 89). In diesem Sinne ist die Person nicht unveränderlich, sondern richtet allein danach, welche Selbst- und Fremderwartungen an sie gerichtet sind. Es handelt sich also bei Personen um nichts anderes als Zuschreibungen., Aus: Meyer, André; Universität Bielefeld, Fak. für Soziologie, Institut für Weltgesellschaft (Ed.): Der Exklusionsbegriff in der Systemtheorie Niklas Luhmanns - eine Überprüfung seiner Erklärungsleistung am Beispiel der Favelas Rio de Janeiros. Bielefeld, 2012 (SocialWorld - Working Paper 18). URN: http://nbn- resolving.de/urn:nbn:de:0168- ssoar-383024, S.10

22 Gudrun Wansing, Teilhabe an der Gesellschaft, 3.2 Formen und Determinanten von Inklusion, Wiesbaden 2005, S. 40

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Inklusion und Exklusion zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes
Untertitel
Der Prozess der Inklusion bzw. Exklusion anhand der Aktion T4
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Einführung in die Soziologie des politischen Systems
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V415753
ISBN (eBook)
9783668658837
ISBN (Buch)
9783668658844
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Niklas Luhmann, Gesellschaftstheorie, Inklusion, Exklusion, Drittes Reich, Nationalsozialismus, Ausdifferenzierung, Politische Soziologie, Politikwissenschaft
Arbeit zitieren
Leon Kremer (Autor), 2017, Inklusion und Exklusion zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415753

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