Diese Arbeit beleuchtet die Unterhaltungsliteratur der DDR. Das Genre soll anhand zweier Roman Elfriede Brünings näher erklärt werden.
Dabei wird zunächst auf die Entwicklungsgeschichte der Unterhaltungsliteratur in der DDR eingegangen und einige literaturtheoretische Ansätze erläutert. Daraufhin befasst sich die Arbeit mit den Romanen "Regine Haberkorn" und "Partnerinnen" und möchte aufzeigen, warum diese der Unterhaltungsliteratur zuzuordnen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Elfriede Brüning
3. Die Unterhaltungsliteratur in der DDR
3.1.Literaturtheoretische Ansätze der DDR-Unterhaltungsliteratur
4. Strukturen der Unterhaltungsliteratur bei Elfride Brüning am Beispiel von Regine Haberkorn und Partnerinnen
4.1.Regine Haberkorn als Unterhaltungsroman
4.2.Partnerinnen als Unterhaltungsroman
4.3.Regine Haberkorn und Partnerinnen im Vergleich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Genre der DDR-Unterhaltungsliteratur anhand von zwei ausgewählten Romanen der Schriftstellerin Elfriede Brüning, um deren Einordnung und literarische Funktion innerhalb des sozialistischen Systems zu beleuchten.
- Biografie und Schaffen der DDR-Schriftstellerin Elfriede Brüning
- Entwicklungsgeschichte und kulturpolitische Bedeutung der DDR-Unterhaltungsliteratur
- Literarische Analyse des Romans "Regine Haberkorn" im Kontext sozialistischer Erziehungsziele
- Untersuchung des Erzählbandes "Partnerinnen" als Weiterentwicklung der Frauenrolle
- Vergleichende Analyse der beiden Werke hinsichtlich ihrer Strukturen und gesellschaftlichen Relevanz
Auszug aus dem Buch
4.1. Regine Haberkorn als Unterhaltungsroman
Der Roman Regine Haberkorn wurde 1955 veröffentlicht. Er gehört zu den erfolgreichsten Werken der Schriftstellerin, was sich anhand der Auflagenhöhe und der verkauften Exemplare beweisen lässt. Bis 1974 wurden 15 Auflagen herausgebracht, wovon die letzte mit 123 000 Exemplaren schnell vergriffen war. Die Schriftstellerin bezeichnet ihn selbst als Betriebsroman vor dem Hintergrund einer privaten Konfliktlösung. In dem Roman geht es um die Hausfrau Regine Haberkorn, die aufgrund finanzieller Engpässe beginnt, in einer Fabrik als Glimmerlegerin zu arbeiten. Daraus entwickelt sich jedoch immer mehr der Wunsch, die Arbeit beizubehalten. Ihr Mann Erwin hält den anfänglichen Enthusiasmus nur für eine vorübergehende Phase. Wie Regine ihm selbst sagt, nur so lang, bis sie genug Geld für das gewünschte neue Schlafzimmer zusammen hat.
Jedoch entstehen aus der Tatsache, dass Regine sich immer mehr für ihre Arbeit einsetzt und erfolgreich sein möchte, Eheprobleme und Schwierigkeiten bei der Erziehung des 13-jährigen Sohnes Helmut. Immer mehr entgleitet er ihr, da sie kaum noch zu Hause ist. Ihr Mann flüchtet sich in eine Affäre mit der Kellnerin der betriebseigenen Kantine Käthe Behnert. Dort findet er zwar die scheinbar fehlende Geborgenheit und Aufmerksamkeit, doch begreift er schnell, dass er mit der Abhängigkeit und Unselbstständigkeit der Witwe nicht glücklich wird „ ,Weil sie [Käthe] jemanden braucht, den sie betun und bekochen kann‘, versetzte Erwin heftig. ,Weil sie mit mir vor ihren Freundinnen paradieren will. Sie hat ja bereits bei uns im Werk gekündigt, sie hält es nämlich für eine Schande, wenn eine Frau arbeiten muß.‘ […]“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Motivation zur Auseinandersetzung mit Elfriede Brüning und der Zielsetzung der Arbeit.
2. Elfriede Brüning: Biografischer Abriss der Schriftstellerin unter Berücksichtigung ihrer politischen Prägung und beruflichen Entwicklung.
3. Die Unterhaltungsliteratur in der DDR: Historische Einordnung des Genres und kulturpolitische Debatte zur Abgrenzung gegenüber westlicher Trivialliteratur.
3.1.Literaturtheoretische Ansätze der DDR-Unterhaltungsliteratur: Erläuterung der Funktionen (defensiv, Brücke, Bildung) und der Heldenkonzeption innerhalb des Genres.
4. Strukturen der Unterhaltungsliteratur bei Elfride Brüning am Beispiel von Regine Haberkorn und Partnerinnen: Zentrale Analyse des Werks im Hinblick auf strukturelle Merkmale und gesellschaftliche Darstellung.
4.1.Regine Haberkorn als Unterhaltungsroman: Interpretation des Romans als Beispiel für die sozialistische Erziehung und die Rolle der bewussten Heldin.
4.2.Partnerinnen als Unterhaltungsroman: Analyse des Erzählbandes hinsichtlich der fiktiven Porträts und der Komplexität der Emanzipationsfrage.
4.3.Regine Haberkorn und Partnerinnen im Vergleich: Gegenüberstellung beider Werke zur Aufzeigung der Entwicklung der Frauenrolle und des sozialistischen Idealismus.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Brünings Werk im Kontext der Literaturkritik und der Rezeption in der DDR.
Schlüsselwörter
Elfriede Brüning, DDR-Literatur, Unterhaltungsliteratur, Regine Haberkorn, Partnerinnen, Emanzipation, Sozialismus, Frauenrolle, Betriebsroman, Literaturkritik, bewusste Heldin, DDR-Kulturpolitik, Trivialliteratur, Alltag, Sozialistische Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Elfriede Brüning das Genre der Unterhaltungsliteratur in der DDR nutzte, um gesellschaftliche Themen und sozialistische Ideale zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Frau in der DDR, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die literarische Umsetzung sozialistischer Erziehungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand der Werke "Regine Haberkorn" und "Partnerinnen" aufzuzeigen, wie Brüning Unterhaltungsliteratur gestaltete und warum diese erfolgreich war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die literaturtheoretische Konzepte auf die ausgewählten Romane anwendet und diese vergleichend gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der beiden Romane, ihrer Figurenkonstellationen, der zugrundeliegenden Ideologie und der Entwicklung des Frauenbildes bei Brüning.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Elfriede Brüning, DDR-Literatur, Emanzipation, Unterhaltungsliteratur und der Kontrast zwischen sozialistischer Ideologie und individueller Lebensrealität.
Wie unterscheidet sich "Partnerinnen" in der Darstellung von "Regine Haberkorn"?
In "Partnerinnen" rückt der explizite sozialistische Idealismus in den Hintergrund, während komplexere, nicht durch ein "Happy End" gelöste Probleme der weiblichen Emanzipation dominieren.
Welche Rolle spielt die Kritik der Zeitgenossen für die Einordnung von Brünings Werken?
Die Literaturkritik tat Brünings Werke oft vorschnell als "Unterhaltung" ab, obwohl sie bei der Leserschaft aufgrund ihres hohen Realitätsbezuges sehr beliebt waren.
Was bedeutet der Begriff "bewusste Heldin" in diesem Zusammenhang?
Es bezeichnet eine Protagonistin, die sich bereits klar für den Sozialismus entschieden hat und deren Entwicklung vor allem durch positive, systemkonforme Entscheidungen geprägt ist.
Warum wird "Regine Haberkorn" als Betriebsroman klassifiziert?
Weil das Werk den privaten Konflikt der Protagonistin direkt mit ihrer beruflichen Tätigkeit im Betrieb und ihrer Rolle als arbeitende Frau in der sozialistischen Gesellschaft verknüpft.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Der Unterhaltungsroman der DDR. "Regine Haberkorn" und "Partnerinnen" von Elfriede Brüning, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415815