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Wie beeinflussen die Gesellschaft und der Schulalltag das Geschlechtsbewusstsein von Kindern?

Title: Wie beeinflussen die Gesellschaft und der Schulalltag das Geschlechtsbewusstsein von Kindern?

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 18 Pages

Autor:in: Lara Strese (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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"Personenstandsrecht muss weiteren positiven Geschlechtseintrag zulassen." (o.A. 2017, online) So hieß die Schlagzeile auf der Bundesverfassungsgerichtsseite am 8. November 2017. Dies ist ein riesiger Fortschritt im Themengebiet Gender-Mainstreaming. Dieses immer wichtiger werdende Thema wird uns in Zukunft weiterhin begleiten. Denn in unserer Gesellschaft ist trotz Gleichstellungsgesetz und des dritten Geschlechtseintrages noch viel in Richtung Gender Mainstreaming zu tun.

Natürlich ist es auch wichtig als angehende Lehrerin zu erkennen, wie sich die Veränderung der Gesellschaft auf mein zukünftiges Berufsfeld auswirken wird. Denn sowohl Schule, Arbeitsleben oder unsere alltäglichen Interaktionen sind geprägt von Geschlechterrollen. "Die vermeintlich natürliche Ordnung der Geschlechter ist oft von Menschen gemacht und mit Macht verbunden" (Bundeszentrale für politische Bildung (Bpb) 2015-2016). Die bedeutende Feministin Judith Butler sagte dazu: "Das biologische Geschlecht (sex) ist genauso konstruiert wie das soziale Geschlecht (gender)" (Bpb 2015-2016).

In diesem Text werde ich anfangs wichtige Begriffe klären, um im weiteren Verlauf die Bedeutung der Begriffe voraussetzen zu können. Danach werden unterschiedliche Konzepte der Geschlechterkonstruktion dargestellt, anschließend verglichen und diskutiert. Außerdem werde ich hier mein zukünftiges Berufsfeld Schule einfließen lassen, von den Geschlechterkonstruktionen weiter zum bereits genannten Gerichtsbeschluss über das Personenstandsrecht mit der Bedeutung und Umsetzung für den Grundschulunterricht. Danach werde ich herausarbeiten, welche Herausforderungen und Schwierigkeiten sich mit der Zweigeschlechtlichkeit entwickeln könnten oder welche es bereits gibt. Außerdem möchte ich noch erläutern, wie das Thema Geschlecht im Sachunterricht verankert ist. In meinem Fazit möchte ich einen Blick in die Zukunft werfen und ein paar abschließende Worte finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Gender? – Geschlechtertheoretische Grundlagen

2.1 Definition Sex und Gender

3 Konzepte der Geschlechterkonstruktionen

3.1 Defizitmodell

3.2 Differenzansatz

3.3 Doing-gender-Konzept

3.4 Vergleich

4 Bundesverfassungsgericht Personenstandsrecht

4.1 Umsetzung und Bedeutung für Kinder und Schule

4.2 Herausforderungen und Schwierigkeiten der Zweigeschlechtlichkeit

5 Geschlecht im Sachunterricht

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Gesellschaft und des Schulalltags auf das Geschlechtsbewusstsein von Kindern und beleuchtet dabei, wie soziale Konstruktionen von Geschlecht im schulischen Kontext reproduziert oder aufgebrochen werden können.

  • Theoretische Grundlagen von "Sex" und "Gender"
  • Kritische Analyse von Geschlechterkonstruktionskonzepten (Defizitmodell, Differenzansatz, Doing-gender)
  • Rechtliche und gesellschaftliche Aspekte der Zweigeschlechtlichkeit
  • Implikationen für den Grundschulunterricht und die Lehrkräftebildung
  • Förderung eines geschlechtersensiblen Lernumfelds

Auszug aus dem Buch

3.3 Doing-gender-Konzept

Candace West und Don Zimmerman waren die ersten, die vom „doing gender“ gesprochen haben (vgl. Faulstich-Wieland 2005, S.7). Die Wurzeln des doing-gender-Begriffs liegen in den Grundannahmen des symbolischen Interaktionismus und des sozialen Konstruktivismus (vgl. Steins 2003, S.54 ff. zitiert von Düro 2008, S.17). Simone de Beauvoirs bekannter Satz sagt aus: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ (Bpb 2015-2016, S.14) Sie drückte damit aus, dass unsere Denkweise über männlich und weiblich von unserer Gesellschaft konstruiert und entworfen ist (vgl. Bpb 2015-2016, S.14). Auch Faulstich-Wieland betont die alltägliche Herstellung von Geschlecht, die als „doing gender“ bezeichnet wird. Nicht die biologische Anlage steuert unser Verhalten, sondern die kontinuierliche Interaktion mit Menschen ist der entscheidende Prozess der Konstruktion von Geschlecht (vgl. Faulstich-Wieland 2005, S.7).

Der sozialkonstruktivistische Ansatz verwirft die zweigeschlechtliche Denk- und Sichtweise (vgl. Heinzel 2010, S.90). „Männlichkeit und Weiblichkeit werden als individuelle und soziale Konstrukte betrachtet.“ (Heinzel 2010, S.90) Wedl und Bartsch beschreiben doing gender folgendermaßen: „Geschlecht ist in diesen konstruktivistischen Perspektiven nicht einfach (unveränderlich) existent, sondern wird in einem interaktiven und einem diskursiv sprachlichen Bedeutungskontext ständig (neu) konstruiert.“ (Wedl, Bartsch 2015, S.14) Das Geschlecht wird durch Mechanismen (in Düro 2008, S.17 auch Symbolsystem genannt) wie Kleidung, Sprache, Gestik von den Menschen, die an den Interaktionen teilnehmen, inszeniert, um mit der Gesellschaft zu interagieren und eine Identität zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas Gender-Mainstreaming ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Konzepte der Geschlechterkonstruktion mit der Schulpraxis zu verknüpfen.

2 Was ist Gender? – Geschlechtertheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe "sex" und "gender" als Basis für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung.

3 Konzepte der Geschlechterkonstruktionen: Es werden verschiedene theoretische Modelle vorgestellt, die erklären, wie Geschlecht gesellschaftlich konstruiert wird, und diese kritisch miteinander verglichen.

4 Bundesverfassungsgericht Personenstandsrecht: Dieses Kapitel analysiert den Gerichtsbeschluss zum dritten Geschlechtseintrag sowie dessen Implikationen für die Schule und die Herausforderungen der Zweigeschlechtlichkeit.

5 Geschlecht im Sachunterricht: Der Fokus liegt hier auf der pädagogischen Umsetzung einer geschlechtersensiblen Didaktik und der Reflexion des "heimlichen Lehrplans".

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein geschlechtersensibles Handeln von Lehrkräften sowie eine gesellschaftliche Weiterentwicklung ein.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Gender-Mainstreaming, Geschlechterkonstruktion, Doing-gender, Zweigeschlechtlichkeit, Grundschule, Sachunterricht, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Soziale Konstruktion, Identitätsentwicklung, Personenstandsrecht, Geschlechtersensibilität, Heteronormativität, Pädagogik, Gleichberechtigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Normen und der Schulalltag das Verständnis und die Entwicklung des Geschlechts bei Kindern beeinflussen und prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind geschlechtstheoretische Grundlagen, die Konstruktion von Geschlecht, rechtliche Änderungen wie der dritte Geschlechtseintrag sowie die pädagogische Gestaltung von Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig ein geschlechtersensibler Umgang im Grundschulalltag ist, um Kindern eine freie Identitätsentwicklung ohne einschränkende Stereotype zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener geschlechtertheoretischer Konzepte sowie einer Reflexion aktueller rechtlicher Beschlüsse und schulpraktischer Beobachtungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gender, die Darstellung von Konstruktionskonzepten, die rechtliche Situation der Zweigeschlechtlichkeit und die Anwendung im Fach Sachunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gender-Mainstreaming, Doing-gender, soziale Geschlechterkonstruktion und geschlechtersensible Didaktik charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die Zweigeschlechtlichkeit in der Schule?

Die Autorin kritisiert die starre binäre Einteilung als Einschränkung für die Identitätsentwicklung der Kinder und betont, dass Schule ein Ort sein sollte, an dem diese Grenzen aufgebrochen werden.

Warum ist das Doing-gender-Konzept für Lehrkräfte relevant?

Es verdeutlicht, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, sondern in jeder Interaktion ständig neu hergestellt wird, weshalb Lehrkräfte ihr eigenes, oft unbewusstes Handeln kritisch reflektieren müssen.

Welche Rolle spielt das Personenstandsrecht in der Arbeit?

Das Personenstandsrecht dient als aktuelles Fallbeispiel, um die Problematik der Zweigeschlechtlichkeit und die Notwendigkeit für Institutionen wie die Schule aufzuzeigen, mit der Vielfalt der Geschlechtsidentitäten umzugehen.

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Details

Title
Wie beeinflussen die Gesellschaft und der Schulalltag das Geschlechtsbewusstsein von Kindern?
College
University of Education Ludwigsburg
Author
Lara Strese (Author)
Publication Year
2017
Pages
18
Catalog Number
V415886
ISBN (eBook)
9783668657533
ISBN (Book)
9783668657540
Language
German
Tags
gesellschaft schulalltag geschlechtsbewusstsein Schule Lehrer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lara Strese (Author), 2017, Wie beeinflussen die Gesellschaft und der Schulalltag das Geschlechtsbewusstsein von Kindern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415886
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