Als man die Werla im 19. Jahrhundert wiederentdeckte, war obererdig von ihr so gut wie nichts erhalten. Erst intensive Grabungen von 1875 bis 1964 verschafften uns heute das Bild, welches wir von der größten Pfalzanlage Niedersachsens haben. Einst war sie eine bedeutende Stätte für die Reichsherren, vor allem im zehnten Jahrhundert für die Ottonen. Doch verlor sie im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung, da die Pfalz Goslar am Rammelsberg der Vorreiter wurde. Bis zum vierzehnten Jahrhundert konnte die Werla sich durch ihre Wirtschaft noch aufrecht erhalten, bevor sie zur Wüstung verfiel und weitgehend in Vergessenheit geriet. Dieser kurze Wirkungszeitraum der Werla soll dennoch nicht ohne große Bedeutung und Folgen gewesen sein. Betrachtet man den Aufbau und Grundriss der Werla, so zeugt sich dieser als ein typischer Aufbau einer frühmittelalterlichen Pfalz. Herrensitz, Wirtschaftshof und eine ausgedehnte Befestigung konnten rekonstruiert werden.
In dieser Arbeit soll nach einem kurzen Geschichtlichen Überblick zur Werla, die Anlage mit ihren wichtigsten Gebäuden beschrieben und gedeutet werden. Auch soll die Lage von Herrensitz und Wirtschaftshof diskutiert werden. Zum Schluss wird die Funktion und Bedeutung der Werla aufgezeigt, sowie ein Ausblick zur weiteren Forschungsgeschichte gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Geschichte der Pfalz
2.1. Namensherkunft
2.2. Werla im 10.-12. Jahrhundert
2.3. Die Verortung der Pfalz
3. Die Anlage der Werla
4. Funktion und Bedeutung der Pfalz
5. Forschungsausblick
6. Fazit
7. Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung, dem baulichen Aufbau und der funktionalen Bedeutung der Königspfalz Werla vom 10. bis zum 14. Jahrhundert. Ziel ist es, basierend auf den archäologischen Grabungsergebnissen, ein fundiertes Bild dieser bedeutenden ottonischen Stätte zu zeichnen und ihre Rolle als königlicher Herrschaftssitz und Wirtschaftszentrum zu analysieren.
- Historische Einordnung und Namensherkunft der Werla
- Bauliche Entwicklung und Rekonstruktion der Pfalzanlage
- Funktionale Analyse: Herrschaftssitz, Militärstandort und Wirtschaftszentrum
- Vergleichende Betrachtung mit anderen zeitgenössischen Pfalzen, insbesondere Goslar
- Diskussion aktueller Forschungsstände und offener Fragen
Auszug aus dem Buch
Die Anlage der Werla
Man unterscheidet an der Pfalz Werla vier Bauphasen. Die erste Anlage bestand nur aus einer Hauptburg, welche von einem Erdwall umgeben war. Man vergrößerte diese im 10. Jahrhundert, indem zwei Vorburgen Richtung Nord-West und eine Befestigung aus Ringmauer und Gräben errichtet wurden. Um 1200 trennte man den östlichen Ring der Inneren Vorburg vom Rest und ebnete den Burggraben ein. Im Westen wurde zudem noch ein halbrunder Turm und eine Sperrmauer erbaut. Noch im gleichen Jahrhundert stelle man die Hauptburg wieder in ihrer ursprünglichen Größe her. Betrachtete man den ältesten Hof, so zeigt sich dieser im Nordwestsektor der Hauptburg. 1963 konnte ein Teil der Wallanlage in Form eines Viertelkreises und Steinreste geborgen werden. Auch ein Hausgrundriss zeigte sich. Man setzt diese Anlage auf das 8.-9. Jahrhundert fest. Die Anlage der Werla umfasst die Hauptburg mit Wohngebäuden für König und Adelige, Repräsentationsbauten und die Kirche. Somit umfasst sie sowohl kirchliches als auch weltliches Zentrum der Pfalz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entdeckung der Werla im 19. Jahrhundert sowie die archäologischen Grabungen und legt das Ziel der Arbeit fest.
2. Zur Geschichte der Pfalz: Hier wird die Etymologie des Namens erläutert, die historische Bedeutung der Werla im 10. bis 12. Jahrhundert dargelegt und ihre geografische Lage bestimmt.
3. Die Anlage der Werla: Dieser Abschnitt beschreibt die vier Bauphasen, die bauliche Struktur mit Haupt- und Vorburgen sowie die spezifischen Gebäude wie Kapelle, Palas I und II.
4. Funktion und Bedeutung der Pfalz: Das Kapitel analysiert die politische, militärische und wirtschaftliche Rolle der Werla als Pfalz und ihre Beziehung zum Umland.
5. Forschungsausblick: Hier werden bestehende Unsicherheiten und offene Fragen zur Interpretation der archäologischen Befunde aufgezeigt.
6. Fazit: Eine abschließende Zusammenfassung der baulichen Entwicklung und der historischen Relevanz der Werla als bedeutende Königspfalz.
Schlüsselwörter
Königspfalz, Werla, Ottonen, Mittelalter, Archäologie, Hauptburg, Vorburg, Palas, Befestigung, Ausgrabung, Herrschaftssitz, Baubefunde, Wirtschaftsgeschichte, Sachsen, Goslar
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Königspfalz Werla und ihre historische sowie architektonische Entwicklung vom 10. bis zum 14. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die baugeschichtliche Analyse der Pfalzanlage, die Bedeutung als Herrschaftsstandort und die wirtschaftliche Versorgungsstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beschreibung und Deutung der wichtigsten Gebäude und der Funktion der Werla sowie die Einordnung in den historischen Kontext der Königspfalzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auswertende Analyse, die primär auf den archäologischen Grabungsberichten und der vorhandenen Fachliteratur zur Werla basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die detaillierte bauliche Beschreibung der verschiedenen Phasen und eine funktionale Untersuchung der Pfalz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Königspfalz, Werla, Ottonen, Baubefunde, Archäologie und mittelalterliche Herrschaftsstrukturen.
Was unterscheidet die Werla von anderen mittelalterlichen Pfalzen?
Die Werla gilt als die größte ergrabene Pfalzanlage in Niedersachsen und dient als wichtiges Beispiel für eine frühmittelalterliche Pfalz, deren Strukturen trotz späteren Verfalls weitgehend rekonstruierbar sind.
Warum spielt die Pfalz Goslar in der Arbeit eine Rolle?
Goslar wird als Vergleichsobjekt herangezogen, da es die Werla als bedeutender Herrschaftssitz ablöste und bauliche Parallelen aufweist.
Wie wurde die Wasserversorgung auf der Pfalz sichergestellt?
Die archäologischen Untersuchungen konnten bisher nur eine Zisterne auf der Hauptburg nachweisen, was eine der noch offenen Fragen zur Infrastruktur der Werla darstellt.
Welche Rolle spielten die Vorburgen für das alltägliche Leben?
In den Vorburgen wird der Hauptteil der wirtschaftlichen Tätigkeiten, wie Vieh- und Weidewirtschaft sowie Handwerk, vermutet, um die Pfalz autark zu versorgen.
- Arbeit zitieren
- Monique Feistel (Autor:in), 2017, Die Königspfalz Werla vom 10. - 14. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415925