Die zweite Hälfte der neunziger Jahre war durch ein massives Anwachsen der weltweiten Mergers & Acquisitions, zu deutsch Fusionen und Übernahmen, gekennzeichnet. Die Anzahl der jährlichen Fusionsfälle verdreifachte sich innerhalb eines Jahrzehnts von etwas 9.000 auf 25.000 (Vgl. Abb. 1). Die Weltwirtschaft erlebte eine Fusionswelle, wie es sie bislang nicht gegeben hat. Dabei fallen nicht nur die starke Zunahme der Fusionsaktivitäten ins Auge, sondern auch ihr internationaler Charakter und die Größe der beteiligten Unternehmen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Globalisierungsprozess zurückzuführen, der durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien und den Trend zur Deregulierung und Privatisierung einzelner Branchen vorangetrieben wird. Einzelne Megafusionen beeinträchtigen den Wettbewerb spürbar auf den Weltmärkten. Hinzu kommt, dass wohl kaum ein anderer wirtschaftlicher Vorgang solche Emotionen und gegensätzliche Reaktionen auslöst. Sind Fusionen doch oft mit einem massiven Stellenabbau bei gleichzeitiger, zumindest kurzfristig starker Zunahme der Aktienkurse an der Börse geprägt.
Die Anzahl der Transaktionen und die Transaktionsvolumina sind in den letzten Jahren ebenfalls dramatisch gestiegen. So repräsentierten die Mergers & Acquisitions 1999 einen Gesamtwert von 3.44 Billionen US$ - das ist eine Steigerung gegenüber 1998 von 36%. Im Jahr 1999 wurde siebenmal so viel für Firmenübernahmen ausgegeben, wie zu Beginn der 90er Jahre. Bei den in Abbildung 2 vorgestellten Unternehmen, handelt es sich um so genannte Megafusionen. Ihnen ist das starke Anwachsen des durchschnittlichen Übernahmevolumens zuzuschreiben. Allein in Europa wurden 1.23 Billionen US$ erzielt, d.h. mehr als doppelt soviel wie 1998. Es lassen sich weitere Trends erkennen:
1. Es finden mehr Großtransaktionen durch Aktienaustausch statt. 2. Steigende Anzahl von internationalen Zusammenschlüssen: mehr als 50% der deutschen Fusionen sind bereits mit einem ausländischem Partner eingegangen worden. 3. Branchenfokus: Telekommunikation, Dienstleistung und Medien sind die Hauptziele von Übernahmen. 4. Mehr feindliche Übernahmen: 14% - d.h. 487 Milliarden US$ gemessen am Gesamtwert - wurden 1999 feindlich vorgetragen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITIONEN
2.1 FUSION
2.2 ÜBERNAHME
2.3 KARTELL
3. GESCHICHTLICHER RÜCKBLICK
4. ARTEN VON FUSIONEN
4.1 HORIZONTALE FUSION
4.2 VERTIKALE FUSION
5. GRÜNDE FÜR UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE
5.1 GEWINNMAXIMIERUNG
5.2 SICHERHEIT
5.3 MARKTANTEIL
5.5 TECHNOLOGIE
5.6 PERSÖNLICHE ZIELE
6. RECHTLICHE REGELUNG
6.1 DEUTSCHLAND
6.2 EUROPA
6.3 INTERNATIONAL
7. PHASEN UND ABLAUF VON UNTERNEHMENSTRANSAKTIONEN
8. PROBLEME BEI FUSIONEN
8.1. WIDERSTÄNDE
8.2 ARBEITNEHMERRECHTE
8.3 UNTERNEHMENSKULTUREN
9. RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Thema Fusionen zu vermitteln, wobei der Fokus auf Definitionen, historischen Entwicklungen, verschiedenen Fusionsarten, den zugrunde liegenden Beweggründen, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den auftretenden Problemen liegt.
- Wirtschaftliche Bedeutung und globale Entwicklung von Fusionen und Übernahmen
- Kategorisierung von Unternehmenszusammenschlüssen
- Analyse der Beweggründe für Fusionen (Gewinnmaximierung, Sicherheit, Marktanteile)
- Rechtliche Kontrolle durch nationale und internationale Kartellbehörden
- Herausforderungen in der Post-Merger-Phase wie Widerstände und Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
Wirtschaft leicht gemacht - Die Fusion - Ein Erklärungsversuch
Ein Schwein und ein Huhn - die sich schon länger kennen - treffen sich. Das Huhn sagt zum Schwein: "Was hältst Du davon, wenn wir zu "Ham and eggs" fusionieren. Das Schweinchen denkt nach und meint dann: "Du lieferst die Eier und bleibst leben, aber ich bin für den Schinken zuständig und werde sterben, findest Du das gut?" Daraufhin ungerührt das Hühnchen: "Tja, so ist das nun mal bei einer Fusion - einer geht immer drauf."
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Fusionswellen in den neunziger Jahren und der zunehmenden Bedeutung globaler Unternehmenszusammenschlüsse.
2. DEFINITIONEN: Abgrenzung der Begriffe Fusion, Übernahme und Kartell innerhalb des Kontexts von Unternehmenszusammenschlüssen.
3. GESCHICHTLICHER RÜCKBLICK: Analyse der fünf historischen Fusionswellen und ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Ursachen.
4. ARTEN VON FUSIONEN: Klassifizierung in horizontale, vertikale sowie diagonale bzw. laterale Fusionen.
5. GRÜNDE FÜR UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE: Untersuchung der Motive wie Gewinnmaximierung, Sicherheit, Marktanteilsgewinn, Technologiezugang und persönlicher Ziele des Managements.
6. RECHTLICHE REGELUNG: Erläuterung der Fusionskontrolle in Deutschland, Europa und auf internationaler Ebene durch Kartellbehörden.
7. PHASEN UND ABLAUF VON UNTERNEHMENSTRANSAKTIONEN: Beschreibung des Prozesses unterteilt in Planung, Durchführung und Integration.
8. PROBLEME BEI FUSIONEN: Diskussion von Widerständen, Arbeitnehmerrechten und dem Zusammenführen divergierender Unternehmenskulturen.
9. RESÜMEE: Fazit über die Erfolgschancen von Fusionen und die Bedeutung einer sorgfältigen Analyse und Integrationsplanung.
Schlüsselwörter
Fusion, Übernahme, Mergers & Acquisitions, Unternehmenszusammenschluss, Synergieeffekte, Fusionskontrolle, Kartellrecht, Konzentration, Post-Merger-Integration, Unternehmenskultur, Marktanteil, Gewinnmaximierung, Globalisierung, Change Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomischen und rechtlichen Aspekte von Unternehmensfusionen und Übernahmen im Kontext der Globalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition und Arten von Fusionen, deren historische Entwicklung, wirtschaftliche Beweggründe sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und auftretende Integrationsprobleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über den komplexen Prozess und die Wirkungsweisen von Fusionen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Fachpublikationen und der Auswertung statistischer Daten sowie aktueller Fallbeispiele aus der Wirtschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Definitionen, Geschichte), die Analyse der Fusionsgründe, eine juristische Einordnung und eine detaillierte Betrachtung des Ablaufs und der Integrationsschwierigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fusionskontrolle, Synergieeffekte, Unternehmenskultur, Mergers & Acquisitions und Post-Merger-Integration.
Wie bewertet die Autorin die Erfolgschancen von Fusionen?
Die Autorin weist darauf hin, dass eine erfolgreiche Fusion eher die Ausnahme ist und ein Großteil der Zusammenschlüsse die gesetzten Erwartungen bezüglich Synergien und Gewinn nicht erfüllt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur beim Fusionsprozess?
Sie wird als eine der größten Herausforderungen identifiziert, da kulturelle Konflikte und sprachliche Barrieren oft zu Fehlern führen, die das Scheitern von Fusionen begünstigen können.
- Quote paper
- Sandra Krüger (Author), 2003, Fusionen von Firmen. Arten, Gründe und rechtliche Regelungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41594