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Steuerspareffektbedingte Kapitalkostensenkung

Title: Steuerspareffektbedingte Kapitalkostensenkung

Diploma Thesis , 2004 , 69 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kai Brinkmann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Auf dem Kapitalmarkt existiert eine große Vielfalt von Finanzprodukten, die den Anforderungen der Kapitalanleger angepasst sind. Neben den Aspekten der Sicherheit und Liquidität spielt bei der Kapitalüberlassung von Seiten der Privatinvestoren die Forderung nach einer risikoadäquaten Rendite sowie die Steueroptimierung eine wichtige Rolle. Im Zusammenhang mit den letztgenannten Faktoren ist für den privaten Anleger dabei die Maximierung der Rendite nach Steuern ausschlaggebend, da Erträge aus Kapitalanlagen grundsätzlich steuerpflichtig sind. Folglich sind Kapitalanlagen aus Sicht des Kapitalgebers, die einer im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen günstigeren Besteuerung unterliegen, auch mit geringeren Renditen konkurrenzfähig. Demgegenüber fokussiert der Kapitalnehmer seine Bestrebungen darauf, eine Anlage zu kreieren, die den Anforderungen der Kapitalgeber entspricht und die zugleich eine Minimierung der Kapitalkosten für die Kapitalbeschaffung ermöglicht, um so einen maximalen Unternehmenswert zu schaffen. Konstruiert der Kapitalnehmer eine Kapitalanlage, die die Nachsteuerrendite beim Kapitalgeber optimiert, erzielt er damit zugleich eine Senkung seiner Kapitalkosten. Dies führt immer wieder dazu, dass sog. Finanzinnovationen entwickelt werden, durch die eine Besteuerung – zu Lasten des Fiskus – umgangen werden soll.
Vorbehaltlich der §§ 17, 23 EStG wird der durch Realisierung von Vermögen erzielte Gewinn im Privatvermögen einkommensteuerlich grundsätzlich nicht besteuert. Werden Entgelte für die Kapitalüberlassung auf die Vermögensebene verlagert, können die Kapitalgeber somit nichtsteuerbare Erträge erzielen. Aufgrund der schrittweisen Erweiterung des § 20 EStG werden inzwischen jedoch wirtschaftlich der Ertragsebene zuzuordnende Erträge als Einkünfte aus Kapitalvermögen erfasst, selbst wenn sie zivilrechtlich auf der Vermögensebene liegen. Aufgrund dieser gesetzlichen Regelungen ist eine Verlagerung von Entgelten für die Kapitalüberlassung auf die Vermögensebene nur dann erfolgreich, wenn die Kapitalanlage rechtlich wie wirtschaftlich keiner bloßen Kapitalüberlassung entspricht. Diese Gegebenheit versucht die Kreditwirtschaft durch die Emission von Zertifikaten zu nutzen. Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die die Tatbestandsmerkmale des § 20 EStG und damit die Besteuerung verfehlen sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2. Grundlagen der Besteuerung von Kapitalforderungen im Privatvermögen

2.1 Die Trennung von Frucht und Stamm

2.2 Der Begriff der Finanzinnovation

2.3 Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG

2.3.1 Kapitalforderungen mit zugesagtem Entgelt und zugesagter Kapitalrückzahlung

2.3.2 Kapitalforderungen mit ungewissem Entgelt und zugesagter Kapitalrückzahlung

2.3.3 Kapitalforderungen mit zugesagtem Entgelt und ungewisser Kapitalrückzahlung

2.3.4 Irrelevanz der Bezeichnung und zivilrechtlichen Gestaltung für die steuerliche Beurteilung

2.4 Einkünfte aus Kapitalvermögen bei Übertragungsgeschäften nach § 20 Abs. 2 Nr. 4 EStG

2.4.1 Das Kriterium der Emissionsrendite

2.4.1.1 Auf- und abgezinste Kapitalforderungen

2.4.1.2 Abgetrennte Kapital- und Zinsforderungen

2.4.1.3 Kapitalforderungen ohne Stückzinsberechnung

2.4.1.4 Kapitalforderungen mit Erträgen in unterschiedlicher Höhe oder für unterschiedlich lange Zeiträume

2.4.2 Steuerliche Behandlung von Kapitalforderungen ohne Emissionsrendite mit Kapitalerträgen in ungewisser Höhe

2.4.2.1 Floating Rate Notes

2.4.2.2 Hochzins- und Umtauschanleihen

2.4.3 Das Verhältnis zwischen § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG und § 20 Abs. 2 EStG

3. Die Besteuerung von Zertifikaten

3.1 Funktionsweise und Merkmale von Zertifikaten

3.2 Ausgewählte Zertifikate-Modelle

3.2.1 Garantie-Zertifikate

3.2.1.1 Beschreibung

3.2.1.2 Besteuerung

3.2.2 Nichtgarantie-Zertifikate

3.2.2.1 Beschreibung

3.2.2.2 Besteuerung

3.2.3 Lock-in-Zertifikat von Goldman Sachs

3.2.3.1 Beschreibung

3.2.3.2 Besteuerung

3.3 Ökonomischer sowie einkommensteuerrechtlicher Vergleich mit konventionellen Kapitalanlagen

4. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob durch die Emission von Zertifikaten eine Finanzinnovation geschaffen wurde, die eine Verlagerung von Zinseinkünften auf die steuerlich irrelevante Vermögensebene ermöglicht. Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Anleger hierdurch ihre Steuerbelastung reduzieren und Emittenten ihre Kapitalkosten senken können.

  • Steuerliche Grundlagen von Kapitalforderungen im Privatvermögen
  • Analyse des Begriffs der Finanzinnovation im Steuerrecht
  • Besteuerung von Zertifikaten (Garantie- vs. Nichtgarantie-Zertifikate)
  • Ökonomischer und steuerrechtlicher Vergleich zu konventionellen Kapitalanlagen
  • Wirkungsweise der Finanzverwaltung bei der Umqualifizierung von Erträgen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Trennung von Frucht und Stamm

Der Einkommensteuer unterliegen ausschließlich die in § 2 Abs. 1 EStG genannten Einkünfte. Das deutsche Einkommensteuerrecht ist dabei geprägt durch den sog. Einkünftedualismus. So ist neben dem für betriebliche Einkünfte geltenden Prinzip der Reinvermögenszugangstheorie für den Bereich der privaten Einkünfte die Quellentheorie maßgeblich. Bei der Quellentheorie handelt sich um eines der Grundprinzipien des deutschen Einkommensteuerrechts. Da sie die Basis für die vorliegende Arbeit darstellt, erfolgt hier eine kurze Erläuterung.

Einkommen resultiert entsprechend quellentheoretischer Überlegungen demnach nur aus eindeutig identifizierten und dauerhaft vorhandenen Einkommensquellen und wird als Zufluss von Geld- oder Gütereinheiten aus diesen stetig bzw. regelmäßig fließenden Quellen verstanden. Dieser Theorie entsprechend gehören lediglich die „laufenden Einkünfte“, im Rahmen der Quellentheorie auch als Früchte bezeichnet, nicht aber der ihrer Erzielung dienende Vermögensstamm (Quellvermögen) zur grundsätzlich steuerbaren Einkommenssphäre. Wertsteigerungen sowie Substanz- oder Wertverluste des Vermögensstamms sind somit von der Steuerbarkeit ausgeklammert. Als Gründe hierfür werden der fehlende Entgeltcharakter von Wertsteigerungen, die geringe Bedeutung von Vermögensstammänderungen und das unregelmäßige Auftreten angeführt.

An diesem Grundsatz der Trennung von Frucht und Stamm orientieren sich die Überschusseinkünfte. Diesen sind auch die nachfolgend zu untersuchenden Einkünfte aus Kapitalvermögen gem. § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 i.V.m. § 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG zuzurechnen. Für die Kapitaleinkünfte ist dabei eine Unterscheidung zwischen der grundsätzlich steuerlich irrelevanten Ebene wie Kapitalanlage, Vermögen oder Stamm einerseits und dem steuerbaren Bereich des (Kapital-) Ertrags bzw. der Frucht andererseits erforderlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steuerliche Problemstellung bei Finanzinnovationen ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2. Grundlagen der Besteuerung von Kapitalforderungen im Privatvermögen: Hier werden die einkommensteuerrechtlichen Prinzipien wie die Trennung von Frucht und Stamm sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Kapitalerträge (§ 20 EStG) dargelegt.

3. Die Besteuerung von Zertifikaten: Dieses Hauptkapitel analysiert die Struktur und steuerliche Behandlung verschiedener Zertifikate-Modelle und vergleicht diese mit konventionellen Anlagen.

4. Thesenförmige Zusammenfassung: Die zentralen Untersuchungsergebnisse werden hier in prägnanten Thesen zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Zertifikate, Finanzinnovation, Einkommensteuergesetz, Kapitalforderungen, Emissionsrendite, Marktrendite, Kapitalertrag, Quellentheorie, Steuervermeidung, Schuldverschreibungen, Garantie-Zertifikate, Nichtgarantie-Zertifikate, Lock-in-Zertifikate, Besteuerung, Nachsteuerrendite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Zertifikate eingesetzt werden, um steuerpflichtige Zinseinkünfte durch Verlagerung auf die Vermögensebene in steuerfreie oder steuerbegünstigte Erträge umzuwandeln.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die einkommensteuerliche Einordnung von Finanzinnovationen, die Auslegung von § 20 EStG sowie die steuerliche Strukturierung von derivativen Finanzprodukten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob Zertifikate für Anleger und Emittenten steuerliche Optimierungsvorteile bieten, die über klassische Kapitalanlagen hinausgehen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine steuerrechtliche Analyse der Gesetzeslage und der Verwaltungsauffassung sowie ökonomische Vergleichsrechnungen für die Strukturierung von Finanzinstrumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Besteuerungsgrundlagen von Kapitalforderungen sowie die spezifische steuerliche Behandlung ausgewählter Zertifikate-Modelle, wie Garantie- und Lock-in-Zertifikate, analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zertifikate, Finanzinnovation, Kapitalforderungen, Emissionsrendite, Kapitalertrag und Steuervermeidung sind die zentralen Begriffe.

Wie unterscheidet sich die Besteuerung bei Garantie-Zertifikaten von anderen Modellen?

Garantie-Zertifikate werden aufgrund der zugesagten Kapitalrückzahlung als Kapitalforderungen nach § 20 EStG eingestuft und unterliegen der Besteuerung, während Nichtgarantie-Zertifikate oft außerhalb dieses Tatbestandes stehen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Emissionsrendite und Marktrendite wichtig?

Die Wahl der Methode entscheidet darüber, ob und in welcher Höhe Kapitalerträge aus Übertragungsgeschäften der Besteuerung unterliegen, wobei die Marktrendite eine Durchbrechung der reinen Quellentheorie darstellen kann.

Welche Bedeutung haben Lock-in-Zertifikate in dieser Analyse?

Lock-in-Zertifikate dienen als Beispiel für Produkte, bei denen eine nachträgliche Zinssicherung erfolgt, was die steuerliche Einordnung als "Finanzinnovation" besonders komplex macht.

Excerpt out of 69 pages  - scroll top

Details

Title
Steuerspareffektbedingte Kapitalkostensenkung
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,7
Author
Kai Brinkmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
69
Catalog Number
V41598
ISBN (eBook)
9783638398312
Language
German
Tags
Steuerspareffektbedingte Kapitalkostensenkung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai Brinkmann (Author), 2004, Steuerspareffektbedingte Kapitalkostensenkung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41598
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