Das orthodoxe Mönchtum auf dem Berg Athos im 20. Jahrhundert

Ein geschichtlicher Überblick


Seminararbeit, 2018
24 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungsgeschichte sowie geographische,
politische und gesellschaftliche Einordnung des Heiligen Berges

3 Kurzer Überblick über die Entwicklung auf dem ‌Athos im 19. Jahrhundert

4 Der Heilige Berg im 20. Jahrhundert
4.1 Athos bis nach dem Ersten Weltkrieg
4.2 Athos während des Zweiten Weltkrieges
4.3 Athos nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute

5 Formen des Mönchslebens auf dem Athos

6 Leitung der Mönchsrepublik

7 Heutige Herausforderungen für den Heiligen Berg

8 Herausragende Persönlichkeiten der Mönchsrepublik
8.1 Silouan von Athos (1866-1938)
8.2 Joseph der Hesychast (1898-1959)
8.3 Porphyrios von Kavsokalyvia (1906-1991)

9 Zusammenfassung

10 Bibliographie

1 Einleitung

Die folgende Abhandlung behandelt das orthodoxe Mönchtum auf dem Berg Athos im 20. Jahrhundert aus geschichtlicher und geistlich-spiritueller Perspektive. Die Abhandlung richtet sich an Leser unabhängig von ihrer Glaubensrichtung. Den leidenschaftlichen orthodoxen Bibliophilen sei jedoch gesagt, dass diejenigen unter ihnen, die die Geschichte des Berges Athos nicht kennen, nur sehr wenig über ihre eigene Geschichte als orthodoxe Christen wissen. Immerhin wird der Heilige Berg wiederholt als Bollwerk der Orthodoxie bezeichnet.

Das Ziel dieser Arbeit ist nicht die Beschreibung der gesamten Entstehungsgeschichte der Mönchsrepublik auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Vielmehr zielt die Arbeit darauf ab, die Entwicklung des Mönchtums auf dem Berg Athos im 20. Jahrhundert darzulegen. Darüber hinaus gewährt die folgende Auseinandersetzung auch einen kurzen historischen Einblick in das 19. Jahrhundert, denn in dieser Zeit fanden wichtige Ereignisse statt, die die monastische Entwicklung des Berges im darauffolgenden Jahrhundert maßgeblich beeinflusst haben. So wird im Folgenden auf die wichtigsten überlieferten Geschehnisse aus dem Zeitraum von 1800 bis 1899 eingegangen, bevor die Periode vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2000 im Detail erläutert wird.

In den letzten Abschnitten dieser Ausarbeitung werden zunächst die derzeitige Situation des Lebens auf dem Athos sowie die Herausforderungen, mit denen die Mönchsrepublik heutzutage konfrontiert ist, beschrieben. Abschließend wird das Leben einiger namhafter Persönlichkeiten auf dem Athos, am Beispiel von Silouan von Athos, Joseph der Hesychast und Porphyrios von Kavsokalyvia, kurz skizziert.

2 Entstehungsgeschichte sowie geographische, politische und gesellschaftliche Einordnung des Heiligen Berges

Der Heilige Berg Athos befindet sich geographisch auf der östlichen griechischen Halbinsel Chalkidike. Laut H. Vorbach, Autor des Buches „Licht vom Heiligen Berg “, ist dieser Ort in circa drei Stunden mit dem Auto von Thessaloniki aus erreichbar.[1] Der Berg hat eine Länge von 47 Kilometer und eine durchschnittliche Breite von 12 Kilometer. Im Süden erreicht der Gipfel eine Höhe von 2033 Metern. Pilgern zufolge kann man an wolkenlosen und sonnigen Tagen von der Bergkuppe aus sogar die westliche Meeresküste der Türkei sehen.[2]

Um die Entstehung dieses Wunders der Orthodoxie – Athos – ragen sehr viele Mythen. Einer davon erwähnt die Heilige Jungfrau Maria, die eine Ihrer Reisen in die unmittelbare Nähe des Berges gebracht haben soll. Von der Schönheit des Berges überwältigt, habe sie den Berg von Ihrem Sohn, Jesus Christus, als Geschenk verlangt. Der Archäologe K. Sotiris erläutert diese Begebenheit in seinem Buch „Der Berg Athos. Illustrierter Führer der Klöster: Geschichte und Schätze“, erschienen 1979, folgendermaßen:

„Einer Legende zufolge war die Muttergottes mit dem Evangelisten Johannes, während sie auf der Reise zum Besuch des Lazarus auf Zypern den Athos umschifften, nach einem furchtbaren Seesturm an Land gegangen, und zwar dort, wo sich heute das Kloster Iviron befindet. Hier weilte die Muttergottes kurze Zeit, und voll Bewunderung für die schöne Landschaft bat sie ihren Sohn, er möge ihr den ganzen Berg als Geschenk überlassen, wenngleich seine Bewohner von einem Ende bis zum anderen Götzendiener waren.“[3]

Auf Grundlage dieser tradierten Begebenheit wird dem Athos auch der Name „Garten Muttergottes“ gegeben und die Jungfrau Maria wird als Beschützerin des Berges und in manchen Klöstern sogar als Äbtissin verehrt.[4] Dies soll auch der Grund sein, warum auf diesem Berg nur Mönche und keine Nonnen leben.

Frauen ist es generell verboten, den Berg zu betreten, da die Heilige Maria als die alleinige Allherrscherin über den Berg angesehen wird. Laut einer alten Rechtsbestimmung darf auf Athos „keine Kirche einer weiblichen Heiligen geweiht werden“, obwohl Athos – wie W. Ekschmitt darlegt – viele „weibliche Reliquien“ beherbergt, wie z.B. „den rechten Fuß der Maria Magdalena, den linken Fuß der Heiligen Anna, der Großmutter Jesu, und den linken Fuß der Hl. Makrina, der Schwester des Kirchenvaters Basilios d. Gr.“.[5] An dieser Stelle erwähnt W. Ekschmitt, dass die Mönche das Verbot gegen das weibliche Geschlecht akribisch auch auf alle weiblichen lebenden Haustiere auf der Halbinsel ausgeweitet haben. Nur Katzen dürfen sich auf dem Berg aufhalten, um die Klöster vor eventuellen Mäuseplagen zu schützen. Darüber hinaus dürfen bestimmte Personen, und zwar die Malermönche (hagiographoi), Hühner halten, „weil sie nämlich für ihre Temperafarben Eidotter brauchen“.[6]

Letztendlich ist es Frauen, W. Ekschmitt zufolge, aus dem Grund verboten, den Berg zu betreten, da man annimmt, dass durch ihre Anwesenheit bzw. ihre weiblichen Reize die Gebetsruhe und -praxis der dort lebenden Männer gestört würde. Zudem rechtfertigen die am Athos lebenden Männer das Frauenverbot zusätzlich unter Bezugnahme „auf die Gesetzgebung Justinians (527-565)“, die Frauen „das Betreten von Mönchsklöstern, und sei es auch nur der Kirche, und sei es zum Zweck des Gebets“ verboten hat.[7] Sollte eine Frau beim Betreten des Berges erwischt werden, droht ihr eine Gefängnisstrafe von mindestens zwei Monaten, die nicht mit einer Kaution erlassen werden kann.[8]

Ein anderes Athosgesetz untersagt hingegen auch gewissen Männergruppen, und zwar „Eunuchen“, „Bartlosen“ und „Nicht-Orthodoxen oder Schismatikern“ das Betreten des Heiligen Berges, wobei dieses Gesetz im 21. Jahrhundert nicht mehr so streng gehandhabt wird, zumindest was die „Bartlosen“ und „Nicht-Orthodoxen“ anbelangt.[9]

Trotz all dieser Informationen zum Ursprung der Bedeutung des Athos als „Garten Muttergottes“ kann die Entstehung der ersten Mönchsgemeinschaften auf dem Heiligen Berg der Orthodoxie nicht genau datiert werden. Einige Belege weisen auf den Heiligen Athanasios Athonites hin, der circa um 963 n. Chr. mit Hilfe des Patriarchen Nikephoros II. Phokas das erste Kloster mit dem Namen „Große Lavra“ auf dem Athos gegründet haben soll.[10] Die Erbauung dieses Stiftes lässt jedoch den Rückschluss zu, dass sich Mönche bereits mehrere Jahre zuvor für längere Zeit auf dem Berg niedergelassen hatten und dabei einfache monastische Organisationsformen entwickelt haben.

Im Laufe der Zeit wurden auf dem Athos immer mehr Klöster gebaut. Bewohnt wurden diese dann auch von Mönchen aus anderen orthodoxen Ländern, nicht nur aus Griechenland.[11] Somit waren schrittweise vor allem Mönche aus Rumänien, Serbien, Bulgarien und Russland auf dem Athos vertreten. Seit dem 20. und 21. Jahrhundert werden auch Männer aus dem katholischen bzw. protestantischen Westen, die zur Orthodoxie konvertiert sind, herzlich auf dem Berg empfangen und in die Mönchsgemeinschaften aufgenommen. Männer, die nicht dem christlichen Glauben angehören, die aber die orthodoxe Taufe empfangen möchten, können ihr Leben ebenfalls auf dem Athos verbringen, unter der Voraussetzung, dass sie gewisse Regeln befolgen, wie z.B. die Zugehörigkeit zu einem Kloster bzw. die Eingliederung in eine Mönchsgemeinschaft, die einem Stift unterstellt ist.

Heutzutage stellt der Heilige Berg „eine geistliche, sich selbst verwaltende politische Einheit“ dar, die dem griechischen Staat angehört, allerdings mit einer autonomen „Legislative, Exekutive und zivilrechtlicher Gerichtsbarkeit ausgestattet“.[12] Jeder Mönch, der mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung dauerhaft in der Mönchsrepublik lebt, bekommt die griechische Staatsbürgerschaft automatisch verliehen. Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass die Mönche auf dem Berg Athos immer noch die byzantinische Zeit verwenden, nach der sie den Tag-/‌Nachtzyklus messen, und dass sie immer noch nach dem „alten“ julianischen Kalender leben.[13]

Die derzeitige Situation auf Athos weist 20 Klöster auf, deren maximale Anzahl nie überschritten oder verändert werden darf. Darüber hinaus bestehen zahlreiche Mönchssiedlungen und Einsiedeleien, die sich unter der Obhut der Klöster befinden.[14] W. Ekschmitt zufolge sei „seit 1924 […] durch Gesetz die Zahl der Athos-Klöster unabänderlich auf zwanzig festgesetzt“.[15] Die 20 Klöster sind:

„1. Megisti Lavra, 2. Vatopedi, 3. Iviron, 4. Chilandariu, 5. Dionysiu, 6. Kutlumusiu, 7. Pantokratoros, 8. Xeropotamu, 9. Zographu, 10. Dochiariu, 11. Karakalu, 12. Philotheu, 13. Simonos Petras, 14. Agiu Pavlu, 15. Stavronikita, 16. Xenophonotos, 17. Grigoriu, 18. Esphigmenu, 19. Panteleimonos, 20. Konstamonitu.“[16]

Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass von den fünf größten orthodoxen Ländern (Rumänien, Griechenland, Serbien, Bulgarien und Russland) nur Rumänien keine Klöster auf dem Berg Athos besitzt, sondern nur eine Skite (monastische Organisationsform, die einem Kloster unterstellt ist). Rumäniens Skite heißt „Timiu Podromu“.[17] Diese Tatsache hängt nach G. Spitzing mit der relativ späten Gründung des rumänischen Nationalstaates zusammen, die erst 1859 zu verzeichnen ist. Als weiteren möglichen Grund dafür nennt G. Spitzing die Beanspruchung eines Großteils der kirchlichen Ländereien und anderer Besitztümer, die den griechischen Phanarioten gehört hatten, durch den neu gegründeten rumänischen Staat.[18] Das Vorgehen des rumänischen Staates, was die religiösen Besitztümer und andere Habseligkeiten anbelangt, ist bei den Griechen nicht unbedingt auf Freude und Akzeptanz gestoßen, weswegen sie die Errichtung eines rumänischen Klosters auf dem Athos verhindert haben. Hingegen gesagt werden muss, dass es sich bei den griechischen „Herrscherfamilien“ um Liegenschaften handelte, die sie in den „Fürstentümern“ „Moldau“ und „Walachei“ besaßen.[19]

Zuletzt muss erwähnt werden, dass sich jedes Kloster auf dem Athos eigenständig versorgt. Das heißt, dass die Mönche auf der Halbinsel autark leben und das, was sie zum Leben brauchen, selbst produzieren bzw. herstellen. In diesem Kontext wird der Eigenanbau von Obst und Gemüse, der Verkauf von eigen­erzeugten religiösen Kultgegenständen, meistens Ikonen, und auch die Fischerei betrieben. Die erwähnten Tätigkeiten dienen den Mönchen ausschließlich dazu, den Nahrungsmittelbedarf für sich selbst bzw. für eventuelle Pilger decken zu können, um allen Personen auf Athos ein Leben in voller Kontemplation und Gemeinschaft mit Gott zu ermöglichen.

3 Kurzer Überblick über die Entwicklung auf dem ‌Athos im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert wird in Europa als eine Zeitperiode klassifiziert, die von einer Aufbruchsstimmung gekennzeichnet war. Am Beispiel des Heiligen Berges lässt sich dies mit dem Beginn des griechischen Freiheitskampfes gegen die Osmanen, an dem auch der Athos beteiligt war, im Jahr 1821 sehr gut verdeutlichen.[20] Der erhofften Unabhängigkeit der Griechen und der athonitischen Mönche wurde allerdings schnell ein Ende gesetzt. Aufgrund der zumeist schlechten militärischen Organisation und der Unerfahrenheit der Kämpfer verloren die Griechen den Kampf.[21]

Am 28. Dezember 1821 wurde der „Garten Muttergottes“ durch dreitausend gegnerische Soldaten besetzt.[22] R. Folker und J. G. Schenk erläutern diese Situation näher: „Die Klöster mussten eine hohe Geldstrafe bezahlen und verloren durch Plünderungen und Brandschatzung wertvolle Geräte und Handschriften. Viele junge Mönche verließen den Athos.“[23] Die Zahl derer, die noch auf dem Berg geblieben waren, sank dermaßen rasant, dass sich innerhalb von fünf Jahren die Zahl der dort lebenden Menschen von 2980 auf gerade mal 590 verringerte.[24] In dieser Zeit fanden manche Mönche sogar den Tod durch Hinrichtung.[25] Der Heilige Berg war sozusagen vom Aussterben bedroht.

Diese dunkle Periode dauerte circa 9 Jahre an, bis „der Friede von Adrianopel (1829) und die Londoner Konferenz (1830) […] Makedonien und damit den Athos der Türkei“ zusprachen.[26] Der neu errichtete griechische Staat reichte „im Norden nur bis Böotien“[27] und schloss Thessalien sowie die nördlicheren Regionen, wie auch Chalkidiki, nicht mehr ein. Als Folge blieb der Athos mehr als 80 Jahre lang unter türkischer Herrschaft, ohne dass weitere gewaltige Auseinandersetzungen mit den Osmanen zu verzeichnen waren.[28]

Aufgrund der neuen Möglichkeiten, die sich durch den Frieden ergaben, erlebte der Heilige Berg nach 1830 eine überraschende Blüte. Zerstörte Kirchen und Klöster wurden wiedererrichtet – zumeist mit finanziellen Mitteln bzw. großzügigen Spenden aus einigen Donauländern, wie zum Beispiel aus den Erträgen der „Metochien“ in Rumänien. Der Zustrom des Geldes aus diesem Land wurde jedoch mit der Gründung des rumänischen Staates 1859 abrupt beendet, da – wie bereits in Kapitel 2 angesprochen wurde – der Großteil der dortigen kirchlichen Ländereien für den Staat beansprucht wurden.[29]

Aber nicht nur Rumänien unterstützte Athos finanziell, sondern auch Russland. Aufgrund dieser Tatsache konnte Russland im Gegensatz zu Rumänien seine Dominanz auf dem Heiligen Berg ausbauen. Als Resultat davon war in den Jahren danach ein enormer Ansturm an russischen Pilgern und Mönchen zu verzeichnen, bis zu einer Anzahl von 3500 Russen gegenüber 3276 Griechen im Jahr 1903. Dabei war nicht nur ein Kampf um die Mehrheit der Mönche bzw. um das Gleichgewicht auf dem Berg entbrannt, sondern auch eine Auseinandersetzung um die Anzahl der Klöster, auf die jede Nationalität das Recht habe.[30] Von gerade einmal ein Kloster mit dem Namen Panteleimnos und zwei Skiten – Hl. Andreas und Prophet Ilias – die die Russen besaßen, wurden 34 Kellien zusätzlich gegründet, die zum Teil so groß wie Skiten waren, und 187 Einsiedeleien.[31]

4 Der Heilige Berg im 20. Jahrhundert

4.1 Athos bis nach dem Ersten Weltkrieg

Wer der Ansicht ist, dass das 19. Jahrhundert auf dem Athos bereits von besonderen Ereignissen geprägt war, sollte dem 20. Jahrhundert umso mehr Beachtung schenken. Denn diese zeitgeschichtliche Periode hat in Bezug auf den Athos um einiges mehr vorzuweisen. Sie markierte maßgeblich das Leben auf dem Heiligen Berg und machte das Bollwerk der Orthodoxie zu dem, was es heute ist – ein weltweiter Pilgermagnet und eine geistliche Bastion.

Die Osmanenherrschaft am Athos endete 1912, ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, im Verlauf des Balkankrieges. Eine militärische Allianz, bestehend aus den orthodoxen Ländern Rumänien, Serbien, Bulgarien und Griechenland, erhob sich darin gegen die Türken.[32] Die Allianz wurde vom griechischen Kronprinzen Konstantin I der Große angeführt.[33]

Die Befreiung des Athos verlief unspektakulär. A. E. Müller zufolge gingen sieben griechische Matrosen auf den Berg und nahmen, ohne Gewalt anwenden zu müssen, „die türkische Besatzung gefangen“ und verfrachteten sie „auf die Schiffe“.[34] J. P. Fallmerayer berichtet, wie am 5. November 1912 die griechische Fahne „im kleinen Hafen von Dafni“ das erste Mal gehisst wurde.[35] Welche Freude dieses Ereignis in den Herzen der dort lebenden Menschen und Mönche ausgelöst hat, kann man sich sicher leicht vorstellen.

Aus der bisherigen Geschichte weiß man allerdings, dass jeder gewonnene oder verlorene Krieg gewisse Vorteile, aber auch Pflichten und etwaige Verluste für die Verliererpartei mit sich bringt. Der Athos sollte von den Ergebnissen dieses Krieges jedoch letztendlich profitieren. Im Zuge der „Londoner Konferenz“, in der von Dezember 1912 bis Mai 1913 die Folgen des Balkankrieges verhandelt wurden, entschieden sich die verhandelnden Parteien weder für eine Unterstellung des Berges unter Griechenland noch für eine multinationale Verwaltung des Berges durch Vertreter aller orthodoxen Länder, sondern für die Unabhängigkeit des Berges und die eigene Selbstverwaltung, die bis heute andauert.[36] Zwar stand ab diesem Zeitpunkt die Halbinsel Chalkidike unter griechischer Kontrolle, aber erst der „Vertrag von Lausanne“ (von 1923) übertrug dem griechischen Staat „eine Art Schutzherrschaft über das Gebiet unter der Bedingung, dass seine Freiheit und Vorrechte gewahrt bleiben sollen.“[37] F. Dölger beschreibt die Situation nach der Londoner Konferenz wie folgt: „In der Tat unterhielt Griechenland nur einen Residenten in Karyes (als Nachfolger des früheren türkischen Kaimakans), eine Fremdpolizei-, Zoll und Poststation.“[38] Laut E. Kästner wurde zusätzlich ein Staatsvertrag ins Leben gerufen, um die gegenseitigen Beziehungen zwischen der autonomen Mönchsrepublik am Athos und Griechenland regeln zu können.[39]

Als nächste Etappe in der Geschichte des Heiligen Berges sollte der Erste Weltkrieg (1914-1918) erwähnt werden. Der Athos blieb in dieser Zeit aufgrund der militärischen Nichteinmischung des griechischen Staates ins Kriegsgeschehen verschont. Erst im Jahre 1917 wurde er von Engländern, Russen und Franzosen aus strategischer Entscheidung besetzt.[40] Eine Rolle könnte dabei auch gespielt haben, dass einige Klöster in dieser Zeit eine gewisse Sympathie für die Deutschen gezeigt haben, womöglich um etwaige Gefahren von Seiten der Kommunisten abzuwehren.[41] Fest steht, dass die Besetzung des Heiligen Berges durch die Entente-Mächte zu einem maßgeblichen Verlust an Kulturgütern geführt hat. So organisierten die Franzosen sogar eine eigene wissenschaftliche Expedition in dieser Zeit, um die wertvollen Besitztümer des Berges „aufzunehmen und zu erforschen“.[42]

Die nächste „Katastrophe“ für den Athos ließ aber nicht lange auf sich warten. Von den Entente-Mächten ermuntert, begab sich Griechenland auf einen kleinasiatischen Feldzug gegen die neugegründete Türkei. Griechenland wollte dabei die Regionen erobern, in denen vor allem griechischstämmige Bevölkerungsgruppen lebten, um diese unter den Schutz des griechischen Staates zu stellen und ihnen Unterstützung zu bieten. Als Hintergedanke galt der von den Osmanen durchgeführte Genozid an den Armeniern von 1915, dessen Wiederholung Griechenland dadurch verhindern wollte.[43] Das Vorhaben endete jedoch schließlich im Jahre 1922 mit einer furchtbaren Niederlage Griechenlands. Einer der Gründe dafür war, dass Frankreich und England Griechenland im Stich gelassen hatten.[44] In diesem Zusammenhang berichtet A. E. Müller, der am Corpus der griechischen Urkunden der Bayerischen Akademie der Wissenschaften arbeitet:

„Die wiedererstarkte Türkei unter Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) vertrieb die seit vorchristlichen Zeiten in Kleinasien ansässigen Griechen zur Gänze aus Kleinasien. Über eine Million mittelloser und verzweifelter Flüchtlinge musste nun vom (seinerseits durch die Kriegsjahre verarmten) griechischen Staat aufgenommen und integriert werden. Notmaßnahmen waren angesagt, und dazu zählte auch die Beschlagnahmung des ausgedehnten Landesbesitzes der Athosklöster außerhalb der Halbinsel.“[45]

Diese „Enteignung“ des Landesbesitzes der Klöster wurde in Form von Pachtverträgen zwischen Griechenland und dem Heiligen Berg durchgeführt. So ist zum Beispiel die Stadt Ouranopolis entstanden, eine Siedlung von Flüchtlingen aus Konstantinopel (heutiges Istanbul), auf dem „freiwillig zur Verfügung gestellten Grund und Boden“ eines der Athosklöster.[46] Die Mönche gaben den Menschen in dieser Zeit Arbeit und Nahrung. Zwischen 1924 und 1927 mussten die Mönche sukzessiv auch „den Großteil der Metochien auf griechischem Territorium“ an Griechenland abtreten.[47]

Im Jahr 1923 wurde der Vertrag von Lausanne unterschrieben, der die „politischen und geographischen Verhältnisse zwischen Griechenland und der Türkei und vor allem das […] Problem des Bevölkerungsaustausches international“ regelte.[48] Hierbei wurde auch die Stellung von Athos verhandelt: Der Heilige Berg gehörte ab sofort zu Griechenland und wurde ein „griechisches Hoheitsgebiet“, allerdings unter folgenden Bedingungen: „Griechenland ist verpflichtet, die traditionellen Rechte und Freiheiten anzuerkennen und aufrechtzuerhalten, die die nicht-griechischen Mönchsgemeinschaften des Berges Athos genießen, gemäß den Bestimmungen von Artikel 62 des Berliner Vertrages vom 13. Juli 1878.“[49] Die erwähnte Regelung von 1878 besagt indessen: „Die Mönche des Heiligen Berges, welches auch immer das Land ihrer Abstammung ist, behalten ihre Besitzungen und ihre früheren Vorteile und genießen ohne jede Ausnahme unbedingte Gleichheit der Rechte und Vorrechte.“[50]

Im darauffolgenden Jahr, 1924, stellte „ein gemischter Ausschuss von Vertretern der griechischen Nation und der Athos-Gemeinschaft“ eine eigene Verfassungsurkunde für den Heiligen Berg zusammen,[51] in der unter anderem Folgendes festgelegt wurde:

„Alle auf dem Athos wohnenden Mönche sind automatisch griechische Untertanen, ungeachtet ihrer früheren Staatsangehörigkeit. / Die Rechtsprechung ist in den Händen der klösterlichen Obrigkeiten, doch sind strafrechtliche Fälle den zivilen Gerichten von Saloniki zu übergeben. / Alle Erzeugnisse, die vom Athos ausgeführt werden, sind steuerfrei. Solche Erzeugnisse sind der Besitz der Klöster, denn außer den herrschenden Klöstern darf niemand auf dem Athos Besitz haben.“[52]

Somit wurde die „innere Struktur“ des Berges grundlegend festgelegt. Diese besagte, dass der „Garten Muttergottes“ eine selbstverwaltende bzw. autonome Mönchsrepublik sei, der griechische Staat die politische Hoheit behielt, aber „in spirituellen und religiösen“ Angelegenheiten „der jeweilige Abt“ oder „der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel als Bischof des Heiligen Berges“ entscheiden würde.[53] Die Macht des Staates zeigte sich dadurch, dass alle vorgenommenen Änderungen am 10. September 1926 in die Staatsverfassung übernommen wurden. Griechenland setzte zudem einen „Gouverneur“ im Rang eines „Präfekten“ in Karyes (der Hauptstadt des Heiligen Berges) ein, der vom griechischen Außenministerium ernannt wurde und der für die gesamte Verwaltung des Berges zuständig war. Ihm war eine Gendarmeriegruppe unterstellt, die für die dortige Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. das Eingreifen im Falle von Auseinandersetzungen zuständig war. Man hatte jetzt somit neben der eigenen „Polizeitruppe“ auch eine staatliche Polizei auf dem Athos.[54] Insgesamt lässt sich somit sagen, dass die politische und rechtliche Situation auf dem Heiligen Berg in diesem Zeitraum einen guten Lauf genommen hat.

4.2 Athos während des Zweiten Weltkrieges

So wie der Athos von Schäden des Ersten Weltkriegs verschont geblieben war, verlief auch die Zeit während des Zweiten Weltkriegs für den Heiligen Berg ohne negative Zwischenfälle. G. Spitzing berichtet in seinem Buch „Athos. Der Heilige Berg des östlichen Christentums“, erschienen 1990, von einer einzigen wirklichen Bedrohung in dieser Zeit, und zwar von Seiten der Bulgaren. Diese rückten bis nach Trakien vor und die Mönche des Berges hatten Angst, unter ihre Herrschaft zu kommen. Die Gefahr konnte allerdings abgewendet werden, wie W. Ekschmitt beschreibt:[55]

„[Die Mönche] richteten daher am 26. April 1941 ein langes Schreiben an Hitler […], in dem sie ihre Geschichte, ihren Sonderstatus und ihre Befürchtungen vortrugen und sich deutschem Schutz unterstellten. Unabhängig davon, ob Hitler diesen Brief jemals zu Gesicht bekam, ging ihr Wunsch in Erfüllung […]. Die Deutschen, die dem Athos keine besondere strategische Bedeutung beimaßen, stationierten dort nur eine kleine Einheit ihrer Feldgendarmerie und eine Beobachtungsstation der Kriegsmarine“[56]

Die auf dem Athos lebende Bevölkerung wurde von den dort stationierten deutschen Soldaten niemals attackiert bzw. auf irgendeine Art und Weise belästigt.[57] Diese Zeit verlief somit problemlos, wobei die Deutschen viel mehr an den Kunstobjekten, die auf dem Athos zu finden waren, interessiert zu sein schienen. Darauf weist die Entsendung einer „sechsköpfige[n] wissenschaftliche[n] Expedition“ auf den Heiligen Berg hin, die den deklarierten Zweck hatte, die dortigen und bis dahin „unbekannten Kunstschätze, Urkunden und illuminierten Handschriften“ zu katalogisieren und mitzunehmen.[58]

Während des Zweiten Weltkrieges sorgte die Notlandung eines deutschen Militärflugzeuges beim Kloster „Agiou Pavlou“ für die meiste Aufregung. Der Grund dafür war, dass sich am Bord dieses Flugzeuges eine Frau befand. Diese wurde bis zur Beendigung der Reparaturarbeiten an der Maschine in einer auf Pfählen errichteten Fischerhütte untergebracht, damit sie nicht mit athonitischer Erde in Berührung kam.[59]

Die wirkliche Gefahr für den Athos kam erst kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Als die Deutschen den Berg Ende Mai 1944 verließen, hinterließen sie eine unkontrollierte und dadurch jeglicher Gefahr ausgesetzte Halbinsel. Diese Situation machten sich die Partisanen der griechischen „Nationalen Befreiungsarmee (ELAS)“ zunutze. Am 19. September desselben Jahres brachten sie den Heiligen Berg unter ihre Kontrolle. Sie setzen einen Administrator ein, der von den Klöstern Tribut verlangte. Diese Situation erinnert stark an die osmanische Herrschaft über den Athos im 19. Jahrhundert.[60] Am 1. November desselben Jahres folgte einer der dunkelsten Tage in der Athosgeschichte des 20. Jahrhunderts. An diesem Tag wurden einige Gendarmen und Mönche auf dem Heiligen Berg von den Partisanen brutal erschossen. Die Hintergründe für diese brutale Tat sind bis heute unklar. Man kann aber mit Sicherheit annehmen, dass es Auseinandersetzungen aufgrund der prekären Lage gab, weil die Mönche „eine Änderung ihres Status“ ablehnten.[61]

Die Partisanenherrschaft auf dem Athos dauerte bis Februar 1945. Im Zuge der Einigung zwischen der griechischen Regierung und den kommunistischen Partisanen folgte eine kurze zweijährige friedliche Zeit.[62] Am 14. November 1946 brach der griechische Bürgerkrieg aus, der drei Jahre lang andauerte (1946-1949) und unter dem die Bevölkerung des Landes massiv litt. Die Situation spitzte sich Ende April 1947 nochmals zu, als die Partisanen auf den Athos zurückkehrten und den kleinen Hafen „Daphni“ und die Hauptstadt „Karyes“ besetzten. Dabei waren wieder Übergriffe zu verzeichnen; Klöster und andere Wohnstätte der Mönche wurden geplündert und in Brand gesetzt etc. Dazu kam das Ziel der kommunistischen Kämpfer, den Heiligen Berg mehr oder weniger zu entweihen, indem sie Frauen mitbrachten. Die Partisanen konnten schließlich vertrieben werden. Diese gingen jedoch nicht ohne ihren Anteil an der Kriegsbeute mitzunehmen. W. Ekschmitt zufolge handelte es sich dabei um „250 Maultierlasten“ voll mit Kunstschätzen, die in aller Welt verkauft hätten werden können.[63] Was mit dieser Kriegsbeute geschehen ist, blieb jedoch ungeklärt.

Im Dezember 1948 kam es ein letztes Mal zu einer Auseinandersetzung zwischen der Athospolizei und einer Gruppe bewaffneter Partisanen in Karyes, wozu auch 25 Frauen gehörten. Die militanten Kämpfer bzw. Kämpferinnen wurden geschlagen, schafften es aber, große „Lebensmittelvorräte“ mithilfe von Maultieren und zusätzlich „200 Stück Vieh“ zu stehlen.[64] Es ist anzunehmen, dass dieser Entzug von Nahrung auf das Leben der Mönche zumindest für einige Monate große Auswirkungen hatte.

4.3 Athos nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute

Ab den 1950er-Jahren kehrten mehr oder weniger Ruhe und Frieden auf den Berg Athos zurück. Zwischen 1967 und 1974 gab es nur noch vereinzelt kleine Auseinandersetzungen, jedoch ohne Gewaltanwendung, zwischen den vom Staat eingesetzten Gouverneuren und den Mönchen, weil die Gouverneure den Heiligen Berg als ein „museales byzantinisches Relikt, ohne aktuelle Bedeutung“ für Griechenland betrachteten.[65]

Das wahre Problem, mit dem der Athos zu kämpfen hatte, war aber die sinkende Zahl der Mönche, die auf die jahrzehntelang andauernden Schwierigkeiten, die der Heilige Berg bewältigen musste, zurückzuführen waren. Von 7432 Mönchen im Jahr 1903 war die Zahl der Diener Gottes, die den Berg bewohnten, im Jahr 1956 auf 1862 gesunken,[66] was sich in den folgenden Jahren noch weiter fortsetzte.

Als der Berg Athos im Jahr 1963 sein tausendjähriges Jubiläum feierte, hinterließ er keinen guten Eindruck:[67]

„Alle äußeren Anzeichen deuteten auf den fortschreitenden Niedergang des tausendjährigen Mönchsstaates hin und ließen seine bevorstehende Auflösung schon ahnen. Man hatte deshalb am Rande dieser Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen des Heiligen Berges gesagt, dies sei gleichzeitig auch die Bestattungsfeier des athonitischen Mönchtums.“[68]

Dass sich diese Prognose nicht bewahrheitete, stellte sich erst einige Jahre später heraus. So war im Jahr 1972 ein erster Zuwachs an Mönchen zu verzeichnen. Zu der Zeit hatten nur noch 1145 Personen auf dem Berg gelebt. Fünf Jahre später, 1978, befanden sich bereits 1526 Mönche, d.h. 381 Personen mehr auf dem Berg.[69] Seitdem ist die Anzahl der Mönche stetig gestiegen. Ende des 20. Jahrhunderts lebten 1610 Personen auf dem Athos,[70] während zur heutigen Zeit schätzungsweise 3000 Mönche an diesem Ort leben sollen.[71] Seit den 1990er-Jahren ist auch ein Anstieg der Mönche mit Hochschulabschluss zu verzeichnen. 1997 betrug deren Anteil circa 27 %.[72] Diese kommen aus allen Ländern der Welt.

Als negativer Aspekt der heutigen Zeit muss die „Zelotenbewegung“ erwähnt werden, eine Gruppe von Mönchen aus mehreren Klöstern, die sich laut E. Feigl stark gegen „die Annäherung der christlichen Kirchen in der Ökumenischen Bewegung“ stellen, die „den Wechsel zum gregorianischen Kalender ablehnen“, die sich „von einer philhebräischen Weltverschwörung bedroht“ fühlen und die „mit dem Schlachtruf ‚Orthodoxie oder Tod‘ (Kloster Esphigmenou) auf Konfrontationskurs auch innerhalb der Mönchsgemeinschaft“ gehen.[73]

Mit dem Beitritt Griechenlands zur Europäischen Union 1981 und der Aufnahme des Heiligen Berges in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO 1988 hat sich zumindest die finanzielle Situation von Athos drastisch verbessert.[74] Eine große Rolle spielen dabei die vielen Zuwendungen von Seiten der Europäischen Union, die dazu dienen, die Klöster und ihre Kunstschätze am Leben zu erhalten.

5 Formen des Mönchslebens auf dem Athos

Auf dem Heiligen Berg unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen des Mönchslebens abseits der Klöster: Skiten, Kellien und Einsiedeleien.

- Skiten: „Mönchsdörfer mit einem gewählten ‚Ältesten‘. Jedes Haus hat seine eigene Kapelle, an Sonn- und Feiertagen aber wird die Liturgie in der gemeinsamen Hauptkirche (Kyriakon) gefeiert.“[75] Bekannte Skiten sind u.a. die „Aghia Anna (zur heiligen Ana)“, die Nea Skiti und Podromu (eine rumänische Skite, die „dem heiligen Johannes der Täufer“ gewidmet ist).[76]

- Kellien: „von ‚cella‘ = Zelle; […] ein festeres Haus mit Land. Es wird von einem Kloster an kleine Gemeinschaften von drei bis fünf oder sechs Mönchen vergeben, die sich der Landwirtschaft widmen.“[77] Einige Kellien sind „einsam gelegen, andere befinden sich in einer kleinen Siedlung, die wie ein Dorf aussieht.“[78] Die Kellien sind „unabhängig voneinander und verfügen über eine eigene eingebaute Kapelle.“[79]

- Einsiedeleien: „Einsiedler, die nun […] völlig allein in strenger Askese leben wollen und sich der hesychastischen Mystik verschrieben haben.“[80] Die Einsiedler leben in kleinen primitiven Hütten oder Höhlen, die zum Teil nur über Leitern erreicht werden können.[81] „Die meisten liegen an Felswänden über dem Athoskap zwischen der Skiti Ajias Annas und der Skiti Podromos.“[82] Nahrungsmittel wie Brot und Wasser werden den Einsiedlern meistens „in Körben an Seilen und Ketten“ bereitgestellt. Aufgrund der Gefahr, die diese Lebensform mit sich bringt, wird sie heutzutage von den Äbten der Klöster kaum mehr erlaubt.[83]

[...]


[1] Vgl. H. Vorbach, Licht vom Heiligen Berg. Lebendige Tradition. Legenden. Mönchische Erfahrungen, Unipress: Salzburg 1995, 299; [ in Folge: H. Vorbach, Licht vom Heiligen Berg].

[2] Vgl. H. Vorbach, Licht vom Heiligen Berg, 299.

[3] K. Sotiris, Der Berg Athos. Illustrierter Führer der Klöster: Geschichte und Schätze, Ekdotike Athenon S. A.: Athen 1979, 10; [ in Folge: K. Sotiris, Der Berg Athos].

[4] Vgl. J. Neumann, Heribert oder Gesetz und Gewissen. Roman, Books on Demand GmbH: Norderstedt 2006, 19; [ in Folge: J. NEUMANN, Heribert oder Gesetz und Gewissen].

[5] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos. Geschichte, Leben und Kultur der griechischen Republik, Herder: Freiburg – Basel – Wien 1994, 33-34; [ in Folge: W. Ekschmitt, Berg Athos].

[6] Vgl. a. a. O., 35.

[7] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 33.

[8] Vgl. a. a. O., 34.

[9] Vgl. W. EKSCHMITT, Berg Athos, 36-37.

[10] Vgl. R. Halbach/B. Kramer (Hg.), Der Heilige Berg Athos im Wandel der Zeit. Von der Stundentrommel zum Mobiltelephon, Karin Kramer: Berlin 2005, 14; [ in Folge: R. Halbach/‌B. Kramer (Hg.), Der Heilige Berg Athos im Wandel der Zeit].

[11] Vgl. R. Halbach/‌B. Kramer (Hg.), Der Heilige Berg Athos im Wandel der Zeit, 14.

[12] Vgl. G. Spitzing, Athos. Der Heilige Berg des östlichen Christentums, DuMont: Köln 1990, 8; [ in Folge: G. Spitzing, Athos].

[13] Vgl. R. Thöle (Hg.), Zugänge zur Orthodoxie, 3. neubearbeitete Auflage, Ausgabe 68 von Bensheimer Hefte, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 1998, 97; [ in Folge: R. Thöle (Hg.), Zugänge zur Orthodoxie].

[14] Vgl. G. Spitzing, Athos, 9.

[15] Vgl. W. EKSCHMITT, Berg Athos, 23.

[16] A. E. Müller, Berg Athos. Geschichte einer Mönchsrepublik, C. H. Beck: München 2005, 6; [ in Folge: A. E. Müller, Berg Athos].

[17] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 76.

[18] Vgl. G. Spitzing, Athos, 90.

[19] Vgl. A. Harre, Wege in die Moderne. Entwicklungsstrategien rumänischer Ökonomen im 19. und 20. Jahrhundert, Bd. 18 von Frankfurter Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Ostmitteleuropas, Harrassowitz: Wiesbaden 2009, 30-39; [ in Folge: A. Harre, Wege in die Moderne].

[20] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 67.

[21] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 160.

[22] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 67.

[23] F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos. Reise zum Heiligen Berg 1347-1841, Jan Thorbe>Reichert/‌J. G. Schenk (Hg.), Athos].

[24] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 67.

[25] Vgl. G. Spitzing, Athos, 89.

[26] F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 20.

[27] F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 20.

[28] Vgl. F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 20.

[29] Vgl. G. Spitzing, Athos, 89-90.

[30] Vgl. F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 20-21.

[31] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 68.

[32] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 68.

[33] Vgl. G. Spitzing, Athos, 90.

[34] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 68.

[35] Vgl. J. P. Fallmerayer, Hagion-Oros oder der heilige Berg Athos, Bd. 2, J. G. Cotta´scher Verlag 1845: Stuttgart/‌Tübingen 2002, 91; [ in Folge: J. P. Fallmerayer, Hagion-Oros oder der heilige Berg Athos].

[36] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 68.

[37] F. Dölger (Hg.), Mönchsland Athos, F. Bruckmann: München 1942, 20; [ in Folge: F. Dölger (Hg.), Mönchsland Athos].

[38] F. Dölger (Hg.), Mönchsland Athos, 20.

[39] Vgl. J. Lacarrière, Auf dem Berg Athos. 26 Abb. nach Fotos von J. Lacarrière. Mit Nachwort von Erhart Kästner, Insel-Verlag (Insel-Bücherei Nr. 744): Frankfurt am Main 1962, 46; [ in Folge: J. LACARRIÈRE, Auf dem Berg Athos].

[40] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 69.

[41] Vgl. F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 21.

[42] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 164.

[43] Vgl. G. Spitzing, Athos, 91.

[44] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 164.

[45] A. E. Müller, Berg Athos, 69.

[46] Vgl. G. Spitzing, Athos, 91.

[47] Vgl. G. Spitzing, Athos, 91.

[48] W. Ekschmitt, Berg Athos, 64.

[49] W. Ekschmitt, Berg Athos, 164-165.

[50] A. E. Müller, Berg Athos, 69.

[51] P. Sherrard, Athos. Der Berg des Schweigens. Mit farbigen Aufnahmen von Paul du Marchie v. Voorthuysen, übers. von Titus Burckhardt, Urs Graf: Olten – Lausanne – Freiburg 1959, 30; [ in Folge: P. Sherrard, Athos].

[52] P. Sherrard, Athos, 30.

[53] Vgl. H. Nußbaumer, Der Mönch in mir. Erfahrungen eines Athos-Pilgers für unser Leben. Mit Fotos des Autors, Styria: Wien – Graz – Klagenfurt 2013, 120-121; [ in Folge: H. Nußbaumer, Der Mönch in mir].

[54] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 166-167.

[55] Vgl. G. Spitzing, Athos, 93.

[56] W. Ekschmitt, Berg Athos, 168.

[57] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 70.

[58] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 168.

[59] Vgl. F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 22.

[60] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 70.

[61] Vgl. G. Spitzing, Athos, 93.

[62] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 169.

[63] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 169.

[64] Vgl. W. Ekschmitt, Berg Athos, 169.

[65] Vgl. a. a. O., 170.

[66] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 71.

[67] Vgl. G. J. Mantzaridis, Soziologie des Christentums, Bd. 8, Duncker & Humblot: Berlin 1981, 182; [ in Folge: G. J. Mantzaridis, Soziologie des Christentums].

[68] G. J. Mantzaridis, Soziologie des Christentums, 182.

[69] Vgl. G. J. Mantzaridis, Soziologie des Christentums, 184.

[70] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 113.

[71] Vgl. H. Nußbaumer, Der Mönch in mir, 125.

[72] Vgl. F. Reichert/J. G. Schenk (Hg.), Athos, 23-24.

[73] Vgl. E. Feigl, Athos. Vorhölle zum Paradies, Paul Zsolnay: Wien – Hamburg 1982, 65, zit. in: F. Reichert/‌J. G. Schenk (Hg.), Athos. Reise zum Heiligen Berg 1347-1841, Jan Thorbe>

[74] Vgl. A. E. Müller, Berg Athos, 72.

[75] H. Nußbaumer, Der Mönch in mir, 126.

[76] Vgl. H. Nußbaumer, Der Mönch in mir, 126.

[77] G. Spitzing, Athos, 46.

[78] G. Spitzing, Athos, 46.

[79] G. Spitzing, Athos, 46.

[80] G. Spitzing, Athos, 47.

[81] Vgl. G. Spitzing, Athos, 47.

[82] G. Spitzing, Athos, 47.

[83] Vgl. H. Nußbaumer, Der Mönch in mir, 127.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Das orthodoxe Mönchtum auf dem Berg Athos im 20. Jahrhundert
Untertitel
Ein geschichtlicher Überblick
Hochschule
Universität Wien  (Institut für historische Theologie)
Veranstaltung
Monastische Spiritualität des christlichen Ostens gestern und heute
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V416027
ISBN (eBook)
9783668659872
ISBN (Buch)
9783668659889
Dateigröße
657 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Orthodox, Mönchtum, Religion, Athos, 20. Jahrhundert, Glauben, Berg Athos, monastische Spiritualität, christliche Osten, Glaube, Silouan von Athos, Joseph der Hesychast, Porphyrios von Kavsokalyvia, Mönchsrepublik
Arbeit zitieren
Ionut-Cristian Catana (Autor), 2018, Das orthodoxe Mönchtum auf dem Berg Athos im 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416027

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