Unterrichtsstunde: Welches Getränk enthält am meisten Vitamin C: frisch gepresster Orangensaft, Orangennektar, Orangenlimo, Orangenfruchtsaftgetränk?


Unterrichtsentwurf, 2004

28 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Zur Entstehung der Unterrichtvorbereitung

Der Anstoß für die Planung dieser Unterrichtssequenz ergab sich aus einer aktuellen Situation. In zahlreichen Unterrichtsgesprächen mit den Schülern der 3a (Morgenkreis, Erzählen vom Wochenende...) stellte sich heraus, dass viele Kinder keine regelmäßigen Mahlzeiten zu Hause bekommen, oft ohne gefrühstückt zu haben in die Schule gehen oder sich als Frühstück / Pause Gummibärchen und Schokolade kaufen. Der stolze Ausspruch einer Schülerin, dass sie etwas ganz Gesundes zum Frühstück mit vielen Vitaminen dabei hätte, nämlich ein Päckchen Gummidrops veranlasste meine Betreuungslehrerin und mich eine Unterrichtssequenz zum Thema Gesunde Ernährung mit einem abschließenden Schulfrühstück vor den Osterferien zu planen. Da das Thema Ernährung, Nährstoffe in der zweiten Klasse nur kurz behandelt wurde, wird dieses Thema aus aktuellem Anlass nochmals aufgegriffen und vertieft.

Stellung in der Sequenz

1.UZE: Wir erinnern uns an den Ernährungskreis.
2.UZE: Unser Körper braucht Nährstoffe: Energiestoffe, Bausstoffe, Schutzstoffe.
3.UZE: In welchen Lebensmitteln stecken welche Nährstoffe? Warum sind sie so wichtig?
4.UZE: Welches Getränk enthält am meisten Vitamin C: frisch gepresster Orangensaft, Orangenlimo, Orangennektar, Orangenfruchtsaftgetränk?
5.UZE: Wiederholung : Vitamin C stärkt unser Abwehrsystem.

A Zielsetzung

1 Zielformulierung

1.1 Grobziel

Die Schüler erfahren, dass frisch gepresster Orangensaft im Vergleich zu Orangennektar, Orangenlimonade und einem Orangenfruchtsaftgetränk eine höhere Vitamin C Konzentration enthält, um dies bewusst bei der Wahl eigener Getränke berücksichtigen zu können.

1.2 Feinziele

Die Schüler sollen...

- Vitamin C als wichtigen Schutzstoff für unser Abwehrsystem benennen können (kognitiv).
- verschiedene Getränke halbquantitativ auf Vitamin C untersuchen (instrumental).
- die Getränke anhand der Verfärbung des Teststäbchens der Farbskala zuordnen und diese bezüglich der Vitamin C - Konzentration interpretieren können (instrumental /kognitiv) und dadurch den Vitamin C - Gehalt der Getränke vergleichen und das Getränk mit der höchsten Vitamin C - Konzentration bestimmen können (kognitiv).
- fachgemäße Arbeitsweisen anwenden können (instrumental).
- Freude beim Experimentieren erfahren (affektiv).
- entscheidungsfähiger werden als Käufer gegenüber dem Überangebot an Waren (Getränke).

2 Begründung der Zielsetzung

2.1 von den übergeordneten Zielen her

Viele Kinder leiden an Übergewicht, Karies und körperlichen Haltungsschwächen. Kennzeichnend für die gesundheitliche Situation der Schüler sind heute Bewegungsmangel in Zusammenhang mit übermäßigem Fernsehkonsum, sowie falsche Ernährungsweisen, insbesondere der Genuss vieler Süßigkeiten.

In unserer Gesellschaft besteht eine zunehmende Tendenz der Sensibilisierung zu Fragen der Gesundheit. Sich gesund zu verhalten wird als wichtiger Wert anerkannt. Jedoch ist dieser Bewusstseinswandel nicht durchgängig. Gesundes Essen und Trinken hat einen geringen Stellenwert. Die Ernährungssituation in privaten Haushalten ist häufig gekennzeichnet durch Hetze am Morgen, Essen „auf die Schnelle“ und das Abendessen wird beim Fernsehen eingenommen. Auffallend ist auch, dass Forschungen über das Gesundheitsverhalten ergeben haben, dass zwischen dem Gesundheitswissen und dem faktisch ausgeübten Gesundheitsverhalten nur geringe Übereinstimmung besteht.[1]

Heute setzen sich öffentliche und private Organisationen (Gesundheitsamt, Krankenkassen , Medien) durch Aufklärungskampagnen für die Gesundheit ein.

Aber „auch die Schule hat den Auftrag, an der Gesundheitserziehung mitzuwirken, da gerade im frühen Kindes- und Jugendalter bestimmte gesundheitsrelevante Verhaltensweisen angelegt bzw. verfestigt werden.“[2]

Ziel schulischer Gesundheitserziehung ist es laut Lehrplan, „bei den Kindern gesundheitsorientierte Einstellungen, Verhaltensweisen und auch grundlegende Handlungskompetenzen aufzubauen.“[3] Vorhandenes, im familiären und vorschulischen Bereich erworbenes Wissen, wie beispielsweise über bedeutsame Ernährungsregeln soll ausgeweitet bzw. bei fehlerhaften Kenntnissen richtig gestellt werden.[4]

Gesundheitserziehung in der Grundschule soll fächerübergreifend erfolgen, wobei die Berücksichtigung des exemplarischen Lernens in konkreten Situationen gefordert ist. „Fächerübergreifendes Unterrichten und Erziehen stellt die Verbindung zur Lebenswirklichkeit der Kinder her und entspricht deren Komplexität.“[5] Durch die Verknüpfung von Zielen, Inhalten und Methoden verschiedener Unterrichtsfächer wird die Motivation der Schüler gefördert, das Denken in Zusammenhängen sowie das Behalten und Anwenden des Gelernten. So soll Gesundheitserziehung nicht nur dem Lernfeld „Körper und Gesundheit“ im Heimat- und Sachunterricht zugeordnet werden, sondern als Unterrichtsprinzip den gesamten Unterricht begleiten. Tritt im Unterricht eine gesundheitsrelevante Frage auf, so ist sie angemessen zu behandeln, unabhängig davon, ob sie sich aus dem Unterrichtsgegenstand oder aus einem aktuellen Anlass ergibt ( siehe: Zur Entstehung der UV).

Ein elementarer Bestandteil der Gesundheitserziehung ist die Ernährungserziehung.

Überträgt man die oben genannten Ziele auf die Ernährungserziehung und somit auf das Thema dieser Unterrichtssequenz, so lässt sich beispielsweise die Einstellung fördern, dass Essen und Trinken wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit sind und dass Frühstück und Pausenbrot als „Sprungbrett in den Tag“ die Leistungsfähigkeit am Vormittag günstig beeinflussen.

Außerdem können Verhaltensweisen gefördert werden, wie die Beachtung grundlegender Ernährungsregeln (z.B. regelmäßig essen, abwechslungsreich essen) und die Auswahl überwiegend nährstoffreicher Nahrungsmittel.

Gerade der letztgenannte Punkt findet in dieser Unterrichtszeiteinheit besondere Berücksichtigung.

Handlungskompetenzen im Sinne von Tischsitten einhalten können, Hygienemaßnahmen kennen und anwenden, einfache Verfahrensweisen der Lebensmittelverarbeitung beherrschen spielen bei einem geplanten gemeinsamen Schulfrühstück eine Rolle.[6]

Von ebenfalls grundlegender Bedeutung ist, dass die Schüler- /innen entscheidungsfähiger werden als Käufer gegenüber der Werbung und dem Überangebot an Waren (vgl. Problemstellung)

Der neue Lehrplan bietet vielfältige Möglichkeiten der Vermittlung von Ernährungswissen und der Ernährungsbildung. Neu ist die besondere Betonung der Sinne. Essen und Trinken als sinnliches Erlebnis eignen sich besonders, um mit den Kindern die bewusste Wahrnehmung der Sinnesorgane zu üben und sie so deren Bedeutung erleben zu lassen.

Während Ernährungsthemen im 1981er Lehrplan über die gesamte Grundschulzeit hinweg relativ „gleichmäßig verteilt“ waren, wird nun in der 2. Klasse ein Themenschwerpunkt mit den Lernzielen Ernährung, Obst und Gemüse und Nährstoffe gesetzt. Das Thema „Obst“ wird von der 1. in die 2. Klasse übernommen. Neu ist die Auseinandersetzung mit wichtigen Nährstoffen in einem eigenen Lernziel. Den Schülern wird so verdeutlicht, dass unser Körper viele verschiedene Nährstoffe aufnehmen muss. Sie gewinnen dadurch Einsicht in die Bedeutung einer abwechslungsreichen Ernährung. Dieser Aspekt wird in dieser Sequenz aufgegriffen, da das Thema in der 2. Klasse nur kurz behandelt wurde.

In der Jahrgangsstufe 3 befassen sich die Kinder unter dem Lernziel Mein Körper mit der Gesunderhaltung. Die gesunde Ernährung liefert hierzu einen wichtigen Beitrag. Die Schüler sollen die Vorraussetzungen für eigenen Wohlbefinden kennen. Dazu gehört auch die Reaktionen des Körpers wahrzunehmen und auf sich Acht geben und sich ausgewogen zu ernähren. Ernährungserziehung spielt auch unter dem Aspekt der Suchtprophylaxe eine Rolle. Denn die Bedürfnisse des Körpers zu spüren, zu beachten und angemessen zu befriedigen, ist Teil der Vorbeugung gegen Sucht.[7]

Dadurch, dass der neue Lehrplan dem Lehrer mehr Freiraum einräumt kann nun jede Lehrkraft Schwerpunkte setzen und Themenspektren erweitern oder Unterrichtsthemen vertieft behandeln. Das im alten Lehrplan noch aufgeführte Thema Richtiges Verhalten bei Krankheit (3.Klasse HSK 1981), dem diese UZE zugeordnet werden könnte wird im neuen Lehrplan nicht mehr explizit aufgeführt, dennoch halte ich es für wichtig dieses Thema aufzugreifen.

2.2 von der Struktur des Unterrichtsgegenstandes her

Definition Vitamine[8]

Wissenschaftlich gesehen sind die Vitamine keine chemisch einheitliche Stoffgruppe. Sie sind eine biologisch definierte Wirkstoffgruppe. Genauer gesagt, sind sie lebensnotwendige Verbindungen, die vom Organismus für seine Funktionen benötigt werden, aber im körpereigenen Stoffwechsel nicht oder nicht im ausreichendem Maße hergestellt werden können.

Heute zählen 13 Verbindungen zu der Gruppe der Vitamine. Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Zu den erst genannten zählen die Vitamine A, D, E und K. Bei den wasserlöslichen Vitaminen unterscheidet man Vitamin B1, B2, B6, B12, C, Niacin, Folsäure, Pantothensäure und Biotin.

Vitamin C

Das Vitamin C ist wohl das bekannteste Vitamin und zugleich auch dasjenige, von welchem wir die mit Abstand größte Tagesmenge benötigen. Da der menschliche Körper definitionsgemäß selbst keine Vitamine produzieren kann, müssen wir das Vitamin C mit der Nahrung aufnehmen. Glücklicherweise kommt es in relativ großen Mengen in Zitrusfrüchten, Hagebutten, Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl (z. B. Sauerkraut), Bananen, vor allem aber in Paprika und Petersilie vor. Um den großen Bedarf der Pharmazie/Medizin und vor allem der Lebensmittelindustrie sicherzustellen, wird Vitamin C heute in großen Mengen biotechnisch mit Hilfe von Mikroorganismen aus Glucose hergestellt.

Die chemische Bezeichnung für Vitamin C lautet Ascorbinsäure. Dahinter steckt die Abkürzung für A nti skorb utische Säure.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Denn Vitamin C schützt vor einer früher weit verbreiteten Vitaminmangelkrankheit, dem Skorbut ( latinisiert von "Scharbock")[9]. Bis ins 19. Jahrhundert erkrankten viele Seeleute daran, weil sie viele Monate mit ihren Schiffen auf See waren und häufig keinen ausreichenden Vorrat an frischem Obst und Gemüse an Bord hatten. Später achteten die Kapitäne und Schiffseigner darauf, dass genügend Vitamin C in seiner klassischen Verpackung dabei war: Sie bunkerten kistenweise Zitronen und verabreichten jedem Mann täglich mindestens die Hälfte einer dieser Früchte.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Strukturell gesehen handelt es sich beim Vitamin C um eine den Kohlenhydraten ähnliche, jedoch sauer wirkende Substanz.

In der Lebensmittelindustrie wird Vitamin C häufig als Konservierungsmittel eingesetzt. Zunächst einmal reagiert Ascorbinsäure sauer und wirkt dadurch antimikrobiell. Vor allem aber ist die Ascorbinsäure ein starkes Reduktionsmittel und verhindert dadurch die Oxidation der Lebensmittel durch den Luftsauerstoff. Diese Oxidation macht sich bei geschnittenem Obst durch eine unansehnliche Bräunung bemerkbar. Durch Zusatz von Ascorbinsäure zu Obst kann man diese Reaktion unterbinden.

[...]


[1] vgl. BZgA Ernährung und Gesundheit, 1995

[2] Killermann 1995, S.138

[3] LP 2000, S.15f

[4] vgl. LP 2000

[5] LP 2000, S.15

[6] vgl. Bayerische Landesanstalt für Ernährung,2001

[7] vgl. LP 2000

[8] vgl. http://www.m-ww.de/gesund_leben/ernaehrung/vitamine/vitamin_c.html

[9] http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/vitamine/vitc02.html

[10] http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Chemie/ch_ascor.html

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Welches Getränk enthält am meisten Vitamin C: frisch gepresster Orangensaft, Orangennektar, Orangenlimo, Orangenfruchtsaftgetränk?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V41611
ISBN (eBook)
9783638398404
Dateigröße
1052 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mit Tafelbild und Arbeitsblatt
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Welches, Getränk, Vitamin, Orangensaft, Orangennektar, Orangenlimo, Orangenfruchtsaftgetränk
Arbeit zitieren
Stephanie Zimmermann (Autor), 2004, Unterrichtsstunde: Welches Getränk enthält am meisten Vitamin C: frisch gepresster Orangensaft, Orangennektar, Orangenlimo, Orangenfruchtsaftgetränk?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41611

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