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Francisco de Goyas Gemälde "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja". Ein Skandal in der Geschichte der Aktmalerei?

Titel: Francisco de Goyas Gemälde "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja". Ein Skandal in der Geschichte der Aktmalerei?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Josefine Weiß (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob und wenn ja, warum Francisco de Goyas Gemälde „Die nackte Maja“ und „Die bekleidete Maja“ einen skandalösen Punkt in der Geschichte der Aktmalerei darstellen. Hierbei wird versucht, die Frage zu beantworten, ob die Gemälde einen wirklichen Skandal ausgelöst haben, oder ob sie erst ab dem 20. Jahrhundert zu einem skandalträchtigen Bild erklärt wurden. Hierbei wird von besonderer Bedeutung sein, dass die Gemälde im stark katholisch geprägten Spanien entstanden und als Ausnahme dieser Zeit noch heute erhalten sind.

Im ersten Kapitel werden die beiden Gemälde beschrieben und es wird auf besondere Merkmale vergleichend eingegangen. Dies dient der genauen Bildbetrachtung und dem anschließenden Analysieren von Einzelheiten. Das Zweite Kapitel fokussiert sich durch genaueres Betrachten der Forschungsliteratur auf das Verhältnis der „Bekleideten Maja“ und der „Nackten Maja“. Hierfür wird anfangs auf vorherentstandene Aktgemälde eingegangen, wobei nur für die Beantwortung der Forschungsfrage beispielhaft wichtige Werke ausgewählt wurden. Daraufhin werden Fakten und auch Thesen zu der Entstehungsgeschichte der Maja-Gemälde dargestellt und diskutiert, indem sich auf die aktuelle Forschung bezogen wird. Unter dem letzten Punkt des Kapitels wird auf die Bedeutung und das Verhältnis der beiden Gemälde eingegangen. Hierbei wird den Fragen nachgegangen, ob sich die Bilder als Pendant bezeichnen lassen. Im daran anschließenden Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob von einem Skandal gesprochen werden kann, indem versucht wird anhand einer Definition zutreffende Eigenschaften zu finden und in den zeitgenössischen Kontext zu setzen. Daran anschließend wird auf die besonderen und provokanten Elemente der Bilder eingegangen, welche allerdings aus Sicht der aktuellen Forschungsliteratur betrachtet werden. Im Fazit soll neben einer grundsätzlichen Zusammenfassung der wichtigsten Thesen die Forschungsfrage beantwortet werden.

Ein grundlegendes und in dieser Arbeit häufig zitiertes Werk stellt Ivan Nagels 2011 erschienener Aufsatz „Der Künstler als Kuppler, Goyas Nackte und Bekleidete Maja“ dar. In dem Text geht Nagel unter kritischem Betrachten gleichermaßen auf Fakten und Legenden zu den Gemälden ein und spricht sich gegen eine aufklärerische Bildinterpretation aus dennoch liefert er viele Fakten anhand zeitgenössischer Quellen und technischer Untersuchungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „nackte Maja“ und die „bekleidete Maja“

3 Vergleich und Historik der „nackten Maja“ und der „bekleideten Maja“

3.1 Vergleich mit vorher entstandenen weiblichen Aktgemälden

3.2 Hintergründe

3.3 Die Maja-Gemälde als Pendant?

4 Die Skandalträchtigkeit der Bilder

4.1 Die Gemälde in ihrer Entstehungszeit

4.2 Heutige kunsthistorische Rezeption

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern Francisco de Goyas Gemälde „Die nackte Maja“ und „Die bekleidete Maja“ einen tatsächlichen Skandal in der Geschichte der Aktmalerei darstellten oder ob diese Zuschreibung erst in späteren Jahrhunderten erfolgte. Dabei werden insbesondere der historische Kontext des katholisch geprägten Spaniens um 1800 sowie die kunsttheoretische Bedeutung der beiden Werke analysiert.

  • Historischer Vergleich der Maja-Gemälde mit klassischen weiblichen Aktbildern
  • Analyse der Entstehungsgeschichte und des Einflusses der spanischen Inquisition
  • Untersuchung der Rollenbilder und der gesellschaftlichen Position von Frauen
  • Dekonstruktion des Skandalbegriffs im Kontext der modernen Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.1 Vergleich mit vorher entstandenen weiblichen Aktgemälden

Um der Frage nach der skandalösen Bedeutung nachzugehen, ist der Vergleich mit vorher entstandenen, ähnlichen weiblichen Aktgemälden interessant, um Anlehnungspunkte oder Neuerungen festzustellen. Von Bedeutung ist auch Ivan Nagels Ansatz, in dem er Goyas „Maja“ auf einen antiken Ursprung zurückführt. Hierbei vergleicht er die Pose der „Maja“ mit der „Ariadne-Pose“, welche sich mehr ähnelt als die der Venusse und Nymphen (vgl. Nagel 2011, S. 66f). Ihm Zufolge kannte Goya Gianbattista Viscontis Vollplastik, welche als Ariadne identifiziert wurde; ebenso kannte er beispielsweise von seinen Romaufenthalten Ariadnen der Sarkophagreliefs (Abb. 3; Abb. 4). Diese lösen das Problem der im Profil Liegenden in der Kunst und den damit verbundenen wenig zur Schau gestellten prägnanten Reizen, indem sie eben als Skulptur oder Relief erscheinen (vgl. ebd.).

In der Antike war eine liegende Venus allerdings noch nicht bekannt, erst Giorgione erfand sie (vgl. Nagel 2011, S. 64). Die um 1510 entstandene „Schlafende Venus“ von Giorgione (Abb. 5) entspricht dem Weiblichkeitsideal der Renaissance. Sie beeinflusste künstlerische Konzeptionen bis zur heutigen Zeit (vgl. Hammer-Tugendhat 1994, S. 49). Mit Venus als Göttin der Liebe wurde das Gemälde vermutlich für die Hochzeit eines privaten Auftraggebers gemalt. Gleichzeitig ist das Bild der erste monumental liegende Akt in der Landschaft (vgl. Hammer-Tugendhat 1994, S. 50). Im Unterschied zu Botticellis „Geburt der Venus“ von 1485 ist die Venus hier nicht in einen erzählerischen Kontext eingebunden, sodass durch diese Herauslösung der menschlichen Figur in gewisser Weise ein Idealbild von Weiblichkeit geschaffen wird (vgl. Hammer-Tugendhat 1994, S. 50). Weiterhin sind die Augen der Venus geschlossen, sie schläft. Durch dieses passive Erscheinen können die Betrachtenden sie anblicken, ohne selbst gesehen zu werden (vgl. Nagel 2011, S. 64).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Faszination für die „Majas“ ein, stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Skandalträchtigkeit der Gemälde im zeitgenössischen Spanien und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.

2 Die „nackte Maja“ und die „bekleidete Maja“: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte bildnerische Analyse und Beschreibung beider Gemälde unter Berücksichtigung ihrer formalen Eigenschaften und atmosphärischen Wirkung.

3 Vergleich und Historik der „nackten Maja“ und der „bekleideten Maja“: Hier werden die Bilder mit früheren Akttraditionen verglichen, die historischen Entstehungsumstände in Spanien beleuchtet und das Verhältnis der beiden Werke als Pendant untersucht.

4 Die Skandalträchtigkeit der Bilder: In diesem Teil wird kritisch hinterfragt, ob die Bilder zur Entstehungszeit tatsächlich als Skandal wahrgenommen wurden und wie sich die kunsthistorische Rezeption bis heute verändert hat.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die „Majas“ zwar provokant waren, ein klassischer Skandal jedoch aufgrund des Fehlens öffentlicher Empörung in der damaligen Zeit kaum nachweisbar ist.

Schlüsselwörter

Francisco de Goya, Die nackte Maja, Die bekleidete Maja, Aktmalerei, Skandal, Inquisition, spanische Kunstgeschichte, Venus, Weiblichkeitsideal, Kunsttradition, Provokation, Rezeption, Moderne, Bildanalyse, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die beiden berühmten Gemälde „Die nackte Maja“ und „Die bekleidete Maja“ des spanischen Künstlers Francisco de Goya im Hinblick auf deren Bedeutung für die Geschichte der Aktmalerei.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die historische Einordnung der Gemälde im Spanien um 1800, der Vergleich mit klassischen Akt-Traditionen und die Untersuchung des Skandalpotenzials dieser Bilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Goya mit diesen Werken tatsächlich einen Skandal provozierte oder ob die Skandal-Zuschreibung ein Konstrukt späterer Epochen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse der Bilder, einen Vergleich mit existierenden Akt-Vorbildern sowie eine Rekonstruktion zeitgenössischer Quellen und Forschungsliteratur.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine visuelle Beschreibung, eine historisch-vergleichende Untersuchung der Akt-Traditionen und eine differenzierte Analyse der „Skandalträchtigkeit“ im sozialen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Wichtige Begriffe sind Goya, Skandal, Aktmalerei, Inquisition, Pendant, Weiblichkeitsbild, Autonomie und moderne Rezeption.

Inwieweit spielte die Inquisition für die Rezeption der Bilder eine Rolle?

Die Inquisition wird als machtvolles Organ der Zensur angeführt, das zwar eine Beschlagnahmung der Bilder veranlasste, deren tatsächliche Wirkung als öffentlicher Skandal jedoch kritisch hinterfragt wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des Skandalbegriffs?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine „skandalöse“ Wirkung zwar möglich war, das Fehlen zeitgenössischer Medienberichte und öffentlicher Empörung jedoch die Anwendung des modernen Skandalbegriffs einschränkt.

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Details

Titel
Francisco de Goyas Gemälde "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja". Ein Skandal in der Geschichte der Aktmalerei?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Kunsthistorisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Kunst und Skandal
Note
1,3
Autor
Josefine Weiß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V416193
ISBN (eBook)
9783668660359
ISBN (Buch)
9783668660366
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Skandal Kunst Goya Maja Aktmalerei Geschichte Kunstgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josefine Weiß (Autor:in), 2016, Francisco de Goyas Gemälde "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja". Ein Skandal in der Geschichte der Aktmalerei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416193
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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