Diese Arbeit soll einen Überblick über die Verlustgeschichte und Restitution des Gemäldes „Adele Bloch-Bauer I“ geben. In dem international recht prominenten Fall „Bloch-Bauer“ geht es um die Kunstrückgabe von fünf Klimt-Gemälden aus dem Wiener Belvedere, die 1938 von nationalsozialistischen Behörden beschlagnahmt oder liquidiert wurden.
Hierbei soll eine kurze Werkbeschreibung-, Analyse und Erläuterung sowohl einen Einstieg in die Thematik, als auch die Bedeutsamkeit des Gemäldes für Österreichs kulturelles Gedächtnis geben. Daraufhin wird die Situation Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg und die damit einhergehende, langsam entstehende Provenienzforschung erklärt, wobei auch auf die Unterschiede zur Bundesrepublik Deutschland aufmerksam gemacht wird. Insbesondere das Restitutionsgesetz von 1998 stellt einen markanten Punkt hinsichtlich der Übernahme der moralischen Mitverantwortung Österreichs im globalen Kontext dar. Ein anschließender, skizzierter historischer Abriss der Entwicklungen und Provenienz um das Klimts Gemälde aus dem Besitz Bloch-Bauer soll die Komplexität dieses Falls verdeutlichen und hierbei auch das Zusammenwirken der moralischen, politischen als auch gesellschaftlichen Dimensionen beleuchten. Die verschiedenen Erben der Bloch-Bauers haben sie zu unterschiedlichen Zeiten bemüht, die Gemälde der Sammlung zurückzuerhalten, wobei Maria Altmann die Bilder 2006 restituiert bekam.
Grundsätzlich stellt die Arbeit einen Fall NS-verfolgungsbedingt entzogener Kunst dar, bei dem die Kunstwerke nach österreichischen Gesetzen und Richtlinien restituiert wurden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“
- Provenienzforschung und Restitution in Österreich
- Österreich nach 1945
- Das Restitutionsgesetz
- Verlust und Restitution des Gemäldes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Geschichte des Gemäldes „Adele Bloch-Bauer I“ von Gustav Klimt und beleuchtet die komplexe Problematik von Verlust und Restitution von Kunstwerken im Kontext der NS-Verfolgung. Insbesondere soll der Fokus auf die Entwicklung der Provenienzforschung in Österreich im Nachkriegskontext sowie die Herausforderungen der Rückgabe von enteignetem Kulturgut gelegt werden.
- Die Geschichte des Gemäldes „Adele Bloch-Bauer I“ und seine Bedeutung für Österreichs kulturelles Gedächtnis
- Die Situation Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg und die Herausforderungen der Provenienzforschung
- Die Rolle des Restitutionsgesetzes von 1998 und die Frage der moralischen Mitverantwortung Österreichs
- Der Fall Bloch-Bauer als Beispiel für die Komplexität von Verlust und Restitution von Kunstwerken
- Die verschiedenen Erben der Bloch-Bauers und ihre Bemühungen um die Rückgabe der Gemälde
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die Arbeit und stellt die wichtigsten Themen und Fragestellungen vor.
- Das Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“: Hier wird das Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“ näher beschrieben, seine künstlerische Bedeutung beleuchtet und die Geschichte des Gemäldes in den Kontext der Familie Bloch-Bauer eingebettet.
- Provenienzforschung und Restitution in Österreich: Dieser Abschnitt diskutiert die Entwicklung der Provenienzforschung in Österreich nach 1945 und beleuchtet den Unterschied zu Deutschland. Dabei wird insbesondere auf das Restitutionsgesetz von 1998 und seine Bedeutung im Kontext der moralischen Mitverantwortung Österreichs eingegangen.
- Verlust und Restitution des Gemäldes: In diesem Kapitel wird die Verlustgeschichte des Gemäldes „Adele Bloch-Bauer I“ im Kontext der NS-Zeit beleuchtet und der Prozess der Restitution der Gemälde an die Erben der Bloch-Bauers nachgezeichnet.
Schlüsselwörter
Provenienzforschung, Restitution, Kunstgeschichte, Gustav Klimt, Adele Bloch-Bauer, NS-Verfolgung, Österreich, Nachkriegszeit, Kulturgut, moralische Mitverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es im Fall „Adele Bloch-Bauer I“?
Es handelt sich um die Verlustgeschichte und Restitution von fünf Klimt-Gemälden, die 1938 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden und später im Wiener Belvedere hingen.
Was ist Provenienzforschung?
Provenienzforschung ist die Untersuchung der Herkunft und Besitzgeschichte von Kunstwerken, insbesondere um NS-Raubkunst zu identifizieren.
Warum ist das Restitutionsgesetz von 1998 so wichtig?
Dieses Gesetz markiert einen Wendepunkt in Österreich, an dem der Staat die moralische Mitverantwortung für NS-Unrecht übernahm und die Rückgabe von entzogener Kunst rechtlich regelte.
Wer war Maria Altmann?
Maria Altmann war eine Erbin der Familie Bloch-Bauer, der es nach einem langen Rechtsstreit im Jahr 2006 gelang, die Rückgabe der Klimt-Gemälde zu erwirken.
Gibt es Unterschiede in der Provenienzforschung zwischen Österreich und Deutschland?
Ja, die Arbeit beleuchtet die spezifische Situation in Österreich nach 1945 und wie sich die Forschung dort im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland entwickelt hat.
- Arbeit zitieren
- Josefine Weiß (Autor:in), 2017, Provenienzforschung in Österreich am Beispiel der Verlustgeschichte und Restitution des Gemäldes "Adele Bloch-Bauer I" von Gustav Klimt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416194