In dieser Arbeit wird, vor dem Hintergrund des Artikels 27 der Konvention – „Arbeit und Beschäftigung“ –, der Schwerpunkt auf die „Teilhabe am Arbeitsleben“ gelegt. In diesem Rahmen werde ich in dieser Arbeit das aus den USA stammende Empowerment-Konzept darstellen, welches derzeit eins der führenden Konzepte in der Behindertenarbeit ist. Dieses werde ich auf eine Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit übertragen, die Inklusion fördern soll. Um dieser Fokussierung der Arbeit näher zu kommen, definiere ich im ersten Teil meiner Arbeit zuerst wichtige Begrifflichkeiten, die im Rahmen des heutigen Paradigmenwechsels und des Empowerment-Konzeptes von Bedeutung sind. Im nächsten Teil werde ich das Empowerment-Konzept darstellen. Definition, Handlungsebenen und Methoden des Konzeptes werden aufgearbeitet um im dritten Teil den Empowerment-Ansatz auf eine Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit anzuwenden. Diese Maßnahme wird zuerst in den Grundzügen dargestellt und im Anschluss soll deutlich gemacht
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten
2.1. Inklusion
2.2. Selbstbestimmung
2.3. Kollaborative und Demokratische Partizipation
2.4. Verteilungsgerechtigkeit
2.5. Sozial- und gesellschaftspolitische Entwicklungen der „Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderung“
3. Theoretische Grundlagen des Empowerment-Konzeptes
3.1. Definitionen
3.1.1. Definition aus politischer Sichtweise
3.1.2. Definition aus der Sicht der Lebenswelt
3.1.3. Definition im reflexiven Wortsinn
3.1.4. Transitive Definition
3.2. Paradigmenwechsel: Vom Defizit-Blickwinkel zur Ressourcenorientierten Praxis
3.3. Handlungsebenen von Empowermentprozessen
3.3.1. Subjektorientierte Ebene
3.3.2. Ebene der kollektiven Selbstorganisation
3.3.3. Institutionelle Ebene
3.3.4. Gemeindeebene
3.4. Methoden
3.4.1. Ressourcendiagnostik auf der individuellen Ebene
3.4.2. Unterstützungsmanagement auf der individuellen Ebene
3.4.3. Organisationsentwicklung im Bereich der institutionellen Ebene
4. „Unterstützte Beschäftigung“ als Möglichkeit der Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt
4.1. Inklusion von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt
4.2. Die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“
4.2.1. Begriffsverwendungen
4.2.2. Ziele
4.2.3. Personenkreis
4.2.4. Maßnahmestruktur und –inhalte
4.2.5. Methoden
5. Anwendung des Empowerment-Konzeptes in der „Unterstützten Beschäftigung“
5.1. Individuelle Ebene in Anwendung bei der UB (vgl. Kapitel 3.3.1.,3.4.1.f. und 4.2.4.f.)
5.2. Gruppenebene bei der Durchführung der UB (vgl. Kap. 3.3.2. und 4.2.4.f.)
5.3. Institutionelle Ebene als Inhalt der UB-Maßnahme (vgl. Kap. 3.3.3., 3.4.3 und 4.2.4.f.)
5.4. Anwendung Empowerment-Methoden in der Orientierungsphase
5.5. Anwendung von Methoden des Empowerment-Konzeptes in der Qualifizierungsphase
5.6. Empowerment-Methodik in der Stabilisierungsphase
5.7. Empowerment in der UB als Inklusionsprozess in den allgemeinen Arbeitsmarkt
6. Fazit
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das aus den USA stammende Empowerment-Konzept in Inklusionsprozessen von Menschen mit Behinderung – speziell bei der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ – angewendet werden kann, um die Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern und die Selbstbestimmung der Adressaten zu stärken.
- Grundlagen des Empowerment-Konzepts und dessen Relevanz für die Behindertenarbeit
- Sozialpolitische Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben in Deutschland
- Analyse der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ der Bundesagentur für Arbeit
- Übertragung von Empowerment-Methoden auf die Phasen der „Unterstützten Beschäftigung“
- Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen einer erfolgreichen Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
3.2. Paradigmenwechsel: Vom Defizit-Blickwinkel zur Ressourcenorientierten Praxis
In der Geschichte der psychosozialen Praxis war es üblich den Menschen in ihren Problemlagen zu helfen, ihre Defizite zu beseitigen, sodass es letztendlich möglich war, wieder an der Gesellschaft teilzuhaben. Dies fand durch den professionellen Mitarbeiter von sozialen Diensten statt, der angehalten war, den Menschen seiner Verantwortung diese Defizite zu entfernen, zu entziehen. Im Empowerment-Konzept wird diese „Fürsorgepädagogik“ nun durch eine selbstgestaltete Lebensbewältigung durch den Adressaten abgelöst, indem er sich seiner eigenen Ressourcen bewusst wird und diese adäquat einsetzt.
„Das Empowerment-Konzept ist nach eigenem Verständnis ein Gegenrezept gegen den Defizit-Blickwinkel.“ Norbert Herriger beschreibt den Weg aus der sogenannten „Erlernten Hilflosigkeit“ als die „Philosophie der Menschenstärken“ innerhalb des Empowerments. Die erlernte Hilflosigkeit die Norbert Herriger beschreibt, bildet sich aus der Geschichte der Hilfe für Adressaten der sozialen Arbeit. Die soziale Arbeit sah sich immer in der Verantwortung die Defizite der Menschen zu beseitigen und war somit in ihren Handlungen stets dabei, die hilfebedürftigen Menschen zu entmündigen. Fremdbestimmt und machtlos in ihren Handlungen wurden die Menschen oft lediglich als „Objekte“ betrachtet, die es galt zu verändern.
In der heutigen Entwicklung, vor allem auch im Rahmen des Empowerment-Konzeptes, wird der Blick auf die Schwächen der Adressaten und deren Abhängigkeit von professionellen Mitarbeitern verabschiedet. Die Ressourcen der Menschen und ihre Stärken für eine autonome Lebensweise sollen nun aufgedeckt und gefördert werden. Das Subjekt steht hierbei im Mittelpunkt. Die „Philosophie der Menschenstärken“ nimmt an, dass jeder Mensch eine innere Kraft (Lebenskraft) besitzt, welche sich jedes Individuum zu nutzen machen kann. Ebenfalls geht sie davon aus, dass diese Lebenskraft das individuelle Wissen und die Erfahrungen der Adressaten akzeptieren kann und somit einen Dialog mit anderen Menschen fördert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die UN-Behindertenrechtskonvention ein und legt das Empowerment-Konzept als zentralen theoretischen Rahmen für die Untersuchung der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ fest.
2. Begrifflichkeiten: Es werden zentrale Konzepte wie Inklusion, Selbstbestimmung und Partizipation theoretisch fundiert sowie die sozialpolitische Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben nachgezeichnet.
3. Theoretische Grundlagen des Empowerment-Konzeptes: Dieses Kapitel erläutert das Empowerment-Konzept, beschreibt den Paradigmenwechsel vom Defizit- zum Ressourcenmodell und definiert die Handlungsebenen sowie methodische Ansätze der Empowerment-Arbeit.
4. „Unterstützte Beschäftigung“ als Möglichkeit der Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt: Die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ wird detailliert in ihren Strukturen, Phasen, Zielen und Zielgruppen sowie der methodischen Umsetzung durch die Heinrich Kimmle Stiftung vorgestellt.
5. Anwendung des Empowerment-Konzeptes in der „Unterstützten Beschäftigung“: Die Arbeit überträgt die zuvor theoretisch beschriebenen Empowerment-Methoden auf die konkreten Praxisphasen der „Unterstützten Beschäftigung“ und evaluiert deren Wirksamkeit für einen erfolgreichen Inklusionsprozess.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die „Unterstützte Beschäftigung“ ein wirksames Instrument zur Inklusion ist, das Empowerment-Konzept erfolgreich integriert, jedoch durch kritische Rahmenbedingungen wie mangelnde Rentabilität für Betriebe limitiert bleibt.
7. Schluss: Der Schluss betont die Notwendigkeit, theoretische Hintergründe praktisch zu ergründen und die Instrumente der Dokumentation zu vereinfachen, um das Empowerment-Prinzip als Praxisleitfaden zu stärken.
Schlüsselwörter
Empowerment, Inklusion, Unterstützte Beschäftigung, Behindertenarbeit, Arbeitsmarkt, Teilhabe, Selbstbestimmung, Ressourcendiagnostik, Case-Management, Sozialpädagogik, Behinderung, Berufsleben, InbeQ, Rehabilitation, Soziale Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Empowerment-Konzepts als theoretischer Ansatz, um Inklusionsprozesse von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt, am Beispiel der „Unterstützten Beschäftigung“, zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Empowerment, Inklusion, die sozialpolitische Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben in Deutschland sowie die praktische Umsetzung der „Unterstützten Beschäftigung“ (UB).
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Empowerment-Strategien die Selbstbestimmung und Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung gezielt gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse des Empowerment-Konzepts nach Norbert Herriger, die mit der Beschreibung und Analyse der Praxis einer konkreten Maßnahme (UB) sowie Experteninterviews verknüpft wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen von Empowerment und Inklusion erarbeitet, anschließend die gesetzliche Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ detailliert beschrieben und schließlich die Anwendung von Empowerment-Methoden auf diese Maßnahme evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Empowerment, Unterstützte Beschäftigung, Inklusion, Teilhabe am Arbeitsleben und Ressourcendiagnostik.
Welche Rolle spielt die „Heinrich Kimmle Stiftung“ in diesem Kontext?
Sie dient als Praxisbeispiel, an dem der Autor die Anwendung der „Unterstützten Beschäftigung“ und der Empowerment-Methoden illustriert und reflektiert.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der „Unterstützten Beschäftigung“?
Der Autor bewertet die Maßnahme als ein grundsätzlich gutes Instrument zur Inklusion, sieht jedoch kritische Hürden in der eingeschränkten Zielgruppendefinition der Bundesagentur für Arbeit und der ökonomischen Skepsis vieler Betriebe gegenüber einer dauerhaften Übernahme.
Wird die Dokumentation innerhalb der Maßnahme kritisiert?
Ja, der Autor merkt an, dass der hohe administrative Aufwand durch Dokumentationspflichten die eigentliche Qualifizierungsarbeit am Arbeitsplatz teilweise einschränkt.
Was fordert der Autor in Bezug auf Empowerment-Prinzipien?
Er fordert, dass Empowerment stärker als verbindlicher Praxisleitfaden verankert wird, um den Fokus konsequent auf die Stärken der Menschen zu legen statt sie auf Defizite zu reduzieren.
- Quote paper
- Kevin Weisbrod (Author), 2013, Empowerment in Inklusionsprozessen von Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416250