Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Miscellaneous

Die Sklaven und der Markt - Handel unter Sklaven

Title: Die Sklaven und der Markt - Handel unter Sklaven

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2

Autor:in: Davina Nweze (Author)

History - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Phibbah, one of Thistlewood´s favourite slaves, was so astute in her business transactions that she accumulated a great deal of cash. She bought and sold animals and goods, and occasionally lent sizeable sums to her master and owner.”

Diese Aussage, die ich in Vorbereitung auf ein Referat in James Walvins Buch „Black Ivory“ fand, weckte mein Interesse. Es war mir neu, dass Sklaven Handel treiben konnten, ganz zu Schweigen von der Tatsache, dass damit scheinbar ein kleines Vermögen zu verdienen war. Teilweise schienen die Sklavenhalter in die Geschäfte ihrer Sklaven eingeweiht oder sogar daran beteiligt zu sein. Ziel meiner Arbeit ist es, herauszufinden, in wie weit Handel tatsächlich ein Bestandteil des Sklavenlebens war, womit gehandelt wurde, wer handelte u.s.w. Hier tat sich für mich eine völlig neue Welt auf, die mein bisheriges Bild des Plantagenlebens veränderte.
Von Phibbah inspiriert habe ich mich entschieden, mich bei der Recherche auf die karibische Region zu beschränken, und zwar zur Zeit des British Empire, also von der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts bis zur Mitte des neunzehnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die allgemeine Lebenssituation der Sklaven und ihre wirtschaftliche Lage

1. Die Bedeutung von Sklavenarbeit für das Empire

2. Das Leben der Sklaven auf der Zuckerrohrplantage

2.1. Allgemeine Lebenssituation

2.2. Sklavendorf und Küchengarten als zentrale Basis der internen Sklavenwirtschaft

III. Möglichkeiten der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage

1. Verdienstmöglichkeiten

1.1. Belohnungen, Entschädigungen und Geschenke

1.2. Diebstahl

2. Auf dem Markt

IV. Was konnte die Wirtschaft im Leben der Sklaven wirklich verändern?

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die oft eindimensionale Darstellung des Sklavenlebens, welche primär von Leid und Härte geprägt ist, zu hinterfragen und zu ergänzen. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit Sklaven innerhalb der karibischen Plantagenökonomie des British Empire einen Spielraum für eigene wirtschaftliche Aktivitäten hatten, wie sie diesen nutzten und in welcher Form sich dadurch Möglichkeiten zur Selbstbestimmung und Verbesserung ihrer Lebensumstände ergaben.

  • Die wirtschaftliche Bedeutung und Struktur der Zuckerrohrplantagen.
  • Die Rolle der Sklavendörfer und Küchengärten als Basis der internen Sklavenwirtschaft.
  • Verschiedene Verdienstmöglichkeiten durch Belohnungen, Handel und informelle Praktiken.
  • Die zentrale Funktion der Märkte als Handelszentrum und sozialer Freiraum.
  • Der Einfluss von Besitz und Eigenwirtschaft auf die Lebensqualität und Unabhängigkeit der Sklaven.

Auszug aus dem Buch

2. Auf dem Markt

Sklaven kannten also unterschiedliche Wege, um zu Besitz zu kommen: durch die Erzeugnisse ihres Gartens und ihres Viehs, durch Belohnungen für besondere Arbeiten oder Leistungen oder schließlich durch Diebstahl. Der Dreh- und Angelpunkt für die daraus resultierenden wirtschaftlichen Aktivitäten der Sklaven in der Karibik war der Markt. Jeden Sonntag machten sich hunderte schwarze Männer und Frauen von überall her auf den Weg zur nächstgrößeren Stadt, um ihre Waren feilzubieten und neue einzukaufen, für sich selbst oder zum Weiterverkauf, um zu tauschen, zu handeln, Gewinne zu machen. Doch der Markt war mehr als nur das Handelszentrum im Leben der Sklaven – er war auch das Zentrum eines Gesellschaftslebens außerhalb der Reichweite und ständigen Kontrolle der Weißen. In der großen Menge anderer Menschen waren sie anonymer, als sie es die ganze Woche über auf der Plantage sein konnten. Also trafen sie sich mit Freunden und Verwandten von anderen Plantagen, knüpften neue Handelsbeziehungen und schlossen Freundschaften. Alle, die es sich leisten konnten, trugen am Sonntag ihre feinsten Kleider und allen Schmuck, den sie besaßen, und nutzten die Gelegenheit, einmal in der Woche das Sklavenleben psychisch wie physisch hinter sich lassen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den wirtschaftlichen Spielräumen von Sklaven und begründet die methodische Beschränkung auf die karibische Region während des British Empire anhand zentraler Literatur.

II. Die allgemeine Lebenssituation der Sklaven und ihre wirtschaftliche Lage: Dieses Kapitel erläutert die essentielle Bedeutung der Sklavenarbeit für die Zuckerrohrproduktion und beleuchtet die täglichen Arbeitsabläufe sowie die Bedeutung der Sklavendörfer und Küchengärten als wirtschaftliches Fundament.

III. Möglichkeiten der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage: Der Autor analysiert diverse Wege zum Erwerb von Besitz, angefangen bei Belohnungen durch Pflanzer bis hin zum Handel auf öffentlichen Märkten und der informellen Rolle von Diebstahl.

IV. Was konnte die Wirtschaft im Leben der Sklaven wirklich verändern?: Das abschließende Kapitel reflektiert die tatsächlichen Auswirkungen der Sklavenwirtschaft und kommt zu dem Schluss, dass diese zwar kein gesamtes Sklavenleben wandelte, den Betroffenen jedoch ein notwendiges Stück Unabhängigkeit und Freiheit ermöglichte.

Schlüsselwörter

Sklavenwirtschaft, British Empire, Karibik, Zuckerrohrplantage, Handel, Markt, Selbstbestimmung, Eigentumsrecht, Plantagenökonomie, Arbeitsalltag, Sklavendorf, Küchengarten, Subsistenz, Widerstand, Eigenkapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das bisher oft vernachlässigte wirtschaftliche Eigenleben von Sklaven auf karibischen Zuckerrohrplantagen des British Empire zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Arbeits- und Lebensbedingungen der Sklaven, die Entstehung einer internen Sklavenökonomie durch Küchengärten und Viehhaltung, die Praxis des Markthandels sowie die sozialen Aspekte dieser Aktivitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass das Sklavenleben nicht ausschließlich aus Unterdrückung bestand, sondern dass Sklaven in gewissen Grenzen aktiv ihre Situation durch Handel und Besitzbildung beeinflussen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur (insbesondere von James Walvin und Roderick McDonald) basiert, um den wirtschaftlichen Hintergrund des Sklavenlebens zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Alltagslebens auf Plantagen, die Analyse der Verdienstmöglichkeiten (wie Belohnungen und Handel) und die Funktion des Marktes als Wirtschafts- und Sozialzentrum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sklavenwirtschaft, British Empire, Plantagenökonomie, Markt, Selbstbestimmung und Eigentumsrecht.

Welche Bedeutung hatte der Markt in Kingston für die Sklaven?

Der Markt in Kingston war der größte auf Jamaica; hier waren Sklaven die Hauptanbieter frischer Nahrungsmittel und konnten beträchtliche Gewinne erzielen, was sie zu einem wichtigen Teil des inselweiten Lebensmittelhandels machte.

Warum versuchten Pflanzer teilweise, den Handel ihrer Sklaven zu behindern?

Die Pflanzer fürchteten den Verlust der effizienten Kontrolle über ihre Sklaven, Argwöhnten Diebstahl von Plantagengütern für den Wiederverkauf und befürchteten, dass soziale Treffen auf Märkten zur Planung von Aufständen genutzt werden könnten.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Die Sklaven und der Markt - Handel unter Sklaven
College
LMU Munich
Course
"Rule Britannia"? Das britische Empire von 1650 bis ca. 1850
Grade
2
Author
Davina Nweze (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V41664
ISBN (eBook)
9783638398824
ISBN (Book)
9783638772587
Language
German
Tags
Sklaven Markt Handel Sklaven Rule Britannia Empire
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Davina Nweze (Author), 2005, Die Sklaven und der Markt - Handel unter Sklaven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41664
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint