Modularisierung der Erzieher*innenausbildung. Ein kurzer Einblick


Ausarbeitung, 2016
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Gründe, Möglichkeiten und Chancen für die Modularisierung von Curricula

3 Grundsätze der Modularisierung

4 Aufbau der Rahmenrichtlinien 2015 (NDS) der Fachschule Sozialpädagogik

5 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

In Anlehnung an das Seminar „Perspektiven der kompetenzorientierten Unterrichts - und Schulgestaltung - Kompetenzen entwickeln durch schulinterne Curricula auf der Grundlage gesetzlicher Regelungsvorgaben“ entsteht hier eine Ausarbeitung zum Thema

„Ein kurzer Einblick der Modularisierung für die Erzieherinnenausbildung“

Die Ausarbeitung knüpft an die gehaltene Präsentation vom 09. Dezember 2015 an. Das Thema der Präsentation war der Vergleich zwischen den Rahmenrichtlinien der Fachschule Sozialpädagogik (2002) und der Fachschule Sozialpädagogik (2015). Die Rahmenrichtlinien in Niedersachsen für die Ausbildung der Erzieher*innen von 2002 zum Jahre 2015/2016 haben sich grundlegend geändert.

Die Akademisierung der Erzieher*innenausbildung steht schon seit vielen Jahren im Fokus und wurde weit hinaus politisch und kontrovers diskutiert. Doch seit dem Jahr 2015 ist die Umsetzung in Niedersachsen erfolgt und es steht ein Entwurf für die Modularisierung der Rah­menrichtlinien für die Ausbildung der Erzieher*innen fest. Die Vorbereitung und Umsetzung hat viele Jahre in Anspruch genommen und brauchte viele engagierte Fachkräfte, die sich sowohl intensiv und empirisch, als auch pädagogisch und professionell damit auseinanderset­zen. Einige Schulen und Universitäten befassten sich mit der Modularisierung der Erzieher*in- nenausbildung. Das niedersächsische Kultusministerium hat zum Beispiel ab dem Schuljahr 2006/2007 eine Arbeitsgruppe beauftragt, ein Konzept zur Modularisierung des berufsbezo­genen Unterrichts in der Fachschulausbildung zum*r Erzieher*in auf der Grundlage der gel­tenden Rahmenrichtlinien zu erarbeiten. Das Innovationsvorhaben wurde gemeinsam mit Lehrkräften aus der Herman-Nohl-Schule in Hildesheim und der Alice-Salomon-Schule in Han­nover durchgeführt, viele Lehrkräfte waren dort mit involviert unter anderem auch Frau Ute Eggers, die sich für die Modularisierung auch sehr stark eingesetzt hat bzw. auch immer noch einsetzt und für die Umsetzung mitverantwortlich ist.1

Des Weiteren wurde die modularisierte Fachschulausbildung aus Sicht der Fachschülerinnen in den Blick genommen. Prof. Dr. Sylvia Oehlmann von der HAWK (Hochschule Hildes­heim/Holzminden/Göttingen) befasste sich in dem Buch „Von der Fachschule in die Hoch­schule“ ausführlich damit und kam zu einem positiven Ergebnis aus Sicht der Fachschülerin­nen.2

Es wurde bewusst der Begriff „kurzer Einblick" genommen, da das gesamte Thema der Mo­dularisierung den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen würde. Eine intensivere Auseinan­dersetzung von der Geschichte der Modularisierung und den dazugehörigen Versuchen wird in dem Buch „Von der Fachschule in die Hochschule" von Peter Cloos, Sylvia Oehlmann, Ma­ren Hundermark (Hrsg.) näher erläutert.

Die Ausarbeitung beginnt mit den Gründen, Möglichkeiten und Chancen für die Modularisie­rung von Curricula. Aus dem Vortrag, über die Modularisierung der Rahmenrichtlinien für die Berufsfachschule und die Fachschule Sozialpädagogik, den Ute Eggers am 26. November 2015 an der Leuphana Universität gehalten hat, wird Bezug genommen. Darauffolgend wer­den die Grundsätze der Modularisierung näher beschrieben. In diesem Bereich der Ausarbei­tung werden die Modularisierung und das Modul näher definiert um einen Einblick darüber zu bekommen, was diese Begrifflichkeiten überhaupt bedeuten. Außerdem wird näher erläutert, was ein Modul für eine Bedeutung hat und wie diese aufgebaut sind.

In dem letzten Punkt der Ausarbeitung findet dann eine intensive Auseinandersetzung mit dem Aufbau der Rahmenrichtlinien 2015 der Fachschule Sozialpädagogik statt.

Als Schlussteil folgt dann der Ausblick. Im Ausblick wird verdeutlicht, welche Herausforderun­gen die Modularisierung in der heutigen Zeit mit sich bringt und warum, gerade für die jetzigen Student*innen im Bereich der Sozialpädagogik, diese von großer Bedeutung ist.

2 Gründe, Möglichkeiten und Chancen für die Modularisierung von Curricular

Ein Grund für die Modularisierung von Curricula ist die Erhöhung bildungspolitischer Anerken­nung, denn damit wird die europaweite Anwendung der Modulkonzepte in Studium und Aus­bildung sichergestellt. Des Weiteren dient die Modularisierung dafür, dass die Darstellung der Ziele, Inhalte und die Zeitstruktur von der Ausbildung transparent gemacht wird. Die Modul­struktur ermöglicht außerdem eine Weiterentwicklung und Anpassung der Inhalte, wie z.B. aufgrund veränderter Bedingungen des Berufsfeldes. Regionale Besonderheiten finden im Rahmen der Modularisierung Berücksichtigung. Möglichkeiten und Chancen modularisierter Rahmenrichtlinien in der niedersächsischen Erzieher*innenausbildung können zum einen die Kompetenzbeschreibung auf Niveaustufe sechs des DQR (Deutschen Qualifikationsrahmen) sein zum anderen aber auch die vertikale Durchlässigkeit. Des Weiteren kann sowohl die An­rechnung auf einschlägige Studiengänge (Bachelor) als auch auf Fort- und Weiterbildungen, eine Chance bzw. Möglichkeit sein. Darüber hinaus wird eine enge Kooperation zwischen Hoch- und Fachschule stattfinden können. Weitere Möglichkeiten und Chancen der Modulari­sierung ist die Teilanerkennung ausländischer Qualifikation und schulischer/beruflicher Vorbil­dung.3

3 Grundsätze der Modularisierung

Bevor die Grundsätze der Modularisierung näher erläutert werden, stellt sich erst einmal die Frage, welche Bedeutung Modularisierung überhaupt hat und wie dieser Begriff definiert wird.

Der Begriff „Modularisierung“ wird sowohl als „die Zusammenfassung von Stoffgebieten zu thematisch und zeitlich abgerundeten, in sich abgeschlossenen und mit Leistungspunkten ver­sehenen abprüfbaren Einheiten“4 definiert, aber auch als ein Organisations- und Strukturprin­zip beschrieben, dass zur Gestaltung von Bildungsgängen dient, die das Lebenslange Lernen mit integrieren. Zu diesem Prinzip wird das gesamte Studium/die berufliche Ausbildung in Mo­dule unterteilt und das Maß des Arbeitsaufwandes für die Lernenden in Leistungspunkte aus­gedrückt. Diese Leistungspunkte sind die sogenannten „Creditpoints“ (CP), diese werden den jeweiligen Modulen zugeordnet und der Kompetenzerwerb wird durch studien-/ausbildungs- begleitende Modulprüfungen sichergestellt.5

In dem Wort Modularisierung steckt das Wort „Modul“ - dass in diesem Fall eine sehr wichtige und große Bedeutung hat. Wie wird der Begriff Modul definiert? „Ein Modul ist ein Baustein innerhalb des Lehrplans.“6 Die Module haben einen grundsätzlich interdisziplinären bzw. trans­disziplinären Charakter, das bedeutet, dass die Module in der Regel aus dem Zusammenwir­ken verschiedener Lehr- und Lernformen bestehen, die gemeinsam auf den Erwerb dezidierter - im Rahmen der Modulbeschreibung zu definierenden - Kompetenzen ausgerichtet sind. Un­ter verschiedenen Lehr- und Lernformen könnten zum Beispiel Vorlesungen, Übungen, Prak­tika u.a. gezählt werden.7 Ein Modul beschreibt die Lernergebnisse auf sehr gutem Leistungs­niveau und bildet berufliche Kompetenzen ab, die erworben werden. Des Weiteren beinhaltet ein Modul ein Zeitrichtwert, der sich auf die Unterrichtsstunden in dem Modul bezieht. Der Leistungsaufwand wird als „Workload“ bezeichnet. Und diese Berechnung des Workloads um­fasst 45 Minuten + 15 Minuten.8 Wie dies genau aufgebaut ist, wird bei Punkt 4, welches sich mit dem Aufbau der Rahmenrichtlinien 2015 in Niedersachsen befasst, näher beschrieben.

4 Aufbau der Rahmenrichtlinien 2015 (NDS) der Fachschule Sozialpädagogik

In diesem Block wird sich mit dem Aufbau der Rahmenrichtlinien 2015 Niedersachsen der Fachschule Sozialpädagogik befasst.

Es wird sich auf die Rahmenrichtlinien 2015 in Niedersachsen der Fachschule Sozialpädago­gik bezogen. Der Grund dafür ist, dass die Ausarbeitung sich auf die Präsentation vom 09.

Dezember 2015 bezieht und diese sich ausschließlich mit den Rahmenrichtlinien der Fach­schule Sozialpädagogik befasste.

Die Rahmenrichtlinien beginnen als erstes mit dem Überpunkt Grundsätze. In diesem Block werden die Verbindlichkeiten beschrieben. Dort wird festgehalten, dass die Rahmenrichtlinien eine Mindestanforderung aufweisen und, dass die zu entwickelnden Kompetenzen, sowie die didaktischen Grundsätze für den Unterricht verbindlich feststehen. Des Weiteren wird darin beschrieben, dass die jeweiligen Schulen sowohl ihr eigenes pädagogisches Konzept als auch die besonderen Ziele und Schwerpunkte ihrer Arbeit selber (weiter-)entwickeln. Alles was in den Rahmenrichtlinien steht bzgl. der Zeitrichtwerte wird lediglich als Anregung für den Unter­richt gesehen.

Unter den Grundsätzen sind außerdem die Ziele der Fachschule näher beschrieben. Ziele sind unter anderem, die Persönlichkeit der Schüler*innen weiter zu entwickeln, auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokrati­schen und sozialen Freiheitsbewegungen. Ein weiteres und wesentliches Ziel ist es, dass die Schüler*innen eine vertiefte berufliche Weiterbildung ermöglicht bekommen. Ferner wird da­rauf verwiesen, dass die Schüler*innen ebenfalls schulische Abschlüsse erwerben können, die sie dazu befähigen, nach Maßgaben dieser Abschlüsse ihren Bildungsweg in anderen Schulen im Sekundarbereich II oder an einer Fachhochschule fortzusetzen.

Die didaktischen Grundsätze der Fachschule sind in den Rahmenrichtlinien ebenfalls festge­halten. Die wesentliche Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Wissen und Fertigkeiten, also der sogenannten Fachkompetenz und der Selbst- und Sozialkompetenz, die den Überbegriff Personale Kompetenz beinhaltet. Zu den personalen Kompetenzen zählen außerdem noch die Methodenkompetenz, die kommunikative Kompetenz und die Lernkompe­tenz.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen wird in den Rahmenrichtlinien ebenfalls erwähnt, dort wird beschrieben, dass das deutsche Berufsbildungssystem die Herausforderung hat, die notwen­dige Transparenz und Durchlässigkeit gegenüber anderen europäischen Bildungssystemen herzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Theorie der Ausbildung im berufsbezogenen Lernbereich

Die Abbildung umfasst die Theorie der Ausbildung im berufsbezogenen Lernbereich. Anhand dieser wird deutlich, dass es sechs Modulfolgen innerhalb der gesamten Ausbildung gibt. Mo­dulfolge in dem Sinne heißt, dass die Module aufeinander aufbauen und eine Verknüpfung herstellen. Es wird also verdeutlicht, dass die jeweiligen Kompetenzen und die pädagogische, professionelle Haltung von Ausbildungsjahr zu Ausbildungsjahr der Schüler*innen immer wei­ter gestärkt und gefestigt werden.

Die didaktischen Prinzipien der sozialpädagogischen Ausbildung sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Rahmenrichtlinien. In diesem Aspekt werden wichtige Querschnittsaufgaben festgehalten, die in der modularisierten Qualifizierung an den Lernorten Schule und Praxis zu berücksichtigen sind. Diese sind die Werteorientierung, Inklusion, Partizipation, Prävention, Sprachbildung, Nachhaltigkeit und zu guter Letzt die Medienkompetenz. Des Weiteren ist darin festgehalten, dass der Unterricht auf der Grundlage handlungsorientierter Lernsituationen ba­siert. Unterrichtsprinzipien wie die doppelte Vermittlungspraxis, das Lernen an erfahrenen und beobachteten Praxissituationen, Persönlichkeitsorientierung, biografisches, forschendes und reflektierendes Lernen sind wesentliche Bestandteile für den Unterricht.9

Die Ausbildung für die Erzieher*innen erfolgt nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Daher ist der Aspekt der Ausbildung im berufsbezogenen Lernbereich Praxis ein weiterer wich­tiger Teil in den Rahmenrichtlinien.

[...]


1 vgl. o.A. (2008): Innovationsvorhaben im Bereich der berufsbildenden Schulen - Konzept zur Modularisierung der Erzieherausbildung. http://www.nibis.de/nli1/bbs/archiv/arbeitsergebnisse/konzept%20modularisierung%20er- zieherausbildung/zwb_inno.pdf [11.03.2016]. S.2.

2 Vgl. Oehlmann, Sylvia (2013): Von der Fachschule in die Hochschule. S.113-124.

3 vgl. Eggers, Ute (2015): Modularisierung der RRL für die BFS und die Fachschule Sozialpädagogik.S.7-8.

4 Karner, Britta (2013): Von der Fachschule in die Hochschule. S.71.

5 vgl. o.A. (2008): Innovationsvorhaben im Bereich der berufsbildenden Schulen - Konzept zur Modularisierung der Erzieherausbildung. http://www.nibis.de/nli1/bbs/archiv/arbeitsergebnisse/konzept%20modularisierung%20er- zieherausbildung/zwb_inno.pdf [11.03.2016]. S.7.

6 Eggers, Ute (2015): Modularisierung der RRL für die BFS und die Fachschule Sozialpädagogik. S.10.

7 vgl. o.A. (2008): Innovationsvorhaben im Bereich der berufsbildenden Schulen - Konzept zur Modularisierung der Erzieherausbildung. http://www.nibis.de/nli1/bbs/archiv/arbeitsergebnisse/konzept%20modularisierung%20er- zieherausbildung/zwb_inno.pdf [11.03.2016]. S.7.

8 vgl. Eggers, Ute (2015): Modularisierung der RRL für die BFS und die Fachschule Sozialpädagogik. S.10.

9 vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2015): Rahmenrichtlinien (Entwurf) für die berufsbezogenen Lernbe­reiche - Theorie und Praxis - in der Fachschule Sozialpädagogik. S.1-5.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Modularisierung der Erzieher*innenausbildung. Ein kurzer Einblick
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V416760
ISBN (eBook)
9783668664708
ISBN (Buch)
9783668664715
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
modularisierung, erzieher*innenausbildung, einblick
Arbeit zitieren
Jacqueline Ehlert (Autor), 2016, Modularisierung der Erzieher*innenausbildung. Ein kurzer Einblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416760

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