Geflüchtete in Deutschland. Zugang zur Arbeit


Hausarbeit, 2016

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Gedanken - aktuelle Situation der Geflüchteten in Deutschland

2. Begriffserklärungen
2.1 Flüchtlinge bzw. Geflüchtete/Zufluchtssuchende*r
2.2 Asyl

3. Chancen für Geflüchtete in Deutschland in Bezug auf den Arbeitsmarkt

4. Problematiken

5. Ausblick - Wie können die Problematiken aus dem Weg geschaffen werden?

6. Reflexion

Literatur

1. Einleitende Gedanken - aktuelle Situation der Geflüchteten in Deutschland

Kein Thema bewegt die Menschen im Land zurzeit so sehr wie die Geflüchteten, die nach Deutschland kommen. Von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Geflüchtete nach Deutschland. Weltweit sind seit Ende 2013 so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem zweiten Weltkriegt nicht mehr. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Baschar al-Assad und der Opposition, der IS-Terror im Irak und Syrien, der Bürgerkrieg in Somalia sowie massive Menschenrechtsverbrechen in Eritrea zwingen zurzeit tausende Menschen, ihre Heimatorte zu verlassen.

Oft gibt es nur negative Schlagzeilen bzgl. der Geflüchteten-Lage in Deutschland, doch wieso werden keine positiven Aspekte mit in die Diskussion eingeführt? Selten wird davon gesprochen, wie wir von den Geflüchteten profitieren können und vor allem wie dringend wir auf diese Einwanderer angewiesen sind. Gerade wenn es um den demografischen Wandel in Deutschland geht, bei dem wir genau solche Menschen gut gebrauchen können. Mehr als die Hälfte von den Geflüchteten verfügt über eine berufliche oder akademische Ausbildung und bringen eventuell auch schon Berufserfahrungen mit. Genau diese Menschen werden gebraucht in Deutschland, wenn es darum geht den Fachkräftemangel zu verringern. Die Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte, mit ihren verschiedenen Fähigkeiten und Talenten sollten als eine Bereicherung in unserer Gesellschaft gesehen werden. Doch die Politik stellt sich quer und findet keine optimale Lösung dafür, diese Geflüchteten so zu integrieren, dass sie die Möglichkeit bekommen, Arbeit zu finden. Häufig werden von Problematiken gesprochen, aber nicht davon, was das für Chancen eröffnen könnte.

Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Thema „Geflüchtete in Deutschland - Zugang zur Arbeit“. Im ersten Kapitel werden zunächst die beiden, für die vorliegenden Arbeit wichtigen Begrifflichkeiten, „Flüchtlinge/Geflüchtete“ und „Asyl“ näher definiert und beschrieben. Darauf aufbauend werden die Chancen für die Geflüchteten in Bezug auf den Arbeitsmarkt in Deutschland intensiv herausgearbeitet, um einen Einblick darüber zu verschaffen, wie viele positive Aspekte diese aktuelle Situation mit sich bringt. Im vorletzten Kapitel werden dann die Problematiken der Gesellschaft aufgegriffen. Daran anknüpfend wird dann im Ausblick der Frage „Wie diese Problematiken aus dem Weg geschaffen werden können“ nachgegangen und einige Aspekte aufgegriffen, die es ermöglichen könnten diese Probleme zu reduzieren.

2. Begriffserklärungen

In diesem Kapitel der vorliegenden Arbeit werden Begriffe wie „Flüchtlinge“ bzw. „Geflüchtete“ und „Asyl“ näher definiert und es folgt eine kurze Beschreibung dieser. Dies soll dem Leser ermöglichen ein Verständnis für die wesentlichen Begriffe, die in der Arbeit oftmals erwähnt werden, zu erlangen.

2.1 Flüchtlinge bzw. Geflüchtete/Zufluchtssuchende*r

Das Wort „Flüchtling“ steht in der heutigen Gesellschaft zur Debatte. Es ist zwar noch nicht hoch problematisch, allerdings potenziell ziemlich bedenklich. Es kann Situationen oder Menschen geben, in denen oder denen gegenüber das Wort abwertend empfunden wird und diese Empfindung wird durch die Struktur des Wortes gestützt. Daher auch der Begriff „Geflüchtete“. Das Wort ist dagegen in seiner Bedeutung völlig neutral und kann in jeder Situation verwendet werden. Zum einen dort, wo das Wort Flüchtling problematisch sein könnte und zum anderen dort, wo es das nicht ist. Ein optimales Wort für die Menschen wäre „Zufluchtssuchende*r“. Diese Bedeutung ist nicht nur neutral, sondern beschreibt und erinnert daran, warum die Bezeichneten nach Europa (o.Ä.) gekommen sind. Zudem würde es der Gesellschaft eventuell dabei helfen, mehr darüber nachzudenken, wie sie diesen Menschen einen sicheren Ort schaffen kann und weniger darüber nachdenken, wie sie sie schnellstmöglich wieder los wird (vgl. Stefanowitsch 2012).

2.2 Asyl

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den Begriff „Asyl“ wie folgt:

Asyl stammt aus dem Griechischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Zufluchtsort“. Das Recht Verfolgter auf persönlichen Schutz und den Schutz vor Auslieferung (vgl. Schubert, Klein 2016).

3. Chancen für Geflüchtete in Deutschland in Bezug auf den Arbeitsmarkt

Die Anzahl der Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, bringen viele Chancen für den Arbeitsmarkt mit sich. In diesem Kapitel der vorliegenden Arbeit werden diese Chancen für die Geflüchteten in Deutschland näher beschrieben. Sowohl aus Sicht der Geflüchteten, als auch aus Sicht der Unternehmer/Einrichtungen können viele wichtige Chancen gesehen werden.

Es zählt vor allem dazu, dass viele der Geflüchteten über ein hohes Maß an Motivation, Zielstrebigkeit und Einsatzbereitschaft verfügen. Sie wollen arbeiten, studieren, sich weiterbilden oder aber auch eine Ausbildung absolvieren und nicht von den Sozialleistungen in Deutschland leben. Ferner gibt es auch genügend geflüchtete Menschen, die zum Teil schon bereits wertvolle Arbeits-, Berufserfahrungen und Kompetenzen mitbringen, die in vielen Unternehmen/Einrichtungen benötigt werden können. Genau aus diesem Grund können Unternehmen/Einrichtungen genauer hinschauen und Potenziale, die für sie von großer Bedeutung sind, heraussuchen und erkennen. Darauf aufbauen können sie auch ihre kulturelle und sprachliche Vielfalt erweitern, denn die unterschiedlichen Geschlechter, unterschiedlichen Alter und die unterschiedlichen kulturellen Zugehörigkeiten machen ein/e Unternehmen/Einrichtung aus und vor allem besonders (vgl. Thränhardt 2015, S.4f). Dabei steht der Begriff Vielfalt im Fokus der Chancen für die Geflüchteten in Deutschland. Vielfalt wird immer ein Teil von Deutschland sein und genau dies sollte als Ressource wahrgenommen und bewusst in die Wirtschaft und Gesellschaft eingebunden werden. Geflüchtete sind aus Sicht der Unternehmen/Einrichtungen potenzielle Arbeitnehmer bzw. Fachkräfte und Arbeit ist für die Integration in Deutschland grundlegend und hilft den Geflüchteten dabei, ein neues Leben aufzubauen. Arbeit wird nicht nur grundlegend für die Integration gesehen, sondern dient auch vor allem als Schlüssel für soziale Kontakte, für die Wertschätzung in der Aufnahmegesellschaft und auch in Bezug auf das Selbstwertgefühl derjenigen. Zudem ermöglicht die Arbeit, dass bei den Geflüchteten wieder Normalität eintrifft und sie eine Perspektive in ihr Leben bringen. Je schneller sie also eine Chance auf Arbeit haben, umso schneller erfolgt auch eine erfolgreiche Integration. Positive Beiträge zum Wohlstand des Aufnahmelandes werden zudem immer wieder als Legitimation für Einwanderer herausgestellt, während langjährige Abhängigkeit von Sozialleistungen oft als diskreditierend betrachtet wird (vgl. von Hardenberg; Özoguz 2015, S.4ff). Eine weitere Chance wird darin gesehen, dass viele Geflüchtete überwiegend im besten Arbeitsalter sind. Es kommen viele junge, wissbegierige, motivierte und hilfreiche Arbeitskräfte, die in Zeiten des demografischen Wandels, alternder Belegschaften und fehlender Auszubildender gut gebraucht werden können (vgl. ebenda).

4. Problematiken

In Bezug auf die Geflüchteten gibt es viele Problematiken, die es den Geflüchteten schwer machen, sich in Deutschland zu integrieren. Es gibt durchaus noch mehr Problematiken, die dargestellt werden können, doch dies würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aufgrund dessen wurde für die vorliegende Arbeit speziell auf die Problematiken, die in der unteren Abbildung zu sehen sind, eingegangen. Diese beziehen sich vor allem auf den Zugang zur Arbeit in Bezug auf die Geflüchteten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf dieser Abbildung erkennt man, dass die Problematiken wie in einem „Teufelskreis“ verlaufen. Eine Problematik ist von der anderen Problematik abhängig und diese Abhängigkeit machen es einem Geflüchteten schwer in Deutschland Arbeit zu finden. Zudem ist es so, dass es in Deutschland ziemlich hohe Qualifikationserwartungen in Bezug auf den Arbeitsmarkt gibt, das bedeutet, dass es den Geflüchteten die Situation eine Arbeit zu bekommen, schwer macht. Diese hohen Qualifikationserwartungen können nur dann erfüllt werden, wenn es für die Geflüchteten notwendige Bildungsmaßnahmen gibt, um ihre Fähigkeiten und Kompetenzen weiter auszubauen und zu entwickeln. Doch genau bei diesem Punkt wären wir wieder bei dem fehlenden Geld, bzw. bei dem nicht-einigen der Finanzierung zwischen den Ministerien. Diese Einigung die nicht auf einen Nenner zwischen den Ministerien kommt, führt wiederum dazu, dass die Geflüchteten monatelang in ihren Unterkünften darauf warten müssen, Sprachkurse zu belegen. Die deutsche Sprache zu beherrschen bzw. erlernen gehört als wichtiger Aspekt zu der Integration der Geflüchteten und ohne diese wird ihnen die Chance genommen sich zu integrieren. Durch die langen Wartezeiten im Anerkennungssystem werden Energie und Initiative der Asylbewerber lange Zeit still gestellt. Haben sie bspw. qualifizierte Berufe erlernt, so verfällt ihr Wissen. Zudem ist es so, dass ihnen oftmals nur Beschäftigungen angeboten werden, die unterhalb ihrer Qualifikationen und Möglichkeiten liegen. In vielen Fällen sind sie auch einfach arbeitslos. Somit schöpfen sie ihre Fähigkeiten nicht aus und können weder zur Entwicklung des Einwanderungslandes beitragen noch Angehörigen im Herkunftsland helfen (vgl. Walther 2015, S.35f). Daraus ergeben sich keine optimalen Bedingungen sowohl für die Geflüchteten ebenso wie für das Einwanderungsland. Dadurch, dass sie in ihren Unterkünften monatelang warten müssen und das Asylverfahren nicht in die Gänge kommt verschwinden natürlich auch von Woche zu Woche die Berufserfahrungen, die sie mitbringen. Dies wiederum bedeutet dann, dass die Geflüchteten einen schwierigeren Einstieg in den Beruf erlangen und sich, wenn sie kein Glück mit den Behörden haben, wieder wochenlang einarbeiten müssen. Vor allem werden die Geflüchteten auch durch die langen Wartezeiten auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag faktisch zum Nichtstun gezwungen. Obwohl die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag vom November 2013 sich das Ziel gesetzt hat, die Asylanträge innerhalb von drei Monaten zu bearbeiten, betrug die durchschnittliche Wartezeit 7,1 Monate, also das Doppelte. Für die Geflüchteten bedeutet das eine extreme Belastung sowie eine lange Zeit in Unsicherheit und ohne Perspektive, sowohl für eine Wohnungsunterkunft, als auch für eine Arbeitsstelle (vgl. Thränhardt 2015, S.38).

Zu guter Letzt gibt es die Problematik, dass die Deutschen und EU-Bewerber heutzutage einen Vorrang gegenüber den Geflüchteten haben und somit erschwert es ihnen ebenfalls wieder den Weg eine Arbeitsstelle zu finden.

5. Ausblick - Wie können die Problematiken aus dem Weg geschaffen werden?

Momentan stehen eine Reihe von Problematiken in unserer Gesellschaft zur Diskussion. Doch es ist notwendig, dass diese Problematiken aus dem Weg geschaffen werden, damit sowohl die Geflüchteten die Chance haben sich zu integrieren und wir, in Deutschland, die Möglichkeit haben davon zu profitieren. Notwendige Voraussetzungen für mehr Arbeitsintegration sind von daher vorrangig die Auflösung des Bearbeitungsstatus durch den Einsatz von mehr Entscheidern beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Geflüchtete in Deutschland. Zugang zur Arbeit
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V416762
ISBN (eBook)
9783668664043
ISBN (Buch)
9783668664050
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geflüchtete, deutschland, zugang, arbeit
Arbeit zitieren
Jacqueline Ehlert (Autor), 2016, Geflüchtete in Deutschland. Zugang zur Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416762

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