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Der Internationale Gerichtshof - ein mächtiges Weltgericht?

Title: Der Internationale Gerichtshof - ein mächtiges Weltgericht?

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Margarita Russeva (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Angesichts der Vielfalt von zwischenstaatlichen Gewaltkonflikten und ihren zahlreichen Opfern, stand auch in der Vergangenheit die außerordentliche Dringlichkeit der Bereitstellung von Institutionen, Instrumenten und Mechanismen der friedlichen Streitbeilegung außer Frage. Die Idee eines internationalen Gerichts zu gründen, hatte ihre Befürworter schon seit langem. Im XIX. Jahrhundert entwickelte sich eine breite Friedensbewegung. Es entstand im 1907 das erste „Abkommen zur friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle“, auf dessen Grundlage der Ständige Schiedshof errichtet wurde.

Diese Institution war ein völkerrechtliches Novum: Zum ersten Mal wurde eine ständige Errichtung mit Streitschlichtungskompetenz geschaffen, „wenngleich nur in Form eines Sekretariats und einer Schiedsrichterliste“ . Dieser Völkerbund sollte nach den traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs ein sicherheitspolitisches System errichten und auf friedliche Weise die zwischenstaatlichen Konflikte beilegen. Er nahm seine Arbeit im Jahre 1920 auf, stellte jedoch nach seinem Scheitern im II. Weltkrieg offiziell seine Tätigkeit ein, „um den Weg für die Vereinten Nationen freizumachen“ . Heute ist der Internationale Gerichtshof (IGH) eins der Hauptorgane der VN und sein höchstes Rechtsprechungsorgan . Er entscheidet über zwischenstaatliche Rechtsstreitigkeiten, erstattet aber auch Gutachten zu völkerrechtlichen Fragen.

Das Hauptziel dieser Hausarbeit ist der Organisation, der Zuständigkeit und der Funktionen und der Arbeitsweise des IGH einen möglichst allgemeinen Überblick zu geben. Darüber hinaus erfolgt als erstes eine kurze Geschichte des Internationalen Gerichtshof und seiner Vorgänger. Im Hauptteil werden sowohl die Kompetenzen, die Zusammensetzung und das Arbeitsverfahren, als auch seine Schwächen und die bestehenden Reformmöglichkeiten präsentiert. In diesem Rahmen wird ausführlich auf die wichtigsten Aktivitäten und Befugnisse des Rechtsprechungsorgans der VN eingegangen. Die Arbeit schließt mit einer Gesamtbewertung der Rolle des IGH und die Perspektiven für seine Zukunft als Hauptorgan der Vereinten Nationen ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Geschichtlicher Überblick

3. Zuständigkeit und Befugnisse des Internationalen Gerichtshof

4. Organisation des Internationalen Gerichtshofes

4.1. Sitz

4.2. Zusammensetzung

4.3. Ad hoc Richter und Bildung von Kammern

4.4. Sonstige Funktionen

5. Arbeitsverfahren des Internationalen Gerichtshofes

5.1. Entscheidungen bei zwischenstaatlichen Streitfällen

5.2. Erstellung von Rechtsgutachten

6. Problematik und Schwächen des Internationalen Gerichtshofes

6.1. Unterwerfung des IGH-Statuts

6.2. Problematik bei der Urteilfällung

6.3. Befolgung von Gutachten

7. Reformvorschläge zu dem Internationalen Gerichtshof

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen umfassenden Überblick über die Organisation, die Zuständigkeit, die Funktionen sowie die Arbeitsweise des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zu geben, seine historische Entwicklung zu skizzieren und seine aktuelle Rolle, Schwächen sowie potenzielle Reformmöglichkeiten innerhalb des Systems der Vereinten Nationen kritisch zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung des IGH und seiner Vorgänger
  • Struktur, Zusammensetzung und Arbeitsweise des Gerichtshofs
  • Befugnisse bei Rechtsstreitigkeiten und Gutachten
  • Kritische Analyse der Effektivität und struktureller Probleme
  • Diskussion von Reformansätzen zur Stärkung der Rolle des IGH

Auszug aus dem Buch

6.1. Unterwerfung des IGH-Statuts

Der Gerichtsbarkeit des IGH unterstehen die VN-Mitglieder nur aufgrund eines besonderen Unterwerfungsaktes. Darin liegt eines der wesentlichen Hindernisse für die Effektivität des Gerichtshofes. Es besteht die Meinung, dass den Staaten eine erhebliche Wahlfreiheit überlassen wird. Sie unterwerfen sich der internationalen Gerichtsbarkeit nur, wenn sie ihre Interessen bei den Entscheidungen des Gerichtes angemessen berücksichtigt sehen und oft tun sie es nur für einen bestimmten Streitfall und/oder einen bestimmten Zeitraum. „Die Unterwerfung unter die Gerichtsbarkeit erfolgt durch mehrseitige Staatsabkommen, in denen die Zuständigkeit des IGH festgelegt wird, durch rügelose Einlassung zur Sache in einem vor dem IGH schwebenden Prozess oder durch einseitige Staatenerklärung gemäß der sog. Fakultativklausel des IGH-Statuts, Art. 36, Abs. 2. Angesichts der bisherigen Erfahrungen muss man sich die Frage vorlegen, ob nicht erst eine Unterwerfung im Einzelfall eine wirklich volle Mitwirkung der beiden Streitparteien gewährleistet“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Dringlichkeit friedlicher Streitbeilegung und skizziert das Ziel, einen allgemeinen Überblick über Struktur, Zuständigkeit und Rolle des IGH zu geben.

2. Geschichtlicher Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der Idee eines internationalen Gerichts von Immanuel Kant über den Ständigen Schiedshof bis hin zur Gründung des IGH als Nachfolger des Gerichtshofs des Völkerbundes nach.

3. Zuständigkeit und Befugnisse des Internationalen Gerichtshof: Hier werden die rechtlichen Grundlagen des IGH in der VN-Charta und im IGH-Statut sowie seine Funktionen als Rechtsprechungsorgan und Gutachter definiert.

4. Organisation des Internationalen Gerichtshofes: Das Kapitel beschreibt den Sitz im Friedenspalast sowie die Zusammensetzung, Wahl und Arbeitsweise der Richter, einschließlich der Ad-hoc-Kammern.

5. Arbeitsverfahren des Internationalen Gerichtshofes: Die Ausführungen erläutern den Prozess der Urteilsfindung bei zwischenstaatlichen Streitigkeiten sowie das Verfahren zur Erstellung von Rechtsgutachten.

6. Problematik und Schwächen des Internationalen Gerichtshofes: Hier werden die Hindernisse wie die notwendige Unterwerfung unter das Statut, Probleme bei der Durchsetzung von Urteilen und die eingeschränkte Verbindlichkeit von Gutachten analysiert.

7. Reformvorschläge zu dem Internationalen Gerichtshof: Das Kapitel diskutiert notwendige Verbesserungen hinsichtlich Infrastruktur, Verfahrensbeschleunigung und die Forderung nach einer obligatorischen Gerichtsbarkeit für alle VN-Mitglieder.

8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtbewertung, die den IGH als notwendiges, aber reformbedürftiges Instrument für eine gerechte internationale Ordnung einstuft.

Schlüsselwörter

Internationaler Gerichtshof, IGH, Vereinte Nationen, Völkerrecht, Friedliche Streitbeilegung, IGH-Statut, VN-Charta, Internationale Gerichtsbarkeit, Rechtsgutachten, Souveränität, Reform, Friedenssicherung, Schiedsgerichtsbarkeit, obligatorische Gerichtsbarkeit, Weltgericht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Internationalen Gerichtshof (IGH) als Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen, seiner Organisation, Arbeitsweise und seiner Rolle in der internationalen Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen (Statut und Charta), die Befugnisse bei Streitfällen und Gutachten sowie die kritische Untersuchung seiner Effektivität und Schwächen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen möglichst allgemeinen Überblick über die Funktionsweise des IGH zu geben und zu bewerten, inwieweit er als Instrument zur Friedenswahrung und Rechtsentwicklung taugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer Auswertung völkerrechtlicher Grundlagen, relevanter Literatur und Berichte zu den Strukturen der Vereinten Nationen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Organisation, die Arbeitsverfahren bei Urteilen und Gutachten sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen und Reformbedarf des Gerichtshofs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Internationaler Gerichtshof, Völkerrecht, Friedliche Streitbeilegung, IGH-Statut und Reform der Vereinten Nationen.

Warum spielt die Freiwilligkeit der Unterwerfung eine so große Rolle für den IGH?

Da Staaten ihre Souveränität wahren wollen, unterwerfen sie sich der Gerichtsbarkeit meist nur selektiv, was den IGH in seiner Effektivität einschränkt, da er nicht automatisch für alle Staaten bindend ist.

Sind die Rechtsgutachten des IGH für die ersuchenden Organe verbindlich?

Nein, die Gutachten haben grundsätzlich einen beratenden Charakter und sind rechtlich nicht bindend, wenngleich sie in der Praxis häufig befolgt werden.

Warum wird eine Reform des IGH als so schwierig angesehen?

Eine Reform erfordert eine Zweidrittelmehrheit in der Generalversammlung und die Zustimmung aller ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates, was aufgrund divergierender nationaler Interessen politisch schwer realisierbar ist.

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Details

Title
Der Internationale Gerichtshof - ein mächtiges Weltgericht?
College
University of Osnabrück
Course
Internationale Politik - UNO
Grade
2.0
Author
Margarita Russeva (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V41684
ISBN (eBook)
9783638399012
Language
German
Tags
Internationale Gerichtshof Weltgericht Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Margarita Russeva (Author), 2005, Der Internationale Gerichtshof - ein mächtiges Weltgericht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41684
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