Die Arbeit widmet sich zunächst der Frage, welche teils spezifischen Herausforderungen Führung an Universitäten in sich birgt. Darauf aufbauend wird der Fokus auf die Frage gelenkt, wie diesen Herausforderungen mit einem strukturierten Leadershipkonzept begegnet werden kann. Es werden zu diesem Zweck die Standards für Führungsverhalten sowie Rahmenbedingungen für den Einsatz von Führungsinstrumenten beleuchtet, die an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für alle Mitglieder der Hochschule mit Führungsverantwortung festgelegt wurden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Entwicklung und Implementierung dieser Führungsleitlinien gelegt. Es soll gezeigt werden, mit welcher Zielsetzung sie eingeführt wurden, wer daran beteiligt war und wie sie im Hochschulbetrieb verankert sind. Dazu wird auch die Frage von Bedeutung sein, wie die Evaluation solcher Maßnahmen stattfinden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Themenstellung
1.1. Forschungsleitende Fragen und Methodik
2. Führung an Universitäten
2.1. Die Universität als besondere Organisation
2.2. Führung an Universitäten: Der Status Quo
2.3. Eine begriffliche Klärung und Führungsmodelle
2.4. Führen mit Erfolg
3. Führungsleitlinien an der JGU
3.1. Planungsphase
3.2. Inhaltliche Dimension der Führungsleitlinien
3.3. Implementierung
3.4. Evaluation
4. Kritische Reflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Universitäten durch die Entwicklung und Implementierung strukturierter Führungsleitlinien den spezifischen Herausforderungen im akademischen Umfeld begegnen können, um strategische Ziele erfolgreich zu erreichen.
- Besonderheiten von Universitäten als Organisationen
- Status Quo der Führungskräfteentwicklung an Hochschulen
- Theoretische Grundlagen und Modelle der Personalführung
- Prozess der partizipativen Leitlinienentwicklung
- Herausforderungen bei Implementierung und Evaluation
Auszug aus dem Buch
2.1. Die Universität als besondere Organisation
Aus der Historie der Universität, aber auch aus ihrem gesellschaftlichen Auftrag heraus, ergeben sich Spezifika, die sie von profitorientierten Betrieben unterscheidet. In ihrem Ursprung war die europäische Universität eine Form der „Genossenschaft der Studierenden“, bei der „wichtige Dinge mit Mehrheit entschieden“ wurden (Fisch 2015: S. 13). Bis heute haben sich aus diesem Anfangsgedanken Elemente erhalten. So schreibt auch Heinrichs, dass bei Wirtschaftsunternehmen die „Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen“ von der „Grundkonstellation von Arbeitgebern und Arbeitnehmern“ (Heinrichs 2010: S. 122) geprägt sei.
An Hochschulen hingegen sei die Idee von einer gemeinsamen Konstituierung der Institution durch „Professoren, Dozenten, akademische Mitarbeiter und Studierende“ (ebd.: S. 123) noch immer lebendig. Dies spiegelt sich u.a. in der Gremienarbeit wider, bei der alle Anspruchsgruppen vertreten sind. Insgesamt weist eine Universität aber ein hohes Maß an „Heterogenität“ mit „vielen unterschiedliche[n] Formen von Führung“ (L. 2017: Anhang S. A-1) auf. „Klassische Führungsfunktionen, wie man sie aus der Wirtschaft kennt“ (ebd.) so L., seien auch vertreten. Besonders sei dies in der Verwaltung (vgl. ebd.) zu finden.
Eine weitere Besonderheit ergibt sich aus dem Prinzip der Führung auf Zeit, das eine turnusmäßige Rotation bei der Verteilung von Führungsaufgaben mit sich bringt. Die Schwierigkeit dabei ist nach L., dass „jemand aus der Riege Verantwortung übernimmt“ und nach „unpopuläre[n] Entscheidungen […] später wieder in die Riege zurück[kehrt]“ (ebd.: S. A-2). Das hohe Maß an Heterogenität hat jedoch noch weitere Ursachen und Implikationen. Pellert hat 5 Charakteristika von Hochschulen herausgestellt, die sie von Wirtschaftsunternehmen unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Themenstellung: Die Einleitung beleuchtet den Trend zur managerialen Revolution an Universitäten und den daraus resultierenden Bedarf an professionellen Führungsstrukturen.
2. Führung an Universitäten: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen organisatorischen Bedingungen an Hochschulen und setzt sich mit verschiedenen Führungsmodellen auseinander.
3. Führungsleitlinien an der JGU: Der Hauptteil beschreibt detailliert den partizipativen Prozess der Entwicklung und Implementierung von Führungsleitlinien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
4. Kritische Reflexion und Ausblick: Das Fazit resümiert die Projektergebnisse und bewertet den Einfluss des neuen Leadership-Konzepts auf die Organisationskultur.
Schlüsselwörter
Universitätsmanagement, Führungsleitlinien, Hochschulverwaltung, Personalführung, Partizipation, Leadership-Projekt, Wissenschaftsmanagement, Organisationsentwicklung, Führungsmodelle, Mitarbeitergespräche, Strategische Planung, JGU Mainz, Führungskompetenz, Evaluation, Hochschulautonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Einführung systematischer Führungsleitlinien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, um das Führungsverhalten innerhalb der universitären Organisation professioneller zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Besonderheiten der Universität als Organisation, verschiedene Ansätze der Personalführung (situativ, transformational) sowie den praktischen Prozess der partizipativen Strategieentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ein strukturiertes Leadershipkonzept trotz der spezifischen Herausforderungen und der hohen Heterogenität an einer Universität erfolgreich verankert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu Führungstheorien sowie einer empirischen Komponente in Form eines Experteninterviews mit der Referentin für Personalentwicklung an der JGU.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Planungsphase, den inhaltlichen Clustern der Leitlinien (Selbstbezug, Bezug zu Mitarbeitern, Bezug zur Universität) und den Maßnahmen der Implementierung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Führungsleitlinien, Universitätsmanagement, partizipativer Prozess, Führungskompetenz und Organisationskultur.
Inwiefern unterscheidet sich das Führungsprojekt der JGU von Ansätzen in der Wirtschaft?
Das Projekt an der JGU zeichnet sich durch einen besonders breiten, partizipativen Prozess aus, der die universitäre Autonomie und Heterogenität stärker berücksichtigt als klassische Top-down-Ansätze in Unternehmen.
Wie werden die Auswirkungen der Führungsleitlinien an der JGU evaluiert?
Die Evaluation erfolgt durch Mitarbeiterbefragungen, Zeitreihenanalysen bei Weiterbildungsmaßnahmen und die quantitative Auswertung der Durchführung von Jahresgesprächen.
- Quote paper
- Markus Haack (Author), 2017, Die Entwicklung von Führungsleitlinien für Universitäten am Beispiel der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416906