In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Thematik, was Lebenszufriedenheit, kurz gesagt „Glück“, bedeutet. Weiterhin betrachte ich unterschiedliche Faktoren, die Glück beeinflussen, genauer. Im Anschluss daran gehe ich der Frage nach „Inwiefern die Lebenszufriedenheit von Arbeitslosigkeit beeinflusst wird?“. Ehe ich zu einem abschließenden Fazit komme, erörtere ich Möglichkeiten, in welchem Rahmen die AkteurInnen der Sozialen Arbeit tätig werden könnten.
Bislang betrachtete die Ökonomie die Frage nach Glück als etwas, das meist außerhalb ihres Fachbereiches liegt. Die neueren Ansätze der Verhaltensökonomik und der sog. „Glücksforschung“ haben allerdings in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung für viele wirtschafts- und sozialpolitische Fragen gewonnen. Es gibt inzwischen Erkenntnisse darüber, die zum einen dem Rationalmodell widersprechen und zum anderen zeigen, dass der Mensch nicht Homo-oeconomicus ist. Das hat zur Folge, dass man ihn auch analytisch nicht so verstehen kann. Wenn man dem Menschen Homo-oeconomicus (der Mensch entscheidet so, das für ihn der größte Nutzen entsteht) unterstellt, kommt es zu Fehlprognosen. Diese wiederum zeigen u.a. Zusammenhänge auf, die für die Soziale Arbeit relevant sind.
Inhaltsverzeichnis
Gedanken zum Thema „Glück“
Einleitung
1. Was bedeutet Lebenszufriedenheit
2. Einflussfaktoren von Glück
3. Wie Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit beeinflusst
4. Aufgaben und Anforderungen an die Soziale Arbeit
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Glücksforschung und analysiert spezifisch, inwiefern Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit von Menschen beeinflusst. Ziel ist es, aus den Erkenntnissen der ökonomischen Glücksforschung Handlungsmöglichkeiten und Anforderungen für die Soziale Arbeit abzuleiten, um betroffene Klienten ressourcenorientiert zu unterstützen.
- Grundlagen und Definitionen der Lebenszufriedenheit
- Einflussfaktoren von Glück und Wohlbefinden
- Psychologische und soziale Folgen von Arbeitslosigkeit
- Bedeutung der Glücksforschung für die Soziale Arbeit
- Ressourcenorientierte Ansätze in der Beratungsarbeit
Auszug aus dem Buch
Wie Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit beeinflusst
„In Deutschland werden das „ganze Leben“, der gesellschaftliche Stand und der individuelle Lebensstandard durch Beruf, Erwerbsarbeit und Einkommen bestimmt. Arbeitslosigkeit (Arbl.), also das Fehlen von Arbeitsplätzen bzw. die fehlende Nachfrage nach Arbeitskräften hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebenssituation der von Arbl. Betroffenen (und ihrer Familien) sowie auf Politik und Gesellschaft“ (Kreft / Mielenz, 2013, S. 101).
Das Arbeitslosigkeit Wohlfahrtsverluste verursacht, da weniger Waren und Dienstleistungen produziert werden als bei Vollbeschäftigung, ist bekannt (vgl. http://archiv.wirtschaftsdienst.eu). Inwiefern jedoch die Lebenszufriedenheit von Arbeitslosigkeit beeinflusst wird bzw. welche psychischen Auswirkungen Arbeitslosigkeit mit sich bringt, ist bei dieser eher herkömmlichen Sichtweise völlig außer Acht gelassen.
„Die empirische Glücksforschung zeigt […], dass Erwerbslosigkeit beträchtliche psychische Kosten mit sich bringt und das Wohlbefinden der Arbeitslosen stärker reduziert als jede andere Ursache, einschließlich Trennung und Scheidung“ (ebd.). Weiterhin verdeutlicht sie, dass „die Strenge der sozialen Arbeitsnormen einen beträchtlichen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Arbeitslosen hat“, dass „Gewöhnungseffekte und soziale Vergleiche eine zentrale Rolle spielen“ sowie dass „nicht nur die Arbeitslosen, sondern auch beschäftigte Personen unter der herrschenden Arbeitslosigkeit leiden und mit ihrem Leben weniger zufrieden sind“ (ebd.). „Macht Arbeitslosigkeit also unglücklich? Oder werden unglücklichere Menschen eher arbeitslos?“ (ebd.). Die Forschungsergebnisse besagen, dass „der Kausalzusammenhang primär von der Arbeitslosigkeit als Ursache zum Glücksverlust als Folge geht. Es zeigte sich aber auch, dass unglückliche Personen auf dem Arbeitsmarkt schlechter abschneiden“ (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
Gedanken zum Thema „Glück“: Einführung in die Vielschichtigkeit des Glücksbegriffs und Abgrenzung zwischen kurzfristigem Momentglück und langfristiger Lebenszufriedenheit.
Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Glücksforschung für die Soziale Arbeit und Erläuterung der Forschungsfrage sowie des methodischen Vorgehens.
1. Was bedeutet Lebenszufriedenheit: Definition und Erläuterung von Glück als Forschungsgegenstand sowie Darstellung der verschiedenen Einflussfaktoren auf das subjektive Wohlbefinden.
2. Einflussfaktoren von Glück: Detaillierte Analyse ökonomischer und sozialer Faktoren wie Einkommen, soziale Bindungen und Autonomie, die das Glücksempfinden beeinflussen.
3. Wie Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit beeinflusst: Untersuchung der psychischen und sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit und deren nachhaltiger Wirkung auf die individuelle Lebenszufriedenheit.
4. Aufgaben und Anforderungen an die Soziale Arbeit: Diskussion über professionelle Handlungsansätze, wie Nudging, ressourcenorientierte Beratung und Unterstützung bei der sozialen Integration.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und Betonung der Bedeutung von Teilhabe und Selbstbestimmung in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Glücksforschung, Lebenszufriedenheit, Arbeitslosigkeit, Soziale Arbeit, Wohlbefinden, Einkommen, Selbstwertgefühl, soziale Normen, Ressourcenorientierung, Nudging, psychische Gesundheit, Teilhabe, Arbeitsmarkt, intrinsische Motivation, Coping-Strategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der multidisziplinären Glücksforschung und deren Übertragbarkeit auf sozialpolitische Fragestellungen, insbesondere im Kontext der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Definition von Lebenszufriedenheit, die Einflussfaktoren auf das menschliche Glück sowie die Folgen von Erwerbslosigkeit für das psychische Wohlbefinden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu erörtern, wie Arbeitslosigkeit das subjektive Glücksempfinden beeinflusst und welche Aufgaben sich daraus konkret für die AkteurInnen der Sozialen Arbeit ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis aktueller empirischer Ergebnisse der Glücksforschung (u.a. von Bruno S. Frey) arbeitet und diese durch sozialarbeitswissenschaftliche Perspektiven reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Glücksbegriffs, die Analyse von Bestimmungsfaktoren wie Einkommen und soziale Kontakte, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit sowie Ansätze für die professionelle Beratungspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Glücksforschung, Arbeitslosigkeit, Lebenszufriedenheit, Soziale Arbeit und Ressourcenorientierung charakterisiert.
Warum leidet die Lebenszufriedenheit bei Arbeitslosen oft stärker als bei Trennungen?
Dies liegt laut Arbeit an den strengen sozialen Arbeitsnormen in unserer Gesellschaft, die ein Gefühl des „Nicht-Gebraucht-Werdens“ erzeugen und das Selbstwertgefühl massiv beeinträchtigen.
Welche Rolle spielt das „Nudging“ in der Sozialen Arbeit laut Autorin?
Nudging dient als Methode, um durch die Gestaltung von Entscheidungssituationen Klienten zu unterstützen, ohne ihre Entscheidungsfreiheit einzuschränken, wobei dies kritisch hinterfragt wird.
Ist Geld der entscheidende Faktor für das Glück bei Arbeitslosen?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass finanzielle Alimentierung allein das durch Arbeitslosigkeit beeinträchtigte Selbstwertgefühl nicht heilen kann; soziale Anerkennung und Teilhabe sind wesentliche, nicht-monetäre Faktoren.
- Quote paper
- Katja Schuster (Author), 2017, Glück und die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416994